Option Leg (Optionsleg) – Definition & Erklärung
Ein Option Leg (deutsch: Optionsleg) bezeichnet eine definierte Teilposition innerhalb einer Optionsstrategie, mit der beispielsweise eine Aktienposition abgesichert oder eine bestimmte Markterwartung umgesetzt wird. Welche und wie viele Legs eingesetzt werden, hängt vom Handelsziel und der Tradingstrategie des Optionshändlers ab. Jedes Leg trägt auf seine Weise zum Gesamtrisiko und zum Renditepotenzial der Strategie bei.
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Option Leg (Optionsleg) – Definition
Ein Option Leg ist eine einzelne Komponente innerhalb einer Optionsstrategie. Diese Teilposition kann aus einem einzelnen Optionskontrakt oder mehreren Kontrakten derselben Optionsserie bestehen.
Ein Optionsleg wird unter anderem durch Basiswert, Optionstyp, Strike-Preis, Long- oder Short-Richtung, Verfallstermin und Kontraktanzahl bestimmt. Eine einfache Spread-Strategie kann beispielsweise aus zwei Legs bestehen: dem Kauf einer Call-Option und dem gleichzeitigen Verkauf einer anderen Call-Option.
Jede dieser Positionen stellt dabei ein eigenes Leg der Gesamtstrategie dar.
Besonderheiten bei mehreren Option Legs
Bei Strategien mit mehreren Legs ist es entscheidend, dass Kauf und Verkauf der einzelnen Komponenten möglichst gleichzeitig oder direkt hintereinander erfolgen – idealerweise über eine sogenannte Combo- oder Complex-Order, bei der die Legs als Paket zu einem Netto-Preis übermittelt werden. So lassen sich Risiken durch kurzfristige Kursschwankungen des Basiswertes minimieren.
Werden die Legs hingegen zeitlich versetzt eröffnet oder geschlossen, spricht man vom sogenannten „Legging into Options“.
Optionsstrategien mit Short Legs bzw. mit einer Stillhalterkomponente können zu einer Ausübung führen. Amerikanische Aktienoptionen können auch vor dem Verfall ausgeübt werden.
Single-Leg vs. Multi-Leg
Je nachdem, aus wie vielen einzelnen Komponenten sich eine Gesamtstrategie zusammensetzt, lassen sich die in dieser Übersicht behandelten Optionsstrategien in Ein- bis Vier-Leg-Strategien bzw. Strategien mit ein bis vier wesentlichen Komponenten unterteilen.
In der Praxis können komplexe Optionsorders und individuelle Konstruktionen auch mehr als vier Legs enthalten. Für den Anfänger im Optionshandel sind Ein-Leg-Strategien am einfachsten nachzuvollziehen. Mehr-Leg- bzw. Multi-Leg-Strategien können sich dagegen gezielter absichern lassen.
Single-Leg-Strategien
Single-Leg bzw. Ein-Leg-Strategien gibt es als Calls und Puts. Diese verbriefen das Recht, einen Basiswert je nach Ausübungsstil zu oder bis zu einem bestimmten Verfallstermin und zu einem definierten Strike-Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
- Calls sind Kaufoptionen – Puts sind Verkaufsoptionen.
- Der Kauf einer Option wird mit „Long“, der Verkauf einer Option mit „Short“ bezeichnet.
Daraus ergeben sich folgende Strategien.
| Strategie | Markterwartung |
|---|---|
| Long Call | bullisch (profitiert von stark steigenden Kursen) |
| Long Put | bärisch (profitiert von stark sinkenden Kursen) |
| Short Call | bärisch (profitiert von konstanten oder fallenden Kursen) |
| Short Put | bullisch (profitiert von konstanten oder steigenden Kursen) |
| Cash Secured Put | bullisch (profitiert von konstanten oder steigenden Kursen) |
Der Cash Secured Put wird hier den Single-Leg-Strategien zugeordnet, weil optionsseitig nur ein Short Put gehandelt wird. Die vorgehaltene Liquidität ist kein Optionsleg.
Zwei-Leg-Strategien und Strategien mit zwei Optionsserien
Zwei-Leg-Strategien bestehen aus zwei definierten Komponenten. Das können zwei Optionslegs sein, etwa bei klassischen Spreads.
Bei Strategien wie Covered Call oder Protective Put wird neben dem Optionsleg zusätzlich der Basiswert gehalten oder abgesichert. Dabei handelt es sich um ein Stock-Leg, nicht um ein Optionsleg.
Bei Zwei-Leg-Strategien kommen häufig Spreads vor. Ein Spread setzt sich aus dem Kauf und dem Verkauf einer Option zusammen. Dabei können sich die Strike-Preise oder die Verfallstermine unterscheiden. Der Basiswert muss in jedem Fall übereinstimmen.
Die folgenden Strategien können unter den Zwei-Leg-Ansätzen gefunden werden.
| Strategie | Markterwartung |
|---|---|
| Covered Call | bullisch bis neutral |
| Poor Man’s Covered Call | bullisch bis neutral |
| Protective Put | bullisch mit Absicherung |
| Bull Call Spread | bullisch |
| Bear Put Spread | bärisch |
| Bear Call Spread | bärisch bis neutral |
| Bull Put Spread | bullisch bis neutral |
| Long Straddle | starke Kursbewegung in beide Richtungen |
| Short Straddle | neutral (profitiert von geringer Kursbewegung) |
| Covered Straddle | bullisch bis neutral |
| Long Strangle | starke Kursbewegung in beide Richtungen |
| Short Strangle | neutral (profitiert von geringer Kursbewegung) |
| Long Combination | bullisch |
| Short Combination | bärisch |
| Covered Combination | bullisch bis neutral |
| Fig Leaf | bullisch |
| Front Spread mit Calls | bullisch |
| Front Spread mit Puts | bärisch |
| Back Spread mit Calls | bullisch |
| Back Spread mit Puts | bärisch |
| Long Calendar Spread mit Calls | neutral |
| Long Calendar Spread mit Puts | neutral |
| Diagonal Spread mit Calls | abhängig vom konkreten Aufbau |
| Diagonal Spread mit Puts | abhängig vom konkreten Aufbau |
Drei-Leg-Strategien
Viele Drei-Leg-Strategien sind so konstruiert, dass das Risiko definierter ist als bei ungedeckten Short-Optionen. Je nach Strategie und individuellen Faktoren können dennoch erhebliche Verluste entstehen. Maximalgewinn, Maximalverlust und Break-even sollten daher je Strategie separat geprüft werden.
| Strategie | Markterwartung |
|---|---|
| Collar | bullisch |
| Strap | bullisch oder bärisch |
| Strip | bullisch oder bärisch |
| Skip Strike Butterfly mit Calls | bullisch |
| Skip Strike Butterfly mit Puts | bärisch |
| Inverse Skip Strike Butterfly mit Calls | bullisch |
| Inverse Skip Strike Butterfly mit Puts | bärisch |
| Christmas Tree Butterfly mit Calls | bullisch |
| Christmas Tree Butterfly mit Puts | bärisch |
Vier-Leg-Strategien
Strategien mit vier Komponenten gehören zu den komplexeren Standardstrategien. Jedes einzelne Optionsleg im Auge zu behalten, erfordert ein geschultes Auge und praktische Erfahrung. Darüber hinaus sind in der Praxis auch Konstruktionen mit mehr als vier Legs möglich.
Beispiele für Strategien mit vier Optionslegs sind:
| Strategie | Markterwartung |
|---|---|
| Iron Butterfly | neutral |
| Iron Condor | neutral |
| Inverse Iron Condor | bullisch oder bärisch |
| Double Diagonal | neutral |
| Long Butterfly Spread mit Calls | neutral |
| Long Butterfly Spread mit Puts | neutral |
| Short Butterfly Spread mit Calls | bullisch oder bärisch |
| Short Butterfly Spread mit Puts | bullisch oder bärisch |
| Long Condor Spread mit Calls | neutral |
| Long Condor Spread mit Puts | neutral |
| Short Condor Spread mit Calls | bullisch oder bärisch |
| Short Condor Spread mit Puts | bullisch oder bärisch |
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