Skip Strike Butterfly Call - Optionsstrategie
Auszahlungsprofil der Skip Strike Butterfly Call (Broken Wing Call) Optionsstrategie

Skip Strike Butterfly Call – Definition

Ein Skip Strike Butterfly Call (auch „Broken Wing Butterfly“ oder „Split Strike Butterfly“) besteht aus dem Kauf eines Calls mit Strike (A), dem Verkauf von zwei Calls mit einem höheren Strike (B), dem Überspringen eines Strikes (C) und dem Kauf eines Calls mit einem noch höheren Strike (D). Die Strategie kombiniert somit Elemente eines Long Call Butterfly und eines Bear Call Spreads.

Der Skip Strike Butterfly ist zwar kein klassischer Butterfly, orientiert sich aber an dessen Struktur. Die zugrunde liegende Markterwartung ist abhängig vom aktuellen Aktienkurs im Verhältnis zu Strike B:

  • Liegt der Kurs beim Einstieg unterhalb von Strike B, ist die Strategie leicht bullisch ausgerichtet.
  • Befindet sich der Kurs bereits nahe Strike B, entspricht sie eher einer neutralen Markterwartung.

Der maximale Gewinn wird erzielt, wenn der Aktienkurs am Verfallsdatum exakt den Strike B erreicht. In diesem Fall besitzt nur der Long Call mit Strike A einen inneren Wert, während die beiden Short Calls mit Strike B und der Long Call mit Strike D wertlos verfallen.

Diese Optionsstrategie wird häufig eingesetzt, wenn der Aktienkurs nahe am Strike B liegt oder sich bis zum Verfall in Richtung Strike B bewegen soll. Dadurch wird das Risiko oberhalb von Strike B zwar nicht ausgeschlossen, aber begrenzt, da die Aktie eine deutliche Aufwärtsbewegung vollziehen muss, bevor ein signifikanter Verlust eintritt. Steigt der Kurs über Strike D, tritt der maximale Verlust ein, der jedoch begrenzt ist.

Für eine leicht bärische Markterwartung kann anstelle eines Skip Strike Butterfly Calls ein Skip Strike Butterfly Put verwendet werden.

Praxis-Tipp

Einige Optionshändler setzen diese Strategie bevorzugt bei Indexoptionen ein und vermeiden Optionen auf Einzelaktien. Der Grund dafür liegt unter anderem in der geringeren Volatilität vieler Indizes: Die Schwankungen einzelner Titel innerhalb eines Index werden durch Gegenbewegungen anderer Titel teilweise ausgeglichen, was zu stabileren Kursentwicklungen führen kann. Zusätzlich sind viele Indexoptionen cash-settled und europäisch ausübbar. Dadurch kommt es nicht zur Lieferung einzelner Aktien und bei europäisch ausgestalteten Indexoptionen besteht kein Risiko einer vorzeitigen Ausübung.

Bei amerikanisch ausübbaren Aktienoptionen besteht auf den Short Calls dagegen ein vorzeitiges Ausübungs- beziehungsweise Assignment-Risiko. Dieses Risiko ist besonders rund um Ex-Dividenden-Termine relevant, wenn ein Short Call im Geld (In The Money, ITM) liegt und sein verbleibender Zeitwert geringer ist als die erwartete Dividende.

Der Bear Call Spread wird in dieser Strategie genutzt, um einen Teil der Kosten für den Butterfly Spread zu decken. Dadurch kann die Position oft mit einer erhaltenen Optionsprämie eröffnet werden (Credit Spread). Selbst wenn eine Prämie gezahlt werden muss (Debit Spread), fällt diese in der Regel geringer aus als bei einem einfachen Long Butterfly Spread. Der Nachteil ist jedoch, dass durch den Bear Call Spread das Risiko der Strategie steigt, insbesondere bei starken Kursbewegungen nach oben.

Die Überspringung des Strikes (engl. „skip“) ergibt sich aus der Kombination der beiden Spreads. Würden beide Spreads separat umgesetzt, müsste ein Call mit Strike C verkauft (Short Call) und ein weiterer Call mit Strike C gekauft (Long Call) werden. Diese Transaktion würde jedoch weder wirtschaftlich noch strategisch einen Mehrwert bieten, da sie sich gegenseitig neutralisieren.

Skip Strike Butterfly Call – Setup

  • Kauf 1 Call Strike A (niedrigster)
  • Verkauf 2 Calls Strike B
  • Strike C überspringen
  • Kauf 1 Call Strike D (höchster)

Der Aktienkurs liegt zu Beginn der Strategie häufig unterhalb oder nahe dem Strike B. Die gedachte Strike-Leiter A, B, C und D weist in der Regel gleiche Abstände auf. Tatsächlich gehandelt werden jedoch nur die Strikes A, B und D, wodurch die Flügel des gehandelten Butterfly asymmetrisch sind. Alle Optionen haben den gleichen Verfallstag.

Empfohlenes Erfahrungslevel

Der schmale Grat, der mit dieser Optionsstrategie getroffen werden muss, und der Umstand, dass drei Optionlegs mit insgesamt vier Optionskontrakten verwendet werden, erfordern einiges an Vorkenntnissen.

Wann der Handel sinnvoll ist

Bei leicht bullischer bis neutraler Marktmeinung: Der Aktienpreis soll steigen, bis Strike B erreicht ist, oder sich bereits nahe Strike B befinden und dort verbleiben.

Break-Even-Punkt

Wurde für die Strategie eine Prämie erhalten (Credit Spread), liegt der Break-Even-Punkt bei Strike B plus dem maximalen Gewinn. Bei gleichmäßiger Strike-Leiter entspricht dies Strike C plus der erhaltenen Prämie.

Wurde für die Strategie eine Prämie gezahlt (Debit Spread), gibt es zwei Break-Even-Punkte:

  • Strike B – maximaler Gewinn
  • Strike B + maximaler Gewinn

Bei gleichmäßiger Strike-Leiter können diese auch als Strike A plus gezahlter Prämie und Strike C minus gezahlter Prämie dargestellt werden.

Sweet Spot

Zum Fälligkeitstag soll sich die Aktie genau auf Höhe von Strike B befinden.

Maximaler Gewinn

Der maximale Gewinn ist begrenzt auf Strike B minus Strike A, minus der gezahlten oder plus der erhaltenen Prämie.

Maximaler Verlust

Der maximale Verlust ist begrenzt. Bei Eröffnung als Credit Spread entspricht er bei gleichmäßiger Strike-Leiter der Differenz zwischen Strike C und D, minus der erhaltenen Prämie.

Bei Eröffnung als Debit Spread entspricht er der Differenz zwischen Strike C und D, plus der gezahlten Prämie. Zusätzlich entsteht bei einem Debit Spread unterhalb von Strike A ein Verlust in Höhe der gezahlten Prämie; der maximale Verlust liegt jedoch oberhalb von Strike D.

Skip Strike Butterfly Call im Zeitverlauf

Diese Optionsstrategie profitiert vor allem dann vom Zeitwertverlust (Theta-Effekt), wenn sich der Aktienkurs bis zum Verfallsdatum nahe dem Strike B (dem Strike der Short Calls) befindet. In diesem Fall verfallen alle Optionen wertlos, außer dem Long Call mit Strike A, der den maximalen Gewinn erzielt.

Entfernt sich der Kurs dagegen deutlich von Strike B, kann der Zeitverlauf auch gegen die Position wirken.

Implizite Volatilität

Der Skip Strike Butterfly Call profitiert in der Regel von einer sinkenden impliziten Volatilität, da die beiden verkauften Calls mit Strike B an Wert verlieren. Entsprechend wird die Strategie häufig dann eingesetzt, wenn die implizite Volatilität erhöht ist und ein Rückgang erwartet wird.

Steigt die implizite Volatilität hingegen deutlich an, kann dies den Wert der Strategie belasten, insbesondere wenn der Aktienkurs nicht nahe am Zielbereich um Strike B liegt.

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