Long Call – Definition, Erklärung & Beispiel

🔴Live-Webinar am 17.08.2026 um 18:30 Uhr

Optionshandel mit Stillhaltergeschäften: Zusätzliches Einkommen generieren

Einführung: Optionsstrategien für alle MarktlagenLerne in unserem kostenlosen Live-Webinar, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust.


Zusatzeinkommen durch Optionshandel - so funktioniert's

Stillhaltergeschäfte: Rendite auch in Seitwärtsmärkten 

Gute von schlechten Aktien unterscheiden können

Mit nur wenig Zeitaufwand möglich
Community-Mitglieder
Bereits 11.000+
Teilnehmer

🔴Live-Webinar
am 17.08.2026 um 18:30 Uhr

Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren

Einführung: Optionsstrategien für alle MarktlagenLerne in unserem kostenlosen Live-Webinar, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust.


Zusatzeinkommen an der Börse - so funktioniert's

Handeln mit System: Investieren ohne Bauchgefühl

Gute von schlechten Aktien unterscheiden können

Mit nur wenig Zeitaufwand möglich
Community-Mitglieder
Bereits 11.000+
Teilnehmer

Long Call im Überblick

Steckbrief der Long Call Optionsstrategie
Bezeichnung Long Call (deutsch: „Kauf einer Kaufoption“)
Anwendungsbereich Spekulation auf steigende Kurse und/oder Absicht, den Basiswert zu erwerben
Markterwartung Bullish
Vega Positiv
Theta Negativ
Gamma Positiv

Setup der Long Call Optionsstrategie

  • Kauf einer Call-Option auf einen Basiswert (bspw. Aktie)
  • Wahl des Strikes A, je nach Handelsstrategie im Geld, am Geld oder aus dem Geld
Payoff-Profil und Kursdiagramm der Long Call Optionsstrategie
Auszahlungsdiagramm bzw. Payoff-Diagramm (links) und Kursdiagramm (rechts) einer Long Call Optionsstrategie.

Wie funktioniert ein Long Call?

Long Call bezeichnet den Kauf einer Call-Option gegen Zahlung einer Prämie. Der Käufer erwirbt das Recht, den Basiswert zum Strike-Preis zu kaufen. Da der Optionswert mit steigenden Kursen zunimmt, eignet sich der Long Call zur Spekulation auf Kursanstiege oder zur Absicherung bestehender Positionen. Er stellt die Gegenposition zum Short Call dar.

Aufbau der Long-Call-Strategie

Die Grundlage der Long-Call-Strategie lautet:

  • Schritt 1: Auswahl eines Basiswerts (hier: eine Aktie).
  • Schritt 2: Wahl einer Call-Option (Kaufoption) auf diese Aktie, mit einem Strike, der der Markteinschätzung entspricht und in der Praxis meist über dem aktuellen Aktienkurs liegt.
  • Schritt 3: Kauf des Call, um die Long-Call-Position zu eröffnen. Der Käufer zahlt eine Prämie für den Erwerb der Option.
  • Schritt 4 (optional): Ausübung der Option und folglich Kauf des Basiswerts.
Trade Anlage Strike-Preis Menge
Kauf Call-Option Aus dem Geld 1

Long Call: Auswahl auf der Optionskette in der Trader Workstation (TWS)

Beispielhaft zeigt die folgende Abbildung, wie ein Long Call auf der Optionskette in der verbreiteten Handelsplattform „Trader Workstation“ (kurz: TWS) selektiert werden kann. Die Handelplattform ist bei gängigen Brokern wie bspw. CapTrader, Interactive Brokers, LYNX im Rahmen einer Kontoeröffnung kostenfrei inkludiert.

Long Call: Optionsauswahl auf der Optionskette in der Trader Workstation (TWS)
Beispielhafte Long Call Optionsauswahl auf der Optionskette in der Handelsplattform Trader Workstation am Beispiel der SAP-Aktie.

Beispiel für einen Long Call

Angenommen, eine Aktie wird zu 56 USD gehandelt. Auf diese Aktie wird eine Call-Option mit einem Out of the Money (OTM) Strike von 60 USD gekauft (Long Call). Diese kostet bspw. 0,80 USD pro Option, also insgesamt 80,00 USD pro Kontrakt aufgrund des für Aktien typischen Multiplikators von 100.

Beispiel eines Long Call
Beispielhaftes Setup eines Long Call in schematischer Darstellung auf einem Chart.

Tabellarische Darstellung

Folgende Tabelle fasst die einzelnen Positionen zusammen. Das Beispiel bezieht sich auf eine Aktie als Basiswert und damit auf den für Aktienoptionen üblichen Multiplikator von 100. Etwaige Transaktionskosten wurden nicht berücksichtigt.

Trade Anlage Strike-Preis Menge Optionspreis
Kauf Call-Option 60 1 0,80 USD
Nettoprämie (exkl. Ordergebühren) – 0,80 USD (- 80 USD)

Mögliche Szenarien

  • Steigt der Kurs der Aktie am Ende der Laufzeit auf 70 USD, kann die gekaufte Call-Option ausgeübt werden. Die Aktie wird zu 60 USD gekauft und zu 70 USD verkauft, was einen Gewinn von zunächst 10 USD pro Aktie ergibt (70 USD – 60 USD), also insgesamt 1.000 USD. Abzüglich der initial gezahlten Prämie von 80 USD ergibt sich ein Nettogewinn von 920 USD.
  • Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit bei 50 USD, verfällt der Long Call wertlos, da es nicht sinnvoll wäre, bei einem Kurs von 50 USD zu 60 USD zu kaufen.

Long Call Formeln: Chance & Risiko

Maximaler Gewinn

Der maximale Gewinn ist (theoretisch) unbegrenzt, da die Kurssteigerung des Basiswertes beliebig hoch sein kann.

\text{Maximaler Gewinn} = \text{Strike} + \text{gezahlte Prämie}

Maximaler Verlust

Der maximale Verlust eines Long Call ist auf die gezahlte Prämie begrenzt.

\text{Maximaler Verlust} = \text{gezahlte Prämie}

Break-Even

Die Gewinnschwelle ist erreicht, wenn der Kurs des Basiswertes dem Strike zuzüglich der gezahlten Prämie entspricht.

\text{Break-Even} = \text{Strike} + \text{gezahlte Prämie}

Ausgewählte Griechen (Sensitivitäten) eines Long Call

Theta

Theta als Sensitivitätskennzahl des Zeitwertes gibt an, um welchen Betrag der Optionspreis fällt, wenn sich die Option dem Verfall einen Tag nähert (ceteris paribus, also unter der Annahme, dass alle weiteren Einflussfaktoren konstant seien). Der Theta-Einfluss dieser Optionsstrategie ist grundsätzlich negativ, weil der Wert der Position mit dem abnehmenden Zeitwert sinkt. Dadurch verliert der Call an Wert, je näher die Option dem Verfall rückt, sofern sich der Kurs des Basiswertes nicht in die gewünschte Richtung bewegt.

Vega

Vega als Sensitivitätskennzahl der impliziten Volatilität gibt an, um welchen Betrag sich der Optionspreis verändert, wenn sich die implizite Volatilität um einen Prozentpunkt verändert (ceteris paribus). Der Vega-Einfluss dieser Strategie ist grundsätzlich positiv. Der Käufer profitiert von einer steigenden Volatilität nach Eröffnung des Optionsgeschäfts, da die Optionspreise entsprechend steigen. Vor dem Kauf der Option bedeutet allerdings eine hohe Volatilität auch eine höhere Prämie.

Gamma

Gamma als Sensitivitätskennzahl beschreibt die Veränderung des Delta in Abhängigkeit von Kursbewegungen des Basiswertes (ceteris paribus). Bei einer Long-Call-Position ist Gamma positiv, was bedeutet, dass das Delta des Long Call bei steigenden Kursen des Basiswertes positiver wird.

Long Call Optionsgriechen-Szenarien

Die folgende interaktive Visualisierung zeigt die Entwicklung der Risikostruktur einer Long-Call-Position während der Laufzeit sowie den Einfluss der einzelnen Optionsgriechen, insbesondere Delta, Gamma, Theta und Vega, auf das Verhalten der Option. So lassen sich unterschiedliche Marktszenarien durchspielen und die Chancen und Risiken der Strategie besser einschätzen.

Restlaufzeit: 30 Tage

    Risiko (Gewinn & Verlust)

    Theta

    Delta

    Vega

    Gamma

    Margin bei einem Long Call

    Die Margin pro Kontrakt entspricht dem Betrag, der bei Eröffnung des Long Call bezahlt wurde.

    Praxis-Tipps

    Wer auf einen längerfristigen Kursanstieg eines Basiswerts setzt, sollte Optionen mit längerer Laufzeit wählen. Hier fällt der Zeitwertverlust (Theta) geringer aus als bei kurzfristigen Optionen.

    Beim Kauf einer Call-Option ist das Bezugsverhältnis zu beachten: Eine Aktienoption entspricht in der Regel 100 Aktien. Aufgrund des hohen Hebels lassen sich mit geringem Kapitaleinsatz hohe Gewinne, aber auch entsprechend hohe Verluste erzielen.

    Ein Strike-Preis knapp über dem aktuellen Kurs erhöht die Gewinnwahrscheinlichkeit, macht die Option aber teurer. Günstigere OTM-Calls bieten zwar niedrigere Prämien, haben jedoch geringere Erfolgschancen, wenn der Kurs nur langsam steigt.

    „Deep in the Money“-Calls besitzen ein hohes Delta und verhalten sich ähnlich wie ein Direktinvestment in den Basiswert – allerdings mit geringerem Kapitaleinsatz. In Kombination mit längerer Laufzeit spricht man hier von LEAP-Optionen (Long-Term Equity Anticipation Securities).

    Kurzlaufende Calls reagieren besonders stark auf Kursänderungen (hohes Gamma-Risiko) und können schnell wertlos verfallen.

    Liegt der Kurs am Verfallstag über dem Strike-Preis, wird der Basiswert bei physischer Lieferung eingebucht. Bei Optionen mit Barausgleich (z. B. Indexoptionen) erfolgt eine Gutschrift in bar.

    Long Call mit LEAPs

    LEAPs (Long-Term Equity Anticipation Securities) sind Optionen mit einer Laufzeit von in der Regel mehr als einem Jahr, teils bis zu zwei oder drei Jahren. Als Long Call eröffnen sie die Möglichkeit, auf einen langfristigen Kursanstieg eines Basiswertes zu setzen, ohne diesen direkt kaufen zu müssen.

    Der entscheidende Unterschied zu kurzlaufenden Calls liegt im Zeitwertverlust: Da der Verfallstag weit in der Zukunft liegt, wirkt sich Theta (Zetiwertverlust) pro Tag deutlich geringer aus. Das verschafft der Kurserwartung mehr Zeit, sich zu entfalten. Im Gegenzug ist die gezahlte Prämie aufgrund des hohen Zeitwerts absolut höher, und die Position reagiert über Vega stärker auf Veränderungen der impliziten Volatilität.

    Beispiel LEAP Long Call auf eine Aktie

    Eine Aktie notiert bei 100 USD. Statt 100 Aktien für 10.000 USD zu kaufen, erwirbt ein Anleger einen Long Call mit einer Laufzeit von bspw. zwei Jahren und einem Strike von 70 USD, der damit tief im Geld liegt (Delta bspw. rund 0,85). Die Prämie beträgt bspw. 35,00 USD pro Option, also 3.500 USD pro Kontrakt (Multiplikator 100). Darin enthalten sind 30 USD innerer Wert und 5 USD Zeitwert.

    • Steigt die Aktie bis zur Fälligkeit auf 140 USD, ist die Option ceteris paribus rund 70 USD pro Aktie wert (7.000 USD pro Kontrakt). Abzüglich der gezahlten Prämie ergibt sich ein Gewinn von etwa 3.500 USD bei einem Kapitaleinsatz von nur 3.500 statt 10.000 USD.
    • Fällt die Aktie hingegen, bleibt der Verlust auf die gezahlten 3.500 USD begrenzt.

    Hinweis: Für diese Aktienersatzstrategie werden typischerweise Calls mit einem höheren Delta von etwa 0,75 bis 0,90 gewählt, da diese die Kursbewegung des Basiswertes besonders eng nachbilden.

    Vorteile

    • Hebelwirkung bei geringem Kapitaleinsatz: Mit einem Long Call lassen sich große Marktbewegungen mit vergleichsweise wenig Kapital nutzen. Der Anleger profitiert von Kursanstiegen, ohne die Aktie direkt kaufen zu müssen.
    • Unbegrenzte Gewinnchancen: In stark steigenden Märkten kann ein Long Call theoretisch unbegrenzte Gewinne erzielen, sobald der Kurs über den Strike-Preis steigt.
    • Begrenztes Risiko: Das Verlustrisiko ist auf die gezahlte Optionsprämie beschränkt. Entwickelt sich der Kurs negativ, verfällt die Option einfach – ein klarer Vorteil gegenüber dem Aktienkauf.
    • Flexibler Markteintritt: Da nur ein Kaufrecht besteht, kein Kaufzwang, bleibt der Kapitaleinsatz überschaubar und der Anleger kann gezielt auf einen günstigen Einstieg setzen.
    • Frühzeitige Ausübung möglich: Bei amerikanischen Optionen kann der Long Call jederzeit bis zum Verfall ausgeübt werden. Dies bietet zusätzliche Flexibilität, da der Anleger optimal auf Marktbedingungen reagieren kann.

    Nachteile

    • Zeitwertverfall: Optionen verlieren mit fortschreitender Laufzeit ceteris paribus an Wert. Selbst bei seitwärts oder nur leicht steigenden Kursen sinkt der Optionspreis, wodurch sich die Gewinnchancen verringern. Wird die Kurserwartung nicht rechtzeitig erfüllt, verfällt die Option wertlos.
    • Verlust der Prämie: Bleibt der Kurs unter dem Strike-Preis, verfällt der Long Call ungenutzt. Die gezahlte Prämie ist dann vollständig verloren.
    • Hohe Kosten bei Wiederholung: Da Calls nur zeitlich befristet sind, kann das regelmäßige „Rollen“ in neue Optionen teuer werden – insbesondere in stagnierenden Märkten, in denen keine klare Aufwärtsbewegung eintritt.

    Video zur Long-Call-Option – Einfach erklärt (+ Praxis-Beispiel)

    Das folgende Video erklärt die Long-Call-Strategie, mit der Anleger durch den Kauf von Kaufoptionen (Calls) an der Börse auf steigende Kurse spekulieren können.

    Alternativen zum Long Call

    Ein Long Call wird in der Regel eingesetzt, wenn die kurzfristige Entwicklung des Basiswertes positiv eingeschätzt wird. Die folgenden alternativen Strategien können ähnliche Gewinnchancen bieten, unterscheiden sich aber im Detail wesentlich vom Long Call:

    Long Call Quiz


    Vielen Dank fürs Mitmachen! Nach Abgabe des Quizzes siehst du das Ergebnis.




    🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren

    Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 17.08.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

    DeltaValue GmbH hat 4,89 von 5 Sternen | 279 Bewertungen auf ProvenExpert.com