Credit Spread Option – Erklärung & Beispiel
Ein Credit Spread ist eine Optionsstrategie, bei der eine teurere Option verkauft und eine günstigere gleichzeitig gekauft wird, um von der Differenz der Prämien zu profitieren. Der Kern eines Credit Spreads ist der Prämienüberschuss, den der Händler durch den Verkauf erzielt. Wird stattdessen mehr Prämie für den Kauf der Optionen gezahlt, spricht man von einem Debit Spread.
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Credit Spread – Definition
Ein Credit Spread besteht aus dem gleichzeitigen Kauf und Verkauf von zwei Optionen (Puts oder Calls) auf den gleichen Basiswert mit gleichem Verfallsdatum, aber unterschiedlichen Ausübungspreisen (Strikes). Ziel zu Beginn der Strategie ist es, durch die Prämiendifferenz einen „Credit“ zu verdienen, wobei die Prämieneinnahmen der Short-Position die Prämienkosten der Long-Position übersteigen.
Credit vs. Debit Spread
Im Gegensatz zu einem Credit Spread steht der Debit Spread. Hier wird zu Beginn der Strategie ein Prämienüberschuss gezahlt. Beim Debit Spread setzt der Trader in der Regel auf eine Kursbewegung in die erwartete Richtung, um Gewinne zu erzielen, während beim Credit Spread meist von stabilen bis moderat richtungskonformen Marktbewegungen profitiert wird, um die Prämie zu behalten.
Ob eine Strategie bullisch, bärisch oder neutral ausgerichtet ist, hängt jedoch von der konkreten Ausgestaltung der Optionsposition ab.
Berechnung der Gewinnpotenziale beim Credit Spread
Der maximale Gewinn eines Credit Spreads entspricht den anfänglichen Prämieneinnahmen aus der verkauften Option minus Kosten für die gekaufte Option. Der maximale Verlust ist auf die Differenz zwischen den Strike-Preisen abzüglich der erhaltenen Prämie begrenzt.
- Maximaler Gewinn = Prämie der verkauften Option − Prämie der gekauften Option
- Maximaler Verlust = (Differenz der Strike-Preise) − (Netto-Credit)
Credit Spread Strategien
Zwei gängige Credit-Spread-Strategien sind der Bull Put Spread und der Bear Call Spread. Condors und Butterflys können auch als Credit Spreads gehandelt werden, werden jedoch aufgrund ihrer Komplexität oft separat betrachtet.
Bull Put Spread
Beim Bull Put Spread wird eine Put-Option mit höherem Strike verkauft und gleichzeitig eine mit niedrigerem Strike gekauft. Die Differenz ergibt den Net Credit, auf dem die Strategie basiert.
Die gekaufte Option dient dabei der Absicherung. Befinden sich zum Fälligkeitstag beide Optionen im Geld (In the Money, ITM) hebt die Short-Position ab dem Strike den Long Put auf. Das Risiko ist damit auf die Differenz der Strikes begrenzt. Das Ziel des Optionshändlers ist es dennoch, dass bestenfalls beide Optionen wertlos verfallen und er die Prämie vereinnahmt.
Mitunter ist der Bull Put Spread als risikoarme Variante eines Short Puts zu betrachten. Das Risiko des Bull Put Spread hängt dabei von der Wahl der Strikes ab. Für gewöhnlich wird der Long Put deutlich aus dem Geld (Out of the Money, OTM) eröffnet. Der Strike des Short Puts befindet sich dagegen näher am aktuellen Kurs. Auch eine Eröffnung am Geld (At the Money, ATM) ist denkbar.
Bull Put Spread im Überblick
- Strike A (Long Put): OTM
- Strike B (Short Put): ATM oder leicht OTM
- Marktmeinung: Bullisch oder neutral
- Break-even beim Bull Put Spread = Strike des Short Put − Netto-Credit
Bear Call Spread
Für Optionshändler, die sinkende Kurse erwarten, ist ein Bear Call Spread eine mögliche Optionsstrategie. Die verkaufte Call-Option hat eine höhere Moneyness und hat daher auch einen höheren Preis, als die Long-Position. Der Long Call dient zur Absicherung bei steigenden Kursen. Somit reduziert sich das maximale Verlustrisiko auf die Differenz zwischen den beiden Strikes.
Der Bear Call Spread gilt als risikoarme Alternative vom Short Call. Hier wäre zwar die vereinnahmte Prämie höher, das Verlustrisiko bei steigenden Kursen jedoch theoretisch unbegrenzt. Der Gewinn ist begrenzt auf die Differenz zwischen gezahlter und erhaltener Prämie.
Bear Call Spread im Überblick
- Strike A (Short Call): ATM oder leicht OTM
- Strike B (Long Call): OTM
- Marktmeinung: Bärisch
- Break-even beim Bear Call Spread = Strike des Short Call + Netto-Credit
Condors und Butterflys als Credit Spread
Wenn der Optionshändler keine eindeutige Meinung bezüglich steigender oder fallender Kurse hat, können sogenannte Condors oder Butterflys als Optionsstrategie infrage kommen. Diese können ebenfalls als Credit Spread aufgesetzt werden. Dafür muss wieder die Grundvoraussetzung erfüllt sein, dass der Optionshändler nach Eröffnung aller notwendigen Positionen einen Prämienüberschuss verzeichnet.
Strategien für steigende Volatilitätserwartungen
Geht der Optionshändler von einer steigenden impliziten Volatilität aus, sind sowohl ein Short Butterfly, als auch ein Short Condor geeignet. Diese ähneln dem Long Straddle oder Long Strangle und verwenden nicht einen beziehungsweise zwei Strikes, sondern im Fall des Short Condors bis zu vier verschiedene Strikes.
Mithilfe des Short Butterflys kann der Optionshändler von deutlicheren Kursbewegungen profitieren. Für die Gewinnzone des Short Condors sind ebenfalls spürbare Bewegungen notwendig. Der Gewinn ist jedoch in beiden Fällen begrenzt auf die erhaltenen Prämien.
Strategien für sinkende Volatilitätserwartungen
Wählt der Optionshändler einen Iron Butterfly oder Iron Condor, profitiert er von einer sinkenden Volatilität. Der maximale Gewinn entsteht hier, wenn sich der Kurs des Basiswertes während der Optionslaufzeit kaum verändert und bestenfalls konstant verläuft. Auch bei diesen Strategien ist der Gewinn limitiert auf die eingangs erhaltene Prämie. Dafür ist auch das Abwärtsrisiko bei starken Kursbewegungen begrenzt.
Beispiel für einen Credit Spread
Angenommen, ein Optionshändler erwartet leicht fallende Kurse einer Aktie, kann er einen Bear Call Spread verwenden. Die Aktie ist der Basiswert für beide Optionen und notiert derzeit bei 90 Euro. Beide Optionen haben eine Restlaufzeit von 45 Tagen.
Der Optionshändler erwartet einen konstanten beziehungsweise leicht sinkenden Kurs und wählt folgende Strikes für die zu kaufenden und zu verkaufenden Optionen:
| Optionsart | Strike-Preis | Prämie |
|---|---|---|
| Short-Call | 90 EUR | 3,50 EUR |
| Long-Call | 100 EUR | 2,50 EUR |
Ausgehend von einem Optionskontrakt, der üblicherweise 100 Anteile des Basiswertes beinhaltet, kann er den Credit Spread berechnen:
Verlustszenario
Der Optionshändler vereinnahmt eine Prämie von 100 Euro bei der Eröffnung der Position.
Steigt der Kurs entgegen seinen Erwartungen deutlich über den Long-Call-Strike von 100 Euro, ist der maximale Verlust erreicht. Aus dem Short Call ergibt sich dann die Pflicht, die Aktie zum Strike von 90 Euro zu liefern.
Gleichzeitig hat der Händler über den Long Call das Recht, die Aktie zum Strike von 100 Euro zu kaufen. Dadurch ist der Verlust auf die Differenz zwischen den beiden Strikes begrenzt, also auf 10 Euro pro Aktie. Multipliziert mit den 100 Anteilen, die ein Kontrakt beinhaltet, macht dies 1.000 Euro.
Gewinnszenario
Sinkt der Kurs der Aktie oder notiert er zum Verfall auf beziehungsweise unter dem Strike des Short Call, erhält der Optionshändler die gesamte Prämie. Er realisiert den maximalen Gewinn.
Das Ziel des Händlers ist es, eine möglichst genaue Kursvorhersage zu treffen. Sinkt der Kurs nämlich deutlich, verringert der Long Call nur eine höhere Prämieneinnahme. Bei stark sinkenden Kursen wäre beispielsweise ein Long Put ertragsstärker.
Credit Spread im Handel mit Anleihen
Neben einem Credit Spread als Optionsstrategie gibt es den Credit Spread als Zinskennzahl auch im Handel mit Anleihen (engl. = Bonds). Der Credit Spread misst bezogen auf Anleihen, wie hoch die Renditedifferenz zwischen zwei Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit ist. Häufig wird dabei die Rendite einer Unternehmensanleihe mit der Rendite einer als besonders sicher geltenden Staatsanleihe verglichen.
Beispiel: Gibt ein deutsches Unternehmen etwa 10-jährige Anleihen zu einem Zins von 5 % heraus, beträgt der Credit Spread 250 Basispunkte, wenn die 10-jährige Bundesanleihe derzeit bei 2,5 % Zinsen pro Jahr liegt.
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