Optionen handeln – Erklärung mit Beispielen [2026]

Autoren: Philipp Berger Philipp-Malte Lingnau

Der Optionshandel ist einer der vielfältigsten Handelsstile an der Börse und kann sowohl für den aktiven, kurzfristigen Handel als auch für den mittel- bis langfristigen Vermögensaufbau genutzt werden. Obwohl der Handel mit Optionen oberflächlich komplex erscheinen kann, sind die Vorteile – darunter Strategien zur Ertragsgenerierung („Einkommensstrategien“) – einen genauen Blick wert. Worauf es bei den ersten Schritten im Optionshandel ankommt, ist Inhalt dieses Artikels.

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Was sind Optionen?

Optionen verbriefen das Recht, eine bestimmte Anzahl von Anteilen eines Basiswertes (z. B. einer Aktie) zu einem festgelegten Preis (Strike) und zu einem vereinbarten Datum (oder Laufzeit) zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses Recht wird beim Optionshandel gegen eine Prämie getauscht.

  • Der Käufer der Option kann – muss aber nicht – durch eine Ausübung der Option aktiv werden.
  • Der Verkäufer der Option fungiert dabei als Stillhalter. Er kann lediglich die Kursentwicklung des Basiswertes bis zum Laufzeitende abwarten oder seine Position vorher glattstellen.

Kurz: Das Optionsrecht muss nicht zwingend ausgeübt werden. Deshalb werden Optionen auch als bedingte Terminkontrakte bezeichnet.

Die 4 Grundpositionen eines Optionshandels

Grundsätzlich gibt es zwei Optionstypen: Call-Optionen und Put-Optionen. Diese können gekauft und verkauft werden.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Rechte und Pflichten damit einhergehen und wie die einzelnen Handelspositionen auf Kursänderungen des Basiswerts reagieren.

Art der Option Recht bzw. Verpflichtung Bedeutung
Long Call
(Kauf eines Calls)
Recht, den Basiswert zum Strike zu kaufen Spekulation auf steigende Kurse
Short Call
(Verkauf eines Calls)
Verpflichtung, den Basiswert zum Strike zu verkaufen, falls der Käufer ausübt Erwartung fallender oder stagnierender Kurse
Long Put
(Kauf eines Puts)
Recht, den Basiswert zum Strike zu verkaufen Spekulation auf fallende Kurse
Short Put
(Verkauf eines Puts)
Verpflichtung, den Basiswert zum Strike zu kaufen, falls der Käufer ausübt Erwartung steigender oder stagnierender Kurse

Die folgende Grafik fasst die vier Grundpositionen eines Optionshandels zusammen.

Grundlegende Positionen eines Optionshandels

Wo können Optionen gehandelt werden?

Standardisierte Optionen werden weltweit an verschiedenen Terminbörsen gehandelt. Diese funktionieren grundsätzlich wie Aktienbörsen, mit dem Unterschied, dass dort ausschließlich Terminkontrakte (wie Futures und Optionen) gehandelt werden. Die Handelszeiten variieren je nach Börsenplatz und Region.

Zu den wichtigsten Terminbörsen weltweit zählen:

  • Eurex – Eine der größten europäischen Terminbörsen mit einem breiten Spektrum an Options- und Futureskontrakten.
  • Euronext Frankreich – Teil der Euronext-Gruppe und ein bedeutender europäischer Handelsplatz für Optionen.
  • Chicago Board Options Exchange (CBOE) – Die weltweit größte Optionsbörse und Wegbereiter des modernen Optionshandels in den USA.
  • Japan Exchange Group (JPX) – Zentraler Handelsplatz in Asien mit hoher Bedeutung für den regionalen Optionsmarkt.

Neben dem Börsenhandel existieren auch außerbörsliche Märkte (OTC-Märkte), auf denen sogenannte OTC-Optionen direkt zwischen zwei Parteien abgeschlossen werden. Diese bieten mehr Flexibilität bei den Vertragsbedingungen, bergen jedoch höhere Gegenparteirisiken aufgrund geringerer Regulierung und fehlender Standardisierung.

Hinweis: Bei internationalen Handelszeiten sind Zeitverschiebungen und Unterschiede bei den Zeitumstellungen zu berücksichtigen. Die amerikanischen Börsen eröffnen beispielsweise am Nachmittag (MEZ) und schließen in den Nachtstunden.

Kontogröße beim Handel mit Optionen

Eine pauschale Empfehlung zur optimalen Depotgröße lässt sich nicht geben. Wichtig ist, dass das Depot handlungsfähig bleibt und auch anfängliche Verluste verkraften kann. Selbst bei einer soliden Strategie können temporäre Rückschläge auftreten. In solchen Phasen sollte genügend Kapital vorhanden sein, um weiterhin Trades durchführen zu können.

Für Einsteiger kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem überschaubaren Betrag zu starten. Wie viel das konkret ist, hängt von der individuellen finanziellen Situation ab. Als grobe Orientierung gilt: Ein Startkapital von mindestens etwa 5.000 EUR bietet in der Regel ausreichend Spielraum und Sicherheit, um sinnvoll handeln und mögliche Verluste abfedern zu können.

Video: Optionen handeln – Aber auf welche Aktien?

Wer mit Optionen regelmäßige Erträge erwirtschaften will, steht vor vielen Herausforderungen.

Eine Frage, die viele beschäftigt, ist: Welche Optionen soll ich überhaupt handeln? Welches ist der richtige Basiswert? Und wie finde ich ihn systematisch?

Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich dieses Video. Am Ende gibt es noch ein paar Tipps, die für den Einstieg hilfreich sein können.

Was ist beim Handel mit Optionen zu beachten?

Beim Optionshandel muss das gehandelte Produkt zur gewählten Optionsstrategie passen. Der Händler sollte die Funktionsweise, Chancen und Risiken der Option genau verstehen. Neben diesen Grundlagen sind mehrere Faktoren entscheidend, die bei der Auswahl und Bewertung von Optionen berücksichtigt werden sollten.

Basiswert (Underlying)

Der Basiswert bestimmt maßgeblich die Wertentwicklung einer Option. Mögliche Basiswerte sind Aktien, Indizes, Futures oder ETFs. Eine fundierte Analyse des Basiswerts ist unerlässlich, um Kursbewegungen und Volatilität einschätzen zu können.

Zudem spielen Kennzahlen wie die Optionsgriechen (z. B. Delta, Gamma, Vega, Theta) eine wichtige Rolle für die Bewertung und Steuerung von Positionen.

Optionsart (Option Type)

Es gibt zwei grundlegende Optionsarten:

  • Call (Kaufoption) – Recht, den Basiswert zu kaufen
  • Put (Verkaufsoption) – Recht, den Basiswert zu verkaufen

Die Wahl hängt von der Markterwartung und der Strategie ab. Viele Strategien kombinieren Calls und Puts in sogenannten Multi-Leg-Strategien, um gezielt von Marktbewegungen oder Seitwärtsphasen zu profitieren.

Positionierung (Long/Short)

Neben der Optionsart ist die Positionierung entscheidend:

  • Long-Position: Kauf einer Option, der Händler erwirbt ein Recht.
  • Short-Position: Verkauf (Schreiben) einer Option, der Händler übernimmt eine Verpflichtung zur Übergabe oder Abnahme.

Die Kombination aus Optionsart (Call/Put) und Positionierung (Long/Short) macht die Flexibilität des Optionshandels aus..

Ausübungspreis (Strike)

Der Strike-Preis ist der Preis, zu dem der Basiswert gekauft oder verkauft werden kann. Er beeinflusst, ob eine Option am Verfallstag

Die Wahl des Strikes hat direkten Einfluss auf Chance, Risiko und Prämienhöhe.

Laufzeit (Expiration)

Die Auswahl der Laufzeit oder Restlaufzeit (Days to Expiration, DTE) einer Option variiert je nach Strategie von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten oder Jahren. Sie beeinflusst insbesondere den Zeitwert und die Optionsprämie.

Bei Strategien mit mehreren Optionen ist wichtig, dass alle am gewünschten Tag verfallen oder bewusst unterschiedliche Laufzeiten gewählt werden.

Ausübungsstil (Exercise Style)

Optionen unterscheiden sich nach ihrem Ausübungsstil:

Hinweis: In der Praxis werden amerikanische Optionen selten vorzeitig ausgeübt, da durch eine Ausübung der verbleibende Zeitwert verloren geht.

Auslieferung (Settlement)

Beim Settlement wird zwischen zwei Varianten unterschieden:

Welche Variante gilt, hängt von der Option und dem Handelsplatz ab und sollte bei der Strategieplanung berücksichtigt werden.

Optionen handeln mit der richtigen Strategie

Neben fundierten Kenntnissen über Finanzmärkte, den Basiswert und das Handelsprodukt Option ist eine klare Handelsstrategie entscheidend für den Erfolg.
Die gewählte Optionsstrategie legt im Voraus fest, welche Optionen (Call oder Put) gekauft oder verkauft (Long oder Short) werden.
Eine passende Strategie hilft, die Markterwartung gezielt umzusetzen und Risiken zu steuern.

Risikomanagement

Ein zentrales Element jeder erfolgreichen Handelsstrategie ist ein individuelles Risikomanagement. Der Händler definiert Regeln und Grenzen, etwa:

  • bei Erreichen bestimmter Gewinn- oder Verlustschwellen,
  • beim Eintreten vordefinierter Ereignisse (z. B. Kursänderung um 5 %),
  • oder bei Zeit- bzw. Volatilitätsveränderungen.

Diese Regeln geben vor, wie in solchen Situationen gehandelt werden soll – z. B. durch Schließen, Rollen oder Anpassen einer Position. Das schützt vor impulsiven Entscheidungen und größeren Verlusten.

Börsenpsychologie

Für einen erfolgreichen Optionshandel sind Wissen und Verständnis der Börsenpsychologie gleichermaßen wichtig. Der Trader muss in der Lage sein, eigene Regeln konsequent umzusetzen, selbst wenn Emotionen dagegen sprechen. Wichtig ist, Verluste nach Plan zu begrenzen, anstatt auf eine spontane Erholung zu hoffen.

Gleichzeitig sollte eine Strategie regelmäßig überprüft und angepasst werden, wenn sich Marktbedingungen ändern oder sich einzelne Elemente als ineffektiv erweisen. So bleibt das Handelssystem flexibel, aber dennoch regelbasiert und kontrolliert.

Handel mit einer Call-Option – Beispiel

Ein Optionshändler erwartet steigende Kurse einer Aktie, die aktuell bei 30 EUR notiert. Um mit geringem Kapitaleinsatz von der erwarteten Kurssteigerung zu profitieren, kauft der Händler eine Call-Option auf diese Aktie. Als Basispreis (Strike) wählt er 30 EUR.

  • Steigt der Aktienkurs über 30 EUR, befindet sich die Option im Geld (ITM) und gewinnt an Wert.
  • Bleibt der Kurs bei 30 EUR, ist die Option am Geld (ATM).
  • Fällt der Kurs unter 30 EUR, ist die Option aus dem Geld (OTM) und verliert an Wert.

Sinkt der Kurs oder bleibt er unverändert, verliert der Käufer lediglich die gezahlte Optionsprämie. Diese Situation ähnelt einer Versicherung, deren Leistung nicht in Anspruch genommen wird: Der Käufer trägt nur die Kosten der Prämie.

Handel mit einer Put-Option – Beispiel

Ein anderer Anleger analysiert dieselbe Aktie und kommt zu dem Schluss, dass sie bei 30 EUR bereits leicht unterbewertet ist. Er wäre bereit, die Aktie zu 28 EUR zu kaufen, und verkauft daher eine Put-Option mit einem Strike von 28 EUR.

  • Liegt der Aktienkurs unter 28 EUR, wird die Option ausgeübt.
  • Fällt der Kurs beispielsweise auf 25 EUR, muss der Verkäufer (Stillhalter) die Aktie dennoch zum Preis von 28 EUR kaufen. Da er den Wert der Aktie bei diesem Niveau als attraktiv einschätzt, nimmt er dieses Risiko bewusst in Kauf.
  • Bleibt der Kurs über 28 EUR, verfällt die Option wertlos. In diesem Fall behält der Händler die erhaltene Prämie, ohne die Aktie erwerben zu müssen.

Warum Optionen handeln? 3 ausgewählte Gründe im Überblick

Es gibt viele Gründe, warum der Handel mit Optionen attraktiv sein kann. Einer der wichtigsten ist die hohe Flexibilität: Optionen ermöglichen es, in nahezu jeder Marktsituation (selbst in Seitwärtsphasen) Erträge zu erzielen, sofern die gewählte Strategie zur jeweiligen Markterwartung passt und sich diese im Wesentlichen bestätigt.

Darüber hinaus können Optionen zur Absicherung des Depots oder zum Aufbau eines passiven Einkommens eingesetzt werden – etwa mit dem Ziel, finanzielle Freiheit zu erreichen. Im Wesentlichen lassen sich damit drei Hauptmotive für den Optionshandel unterscheiden.

1. Optionsstrategien für jede Marktlage

Der Optionshändler kann auf steigende, fallende oder gleich bleibende Kurse setzen. Auch die Veränderung der Volatilität (Kursschwankungen) kann mit der richtigen Strategie ausgenutzt werden.

Mit einem Long Call von steigenden Kursen profitieren

Eine Strategie in der Erwartung steigender Kurse ist beispielsweise der Long Call. Bei einem Long Call wird eine Call-Option gekauft. Der Strike (Ausübungspreis) wird häufig so gewählt, dass er leicht unter dem aktuellen Kurs liegt. Steigt der Kurs des Basiswertes, kann der Optionshändler einen Gewinn erzielen.

Payoff-Profil und Kursdiagramm der Long Call Optionsstrategie
Auszahlungsdiagramm bzw. Payoff-Diagramm (links) und Kursdiagramm (rechts) einer Long Call Optionsstrategie.

Mit einem Long Put auf fallenden Kursen setzten

Der Long Put dagegen die Möglichkeit, bei fallenden Kursen Gewinne zu erzielen. Dazu kauft der Optionshändler eine Put-Option. Der Strike wird in der Regel so gewählt, dass der vom Händler erwartete Zielkurs unter dem Strike liegt. Fällt der Basiswert unter diese Schwelle, erzielt der Inhaber der Option einen Gewinn.

Payoff-Profil und Kursdiagramm der Long Put Optionsstrategie
Auszahlungsdiagramm bzw. Payoff-Diagramm (links) und Kursdiagramm (rechts) einer Long Put Optionsstrategie.

Seitwärtstrends zunutze machen mit Optionen

Eine besondere Möglichkeit im Optionshandel besteht darin, von einer seitwärts verlaufenden Kursentwicklung zu profitieren. Solche neutralen Strategien oder Optionskombinationen zielen auf Märkte ohne klare Auf- oder Abwärtstrends ab. Ihnen ist gemeinsam, dass sie mindestens teilweise aus verkauften Optionen (Short-Positionen) bestehen.

Ein bekanntes Beispiel ist der Iron Condor. Diese Strategie erzielt Gewinne, wenn der Kurs des Basiswerts während der Laufzeit in einer bestimmten Spanne seitwärts tendiert und sich idealerweise die implizite Volatilität im Zeitverlauf verringert.

Die nachfolgende Grafik zeigt den Aufbau eines Long Call Condor Spread.

Payoff-Profil und Kursdiagramm der Iron Condor Optionsstrategie
Auszahlungsdiagramm bzw. Payoff-Diagramm (links) und Kursdiagramm (rechts) einer Iron Condor Optionsstrategie.

2. Depot mit Optionen absichern

Neben gewinnorientierten Strategien können Optionen auch zur Absicherung bestehender Positionen eingesetzt werden. Dieses Vorgehen wird als Hedging bezeichnet.

Ein klassisches Beispiel ist der Protective Put. Voraussetzung ist der Besitz des zugrunde liegenden Basiswerts. Der Anleger kauft zusätzlich eine Put-Option auf denselben Basiswert. Fällt dessen Kurs, steigt im Gegenzug der Wert der Option. Sie wirkt somit wie eine Versicherung gegen Kursverluste. Bleibt der Kurs stabil oder steigt, verfällt die Option hingegen wertlos, und die gezahlte Prämie ist verloren.

Payoff-Profil und Kursdiagramm der Protective Put Optionsstrategie
Auszahlungsdiagramm bzw. Payoff-Diagramm (links) und Kursdiagramm (rechts) einer Protective Put Optionsstrategie.

3. Passives Einkommen mit Optionen

Passives Einkommen bezeichnet Einkünfte, die mit keinem oder nur geringem laufenden Aufwand erzielt werden. Im Gegensatz dazu steht das aktive Einkommen, etwa aus einer abhängigen Beschäftigung, das durch persönliche Arbeitsleistung entsteht.

Auch mit Optionen lassen sich über sogenannte Stillhalterstrategien zusätzliche, eher passive Einkünfte erzielen. Dabei schreibt der Optionshändler (Stillhalter) eine Option und überwacht während der Laufzeit lediglich seine Positionen – ansonsten arbeitet die Zeit für ihn.

Mit jedem verstrichenen Tag sinkt der Zeitwert einer Option, was dem Stillhalter zugutekommt. Im Idealfall verfällt die Option am Laufzeitende wertlos, und der Stillhalter behält die vereinnahmte Prämie ohne weitere Verpflichtungen. Viele Trader nutzen diesen Effekt, um ein regelmäßiges, passives Börseneinkommen aufzubauen.

Ein Beispiel ist der Cash-Secured Put. Hier verkauft der Händler eine Put-Option und hält zugleich ausreichend liquide Mittel bereit, um den Basiswert bei Ausübung zu kaufen. Der maximale Gewinn entsteht, wenn die Option wertlos verfällt.

Payoff-Profil und Kursdiagramm der Cash Secured Put Optionsstrategie
Auszahlungsdiagramm bzw. Payoff-Diagramm (links) und Kursdiagramm (rechts) einer Cash Secured Put Optionsstrategie.

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Häufige Fragen

Was ist eine Option?

Als Option wird ein bedingtes Termingeschäft bezeichnet, das je nach Optionsart das Recht zum Kauf oder Verkauf eines Basiswertes (sog. Underlying) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft verbrieft.


Wie kann man Optionen handeln?

Um mit Optionen handeln zu können, benötigt der angehende Optionshändler eine Bank oder einen Broker, der ihm Zugang zu einer Terminbörse verschafft. Diese Terminbörse heißt in Deutschland Eurex und ist die drittgrößte der Welt. Auch in den USA gibt es verschiedene Optionsbörsen, wie die CME.

Hinweis: Die Kombination aus Handelsplatz und Broker/Bank bestimmt unter anderem die Gebühren, die der Optionshändler zu tragen hat. Je niedriger die Gebühren, desto höher der mögliche Gewinn.


Sind Optionen riskant?

Optionen, die an regulierten Terminbörsen gehandelt werden, sind standardisierte Produkte, deren Preis sich durch Angebot und Nachfrage bildet. Sie unterliegen den üblichen Marktrisiken. Je nach Anwendung kann die Verwendung von Optionen in einem Portfolio das Risiko senken. Bei mangelndem Verständnis können jedoch unnötige Risiken entstehen.


Kann man mit Optionshandel Geld verdienen?

Es ist möglich, mit Optionen nachhaltig und systematisch Geld zu verdienen. Entscheidend für den Erfolg sind viele Faktoren, u. a. das Vorhandensein einer konkreten Strategie mit statistischem Vorteil, ein fundiertes Fachwissen und eine nachhaltige mentale Einstellung.


Seit wann können Optionen gehandelt werden?

Optionen gibt es in verschiedenen Formen seit der Antike (Thales von Milet). In der frühen Neuzeit wurden in den Niederlanden im 17. Jahrhundert termin- und optionsähnliche Kontrakte auf Tulpen sowie später explizite Optionen auf Aktien der Amsterdamer Börse gehandelt. Der moderne, standardisierte Börsenhandel mit Optionen begann im Jahr 1973 mit der Gründung der Chicago Board Options Exchange (CBOE). Zuvor wurden Optionen vor allem im OTC-Handel (Over-the-Counter) gehandelt.


Welche Broker eignen sich für den Optionshandel?

Die Wahl des passenden Brokers ist individuell und hängt von den persönlichen Anforderungen des Anlegers ab. Für den Optionshandel kommen zahlreiche Broker infrage, die sich auf Derivate spezialisiert haben. Dabei lässt sich zwischen internationalen und deutschen bzw. europäischen Brokern unterscheiden.

  • Internationale Broker
    Zu den bekanntesten Anbietern zählen Interactive Brokers, TD Ameritrade und Charles Schwab. Sie bieten Zugang zu internationalen Märkten, eine große Auswahl an Optionskontrakten, professionelle Handelstools und umfangreiche Schulungsmaterialien. Allerdings können europäische Anleger nicht bei allen internationalen Brokern Konten eröffnen.
  • Deutsche und europäische Broker
    Broker wie CapTrader, Degiro oder flatex ermöglichen den Optionshandel innerhalb der EU. Bei der Auswahl sollten Anleger insbesondere auf Handelsgebühren, Plattformfunktionen und Kundenservice achten, um den Broker zu finden, der am besten zu ihren Handelszielen passt.

Folgende Kriterien sollten bei einer Auswahl berücksichtigt werden:

  • Regulierung
    Ein seriöser Broker verfügt über eine Zulassung der zuständigen Aufsichtsbehörde. In Deutschland sollte eine BaFin-Lizenz vorliegen. Bei internationalen Brokern ist auf die Regulierung durch anerkannte Behörden (z. B. SEC, FCA, ASIC) zu achten.
  • Kosten
    Gebühren sind ein zentraler Faktor, insbesondere für aktive Trader. Hohe Transaktionskosten können die Rendite erheblich mindern. Zu berücksichtigen sind neben den Ordergebühren auch mögliche Provisionen, Gebühren für Orderänderungen oder Zusatzleistungen. Genaue Informationen finden sich im Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Brokers.
  • Handelsplattform
    Eine leistungsfähige Handelsplattform ist Voraussetzung für den Optionshandel. Viele Broker nutzen die Trader Workstation (TWS), die sich individuell anpassen lässt.
    Optional können Realtime-Kurse abonniert werden – meist gegen eine geringe Gebühr, die bei Bedarf kurzfristig deaktiviert werden kann.
  • Handelsplätze und Ordertypen
    Der gewählte Broker sollte alle relevanten Terminbörsen abdecken und die benötigten Ordertypen anbieten. Fehlen bestimmte Handelsplätze oder Funktionen, kann sonst ein zweiter Broker erforderlich sein, was den Aufwand erhöht.
  • Persönliche Präferenzen
    Neben den fachlichen Kriterien spielen auch Benutzerfreundlichkeit, Kundensupport und Sprachunterstützung eine Rolle bei der endgültigen Entscheidung.

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