Covered Combination - Gewinn-Verlust-Diagramm der Optionsstrategie
Auszahlungsprofil der Covered Combination Optionsstrategie

Covered Combination – Definition

Eine Covered Combination (auch: „Covered Strangle“ oder „Covered Short Strangle“) besteht aus einer Long-Position im Basiswert (z. B. Aktie) sowie dem Verkauf eines Put (Strike A) und dem Verkauf eines Call (Strike B) auf denselben Basiswert.

Die Optionsstrategie kombiniert somit einen Covered Call mit einem Short Put. Der Call ist in der Regel durch die vorhandene Aktienposition gedeckt. Der Put gilt nur dann als gedeckt, wenn ausreichend Liquidität für eine mögliche Andienung des Basiswertes reserviert ist. Andernfalls handelt es sich um einen ungedeckten Put.

Eine Covered Combination wird typischerweise eingesetzt, wenn der Anleger davon ausgeht, dass der Kurs des Basiswerts in naher Zukunft weitgehend stabil bleibt oder moderat ansteigt. Im Falle eines moderaten Kursanstiegs wird ein begrenzter Gewinn erzielt, der durch die vereinnahmten Prämien und potenzielle Kurssteigerungen des Basiswerts bis zum Strike der Call-Option entsteht. Ein Verlust entsteht, wenn sich der zugrunde liegende Aktienkurs bei Fälligkeit unter dem jeweiligen Break-Even-Punkt befindet.

Bei einer starken Abwärtsbewegung des Basiswerts können erhebliche Verluste entstehen. Diese Verluste resultieren sowohl aus der bereits gehaltenen Aktienposition als auch aus der Verpflichtung des Short Puts, den Basiswert zu einem höheren als dem aktuellen Kurs kaufen zu müssen. Bei einer Zuteilung des Puts erhöht sich die Aktienexponierung entsprechend, beispielsweise von 100 auf 200 Aktien pro Optionspaar.

Die Strategie kann auch ohne Besitz des Basiswertes umgesetzt werden. Dann handelt es sich jedoch nicht mehr um eine Covered Combination, sondern um einen einfachen Short Strangle. Dieser weist ein anderes Risikoprofil auf, da der verkaufte Call dann ungedeckt ist und bei stark steigenden Kursen theoretisch unbegrenzte Verluste verursachen kann.

Praxis-Tipp

Bei einer Covered Combination besteht in der Regel die Absicht, den Basiswert zu einem vorher festgelegten Strike-Preis (Ausübungspreis) der Call-Option zu verkaufen oder bei fallenden Kursen über den verkauften Put zusätzliche Aktien zu erwerben.

Um die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs zu erhöhen, kann der Call-Strike in der Nähe des aktuellen Aktienkurses gewählt werden. Dies führt auch zu einer höheren Prämie, da Call-Optionen mit einem näher am Geld liegenden Strike im Allgemeinen teurer sind.

Eine Covered Combination kann funktional als Kombination aus einem Covered Call und einem Cash-Secured Put verstanden werden. Der Anleger ist also bereit, seine bestehenden Aktien bei steigenden Kursen zu verkaufen und bei fallenden Kursen weitere Aktien zum Put-Strike zu kaufen. In der Praxis ist nur die Call-Option durch den vorhandenen Basiswert gedeckt. Der verkaufte Put ist nur dann gedeckt, wenn ausreichend Liquidität für eine mögliche Andienung reserviert ist. Andernfalls ist er ungedeckt („naked“). Dieses Risiko kann insbesondere bei starken Kursrückgängen erheblich sein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei dieser Strategie ist das Bezugsverhältnis der Optionen. Eine Call-Option verpflichtet beispielsweise bei Ausübung zum Verkauf von 100 Aktien (pro Kontrakt). Darüber hinaus sollte der Händler die Margin-Anforderungen seines Brokers verstehen und deren mögliche Auswirkungen auf seine Liquidität berücksichtigen, da ein Short Put zusätzliche Sicherheitsleistungen erfordern kann.

Covered Combination – Setup

  • Kauf bzw. Besitz von mindestens 100 (oder Vielfachen von 100) gleichartigen Aktien
  • Verkauf 1 Put Strike A
  • Verkauf 1 Call Strike B

Alle Optionen haben denselben Verfallstag. Bei einem Covered Strangle liegt der Put-Strike üblicherweise unter dem Call-Strike. Werden Put und Call mit demselben Strike verkauft, handelt es sich um eine verwandte Strategie, den Covered Straddle.

Empfohlenes Erfahrungslevel

Die Strategie eignet sich insbesondere für erfahrene Anleger, die ihre bestehenden Aktienpositionen optimieren und gleichzeitig zusätzliche Erträge aus Optionsprämien generieren möchten.

Wann der Handel sinnvoll ist

Eine Covered Combination ist für eine bullische bis neutrale Marktmeinung geeignet. Der Anleger sollte bereit sein, die bestehenden Aktien bei steigenden Kursen über den Call zu verkaufen oder bei fallenden Kursen über den Put zusätzliche Aktien zu kaufen.
Covered Combination bei neutraler MarktmeinungCovered Combination bei bullischer Marktmeinung

Break-Even-Punkt

Bei der Covered-Combination-Strategie hängt die relevante Gewinnschwelle davon ab, ob der verkaufte Put ausgeübt bzw. zugeteilt wird. Die folgenden Formeln gelten pro Aktie und verwenden die Nettoprämien nach Transaktionskosten:

Break-Even-Punkt ohne Put-Zuteilung = Kaufpreis der Aktien – erhaltene Nettoprämien

Break-Even-Punkt bei Put-Zuteilung = (Kaufpreis der Aktien + Strike-Preis des Short Puts – erhaltene Nettoprämien) / 2

Bei Aktien, die bereits lange vor Eröffnung der Optionsstrategie gekauft wurden, kann für die wirtschaftliche Beurteilung auch der aktuelle Marktwert bzw. die aktuelle Opportunitätskostenbasis relevant sein.

Sweet Spot

Der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts soll bei dieser Strategie stagnieren oder moderat steigen. Der maximale Gewinn wird erzielt, wenn der Basiswert am Verfallstag auf oder über dem Strike B der Call-Option notiert.

Maximaler Gewinn

Der maximale Gewinn wird erzielt, wenn sich der Preis des Basiswertes am oder über dem Strike B (Short Call) befindet.

Die Formel zur Berechnung des maximalen Gewinns lautet pro Aktie wie folgt:

Maximaler Gewinn = Strike-Preis des Short Calls – Kaufpreis der Aktien + erhaltene Nettoprämien

Bei Standard-Aktienoptionen ist der Betrag pro Kontrakt in der Regel mit 100 zu multiplizieren. Transaktionskosten sind bei der Berechnung der Nettoprämien zu berücksichtigen.

Maximaler Verlust

Der maximale Verlust tritt ein, wenn der Basiswert auf null fällt. In diesem Fall verliert die ursprünglich gehaltene Aktienposition vollständig an Wert, und zusätzlich entsteht ein Verlust aus der Verpflichtung des Short Puts, weitere Aktien zum Put-Strike zu kaufen.

Der maximale Verlust pro Aktie wird wie folgt berechnet:

Maximaler Verlust = Kaufpreis der Aktien + Strike-Preis des Short Puts – erhaltene Nettoprämien

Covered Combination im Zeitverlauf

Diese Strategie profitiert vom Zeitwertverlust der Optionen (Theta-Effekt). Bei stagnierenden Kursen des Basiswerts können die verkauften Optionen, falls gewünscht, vor ihrem Verfall zu einem niedrigeren Preis zurückgekauft werden, was einen Gewinn ermöglicht.

Implizite Volatilität

Eine Covered Combination profitiert von abnehmender Volatilität, da die Preise der Optionen entsprechend sinken und eine Glattstellung günstiger möglich wird. Steigende implizite Volatilität wirkt sich dagegen tendenziell nachteilig aus, da die zurückzukaufenden Optionen teurer werden können.

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