Amerikanische Optionen – Definition & Beispiel

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Amerikanische Optionen können jederzeit während ihrer Laufzeit ausgeübt werden. Im Gegensatz zu europäischen Optionen, die nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden können, bieten amerikanische Optionen dem Inhaber die Flexibilität, sie jederzeit während der Ausübungsfrist auszuüben.

Anders, als der Name der Optionen vermuten lässt, sind diese nicht aus Amerika oder nur auf amerikanische Basiswerte handelbar. Es handelt sich hierbei um ein sprachliches Relikt.

🔴 Live-Webinar am 26.02.2024 um 18:30 Uhr

Ausbildung für Vermögensaufbau mit zusätzlichen monatlichen Einnahmen

Generiere ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen an der Börse, indem du ein klares Handelssystem mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen erlernst. Lerne Strategien kennen, die dir einen statistisch und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschaffen.

Einführung: Optionsstrategien für alle Marktlagen Gute von schlechten Aktien unterscheiden
Profitable Aktien- und Optionsstrategien 
In jeder Marktlage Geld verdienen
Plus Gratis-PDF im Webinar: Dein Start in den erfolgreichen Optionshandel

Amerikanische Optionen – Definition

Amerikanische Optionen bieten dem Inhaber das Recht, die Option zu jedem Zeitpunkt während ihrer Laufzeit auszuüben. Der Käufer einer Call-Option kann somit den zugrundeliegenden Basiswert vor dem Verfallsdatum zum festgelegten Ausübungspreis (Strike-Preis) erwerben, während der Käufer einer Put-Option diesen verkaufen kann.

Allerdings muss der Inhaber der Option prüfen, ob eine vorzeitige Ausübung immer vorteilhaft ist, insbesondere wenn der Zeitwert der Option hoch ist und weiteres Gewinnpotenzial besteht.

Die Flexibilität, amerikanische Optionen jederzeit ausüben zu können, spiegelt sich in einer höheren zu zahlenden Prämie wider, da der Verkäufer für das zusätzliche Risiko entschädigt werden möchte. Während die meisten Optionen auf Einzelwerte als amerikanische Optionen strukturiert sind, werden für Indizes häufig europäische Optionen gehandelt, die nur am Laufzeitende ausgeübt werden können.

Fakten auf einen Blick:

  • Amerikanische Optionen können an jedem Tag während der Laufzeit ausgeübt werden.
  • Viele amerikanische Optionen werden jedoch bis zur Endfälligkeit gehalten.
  • Amerikanische Optionen beziehen sich in der Regel auf einzelne Werte.

Amerikanische Call-Optionen

Eine amerikanische Call-Option gewährt deren Inhaber das Recht, den Basiswert der Option (z. B. Aktien) zu dem vorher fixierten Strike-Preis zu erwerben.

Dieses Recht kann der Inhaber an jedem beliebigen Handelstag, bis inklusive des Verfallstages der Option, einmalig ausüben. Danach verfällt die Option und damit auch das Recht auf den Kauf des Basiswertes. Während der gesamten Laufzeit der Option ändert sich der Strike-Preis nicht.

Amerikanische Put-Optionen

Entgegen der Call-Option gewährt eine amerikanische Put-Option dem Inhaber ein Verkaufsrecht zu dem benannten Basiswert. Auch hier kann der Käufer der Option diese jederzeit ausüben, sofern der Fälligkeitstag noch nicht beendet ist. Die amerikanische Put-Option kann sowohl für einen Leerverkauf als auch für die Absicherung bestehender Basiswerte im Depot genutzt werden.

Bei fallenden Kursen verliert der Basiswert an Wert, im Gegenzug steigt der Preis der Put-Option. Sobald der vermutete Tiefpunkt des Basiswertes erreicht ist, kann die Option verkauft oder ausgeübt werden, was bei einem anschließenden Kursanstieg zu einer zusätzlichen Rendite führen kann.

Vorzeitiges Ausüben

Grundsätzlich werden amerikanische Optionen selten vorzeitig ausgeübt. Das liegt daran, dass in aller Regel ein Zeitwert-Aufschlag auf den inneren Wert der Option zu zahlen ist. Bei der Ausübung jedoch geht der Zeitwert verloren, da bei Ausübung nur zum inneren Wert abgerechnet wird.

Daher ist es häufig sinnvoller, die Position durch einen einfachen Verkauf am Markt glattzustellen, anstatt diese auszuüben. Dafür erhält der vormalige Besitzer der Option eine Prämie, abhängig von innerem Wert (Moneyness) und Zeitwert.

Gewinnberechnung

Der Handelsgewinn besteht aus der Differenz zwischen der gezahlten und der erhaltenen Prämie abzüglich der Handelsgebühren. Dieser kann nach folgender Formel berechnet werden.

Gewinn~beim~Glattstellen=erhaltene~Prämie-gezahlte~Prämie-Gebühren~und~Provisionen

Gründe für eine frühzeitige Ausübung

Dennoch kann es vorkommen, dass amerikanische Optionen vor ihrem Fälligkeitsdatum ausgeübt werden. Üblicherweise passiert dies bei Optionen, die sehr tief im Geld (in the money) notieren. Je nachdem, ob es sich um einen Call oder Put handelt, muss der Basiswert dafür deutlich über oder unter dem Strike-Preis liegen.

Der Gewinn bei der Ausübung der Option ist dann so hoch, dass der Zeitwert nur noch sehr gering ins Gewicht fällt. Ein weiterer Grund ist, dass Optionen, die tief im Geld (deep in the money) notieren, deutlich weniger liquide werden können. Sprich, ein Verkauf ist nicht ohne Weiteres möglich, weshalb die Option dann stattdessen direkt ausgeübt wird.

Mit amerikanischen Optionen Dividenden sichern

Liegt das sogenannte Ex-Date, das Datum, an dem ein Basiswert abzüglich der bekannt gegebenen Dividende gehandelt wird, innerhalb der Optionslaufzeit, kann sich der Inhaber einer amerikanischen Call-Option auch das Recht auf die Dividende sichern.

Liegt die Option im Geld, muss sie nur bis zum Ex-Date ausgeübt werden. Der Inhaber löst dann die Option gegen die vereinbarte Menge des Basiswertes (hier in der Regel Aktien) ein. Da sich die Aktien am Ex-Date im Depot des Optionshändlers befinden, ist dieser direkt dividendenberechtigt. Dies kann insbesondere bei jährlichen Ausschüttungen interessant sein.

Bei der vorzeitigen Ausübung spielen auch die so genannten Opportunitätskosten eine Rolle. Sie werden auch als Kosten des entgangenen Gewinns bezeichnet. Sie können vernachlässigt werden, wenn der Verlust des Zeitwerts durch die vorzeitige Ausübung geringer ist als der Erlös aus dem Optionsgeschäft.

Unterschied zu europäischen Optionen

Im Gegensatz zu den amerikanischen Optionen handelt es sich bei den europäischen Optionen um Optionen mit einem festen Ausübungsdatum. Dieser kann nicht geändert werden und die Ausübung ist nur am Ende der Laufzeit möglich. Das macht europäische Optionen unflexibler, aber oft auch günstiger.

Welcher Optionstyp (bezogen auf die Ausübbarkeit) im Einzelfall besser geeignet ist, hängt stark von der Strategie des Händlers und verschiedenen weiteren Rahmenbedingungen ab. Generell stehen für amerikanische Optionen mehr Basiswerte zur Verfügung als für europäische Optionen.

Beispiel für den Handel mit amerikanischen Optionen

Angenommen ein Optionshändler erwirbt im April eine Call-Option auf Aktie A mit einem Strike-Preis von 100 Euro. Der Optionskontrakt beläuft sich auf insgesamt 100 Aktien und die Prämie für den gesamten Kontrakt beträgt 600 Euro. Das Ausübungsdatum ist variabel, das Fälligkeitsdatum liegt im Mai.

Call Option, Aktie A | Strike: 100 EUR | Prämie: 600 EUR | fällig: Mai

Steigt die Aktie A noch im April auf 130 EUR pro Stück, könnte die Option direkt ausgeübt werden.

Berechnung

Bei einer Ausübung zu 130 EUR ergibt sich exklusive Handelsgebühren folgender Gewinn (Transaktionskosten wurden nicht berücksichtigt):

Gewinn~Call~Option~Aktie~A=(130~EUR-100~EUR)*100~Stück-600~EUR=2.400~EUR

Berechnungsgrundlage ist die Differenz zwischen dem Kurs und dem Basispreis. Dieser beträgt 30 EUR und stellt somit den inneren Wert der Option dar. Da die Option gerade ausgeübt wird, spielt der Zeitwert keine Rolle. Der innere Wert pro Option wird nun mit der Anzahl der Optionen in einem Kontrakt multipliziert und um die zu Beginn gezahlte Prämie reduziert.

Ergebnis

Folglich ergibt sich ein Gewinn von 2.400 EUR bei einem Kurs von 130 EUR. Obwohl der Strike-Preis bei 100 EUR liegt, sollte bei diesem Beispiel bedacht werden, dass eine Ausübung erst ab einem Preis sinnvoll ist, der zumindest die Gebühren abdeckt.

Hinweis: Die Position kann auch frühzeitig mit Verlust ausgeübt werden. Meistens empfiehlt sich hier jedoch das Glattstellen der Position, da auf diesem Weg der Zeitwert der Option in Form einer erhaltenen Prämie genutzt werden kann.

Amerikanische oder europäische Optionen handeln?

In diesem Video wird erläutert, was amerikanische und europäische Optionen sind, wie man diese erkennt und wann kann es sinnvoll sein, mit der einen oder anderen Optionsart zu handeln.

Kostenloses Webinar + PDF: So handelst du profitabel mit Optionen und generierst ein Zusatzeinkommen

Einführung: Optionsstrategien für alle MarktlagenLerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 26.02.2024 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

DeltaValue GmbH hat 4,92 von 5 Sternen | 98 Bewertungen auf ProvenExpert.com