Trading lernen [Ausbildung 2022]

Autor: Philipp Berger

Inhalt

Trading (deutsch: Handel), auch bekannt als „Börsenhandel“ oder „Wertpapierhandel“, beschreibt den meist kurzfristigen Kauf und Verkauf von Finanzprodukten wie Aktien, Optionen und Futures. Durch den Einsatz von Handelsstrategien werden dabei (schnelle) Gewinne angestrebt. Eine bestimmte Trading-Ausbildung gibt es nicht und wird auch nicht vorgeschrieben. Kann es trotzdem sinnvoll sein, das Traden zu lernen?

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Was ist Trading?

Als Trading wird der Handel mit Aktien, Optionen, Futures und anderen Finanzinstrumenten an der Börse bezeichnet. Das Ziel dabei ist das Erwirtschaften einer möglichst hohen Rendite. Grundsätzlich ist sowohl der Begriff als auch der Zeithorizont von „Trading“ nicht klar definiert. Dieses erlaubt eine Vielzahl an Handlungsweisen und ermöglicht für jede Persönlichkeit und Risikoprofil den passenden Anlagehorizont und die passende Trading-Strategie zu finden.

Darüber hinaus sollte zwischen dem sogenannten „Daytrading“ und dem Trading mit längerem Anlagehorizont unterschieden werden.

  • Beim Daytrading handelt es sich eher um ein kurzfristiges Spekulieren mit Wertpapieren oder auch Devisen als Basiswerte, mit dem Ziel: sehr kurzfristige bzw. tägliche Preis- oder Wechselkursschwankungen an den Finanzmärkten für sich nutzen.
  • Im Gegensatz dazu ist das Traden mit längerem Anlagehorizont eher mit dem Investieren verbunden. Beispielsweise beteiligt sich ein Investor an einem Unternehmen, wenn er eine Aktie kauft, um vom langfristigen Aufwärtstrend an der Börse zu profitieren.

Vereinfacht gesagt: Beim Trading kauft man etwas zu einem bestimmten Preis und verkauft es zu einem anderen, in der Hoffnung, einen Gewinn zu erzielen. Eine bestimmte Vorgehensweise dafür gibt es nicht. Besondere Fähigkeiten, Studium oder eine Ausbildung werden nicht vorausgesetzt.

Warum ist Trading so beliebt?

Trading ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Konzept avanciert, vor allem, weil immer mehr Menschen daran interessiert sind, online ein Einkommen zu erzielen, und die Einstiegshürden, dies als Trader zu tun, sind inzwischen sehr gering.

Der Börsenhandel ist längst nicht mehr nur Finanzexperten vorbehalten, sondern steht nun auch Laien offen, die vom Traum von schnellem Geld sowie vom Wunsch der finanziellen Freiheit angelockt werden. Menschen können auf Online-Dienste zugreifen und innerhalb weniger Minuten mit dem Handel beginnen. Es gibt sogar Handelsplattformen, die sich darauf spezialisiert haben, dass Anleger von ihrem Smartphone aus handeln können. Jeder, der etwas Kapital übrig hat, kann jetzt weltweit handeln und die Vorteile verschiedener Märkte nutzen, auf denen er glaubt, eine gute Rendite erzielen zu können.

Warum sollte ich Trading lernen?

Es allerdings handfeste Gründe, warum jemand Trading lernen sollte, anstatt unüberlegt und ohne Vorkenntnisse an der Börse zu handeln. Zwei Argumente, die dafür sprechen, sind vor allem:

  • Kein Trading-Plan
    Selbstverständlich ist es möglich, mit Trading schnell reich zu werden. Aber ähnlich wie bei der Lotterie: Üblich ist es eher nicht. Man kann jedoch mit der passenden Trading-Strategie einen guten Cashflow erzielen, um etwa ein Vermögen aufzubauen, ein Gehalt aufzubessern oder sogar um davon zu leben. Und solche Vorgehensweisen können in einer guten Trading-Ausbildung erlernt werden.

Was kann das Trading lernen sonst bieten? – 6 Vorteile

Richtig Trading lernen kann viele weitere Vorteile bieten als nur Verlustbegrenzung. Die sechs wichtigsten sind:

  • Freiheit: Einer der wichtigsten Gründe, warum viele das Trading lernen möchten, ist die Freiheit. Für sich selbst zu traden, gibt einem die Freiheit zu arbeiten, wo, wann und soviel man will. Das kann hauptberuflich oder nebenberuflich sein, auf der Couch vom Smartphone aus oder in einem Büro.
  • Hohe Renditen: Der vielleicht größte Vorteil des Tradings liegt in der Fähigkeit, hohe Renditen zu erzielen. Im Gegensatz zum Sparbuch, das aktuell bestenfalls 0,2 % pro Jahr abwirft (ohne Berücksichtigung der anfallenden Steuern, möglicher Verwahrentgelte und der Auswirkungen der Inflation auf den Wert des Kapitals), kann eine jährliche Trading-Rendite im zweistelligen Prozentbereich liegen.
  • Mehr Kontrolle: Eine weitere Motivation, um das Trading zu lernen ist, dass der Anleger dadurch eine größere Kontrolle über seine Investitionen erlangt. Es ist Ihr Geld und nur Sie sind dafür verantwortlich. Sie entscheiden, mit welchen Finanzinstrumenten Sie handeln, wie viel Sie riskieren und wie lange Sie Ihre Trades halten. Außer Steuern und Handelsgebühren fallen keine weiteren Kosten an.
  • Passive Einkünfte: Beim Trading besteht grundsätzlich die Möglichkeit, ein passives Einkommen aufzubauen. Viele Aktien zahlen beispielsweise Dividenden, eine Gewinnausschüttung, die je nach Unternehmen zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden kann. Dafür muss ein Trader in der Regel gar nichts tun, außer eine geschickt ausgewählte Aktie zu kaufen. Mit Optionen kann zudem eine weitere passive Einnahmequelle aus Aktien errichtet werden, die völlig steuerbar und sehr gut planbar ist.
  • Geld verdienen in jeder Marktlage möglich: Viele Jobs und Geschäftsideen rentieren sich nur während eines wirtschaftlichen Aufschwungs. Mit Trading sind in jeder Marktlage Strategien möglich, die zu einem Gewinn führen können. Ein Trader kann dabei auf steigende, sinkende oder gleichbleibende Kurse setzen. Sogar die Veränderung der Volatilität (die Stärke der Kursschwankungen) kann mit der richtigen Strategie profitabel sein.
  • Skalierbares „Geschäftsmodell“: Ein Vorteil, der nicht unerwähnt bleiben darf, ist die Skalierbarkeit von Trading- und Investmentstrategien. Das bedeutet, wenn du eine Strategie mit bspw. 20.000 Euro erfolgreich handelst, wirst du diese auch mit 500.000 EUR oder 1,5 Mio. EUR handeln können – dabei kannst du dennoch dieselbe Rendite erwarten. Das ist ein Vorteil zu zahlreichen anderen Geschäftsmodellen, bei denen eine Erhöhung des investierten Betrags nicht zwangsläufig mehr Kapital abwirft.

Wie kann ich das Trading lernen?

Wie bereits erwähnt, eine einheitlich geregelte Ausbildung zum Trader gibt es nicht. Jeder kann sich Trader nennen. Die qualitativen Unterschiede der verschiedenen Herangehensweisen sind deshalb oft enorm. Die zwei gängigsten Methoden sind Trading lernen durch Selbststudium und Trading lernen durch eine Ausbildung bzw. Seminar.

Traden lernen durch Selbststudium

Trading lernen im Selbststudium kann verschiedene Resultate erzielen. Maßgeblich hängt der Erfolg von der gewählten Lektüre ab und von der Fähigkeit, schnell aus seinen Fehlern zu lernen. Das kann mitunter schwierig sein, denn Verluste gehören zum Trading dazu – nicht jeder Verlust bedeutet, dass man einen Fehler gemacht hat. Welcher Verlust also unnötig war, und welcher dazu gehört, diese Frage ist gerade für Anfänger schwer zu beantworten.

Bücher, Tutorials oder Videos zum Themenbereich „Trading“ gibt es in verschiedenen Qualitäten und zu verschiedenen Preisen. Es ist zwingend darauf zu achten, dass die Autoren authentisch aufzeigen können, dass sie auch selbst aktiv die besprochenen Strategien handeln.

Ein Grund, dass viele Einsteiger das Trading selbst erlernen wollen, ist zunächst nachvollziehbar: Der Einstieg ist „vermeintlich kostenlos“. Zwei wichtige Kriterien sollten angehende Trader jedoch berücksichtigen:

  • erstens kostet das Selbststudium deutlich mehr Zeit ohne Gewissheit auf Erfolg und
  • zweitens muss das „zu bezahlende Lehrgeld“ (also eigentlich vermeidbare Verluste beim Start der Tradingkarriere) gegen die Kosten einer professionellen Trading-Ausbildung angerechnet werden.
Selbststudium
Vorteile Nachteile
  • vermeintlich günstiger
  • eigene Lernschwerpunkte
  • hohes Lehrgeld in Form von vermeidbarer Verluste
  • Hoher Zeitaufwand
  • Geringere Erfolgsaussichten
  • keine fachmännische Unterstützung
  • hohe Selbstdisziplin erforderlich

Traden lernen mit einer Ausbildung

Im Vergleich zum eigenständigen Trading lernen gibt es auch professionelle Trading-Ausbildungen. Diese greifen häufig auf Praxisbeispiele und fundiertes theoretisches Wissen zurück. Durch einen standardisierten Ablauf lässt sich eine gleichbleibende Qualität der Ausbildung erreichen.

Obwohl die Kosten für gewöhnlich höher als beim Selbststudium ausfallen, ist eine Trading-Ausbildung meistens in kürzerer Zeit abgeschlossen als das Selbststudium. Die Chancen, dass ein Trader danach profitabel handelt, sind weitaus höher.

Trading-Ausbildung
Vorteile Nachteile
  • Vermeiden von unnötigem „Lehrgeld“ (unnötige Verluste)
  • Beschleunigung der Lernkurve
  • Üblicherweise Erlernen von sofort funktionierenden Strategien
  • Strukturiertes Lernen
  • Fachmännische Anleitung & Unterstützung
  • Online & berufsbegleitend möglich
  • Lernen mit Gleichgesinnten
  • vergleichsweise höhere Kosten als beim Selbststudium

Was kann ich in einer guten Trading-Ausbildung lernen?

Eine gute Trading-Ausbildung umfasst nicht nur theoretische Börsen-Inhalte, sondern auch die Vermittlung der praktischen Umsetzung. Daher sollte eine nutzenstiftende Trading-Ausbildung beispielsweise folgende Aspekte berücksichtigen:

Brokerwahl & Anmeldung

Es gibt eine große Anzahl an Brokern, die Trader nutzen können. Die Konditionen der einzelnen Broker können sehr unterschiedlich ausfallen. Für Börsenneulinge kann sich darüber hinaus auch die Anmeldung herausfordernd gestalten.

  • Regulierung/Seriosität
    Um die Seriosität eines Brokers zu prüfen, können Anleger hinterfragen, ob der Finanzdienstleister reguliert ist. Auch eine mögliche Lizenzierung mancher Finanzprodukte kann hinterfragt werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist zuständig für die Finanzregulierung in Deutschland.
  • Gebühren 
    Darüber hinaus sollten die Gebühren der einzelnen Broker gesichtet, miteinander verglichen und schließlich mit der eigenen Handelsaktivitäten abgeglichen werden. Denn hohe Broker-Gebühren können die erzielte Rendite erheblich drucken. Zu den Gebühren im Rahmen eines Tradings zählen beispielsweise:

Umgang mit der Handelsplattform

Es gibt verschiedene Möglichkeiten bzw. Strategien, wie ein tatsächlicher Trade bzw. Transaktion an den Finanzmärkten durchgeführt werden kann. Daher sollten Finanzmarktakteure folgende Begriffe zumindest kennen:

Orderausführung

  • Market Order, unverzügliche Transaktion zum nächstbesten Preis.
  • Limit Order, eine Transaktion, welche nur zu einem festen Preis oder besser ausgeführt wird.
  • Stop Loss, eine Transaktion, die durchgeführt wird, sobald der Stoppkurs bzw. die Kursmarke erreicht wird.
  • Trailing Stop, eine Transaktion, bei dem der Stop Loss automatisch nachgezogen wird, wenn diese in den Gewinn läuft.

Info: Eine Order kann als Handlungsanweisung interpretiert werden.

Wichtige Handelsbegriffe

Diese können u.a. sein:

  • Long gehen/short gehen, „long“ bezeichnet die Käuferposition, während „short“ die Verkäuferposition beschreibt.
  • Hebel als Möglichkeit, mit mehr Geld zu handeln, als man tatsächlich besitzt und dadurch Verluste und Gewinne zu erhöhen.
  • Asset als Vermögenswert.
  • Volatilität als Maß für eine Kursveränderung.
  • Volumen als Anzahl der innerhalb eines bestimmten Zeitraums gehandelten Wertpapieren.
  • Liquidität als Kennzahl der Handelbarkeit eines Wertpapiers, u.a. abhängig von den agierenden Marktteilnehmern.
  • Margin als Wert der zu hinterlegenden Sicherheit auf einem Margin-Konto, um eine Handelsposition initial einzugehen.

Bereitstellung und Umgang mit Tools

Mittlerweile gibt ganz verschiedene Trading Tools bzw. Trading-Plattformen, Trading-Software oder Trading-Hilfsmittel. Der grundsätzliche Zweck dieser Werkzeuge: die Unterstützung des Börsenhandels (Tradings) sowie der Verwaltung der Finanzprodukte. Solche Trading Tools werden beispielsweise von Brokern, Banken oder Trading-Ausbildungs-Unternehmen angeboten. Möglich sind eigene Tools des jeweiligen Anbieters oder auch fremde Tools.

Ferner können Trading Tools einen Fokus auf bestimmte Anlagestrategien oder Finanzprodukte legen, wie:

  • Daytrading oder langfristiges Investieren
  • Unternehmensanalyse inkl. Berechnung des fairen Werts einer Aktie
  • Chartanalyse
  • Marktanalyse
  • Finanzprodukte wie Aktien, Optionen und Futures
  • Devisenhandel

Hinweis: Anleger sollten wissen, wie sie die Trading-Tools genau bedienen und wie sie die verschiedenen Kennzahlen und Ergebnisse interpretieren. Denn ein falscher Umgang mit solchen Hilfsmitteln könnte – infolge unpassender Handlungsempfehlungen – Verluste verursachen.

Grundlagen der verschiedenen Finanzprodukte

Es gibt ganz verschiedene Finanzprodukte, mit denen ein Investor handeln kann. Um beispielsweise Aktien zu bewerten (sprich, wann sind diese passend und ob sie preislich günstig sind oder teuer), nutzen Finanzmarktakteure oftmals diese gängigen Bewertungsmethoden:

Grundlagen verschiedener Strategien

Fundamentalanalyse

Hierbei liegt der Fokus auf der Bewertung von wichtigen Unternehmenskennzahlen, wie Umsatz, Free Cash Flow, Buchwert je Aktie, Eigenkapitalquote und Return on Invested Capital. Häufig werden diese Kennzahlen mit den Kennzahlen anderer Unternehmen, die aus dieselben Branchen kommen, verglichen. Ferner ist es sinnvoll, Kennzahlen aus den letzten zehn Jahren zu überprüfen und nicht nur aus dem letzten Jahr.

Zudem kann eine Fundamentalanalyse weitere Informationen bzw. Nachrichten berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise: Profitabilität des Geschäftsmodells, Wettbewerbssituation, Konjunkturindikatoren, Veröffentlichung von Quartalszahlen, unternehmensspezifische Nachrichten, politische Entscheidungen.

Info: Kennzahlen dienen dazu, die Qualität eines Unternehmens zu messen. 

Technische Analyse

Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse liegt der Fokus bei der technischen Analyse auf der vergangenen Aktienkursentwicklung. Dabei wird versucht, mithilfe der Chart-Historie zukünftige Kursbewegungen vorherzusagen. Häufig nutzen Daytrader eine solche Strategie.

Handelsstrategien

Es gibt zahlreiche Anlagestrategien, die an den Finanzmärkten umgesetzt werden können. Im Folgenden werden sechs bekannte Investitionsstrategien zusammengefasst, die im Rahmen einer Trading-Ausbildung erlernt werden können.

Quality Investing

Bei dieser Anlagestrategie geht es darum, Unternehmen zu identifizieren, die mit außerordentlichen Qualitätsmerkmalen verbunden sind. Damit gemeint sind beispielsweise überdurchschnittlich hohe und stetige Umsätze und/oder Erträge. Zudem können das Kurspotenzial, das Geschäftsmodell sowie die Marktstellung Hinweise auf die Qualität eines Unternehmens geben. Demnach sind Anleger auf der Suche nach einer sogenannten Qualitätsaktie.

„Only buy something that you’d be perfectly happy to hold if the market shut down for 10 years.“ – Warren Buffett

Value Investing

Bei der Value Investing Strategie geht es vorrangig darum, zu überprüfen, ob eine Aktie gegenwärtig unterbewertet ist. Dies wird durch verschiedene Kennzahlen, wie PE-Ratio (deutsch: Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)) oder anhand verschiedener Verfahren wie die Discounted Cash Flow Methode bestimmt. Daraus folgt die Berechnung des inneren Werts eines Unternehmens und seiner Aktie. Fällt dieser innere Wert höher aus als der aktuelle Aktienkurs, ist dies für die Anhänger der Strategie ein Kaufsignal.

Growth Investing

Der Fokus beim Growth Investing liegt tendenziell auf jüngere Aktiengesellschaften, die in der Regel noch keine oder kaum Gewinne generiert habe. Allerdings wird ihnen ein hohes Wachstumspotenzial zugesprochen.

Stock-Picking

Für die Stock-Picking-Strategie können grundsätzlich diverse Anlagestrategien verwendet werden, eine einheitliche Definition gibt es nicht. Grundsätzlich ist Stock-Picking eine aktive Investitionsstrategie, die auf systematische Analysen basiert. Dazu sucht ein Investor gezielt einzelne Aktientitel heraus, die eine bessere Rendite erwirtschaften könnten als der breite Markt.

Buy-and-Hold-Strategie

Die Buy-and-Hold-Strategie ist eher eine passive Anlagestrategie, die allerdings auch mit anderen Strategien (insbesondere Quality Investing) verbunden sein kann. Dazu kauft der Anleger Aktien mit dem Gedanken, diese langfristig (in der Regel über fünf Jahre) zu halten – ungeachtet von kurzfristigen Kursschwankungen.

Optionshandel

Das Handeln mit Optionen ist keine Anlagestrategie an sich. Allerdings nutzen einige Anleger Optionen im Zusammenspiel mit den oben genannten Anlagestrategien: Im Rahmen einer gezielten Anwendung kann es möglich sein, Aktien günstiger zu kaufen und unter Einsatz eines Stillhaltergeschäftes Zusatzeinkommen zu generieren.

Money- & Risikomanagement

Zunächst sollten Trading-Neulingen ihre eigene Risikobereitschaft ermitteln, denn sie entscheidet im Wesentlichen, welche Wertpapiere gehandelt werden sollten sowie über den Trading-Zeitraum. Beispielsweise können sich Trader-Anfänger überlegen, wie viel Geld sie schlimmstenfalls maximal verlieren möchten.

Zudem kann der maximale Geldverlust pro Trade bestimmt werden. Je risikofreudiger ein Anleger ist, desto eher nimmt er Verlustrisiken aus einer Anlage in Kauf. Für ihn kommen daher auch riskantere Wertpapiere infrage, die eine höhere Rendite erzielen können.

Ein sinnvolles Risikomanagement kann dazu führen, dass Trader Anlageentscheidungen gezielter durchführen und nicht vom unerwarteten Geldverlusten überrascht werden. Dabei gilt grundsätzlich: Mit der erwarteten Rendite eines Trades steigt tendenziell auch das Verlustrisiko.

Psychologie des Börsenhandels

Insbesondere bei Börsenanfänger zeigt sich, dass die sogenannte Börsenpsychologie – bzw. die Ängste eines Anlegers – einen wichtigen Einfluss auf das tatsächliche Handeln haben kann. Aufgrund emotionaler Fehlentscheidungen werden beispielsweise Aktien im Zuge eines (kurzzeitigen) Börsenabschwungs zu einem ungünstigen Preis verkauft.

Auch die Angst, etwas zu verpassen – Fear of missing out (FOMO) – wird häufig mit der Psychologie des Börsenhandels in Verbindung gebracht. Daher ist es beim Trading lernen besonders wichtig, auch den Einfluss der Börsenpsychologie auf das eigene Handeln zu verstehen.

Info: Mithilfe durchdachter Regelwerke können emotionale Fehlentscheidungen an der Börse verhindert werden.

Welche Finanzprodukte kann man traden lernen?

Es gibt eine große Auswahl an Vermögenswerte und Finanzinstrumenten, die tagtäglich an der Börse gehandelt werden. Die gängigsten Finanzprodukte sind in der Regel gut fürs Trading lernen geeignet:

  • Aktien
  • Aktienfonds/ETF
  • Optionen: auf Aktien, ETF, Futures und daher alles was mit Futures gehandelt werden kann
  • Futures: z.B. zu Rohstoffen und Metallen, Anleihen, Indizes, Währungen…
  • Forex (Währungen)

Optionsscheine, CFD, Kryptos usw. werden nicht aufgelistet, da OTC/nicht standardisiert und aufgrund der intransparente Preisbildung eher ungeeignet zum Traden lernen sind.

Trading lernen mit Aktien

Aktien gehören zu den beliebtesten Anlageklassen für Trading-Anfänger. Viele fangen mit Aktien das Traden lernen an – und bleiben dabei.

Was sind Aktien?

Eine Aktie ist ein Wertpapier. Es verbrieft, dass der Besitzer/Eigentümer der Aktie am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG) beteiligt ist. Somit sind Aktionäre Miteigentümer der Firma, an der sie finanziell beteiligt sind.

Vor- & Nachteile von Aktien

Aktien haben verschiedene Vorteile und Nachteile für Trading-Anfänger. Die wichtigsten sind:

Vorteile:

  • Aktien stellen eine direkte Beteiligung am Unternehmen dar. Sie sind ein reeller Wert, ähnlich wie Immobilien und können Anleger vor Inflation schützen. Als Aktionär (Inhaber von Stammaktien) erhält man ein Mitbestimmungsrecht bei Hauptversammlungen.
  • Hohe Renditen möglich. Langfristig gesehen gehören Aktien, aufgrund von Kursgewinnen und Dividendenzahlungen, zu den renditestärksten Anlageklassen.
  • Liquide Anlage. Je nach Aktie kann in der Regel eine Handelsposition leicht, schnell und bei geringer Slippage und Spreads geöffnet und geschlossen werden.
  • Diversifikation. Durch das Investieren in verschiedene Aktien in einer selbst ausgewählten Menge kann das Anlagerisiko gesenkt werden.
  • Große Auswahl. Durch Aktien können Anleger in jeder erdenklichen Branche, Unternehmensgröße und Herkunftsland investieren.

Nachteile:

  • Keine oder geringe Planbarkeit. Es gibt keine Garantie auf Dividende oder Kursgewinne.
  • Starke Kursschwankungen. Aufgrund von inneren oder auch äußeren Faktoren können sich, zumindest kurzfristig, unerwartete Kursbewegungen ergeben.
  • Verlustrisiko. Als Mitinhaber des Unternehmens ist man direkt am Erfolg oder Misserfolg der Firma beteiligt. Das kann in Ausnahmefällen ein Totalverlust der Anlage bedeuten. Dieser Umstand kann jedoch, wie alle Aktien-Nachteile, mit Derivaten wie Optionen reduziert oder ausgeglichen werden.

Trading lernen mit Optionen

Optionen werden eher für erfahrene Trader empfohlen. Dennoch gibt es einige Optionsstrategien, die, vor allem unter professionelle Anleitung, sehr anfängerfreundlich sind und einfach erlernt werden können.

Was sind Optionen?

Optionen sind Finanzderivate, die, je nach Art, einem Käufer das Recht verbriefen, einen Basiswert (z.B. eine Aktie) zu einem vereinbarten Strike-Preis und Datum (oder Laufzeit) zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Für diese Rechte bezahlt er eine Optionsprämie an den Verkäufer (Stillhalter).

Nur der Käufer der Option kann entscheiden, ob er dieses Recht ausüben möchte – der Verkäufer hingegen wartet ab, für welche der Alternativen sich der Käufer entscheidet.

Vor- & Nachteile von Optionen

Einige Vor- & Nachteile von Optionen für jemand, der Trading lernen möchte, sind:

Vorteile:

  • Geringerer Kapitalbedarf gegenüber Aktien. Ein Optionskontrakt bezieht sich auf eine vorher bestimmte Anzahl von Anteilen der zugrunde liegenden Aktie. Der Handel mit Optionen ist dadurch kapitaleffizienter als der direkte Erwerb der Aktie.
  • Handlungsmöglichkeiten in allen Marktphasen. Der Handel mit Optionen gehört zu den flexibelsten Handelstypen und ermöglicht profitable Strategien in allen Marktphasen. Unabhängig davon, ob die Kurse steigen, fallen oder seitwärts laufen, sind – je nach Strategie – Gewinne möglich.
  • Passives Einkommen durch Stillhaltergeschäfte. Unter Einsatz eines gezielten Stillhaltergeschäftes ist mit Optionen ein regelmäßiges Zusatzeinkommen an der Börse möglich.
  • Absicherung des Portfolios. Mit Optionsstrategien, wie dem Cash Secured Put, ist es möglich, Teile oder sogar das gesamte Depot von Kursrisiken abzusichern.
  • Standardisiert und überwacht. Die Basiswerte, Strike-Preise oder Verfallstage von Optionen sind einheitlich festgelegt. Diese standardisierten Optionen werden ausschließlich an offiziellen Terminbörsen gehandelt. Preise werden lediglich durch Angebot und Nachfrage gebildet.
  • Kein Emittentenrisiko. Das Risiko, dass Käufer oder Verkäufer ihre Verpflichtungen nicht erfüllen können, wird durch die Clearingstelle zusätzlich garantiert – beispielsweise durch die OCC. Das ist nicht der Fall, wenn der Emittent beispielsweise eine Bank ist, wie bei Optionsscheine.
  • Größere Wirkung durch Hebeleffekt. Durch den verminderten Eigenkapitaleinsatz – im Vergleich zum direkten Kauf oder Verkauf einer Aktie – ist es möglich, durch den Optionshandel die Rendite des Eigenkapitals zu erhöhen. Dieser Umstand wird als Leverage Effekt oder Hebeleffekt bezeichnet.

Nachteile:

  • Hebeleffekt kann sich auch nachteilig auswirken. Hohe Verluste bei ungünstiger Kursentwicklung des Basiswerts sind möglich. Diese können mit entsprechenden Strategien gemanaged werden.
  • Festes Bezugsverhältnis. Eine Option entspricht mehrere Anteile eines Basiswerts. Diese Kontraktgröße wird vorgegeben und kann nicht ausgewählt oder geändert werden. Eine Aktienoption bezieht sich beispielsweise jeweils auf 100 Aktien.
  • Eventuell eine Ausbildung nötig. Optionshandel erfordert gute Börsenkenntnisse. Eine solide Trading-Ausbildung kann helfen, kostspielige Fehl-Trades vorzubeugen und schnell profitabel zu werden.

Video: Optionen handeln – Aber auf welche Aktien?

Wer regelmäßige Einnahmen durch Optionen generieren will, stößt an viele Herausforderungen. Ein Problem, das viele beschäftigt, ist die Frage: Welche Optionen soll ich überhaupt handeln? Was ist der richtige Basiswert? Und wie finde ich diesen systematisch?

Genau mit diesem Thema beschäftigt sich dieses Video und am Ende werden noch einige Tipps gegeben, die beim Trading-Einstieg helfen können.

Trading lernen mit Futures

Futures sind ebenfalls ein beliebtes Finanzprodukt, das sich am besten mit Hilfe von Experten traden lernen lässt.

Was sind Futures?

Futures sind Terminkontrakte, bei denen sich der Verkäufer verpflichtet, die vereinbarte Menge eines Basiswertes zu einem festgelegten Preis sowie zu einem bestimmten Zeitpunkt und Qualität an einem bestimmten Ort zu liefern. Gleichzeitig verpflichtet sich der Käufer diese abzunehmen.

Vor- & Nachteile von Futures

Futures haben, wie alle Finanzprodukte, ihre eigenen Vor- & Nachteile. Die sind u.a.:

Vorteile:

  • Liquidität. Viele Terminkontrakte, wie der E-mini S&P 500, Gold und Rohöl, sind weltweit beliebt. Sie können daher einfach, schnell und meist ohne eine nachteilige Preisänderung gehandelt werden.
  • Flexible Handelszeiten. Futures können je nach Terminkontrakt und Börse fast rund um die Uhr gehandelt werden.
  • Regulierung und Transparenz. Futures können nur an regulierten Terminbörsen über einen Futures-Broker gehandelt werden. Ihre Eigenschaften sind einheitlich festgelegt.
  • Große Auswahl. Spekulationen auf einer breiten Palette an Werten sind möglich (z.B. Indizes, einzelne Aktien (Single Stock Futures), Rohstoffe, Währungen).
  • Absicherung. Sowohl für Unternehmen als auch für Händler am Kapitalmarkt können Futures eine Möglichkeit zur Absicherung von Risiken darstellen. Beispielsweise können zukünftige Wechselkursrisiken oder Preisrisiken abgesichert werden.
  • Geringer Kapitalbedarf. Ein Trader muss nicht für den gesamten Kontraktwert eines Futures aufkommen. Er muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird. Daraus kann sich aus einem kleinen Einsatz ein großer Gewinn ergeben (Hebeleffekt).

Nachteile:

  • Verlustrisiko. Future-Trades können bei negativer Kursentwicklung das eingesetzte Kapital übersteigen. Dieses Risiko kann mit gutem Risikomanagement reduziert werden.
  • Hebeleffekt. Der Einsatz von Margin kann nicht nur Gewinne verstärken, sondern auch Verluste.
  • Keine Stillhaltergeschäfte möglich. Anders als bei Optionen kann hier kein passives Einkommen durch den Verkauf von Futures erzielt werden.

Welche Trading-Stile gibt es zu lernen?

Um erfolgreich als Trader zu sein, muss ein Trading-Stil gelernt werden, das zum Trader und seinem Risikoprofil passt. Im Folgenden werden fünf gängige Trading-Arten beschrieben, die sich weitgehend auf den Anlagehorizont beziehen:

Scalping

Beim Scalping werden Positionen äußerst kurz (z.B. mehrere Sekunden oder Minuten) gehalten. Ein Ziel: von bereits minimalen Kursbewegungen profitieren. Dieser Trading-Stil bietet einige Vor- & Nachteile.

Vorteile:

  • Auch für kleine Konten geeignet. Im Handel mit etwa Forex, Mini- oder Micro Futures ist kein großes Startkapital nötig.
  • Einfacher Trading-Plan. Es ist nur ein vergleichsweise einfacher Trading-Plan nötig, da Scalping-Trades nicht als besonders komplex angesehen werden.
  • Viele Handelssignale. Scalper haben viele Chancen ein Profit zu erzielen, da es viele Trading-Signale während einer Marktsitzung geben kann.
  • Kein Overnight-Risiko. Positionen werden nur sehr kurzfristig gehalten. Daher besteht kein Risiko eines Gap-up oder Gap-down am nächsten Handelstag.

Nachteile:

  • Scalping gilt als anstrengend. Es ist nicht einfach, vor dem Computer zu sitzen und sich auf den Handelsverlauf zu konzentrieren, um einen guten Einstieg in einen Trade zu erwischen. Außerdem muss jeder Trade (Scalp) genauestens überwacht werden.
  • Langfristige Trades sind oft profitabler. Wenn man sich nur auf kurze Zeiträume konzentriert, kann man längerfristige und möglicherweise weitaus profitablere Trades verpassen.
  • Sehr hohe Kosten durch häufige Trades. Der Handelsgewinn ist oft vergleichbar mit den gezahlten Transaktionsgebühren. Deshalb sollte der Prozentsatz erfolgreicher Trades beim Scalping signifikant sein, damit es sich lohnt.
  • Teure Anschaffungen im Vorfeld. Scalping hat hohe Anforderungen an Computer-Hardware und Verbindungsgeschwindigkeit.

Daytrading bzw. Tageshandel

Beim Tageshandel (englisch: Daytrading oder Intraday-Trading), sollen Wertpapiere innerhalb eines Börsentags ge- und verkauft werden. Ein Ziel: sehr kurzfristige bzw. tägliche Preisschwankungen an der Börse nutzen.

Vorteile:

  • Selbstständiges Arbeiten. Ein Daytrader arbeitet selbstständig und ortsunabhängig nach einem eigenen Arbeitsplan und Rhythmus.
  • Keine teure Ausbildung erforderlich. Es gibt viele kostenlose Lehrmaterialien, die allerdings oft von zweifelhafter Qualität sind.
  • Kein Overnight-Risiko. Auch beim Daytrading werden Positionen am Ende des Handelstages geschlossen.
  • Trade-Erfahrung. Beim Daytrading werden viele Handelserfahrungen während eines kurzen Zeitraums gesammelt.

Nachteile:

  • Hoher Druck. Daytrader, die ihren Hauptberuf aufgeben, sind völlig auf ihre eigenen Bemühungen angewiesen, um Gewinne zu erzielen und die Rechnungen zu bezahlen.
  • Hohe Volatilität nötig. In der Regel gilt: je höher die Kursschwankungen, desto höher die Chancen einen deutlichen Profit zu generieren.
  • Hohe Konkurrenz. Daytrader müssen mit Trading-Robotern, Hedgefonds und Marktprofis konkurrieren, die Millionen ausgeben, um Handelsvorteile zu erzielen. Ein Intraday-Händler hat in einem solchen Umfeld oft nur die Wahl, seine Wettbewerbsfähigkeit mit Hilfe fortschrittlicher Analyse- und Handelssoftware zu steigern.
  • Burnout-Gefahr. Ähnlich wie beim Scalping ist das Daytrading anstrengend, da man mehrere Bildschirme überwachen muss, um nach Gelegenheiten zu suchen, und dann schnell handeln muss, um sie zu nutzen. Dies muss Tag für Tag geschehen, und die Notwendigkeit eines so hohen Maßes an Konzentration und Anstrengung kann oft zu einem Burnout führen.
  • Hohe Transaktionskosten. Diese müssen bezahlt werden, bevor man einen Profit sieht. Die Auswahl des richtigen Brokers und der richtigen Trading-Strategie ist auch hier besonders entscheidend für den Erfolg.
  • Hohe Verluste möglich. Unzureichende Finanzbildung und Risikomanagement können zu Verlusten führen.

Swingtrading bzw. Bewegungshandel

Beim Bewegungshandel (englisch: Swingtrading) werden in der Regel Wertpapiere über mehrere Tage bis zu wenigen Monaten gehalten. Ein Ziel: einzelne Kursschwankungen (z.B. einen Aufwärtsschwung) für sich nutzen.

Vorteile:

  • Höhere Gewinne. Eine Position über mehrere Tage oder Wochen offenzuhalten, kann zu einem höheren Gewinn führen, als das gleiche Wertpapier mehrmals am Tag zu handeln.
  • Entspanntes Handeln. Die Wahrscheinlichkeit eines Burnouts beim Swingtrading ist wesentlich geringer als beim Scalping oder Daytrading. Es steht Zeit zur Verfügung, um etwas anderes zu tun. Dies kann letztlich auch die Gesundheit des Traders begünstigen.
  • Keine teuren Anschaffungen nötig. Das Swingtrading kann mit einem normalen Computer oder einem Smartphone mit installierter Handelsplattform durchgeführt werden.
  • Mehrere Einkommensströme. Swing Trader haben in der Regel einen festen Job oder eine andere Einkommensquelle, mit der sie mögliche Handelsverluste ausgleichen können.

Nachteile:

  • Verlustrisiko. Wie jeder andere Handelsstil kann auch der Swing-Handel zu erheblichen Verlusten führen. Insbesondere erhöht sich das Verlustrisiko durch das Halten der Position über Nacht. Dieses Risiko kann etwa über Optionen abgesichert werden.
  • Seltenere Handelssignale. Beim Swingtrading muss unter Umständen länger auf ein Signal für den Einstieg in eine Position gewartet werden.

Mittelfristiger Handel

Im Unterschied zu den oben genannten Trading-Stilen haben Investoren beim mittelfristigen Handel (englisch: Position Trading) eher einen längeren Anlagehorizont (z.B. viele Monate). Ein Ziel: längere Schwankungen auffangen.

Vorteile:

  • Stets ein klarer Blick. Emotionen sind kein großer Faktor beim mittelfristigen Handel.
  • Slippage spielt keine Rolle. Einstiege und Ausstiege müssen nicht perfekt sein. Es kommt nicht mehr auf jedem Cent an.
  • Kosten fallen nicht ins Gewicht. Die Transaktionsgebühren haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Endergebnis.
  • Mehr Freizeit. Man muss nicht ständig vor dem Computer sein.
  • Große Auswahl an Wertpapieren. Während beispielsweise Daytrader volatile Werte bevorzugen, können mittelfristig orientierte Anleger etwa unbekannte, aber aussichtsreiche Aktien in ihrem Portfolio aufnehmen.

Nachteile:

  • Kenntnisse der Fundamentalanalyse erforderlich. Ein Händler, der mittelfristig handeln möchte, sollte über Kenntnisse und Fähigkeiten zur Durchführung einer Fundamentalanalyse verfügen.
  • Mehr Vorarbeit nötig. Bei einer mittelfristigen Position kann es sinnvoll sein, eine größere Anzahl an Aktien, Sektoren und Branchen zu bewerten, um die besten für den Handel auszuwählen. Diese Arbeit kann jedoch mit den richtigen Tools erheblich reduziert werden.
  • Langweilig. Eine Position mehrere Monate lang zu halten, passt nicht zu aktiven Trader, die einen Nervenkitzel beim Handeln brauchen.

Kombinationen verschiedener Strategien

Anleger können auch die verschiedenen Trading-Arten miteinander kombinieren – und damit idealerweise die Vorteile jeder Strategie für sich nutzen. Ferner können Investoren z.B. im Rahmen von Stillhaltergeschäfte regelmäßig kurzfristige Einnahmen, zusätzlich zu Kursgewinnen und Dividenden, erzielen. Der besonders positive Aspekt dabei: mittelfristiges Investieren und zudem ein partiell aktiver Handel (analog zum Swingtrading).

Andere Trading-Stile

High-Frequency Trading (deutsch: Hochfrequenzhandel) wird nicht in dieser Liste aufgeführt, da dieser Stil meist den institutionellen Händlern vorbehalten wird. Hochfrequenzhandel liegt vor, wenn Positionen extrem schnell eröffnet und geschlossen werden.

Eine weitere Trading-Art bzw. Strategie, die sich ebenfalls auf die Anlagedauer bezieht, aber eher nicht in die obige Liste gehört, umfasst das längerfristige Investieren. Diese Form des Börsenhandels kennen viele Anleger (je nach Ausprägung) auch als Buy-and-Hold. Ein Ziel: von dem langfristig positiven Trend der Börsenkurse profitieren. Genau diese Strategie, im Zusammenspiel mit Stillhaltergeschäften, führte beispielsweise Warren Buffett durch – einer der erfolgreichsten Investoren der Welt.

Trading lernen – Trader werden Schritt für Schritt

Schritt 0: Trading lernen mit einer Trading-Ausbildung

Der üblichste Weg, profitabler Trader zu werden, geht über eine dedizierte Ausbildung. Wie in den Trading-Nachteilen bereits erwähnt wurde: viele Trader-Anfänger verlieren Geld. Daher ist eine Ausbildung oder ein Seminar im Vorfeld sehr sinnvoll, da sie nicht nur wichtiges Wissen vermittelt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit anfänglicher Fehler minimiert. Unnötige Verluste werden vermieden.

Beachtet werden sollte, dass Trading-Ausbildungen nicht geregelt sind und qualitativ sehr unterschiedlich sein könnten.

Zu den Merkmalen einer seriösen Trading-Ausbildung gehören beispielsweise:

  • Börsenwissen mit Praxisteil: Nicht nur die „Theorie“, sondern auch die praktische Umsetzung des Wissens sollte direkt in den Handelsplattformen umgesetzt werden.
  • Team mit Erfahrung und Kompetenzen: Referenten sollten selbst umfangreiche Erfahrungen im Börsenhandel aufweisen und zudem unabhängig von beispielsweise Broker, Banken und Investmentfonds sein.
  • Kundenstimmen: Nachvollziehbare, authentische Erfahrungsberichte erfolgreicher Absolventen sollten vorhanden sein.
  • Staatlich geprüftes Wissen: Gilt als Gütesiegel.
  • Dauerhafter Zugang zu Lernmaterialien: Auch lange nach dem Ablauf des Programms sollte der Zugriff auf Wissen und Tools möglich sein.
  • Transparenz und ausführliche Aufklärungen: Möglichkeit, Informationen durch ein unverbindliches Gespräch zu erfragen – oder kauft man die Katze im Sack?

Schritt 1: Die Brokerauswahl

In der Regel können Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen sowie Derivate über ein Wertpapierdepot einer Bank oder eines Brokers gehandelt werden. Mittlerweile gibt es sehr viele Online-Broker auf dem Markt. Dies macht die Suche nach dem besten Broker nicht gerade einfach.

Um eine passende Auswahl zu tätigen, sollte sich ein neuer Trader zunächst über seine individuelle Anlagestrategie im Klaren sein, z.B.: Möchte er ein Daytrading verfolgen (aktiveres Traden) oder eher langfristig investieren (passiveres Traden)? Wie viel Geld möchte er anlegen?

Dann sollten die Konditionen der jeweiligen Broker überprüft und miteinander verglichen werden. Diese können sich stark voneinander unterscheiden. Daher können Trader beispielsweise folgende Aspekte prüfen:

  • Welche Finanzprodukte können gehandelt werden (z.B. nur Aktien oder auch Derivate)?
  • Wie hoch sind die Kosten eines Trades (z.B. wie hoch ist die Ordergebühr für den Handel eines bestimmten Finanzproduktes, gibt es eine Orderprovision abhängig vom Ordervolumen)?
  • Fallen Kosten für die Depotführung an?
  • Fallen weitere/andere Kosten an (z.B. Wechselgebühren, Fremdkostenpauschalen, Sparplanraten-Gebühren)?
  • Sind Sparpläne kostenlos und falls ja, welche ETFs werden dazu angeboten?
  • Gibt es einen (negativen) Guthabenzins oder Verwahrentgelte? Gibt es einen Betrag, ab wann negative Einlagezinsen anfallen? Was wird mit dem Guthaben gemacht (z.B. Investition in einen Geldmarktfonds)? Sind Kundeneinlagen geschützt?
  • Wie hoch fallen andere Zinsen aus, z.B. für einen Wertpapierkredit bzw. für einen Marginaccount?
  • Wie hoch ist ggf. der Spread (d.h. der Aufschlag auf den Marktpreis)?
  • Auf welchen Handelsplätzen kann gehandelt werden (z.B. nur deutsche Börsen oder auch US-Börsen)? Wie lang ist der Handelszeitraum?
  • Welche Orderfunktionen stehen zur Verfügung (z.B. nur Market Ordrer oder auch Trailing Stop)?
  • Können Anleger via Computer oder sogar nur via Smartphone handeln? Bzw. steht eine App zur Verfügung?
  • Wie ist die Benutzeroberfläche gestaltet?
  • Gibt es ein kostenloses Demokonto?
  • Mit welchen Partnerbanken arbeiten die Broker zusammen?

Hinweis: Letztlich ist die Wahl eines top Brokers auch von der individuellen Handelsstrategie sowie den Präferenzen und den Bedürfnissen eines Anlegers abhängig.

Schritt 2: Das passende Finanzinstrument & Trading-Stil

Trading-Anfängern fällt es oft schwer, das Finanzinstrument und den Handelsstil zu wählen, der am besten zu ihrer Persönlichkeit passt. Dieser Schritt ist jedoch unabdingbar, um als Trader langfristig erfolgreich zu sein. Manche fühlen sie sich wohler mit Aktien, andere mit Optionen. Manche gehen beim Daytrading auf, andere sind eher als Swingtrader erfolgreich.

Die Wahl des passenden Handelsstils erfordert die nötige Flexibilität, um zu erkennen, wann ein Handelsstil nicht funktioniert. Sie erfordert auch die Beständigkeit, den richtigen Stil beizubehalten, selbst wenn dieses eine Zeit lang sich nicht bezahlt macht.

Einer der häufigsten Fehler, den neue Trader machen, besteht oft darin, beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten den Trading-Stil (und das Finanzinstrument) zu wechseln. Ein ständiger Wechsel des Handelsstils oder des Finanzinstruments kann allerdings zu empfindlichen Verlusten führen.

Schritt 3: Die richtige Anlagestrategie

Die Auswahl der passenden Trading-Strategie sollte die persönliche Einstellung zum Risiko und Rendite berücksichtigen. Es gibt es fünf gängige Risiko-Rendite-Profile:

  • Konservativ
  • Einkommensorientiert
  • Ausgeglichen
  • Wachstumsorientiert
  • Kapitalgewinn

Die folgende Grafik zeigt, dass das persönliche Risiko-Rendite-Profil im Wesentlichen bei der Auswahl der Geldanlage mitentscheidet, die wiederum einen Einfluss auf der passenden Anlagestrategie hat. Jemand, der sich als konservativ oder einkommensorientiert einschätzt, wird vermutlich sich eher mit Value Investing anfreunden als mit einer Momentum-Strategie.

Welche Risiko-Rendite-Profile gibt es beim Trading lernen?

Schritt 4: Ein detaillierter Trading Plan

Um das Trading zu lernen und die Ergebnisse an der Börse stetig zu verbessern, kann ein detaillierter Trading-Plan hilfreich sein. Denn auch im wahren Leben zeigt sich, dass beispielsweise Zeitpläne, Schritt-für-Anleitungen oder Regelwerke dafür sorgen können, Prozesse zu verbessern. Schließlich lohnt es sich meist, nach einer Handlung, diese nochmals zu hinterfragen.

Dementsprechend kann man sich beispielsweise fragen, was man hätte etwas anders unternehmen sollen, damit Ergebnisse sich mehr zum positiven entwickelt hätten. Denn aus Fehlern lernt man bekanntlich am besten. Und da Anleger Trades voraussichtlich noch öfter durchführen werden, lohnt sich ein Trading Plan auch langfristig.

In der Summe kann ein detaillierter Trading-Plan für jeden individuellen Anleger sehr unterschiedlich gestaltet werden. Daher werden in der folgenden Tabelle einige Ideen zusammengefasst, welche Inhalte bzw. Aufgaben ein Trading Plan berücksichtigen kann.

Vor einem Trade
  • Grundsätzlich: Ziele, persönliche Rahmenbedingungen (z.B. Finanzwissen, Zeit, Risikobereitschaft) und Anlagestrategie bewusst machen
  • Wieso wird gerade dieses Finanzprodukt in Erwägung gezogen (z.B. Tipp von einem Bekannten oder Finanzexperten, Diskussion in Medien, eigenes Interesse)?
  • Aktienanalyse: wichtigsten Kennzahlen prüfen (z.B. Umsatz, Free Cash Flow, Dividendenrendite)
  • Innerer Wert einer Aktie mit dem tatsächlichen Preis vergleichen (z.B. nur im Fall einer Unterbewertung die Aktie kaufen)
  • Konjunkturindikatoren prüfen
  • Chartanalyse
  • Kosten des Handels prüfen
  • Worst-Case-Szenario und Risiken hinterfragen
  • Gewinn/Verlust-Limits bestimmen
  • Vorgesehener Anlagezeitraum bestimmen
  • Passen die Bedingungen des Trades tatsächlich zu den individuellen Bedürfnissen des Anlegers (z.B. Übereinstimmung des Risikoprofils)
Während eines Trades
  • Wahl der Trading-Plattform
  • Tag des Handels, Preis und ggf. genaue Konditionen des Finanzproduktes am Handelstag aufschreiben
  • Tatsächliche Kosten des Trades
  • Nutzung von Orderfunktionen
  • Unternehmens- und Konjunkturentwicklungen prüfen und z.B. bei unerwarteten Ereignissen den vorgesehenen Anlagezeitraum überdenken
  • Emotionen beschreiben
Nach einem Trade
  • Wieso wurde die Position geschlossen?
  • Tag des Verkaufs
  • Realisierter Gewinn oder Verlust
  • Lohnt sich das erneute Handeln mit dem jeweiligen Finanzprodukt?
  • ggf. Ausgleichstrades aufschreiben
  • Wurden Regeln nicht eingehalten und falls ja, wieso?
  • Unerwartete Besonderheiten während des Trades
  • Was hätte man am Nachhinein besser machen können (z.B. Position länger oder kürzer halten)

Dennoch können etliche Bedingungen (z.B. persönliches Einkommen, Leitzinsen, Unternehmen, aktuelle Konjunktur etc.) ständig im Wandel sein. Daher kann das strikte Einhalten von vorher bestimmten Regeln nicht immer vorteilhaft sein. Das Verwerfen eines Plans kann also auch Bestandteil eines Plans selbst sein!

Info: Ein detaillierter Trading-Plan kann auch als Tagebuch verstanden werden. Grundsätzlich dient es zur Orientierung und kann letztendlich Geld und Zeit sparen.

Schritt 5: Demokonto beim Trading lernen nutzen

Die Nutzung eines Demokontos kann sehr hilfreich sein, um Erfahrungen rund um das Trading zu machen und Kenntnissen zu festigen. Dabei handelt der Anleger lediglich mit Spielgeld und nicht mit Echtgeld. Beispielsweise können Investoren bestimmte Finanzprodukte, Orderfunktionen oder Anlagezeiträume für sich testen.

Zudem können Anleger mithilfe des Demokontos Antworten auf folgende Fragen finden: Passt die Strategie und der Trading-Plan? Habe ich mich bei der Erstellung der Strategie richtig eingeschätzt oder muss ich diese noch anpassen?

Aber Vorsicht: Nur weil ein Anleger mit dem Demokonto erfolgreich traden konnte, bedeutet dies nicht automatisch, dass er auch in der realen Praxis erfolgreich sein wird. Denn niemand kann die Zukunft vorhersagen und das Traden mit Spielgeld erweist sich oftmals als langweilig. Möglicherweise treffen Anleger im Zuge eines tatsächlichen Handels mit Echtgeld eher emotionale Fehlentscheidungen.

Schritt 6: Trading-Tagebuch führen

Ein Trading-Tagebuch hilft Trader, ihre Trades und Gedanken während des Handels festzuhalten und kann das Trading lernen erheblich beschleunigen. Ein gründliches Tagebuch kann etliche Details enthalten. Dazu gehört u.a., Screenshots, wie die Marktbedingungen waren, die Stimmung des Traders an dem Tag oder ob und welche Fehler gemacht wurden. Außerdem können darin zukünftige Pläne und Ideen festgehalten werden. Ein Trading-Tagebuch ist jedoch dann am hilfreichsten, wenn es in regelmäßigen Zeitabständen durchgegangen wird.

Schritt 7: Trading-Community aufbauen oder beitreten

Einer Trading-Community beizutreten beim Trading lernen kann viel Zeit, Mühe und Geld sparen. Die Vorteile sind vielfältig. Man kann u.a.:

  • Von den Erfahrungen der anderen lernen
  • Handelsideen austauschen
  • Sich gegenseitig bei mangelnder Motivation unterstützen
  • Die eigenen Trading-Kenntnisse kontinuierlich erweitern

Wichtig dabei zu beachten ist, dass die Community zu einem passt. Ein Swingtrader der eine Fundamentalanalyse bevorzugt, wird sich in einer Daytrading-Gemeinschaft, in der häufig „heiße Tipps“ ausgetauscht werden, vermutlich sehr unwohl fühlen und nichts wirklich mitnehmen können.

Trading ist erlernbar

Grundsätzlich kann jeder das Traden erlernen, der ein gewisses Startkapital, das entsprechende Equipment sowie ein Depot bei einem Broker oder bei einer Bank besitzt. Es erfordert zwar eine Menge Disziplin, Hingabe und Lernbereitschaft, um ein erfolgreicher Trader zu werden, aber die Vorteile können sich allemal lohnen.

Häufige Fragen rund um das Trading lernen

Wie viel Startkapital brauche ich fürs Trading?

Das notwendige Startkapital kann je nach Privatanleger und Tradingstrategie ganz unterschiedlich ausfallen. Im Prinzip kann man bereits mit zehn Euro handeln. Sinnvoll ist dies jedoch nicht, weil für gewöhnlich jeder Trade mit Kosten verbunden ist. Manche Finanzexperten empfehlen ein Startkapital von mindestens 10.000 Euro. Darüber hinaus kann ein Optionsverkäufer ein Marginkonto für sich nutzen.

Kann man mit Trading Geld verdienen?

Definitiv ist es möglich, dauerhaft und systematisch mit Trading Geld zu verdienen. Zentral für den Erfolg sind hierbei viele Faktoren, darunter: konkret vermittelte Strategien im Rahmen einer seriösen Trading-Ausbildung, Zeitaufwand pro Woche, vermitteltes Fachwissen, Ausbildungsstruktur und Ausbildungsdauer (idealerweise über mehrere Monate).

Wie lange braucht man um Traden zu lernen?

Im Rahmen eines qualitativ hochwertigen Finanzausbildungsprogramms kann ein Trading innerhalb von drei Monaten erlernt werden. Wichtig dabei ist nicht nur das Aneignen von Finanzwesen, sondern auch die praktische Umsetzung.

Wie gefährlich ist Trading?

Das Risiko beim Trading an der Börse kann grundsätzlich selbst gesteuert werden. Verluste gehören zwar zum Erfolg dazu, traditionell größtes Risiko ist jedoch der Handel ohne geeignetes Fachwissen. Nach Brokerangaben machen 60% bis 80% der Trader-Neulinge Verluste. Eine hochwertige Trading-Ausbildung reduziert dieses Risiko dramatisch und kann sich zudem finanziell sehr schnell rechnen.

Wie viel Zeit benötigt das Traden?

Es gibt es keine pauschale Antwort, da die nötige Zeit von jeden einzelnen Trader unterschiedlich ausfallen kann. Die wichtigste allgemeine Information ist wohl: Der Erfolg eines Trades hängt nicht zwingend von seiner am Bildschirm investierten Zeit ab. Beispielsweise kann eine wöchentliche Zeitinvestition von 20 bis 30 Minuten ausreichen, um erfolgreich zu traden.

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