Buy-and-Hold Strategie mit Aktien

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Was ist die Buy-and-Hold Strategie?

Die Buy-and-Hold Strategie gehört zu den langfristigen und passiven Anlagestrategien. Dabei kauft ein Anleger beispielsweise Aktien oder ETFs und hält diese ungeachtet von den kurzfristigen Kursschwankungen. Es geht also nicht darum, “schnelle Gewinne” zu realisieren. Insbesondere Privatanleger, die sich nicht viel um ihr Depot kümmern möchten, nutzen diese Strategie. Ihr Ziel: von den langfristig positiven Wertentwicklungen der Aktien profitieren.  

Wie funktioniert die Buy-and-Hold Strategie?

Eine Buy-and-Hold Strategie liegt vor, wenn ein Investor bewusst Wertpapiere über längere Zeiträume hält. Dadurch hofft er auf einen konstanten Gewinnzuwachs. Begründet wird dies beispielsweise durch regelmäßige Dividendenzahlungen, den allgemein positiven Trend von Börsenkursen sowie den Zinseszinseffekten. Zudem kann bei dieser Strategie der Ein- und Ausstiegszeitpunkt beliebig gewählt werden. Denn je länger eine Aktie gehalten wird, desto eher gleichen sich kurzfristige Kursschwankungen aus.  

Erklärung der Buy-and-Hold Strategie

Buy-and-Hold Strategie mit Aktien umsetzen

Buy-and-Hold ist eine eher passive Anlagestrategie. Schließlich werden Aktien eines Unternehmens gekauft und über einen sehr langen Zeitraum (in der Regel mindestens 5 Jahre) gehalten. Zudem können im Fall einer geschickten Aktienauswahl jährlich überdurchschnittliche Renditen erwartet werden. Daher dürfte sich eine fundierte Aktienbewertung – vor dem tatsächlichen Kauf – durchaus lohnen.

Gemäß Warren Buffett (einer der erfolgreichsten Investoren der Welt) erfordert ein Vermögensaufbau in erster Linie die Konzentration auf unterbewertete Qualitätsaktien: „Diversification may preserve wealth, but concentration builds wealth.“

Vorteile und Nachteile der Buy-and-Hold Strategie im Überblick

Die Buy-and-Hold Strategie geht grundsätzlich mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen einher. Im Folgenden werden einige davon aufgelistet.

Vorteile

  • Geringerer Aufwand
    Zunächst steht ganz klar der relativ geringe Zeitaufwand im Vordergrund, beispielsweise im Vergleich zum Trading. Schließlich handelt es sich in der Regel nur um eine einmalige Umsetzung.   
  • Höhere Renditen möglich
    Das Deutsche Aktieninstitut e.V. (2021) berechnet bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren eine jährliche durchschnittliche Rendite von 8,7% auf den Deutschen Aktienindex DAX. Insbesondere im Zuge einer Anleiheinvestition gilt normalerweise: je höher ihre Laufzeit, desto höher der vereinbarte Kuponsatz und damit auch die erwartete Rendite. Außerdem können Zinseszinseffekte besser ausgenutzt werden.
  • Geringeres Risiko
    Je länger eine Aktie gehalten wird, desto eher können kurzfristige Kursschwankungen wieder ausgeglichen werden. Demnach sollte das Risiko sinken, Verluste zu generieren.
  • Vermeidung emotionaler Fehlentscheidungen 
    Wer eine Aktie kauft und diese erst einmal für längere Zeit im Depot lässt, verhindert den voreiligen Verkauf zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Dies kann beispielsweise im Zuge eines Bärenmarktes vorkommen. Im Nachhinein stellt sich jedoch heraus, dass der Preis nur kurzzeitig gefallen ist und langfristig wieder steigt. 
  • Einfache Umsetzung
    Viele private Sparer bevorzugen die Buy-and-Hold Strategie, da sie leicht umsetzbar ist. Schließlich müssen Kursschwankungen und Unternehmenskennzahlen nicht dauernd hinterfragt werden. 
  • Geringere Gebühren & Kosten
    Langfristiges Halten von Wertpapieren spart oftmals viele Transaktionskosten. Im Gegensatz dazu sind kurzfristige Spekulationen, auch bekannt als “hin und her macht die Tasche leer”.  
  • Zusätzliche Einkünfte durch Stillhaltergeschäfte denkbar
    Die Buy-and-Hold Strategie kann im Zusammenspiel mit einem Optionshandel durchgeführt werden. Indem ein Anleger beispielsweise eine Put-Option als Investmenthandel verkauft, kann er unmittelbar Einnahmen in Form einer Optionsprämie erzielen.

Nachteile

  • Langfristige Kapitalbindung
    Die Buy-and-Hold stellt eine langfristige Anlagestrategie dar. Daher sollten sich Anleger im Klaren sein, dass eine spontane Rückzahlung (mit Gewinn) möglicherweise nicht möglich ist. Dies ist speziell von der eigentlichen Form der Investition und den aktuellen Kursentwicklungen abhängig.
  • Geduld erforderlich
    Da die Buy-und-Hold Strategie insbesondere darauf angelegt ist, von den langfristig positiven Wertentwicklungen auf den Finanzmärkten zu profitieren, benötigen Anleger genug Ausdauer. Dabei kann es helfen, die kurzzeitigen Kursschwankungen der jeweiligen Aktien erst gar nicht zu verfolgen.   
  • Gegebenenfalls keine Überrenditen
    Bei der Buy-and-Hold Strategie geht es nicht darum, schnell reich zu werden. Stattdessen setzen Anleger auf solide, langfristige Gewinnchancen. Daher können auch eher nur durchschnittliche Marktrenditen erwartet werden. Dies gilt vor allem dann, wenn eine Aktie zufällig, beispielsweise ohne Fundamentalanalyse, ausgewählt wird (siehe Tipps).   
  • Unpassende Ein- und Ausstiegszeitpunkte
    Wer sich lediglich auf eine simple Buy-und-Hold Strategie fokussiert, dem entgeht möglicherweise die Gelegenheit zu höheren Gewinnchancen (Stichwort: Market Timing). Denn sowohl bei einem Kauf als auch bei einem Verkauf ist es sinnvoll, z.B. den aktuellen Preis der Aktie und die fundamentalen Unternehmenskennzahlen zu hinterfragen.
  • Mögliche Verluste bei einem ungeplanten Ausstieg
    Schließlich könnte ein vorzeitiger Verkauf mit einem Verlust einhergehen. Beispielsweise ist der erzielte Ertrag einer Aktien- oder Anleiheinvestition vom aktuellen Kurs am Verkaufstag abhängig. Dieser kann aufgrund momentan schlechter Kursentwicklungen ungünstig für den Anleger ausfallen.

5 Tipps für den Erfolg der Buy-and-Hold Strategie

Nur entbehrliches Kapital einsetzen 

Buy-and-Hold braucht gute Nerven, Disziplin und Durchhaltevermögen. Das klappt am ehesten dann, wenn das Kapital auch wirklich über einen sehr langen Zeitraum zur Verfügung steht.

Passende Asset Allocation beachten

Im Prinzip kann eine Buy-and-Hold Strategie unter Einsatz unterschiedlicher Assetklassen (z.B. Aktien, Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Gold) verfolgt werden. Im Falle stark gestiegener Anteile bzw. Werten könnte ein Rebalancing sinnvoll sein. Dabei sollte die Einteilung des Kapitals den Zielen und dem Risikoprofil des individuellen Anlegers entsprechen.

Sinnvolle Diversifikation einplanen 

Eine gezielte Diversifikation bietet sich an, um das Portfolio über einen längeren Zeitraum abzusichern und Kursschwankungen abzufangen. Ein Buy-und-Hold lediglich mit einer einzigen Aktie ist sehr riskant.

Unternehmensentwicklung im Auge behalten

Hiermit ist weniger der Aktienkurs gemeint, sondern die fundamentalen Aussichten des Unternehmens. Gibt es beispielsweise (unerwartete) Anzeichen, dass sich die Produktivität des jeweiligen Unternehmens langfristig verschlechtern könnte, dürfte ein vorzeitiger Verkauf eine gute Entscheidung sein. Die vorher getroffene Annahme, die Aktie eigentlich langfristig zu halten, wird aufgehoben. Dies könnte dann sinnvoll sein, wenn z.B. das Management schwerwiegende Fehlentscheidungen trifft oder auch Regierungen neue Regeln bestimmen, die das Unternehmen beeinträchtigen könnten.     

Ausstiegsplan vorbereiten

Bei einem guten Ausstiegsplan (engl.: Exit Strategy) wird das Ziel (z.B. welchen Kurs sollte das Wertpapier mindestens erreichen?), Zeitraum der Investition und erwartete Rendite im Voraus festgelegt. Zudem könnten sich Anleger selbst fragen: Unter welchen Umständen sollte verkauft werden?

Merke: Eine Buy-and-Hold Strategie mit Einzelaktien ist mit gewissem Aufwand verbunden.

Bekannte Vertreter der Buy-and-Hold Strategie

Mit der Buy-and-Hold Strategie werden häufig die fünf Großinvestoren in Verbindung gebracht:

  • Benjamin Graham: “Geduld ist die oberste Tugend des Investors.”
  • Warren Buffett: “Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen.”
  • John Bogle: “Zeit ist dein Freund, Impulse sind dein Feind.”
  • Ken Fisher: “Zeit im Markt schlägt Timing des Marktes.”
  • André Kostolany: “Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.”

Video: Buy and Hold? (Diesen Fehler begehen Anleger)

Viele verbinden mit dem Buy-and-Hold Ansatz ein langfristiges Investieren an der Börse. Oft geht es darum, dass Anleger qualitativ hochwertige Aktien suchen, kaufen und ab diesem Zeitpunkt im Depot behalten. Danach kümmert sich der Anleger also nicht mehr um seine Aktie.

Hier liegt allerdings oft ein großer Denkfehler vor, der Anleger teuer zu stehen kommen kann. In diesem Video wird dies genauer erklärt (Stichwort: dynamisches Buy-and-Hold).

Beispiel für eine Buy-and-Hold Strategie

Ein Beispiel für eine Buy-and-Hold Strategie, die in der Vergangenheit gut funktioniert hat, ist der Kauf von Microsoft-Aktien (MSFT). Hätte ein Anleger am 27. Januar 2013 100 Aktien zum Schlusskurs von 27.93 Dollar je Aktie gekauft und diese bis zum 27. Januar 2022 gehalten, hätte er die Aktie für 299.84 Dollar verkaufen können: ein Gewinn von insgesamt über 27.000 Dollar mit einer Rendite von fast 974 % in 9 Jahren – nur durch die Kurssteigerung.

Buy-and-Hold Strategie am Beispiel von Microsoft
Historische Wertentwicklung der Microsoft-Aktie in Dollar - Beispiel

Auswahl der Geldanlage zentral für den Erfolg

Buy-and-Hold kann nachweislich gut funktionieren. Wie bei allen anderen Anlagestrategien ist der Erfolg allerdings stark abhängig von der Auswahl der Aktientitel. Finanzbildung kann dazu beitragen, ausreichend fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

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