Währungsfutures – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Währungsfutures (auch: “Devisenterminkontrakte”, englisch: “FX Futures” oder “Currency Futures”) sind börsengehandelte Terminkontrakte, die den Preis in einer Währung festlegen, zu dem eine andere Währung zu einem zukünftigen Datum gekauft oder verkauft werden kann (Wechselkurs). Devisentermingeschäfte können zur Absicherung von anderen Geschäften oder Währungsrisiken oder zur Spekulation auf die Preisentwicklung von Währungen eingesetzt werden.

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Währungsfutures – Definition

Als Währungsfutures werden börslich gehandelte Terminkontrakte bezeichnet, welche den terminierten Wechselkurs zweier Währungen zwischen zwei Vertragsparteien (Käufer und Verkäufer des Futures) festlegen. Devisenterminkontrakte sind rechtlich bindend, und die Gegenparteien, die die Kontrakte am Fälligkeitstag noch halten, müssen den Währungsbetrag zum festgelegten Preis am festgelegten Liefertag liefern.

Gängige Futures-Arten

Hinweis: Der Hauptunterschied zwischen dem Devisenmarkt (FOREX) und Währungsfutures besteht darin, dass FOREX nicht den Börsenregeln und -vorschriften unterliegt, während Währungsfutures an etablierten Terminbörsen gehandelt werden.

Grundlagen

Der erste Währungsfuture wurde 1972 an der Chicago Mercantile Exchange (CME) aufgelegt. Die CME ist heute der weltweit größte Markt für Devisentermingeschäfte. Währungsfutures werden täglich zu Marktpreisen (Mark-to-Market) bewertet. Das bedeutet, dass die Händler dafür verantwortlich sind, genügend Kapital auf ihrem Konto zu haben, um die Margin und Verluste zu decken, die sich aus der Übernahme der Position ergeben.

Futures-Händler können ihre Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf der Währung vor dem Lieferdatum des Kontrakts beenden. Dies geschieht durch Glattstellung der Position. Devisenterminkontrakte an der CME viermal im Jahr physisch geliefert, und zwar am dritten Mittwoch der Monate März, Juni, September und Dezember. Ein Barausgleich ist nur für den brasilianischen Real, russischen Rubel, indische Rupie, chinesischer Renminbi und chilenischer Peso vorgesehen.

Wie funktionieren Währungsfutures?

Als Beispiel für den Handel mit Devisenterminkontrakte wird hier der Euro-Future aufgeführt. Der Kauf eines Euro-Futures an der US-Börse zu 1,20 bedeutet beispielsweise, dass der Käufer sich verpflichtet, Euro zu 1,20 US-Dollar zu kaufen. Lässt er den Kontrakt auslaufen, muss er 125.000 Euro zum Preis von 1,20 USD kaufen.

Jeder Euro-Future an der Chicago Mercantile Exchange (CME) hat einen Wert von 125.000 Euro (Kontraktgröße), weshalb der Futures-Käufer je Future diese Summe kaufen muss. Auf der anderen Seite müsste der Verkäufer des Kontrakts die Euro liefern und würde dafür US-Dollars erhalten.

Der tägliche Verlust oder Gewinn eines Terminkontrakts wird auf dem Handelskonto ausgewiesen. Er entspricht der Differenz zwischen dem Einstiegskurs und dem aktuellen Futures-Kurs, multipliziert mit der Kontaktgröße (Multiplikator), die im obigen Beispiel 125.000 beträgt.

Wenn der Kontrakt beispielsweise auf 1,19 fällt oder auf 1,21 steigt, entspricht dies einem Gewinn oder Verlust von 1.250$ pro Kontrakt, je nachdem, auf welcher Seite des Handels der Anleger steht.

Die meist gehandelten Währungsfutures

Man kann über Währungsfutures eine Vielzahl an Währungspaaren handeln. Allerdings unterscheidet sich die Liquidität des Währungspaars teils stark, je nachdem auf welche Währungen es sich bezieht. In der Regel hängt das Interesse am jeweiligen Währungspaar von den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den jeweiligen Heimatländern bzw. Währungsunionen ab.

Die meistgehandelten Währungspaare sind typischerweise die Folgenden:

  • EUR/USD (Euro / US-Dollar)
  • USD/JPY (US-Dollar / Japanischer Yen)
  • EUR/GBP (Euro / Britisches Pfund)
  • GBP/USD (Britisches Pfund / US-Dollar)
  • AUD/USD (Australischer Dollar / US-Dollar)
  • USD/CAD (US-Dollar / Kanadischer Dollar)
  • USD/CNY (US-Dollar / Chinesischer Yuan)

FX-Optionen vs. FX-Futures

Eine FX-Option (Devisenoption) verbrieft dem Käufer das Recht, eine Fremdwährung zu einem bestimmten Preis und zu einem festgelegten Zeitpunkt oder Zeitraum zu kaufen oder zu verkaufen. Eine Devisenterminoption verbrieft dasselbe Recht für einen Terminkontrakt in einer Fremdwährung.

Der Hauptunterschied zwischen Währungsoptionen und Währungsfutures besteht darin, dass Optionskäufer nicht verpflichtet sind, den Basiswert des Derivats zu kaufen oder zu verkaufen, Futures-Händler schon. Lediglich Optionsverkäufer (Stillhalter) müssen unter Umständen die Währung kaufen oder verkaufen, wenn die Option ausgeübt wird.

Im Gegensatz zu Futures-Käufer, müssen Optionskäufer keine Marge hinterlegen. Ihr potenzieller Verlust ist auf die Anschaffungskosten bzw. die Optionsprämie begrenzt. Optionsverkäufer im Rahmen eines Stillhaltergeschäftes und Futures-Händler sind aber verpflichtet, eine Margin zu hinterlegen und haben ein praktisch unbegrenztes Risiko.

Einflussfaktoren bei Devisentermingeschäften

Zusammenhang zwischen Zinssätzen und Wechselkursen

Die sogenannte gedeckte Zinssatzparität (“covered interest rate parity”) bezieht sich auf eine theoretische Bedingung, bei der die Beziehung zwischen den Zinssätzen und den Kassa- und Terminkursen der Währungen zweier Länder im Gleichgewicht ist.

Die Situation der gedeckten Zinssatzparität bedeutet, dass es keine Möglichkeit zur Arbitrage mit Terminkontrakten gibt, die häufig zwischen Ländern mit unterschiedlichen Zinssätzen besteht. Das heißt, dass es nicht möglich ist über die Geldanlage in einem Land mit höherem Zinssatz einen risikolosen Ertrag zu erwirtschaften.

Die gedeckte Zinssatzparität lässt sich wie folgt berechnen:

(1+Zinssatz~eigene~Währung)=\frac{Wechselkurs~Terminkurs}{Wechselkurs~Kassakurs}*(1+Zinssatz~Fremdwährung)

Steigen die Zinsen beispielsweise in einem Land, während die Zinsen in einem anderen Land stagnieren, so müsste sich der Wechselkurs zwischen den Währungen der beiden Länder dahin gehend verändern, dass die Währung mit den höheren Zinsen teurer wird.

Kassakurs vs. Terminkurs

Der Devisenkassakurs ist der aktuelle Kurs, zu dem eine Währung im Austausch gegen eine andere Währung gekauft oder verkauft werden kann. Die beiden beteiligten Währungen werden als „Währungspaar“ bezeichnet.

Wenn ein Marktteilnehmer ein Geschäft zum Devisenkassakurs abschließt, findet der Austausch der Währungen zu dem Zeitpunkt statt, an dem das Geschäft getätigt wurde oder kurz danach. Da Devisenterminkurse auf dem Devisenkassakurs basieren, neigen die Werte von Devisentermingeschäften dazu, sich mit den Veränderungen des Kassakurses zu verändern.

  • Wenn der Kassakurs eines Währungspaars steigt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Terminkurse (Forward Rate) des Währungspaars ebenfalls steigen.
  • Sinkt hingegen der Kassakurs eines Währungspaars, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Preise der Futures sinken.

Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Manchmal kann sich der Kassakurs bewegen, aber Futures, die zu weit entfernten Terminen ablaufen, nicht. Dies liegt daran, dass die Bewegung des Kassakurses als vorübergehend oder kurzfristig angesehen wird und sich daher wahrscheinlich nicht auf die langfristigen Preise auswirkt.

Absicherung mit Währungsfutures im Beispiel

Das in den USA ansässige Unternehmen „X“, das in hohem Maße dem Wechselkursrisiko ausgesetzt ist, plant, im September erwartete Einnahmen in Höhe von 125 Mio. EUR abzusichern. Es verwendet Euro-Terminkontrakte mit einer Kontraktgröße zu je 125 000 EUR und verkauft 1 000 dieser Kontrakte, um den Wechselkurs zu fixieren.

Damit ist das Unternehmen gegen einen Wertverlust des Euro abgesichert. Es verliert jedoch die Möglichkeit, von einer Aufwertung des Euro zu profitieren, da es verpflichtet ist, die Euro zum festgelegten Terminkurs zu verkaufen, unabhängig von einer möglichen günstigeren Kursentwicklung.

Häufige Fragen

Warum gibt es Währungsfutures?

Die verschiedenen Teilnehmer am Währungsfuture-Markt lassen sich ihrer Absicht nach kategorisieren. Gründe, die hinter dem Eingehen eines Devisentermingeschäfts stehen, können unter anderem die folgenden sein:

  • Planungssicherheit: Unternehmen, welche große Aufträge in Fremdwährungen abwickeln, können durch Währungsfutures bereits heute ihre Wechselkurse für Transaktionen, die erst in einigen Monaten abgewickelt werden, fixieren. Somit kann das Unternehmen präzise seine Cash Flows aus Fremdwährungsgeschäften planen.
  • Absicherung: Durch den Kauf oder Verkauf von Währungsfutures, kann sich die jeweilige Vertragspartei gegen einen starken Anstieg oder Fall einer Währung absichern, die beispielsweise für ein Geschäft in der Zukunft benötigt wird.
  • Spekulation: Spekulanten schließen ihre Positionen am Verfallstag und sind nicht an der Lieferung oder Abnahme von Fremdwährungen interessiert. Vielmehr spekulieren sie auf einen Anstieg oder Fall einer Währung und kassieren oder bezahlen den Differenzbetrag am Verfallstag.

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