Aktienoptionen – Definition & Erklärung

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Aktienoptionen und Optionen generell werden in Finanznachrichten und Wirtschaftsberichten immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen genannt. Dieser Artikel soll einen Überblick schaffen, was Aktienoptionen eigentlich sind, wie sie funktionieren, wozu sie dienen und was für Risiken der Handel bergen kann. Für Einsteiger findet sich am Ende des Artikels auch eine Stichwortsammlung mit Grundbegriffen des Optionshandels.

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Was sind Aktienoptionen?

Wie bei allen Optionen handelt es sich bei Aktienoptionen um sogenannte Derivate. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „von etwas ableiten“. Optionen stellen nämlich keinen eigenen physischen Wert dar, sondern sie leiten sich stets von einem Basiswert ab – im Falle von Aktienoptionen ist der Basiswert also eine Aktie. Die Option reagiert im Zeitverlauf auf Veränderungen im Kurs des Basiswertes.

Zwar stellt eine Option, anders als eine Aktie, keinen Anteil an einem Unternehmen dar, aber sie erlaubt den Kauf oder Verkauf eines solchen. Der Unterschied zum direkten Aktienhandel ist, dass der Preis bereits feststeht, obwohl der Kauftermin in der Zukunft liegt. Häufig lautet die Definition daher:

Eine Option verbrieft das Recht, eine Aktie zu einem fest definierten Preis zum Ausübungszeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Wie funktionieren Aktienoptionen?

Bei Optionsgeschäften gibt es immer einen Verkäufer (Stillhalter) und einen Käufer (Inhaber). Der Verkäufer kann lediglich abwarten, wie sich der Basiswert entwickelt. Daher der Begriff Stillhalter. Im Gegenzug erhält er eine Optionsprämie. Diese ist die Vergütung für die Verpflichtung des Verkäufers. Der Käufer dagegen kann selbst aktiv werden. Je nach Optionstyp kann der während der Laufzeit oder am Ende der Laufzeit (Verfallstag)  entscheiden, ob er die Option verfallen lässt, oder sie ausübt.

  • Verfällt eine Option, erhält der Verkäufer seine Prämie – der Käufer erhält nichts.
  • Wird eine Option ausgeübt, kann der Verkäufer die Herausgabe oder Abnahme des Basiswertes verlangen. Dies wird er nur tun, wenn sich ein Gewinn für ihn ergibt. Einfach gesagt: Der Verkäufer erhält seine Prämie und muss dem Käufer die Aktie ver- oder abkaufen.

Welche Arten von Aktienoptionen gibt es?

Die beiden größten Unterschiede zwischen Optionen sind die Ausübungsvariante und der Geschäftsvorgang. Anhand der Ausübungsvariante wird bestimmt, wann eine Option ausgeübt werden kann und der Geschäftsvorgang bestimmt darüber, ob eine Option zum Kauf oder Verkauf einer Aktie berechtigt.

Unterscheidung nach der Ausübungsart

In der Praxis stehen sich die amerikanischen und europäischen Optionen gegenüber. Amerikanische Optionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie während der gesamten Haltedauer ausgeübt werden können. Europäische Optionen können dagegen nur zum vorab bestimmten Verfallstag ausgeübt werden.

Die Bezeichnung der Optionen führt jedoch ein wenig in die Irre. Sowohl in Europa als auch in Amerika sind nämlich amerikanische Optionen am weitesten verbreitet und können auch überall gehandelt werden.

Unterscheidung nach dem Geschäftsvorgang

Wesentlich kann bei Aktienoptionen zwischen Kauf- (Call) und Verkaufsoptionen (Put) unterschieden werden. Sowohl Call- als auch Put-Optionen können ge- und verkauft werden.

Optionen handeln - Optionsarten
Calls profitieren von einem Anstieg des Aktienkurses, Puts von einem Abstieg.

Call-Option:

Eine Call-Option gewährt dem Käufer die Möglichkeit, den Basiswert zu kaufen. Sobald die Option ausgeübt wird, muss der Verkäufer der Call-Option eine definierte Menge an Aktien zu einem festgelegten Preis an den Käufer übergeben. Eine Call-Option wird üblicherweise nur dann ausgeübt, wenn der Aktienpreis am Ausübungsstichtag über dem Strike liegt.

Put-Option:

Eine Put-Option gewährt dem Käufer die Möglichkeit, den Basiswert zu verkaufen. Bei der Ausübung der Option muss der Verkäufer zum vereinbarten Preis Aktien vom Käufer der Aktienoption kaufen. Die Ausübung wird genau andersherum als bei der Call-Option erfolgen. Liegt der Aktienkurs also unter dem Strike (die Aktie ist demnach im Wert gefallen) lohnt sich die Ausübung. Der Käufer der Option kann seine Aktie jetzt für mehr Geld verkaufen, als sie derzeit Wert ist.

Vorteile von Aktienoptionen

Optionen können in der Wirtschafts- und Finanzwelt vielfältig eingesetzt werden. Sowohl für Banken, Unternehmen und Privatpersonen ist dieses Derivat interessant.

Bonus / Vergütung

Manager von börsennotierten Unternehmen erhalten vom Arbeitgeber, neben ihrem normalen Gehalt, nicht selten Boni in Form von Optionen. Hierbei handelt es sich normalerweise um Call Optionen. Das bedeutet, dass der Manager davon profitiert, wenn der Aktienkurs des eigenen Unternehmens steigt. Üblicherweise steigt der Kurs einer Aktie bei einer positiven Unternehmensentwicklung und bei guten Zahlen. Der Manager oder Vorstand soll damit an einem langfristigen Wertzuwachs Interesse haben. Diese Optionen haben im Vergleich zu den sonst üblichen Optionen häufig sehr lange Haltefristen.

Hat ein Manager jetzt erfolgreich gewirtschaftet, kann er seine Optionen ausüben und Aktien des Unternehmens kaufen. Dies jedoch deutlich günstiger, als der aktuelle Kurs. Damit macht er, neben dem Gehalt und direkten Boni noch weiteren Gewinn.

Absicherung / Hedging

Optionen können auch zur Absicherung eines Depots verwendet werden. Ist sich ein Anleger unsicher über die Wertentwicklung einer Aktienposition, kann er diese mit einer Option absichern, indem sich die Option genau entgegengesetzt zum Aktienkurs verhält. Zahlen muss der Anleger dafür die Optionsprämie. Jedoch besteht kein Risiko mehr, wenn die Kurse einbrechen sollten.

Aktienoptionen werden in Kontrakten gehandelt. Ein Kontrakt entspricht dabei 100 Aktien des Underlyings. Bei der Absicherung des Depots sollte daher lediglich eine Option pro 100 Aktien gekauft werden. Sonst ist kein reiner Absicherungseffekt mehr gewährleistet. Diese Strategie heißt im übrigen Protective Put.

Handel / Cashflow

Häufig werden Optionen natürlich auch im Handel verwendet um von steigenden oder fallenden Kursen zu profitieren. Besonders interessant ist dabei die Hebelwirkung der Derivate. Weil die Optionsprämien deutlich niedriger ausfallen, als der Gegenwert von 100 Aktien (1 Kontrakt) kann mit geringem Geldeinsatz mehr Gewinn erwirtschaftet werden. Das Risiko ist jedoch ebenfalls vergrößert.

Für Einkommensinvestoren kann wiederum der Cashflow auf ein existierendes Depot interessant sein. Mit Covered Calls kann beispielsweise aus einem Aktiendepot mehr herausgeholt werden, als nur Dividenden und Kursgewinne. Der Depotinhaber kann dann nämlich zusätzlich Optionsprämien einnehmen. Auch ist dies beim Einstieg in Investitionen möglich. Eine umfangreiche Ausbildung dazu bietet DeltaValue an.

Diese Risiken sind bei Aktienoptionen zu beachten

Der bereits erwähnte Vorteil durch die Hebelwirkung von Optionen ist ihr größtes Risiko. Das grundlegende Risiko ist natürlich, dass sich der Basiswert nicht so entwickelt, wie erwartet. Je nachdem welche Position der Optionshändler eingenommen hat, kann er jedoch mehr verlieren, als er eingesetzt hat.

Wurde eine Option gekauft, liegt das Risiko des Verkäufers im wertlosen Verfall der Option. Egal wie weit sich der Kurs in die “falsche” Richtung entwickelt, kann der Käufer entscheiden, ob der die Option ausübt. Tut er dies nicht, ist nur der Kaufpreis verloren.

Beim Verkauf einer Option ist das Risiko dagegen höher. Zwar ist es in jedem Fall begrenzt auf die Differenz zwischen Strike und Tageskurs des Basiswertes, dieser kann jedoch erheblich sein. Wurde beispielsweise eine Option verkauft, die das Recht gewährt eine Aktie zu 100 Euro zu kaufen, könnte die Aktie im Nachgang steigen. Für den Verkäufer wäre dies das Negativszenario. Steigt der Kurs auf 200 Euro, macht der Verkäufer der Option vereinfacht dargestellt 100 Euro Verlust. Er muss dem Käufer eine Aktie für 100 Euro verkaufen, die inzwischen das Doppelte wert ist. Natürlich wird die erhaltene Prämie von diesem Verlust abgezogen und es gibt ebenfalls Optionsstrategien, die das Risiko begrenzen.

Fachbegriffe einfach erklärt

Begriff Erklärung
amerikanische Option Option, die jederzeit ausgeübt werden kann
Broker Vermittler für Börsengeschäfte
Delta Kennzahl, die misst, wie stark sich eine Option im Verhältnis zum Basiswert verändert
Derivat Finanzmarktinstrument, dass von einem anderen Wert abgeleitet ist
Emittent Der Herausgeber eines Wertpapiers
emittieren Die Herausgabe eine Wertpapiers
Europäische Option Option, die nur zum Laufzeitende ausgeübt werden kann
Innerer Wert Differenz aus Kurs des Basiswertes und dem Ausübungspreis
Kontraktgröße Gibt an, wie viele Anteile des Basiswertes mit einer einzigen Option gehandelt werden (meistens 100)
Leverage-Effekt Hebelwirkung durch die Option (es werden nicht alle Aktien gekauft)
Margin Zu hinterlegende Sicherheitsleistung beim Broker
Prämie Die Vergütung für die Verkäufer einer Option
Stillhalter Verkäufer einer Option
Strike Ausführungspreis einer Option
Underlying Der Basiswert einer Aktienoption

Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen

Häufig werden die Begriffe “Optionen” und “Optionsscheine” in einen Topf geworfen und die beiden Begriffe synonym verwendet. Das stimmt aber nicht.

4 wichtige Unterschiede & Fakten

  1. Optionsscheine können nur gekauft, aber nicht frei verkauft werden. Optionen lassen sich dagegen frei an Terminbörsen handeln.
  2. Optionsscheine werden nur von Banken ausgegeben (emittiert). Optionen können initial, also zur Eröffnung einer Position, auch von Privatpersonen verkauft werden.
  3. Optionsscheine sind Inhaberschuldverschreibungen. Droht der ausgebenden Bank die Insolvenz, kann das hinterlegte Kapital weg sein.
  4. Optionsscheine werden von den ausgebenden Banken bepreist. Daher ist die Preisgestaltung undurchsichtiger und teilweise fragwürdig im Vergleich zu Optionen, die stets lediglich durch Angebot und Nachfrage bepreist sind.

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