Leverage-Effekt – Definition & Formel

Offizielles Ausbildungsprogramm:

Vermögensaufbau plus monatliches Einkommen an der Börse

Generiere ein regelmäßiges Einkommen an der Börse indem du ein klares System, mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen aus der Praxis erlernst. Erlerne die Strategie, die dir einen statistischen und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschafft.

Langfristig orientierter Vermögensaufbau
Profitable, geprüfte Aktien- und Optionsstrategien
In jeder Marktlage Geld verdienen

Leverage-Effekt – Definition

Der Leverage-Effekt bezeichnet die Erhöhung der Eigenkapitalrendite durch den gezielten Einsatz von Fremdkapital. Erwirtschaftet eine Investition mehr Rendite, als Kosten für das Fremdkapital anfallen, erhöht eine weitere Verschuldung, bis zu einem gewissen Punkt, die Eigenkapitalrendite.

In Unternehmen ist die Ausnutzung des Leverage-Effektes deutlich weiter verbreitet als bei privaten Investoren. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Eigenkapitalrendite eine wesentliche Kennzahl zur Unternehmensbewertung darstellt und eine prominentere Rolle spielt, als bei privaten Investitionen.

Obwohl der Leverage-Effekt eine Erklärung für die steigende Renditeentwicklung liefern kann, hat das zugrunde liegende Konzept Grenzen. Beispielsweise ist die maximale Verschuldung in der Praxis begrenzt. In der Theorie können dagegen unlimitiert Schulden aufgenommen werden. Daher kann der Leverage-Effekt dann Erklärungen liefern, wenn die getroffenen Annahmen auch in der Realität abgebildet werden können.

Unterschied zwischen Eigen- und Fremdkapital

In fast jedem wirtschaftlichen Zusammenhang kann eine Investition mit einer Kombination dieser beiden Kapitalformen finanziert werden. Dabei weisen Eigen- und Fremdkapital grundsätzlich verschiedene Eigenschaften auf.

Was ist Eigenkapital?

Eigenkapital steht einem Investor oder Unternehmen unbegrenzt zur Verfügung. Für Gläubiger stellt Eigenkapital die Haftungsmasse dar und wird häufig positiv bewertet. Eine Rückzahlungsverpflichtung für Eigenkapital gibt es nicht. Beispielsweise muss eine Aktiengesellschaft keine Anteile von Aktionären zurückkaufen, wenngleich dies häufig zur Kurspflege getan wird. In der Finanzierung von Unternehmen gilt Eigenkapital jedoch als „teuer“. Denn die Kosten des Eigenkapitals (bei Aktiengesellschaften beispielsweise eine Dividende) können nicht steuermindernd erfasst werden. Zudem fließen sie von dem Unternehmensgewinn nach Steuern ab, was Eigenkapital in vielerlei Hinsicht verteuert.

Was ist Fremdkapital?

Dem gegenüber steht das Fremdkapital. Der wesentliche Kostenpunkt für Fremdkapital sind dessen Zinsen. Diese können als Betriebsaufwendungen vollständig steuerlich berücksichtigt werden. Sie senken folglich den Unternehmensgewinn und das Unternehmen muss weniger Steuern zahlen, als beim Einsatz von Eigenkapital. Zudem verfügen Fremdkapitalgeber nicht über Mitspracherechte. Allerdings steht Fremdkapital nur begrenzt zur Verfügung. Zum einen kann ein Unternehmen nicht unendlich viel Fremdkapital aufnehmen. Das Eigenkapital stellt hier mit seiner Haftungsfunktion den begrenzenden Faktor dar. Zum anderen muss das Fremdkapital vertragsgemäß zurückgezahlt werden. Dies kann sich negativ auf die Liquidität eines Unternehmens auswirken.

Hinweis: In gängigen Wirtschaftstheorien wird sowohl von reiner Fremd- als auch reiner Eigenfinanzierung abgeraten. Eine Kombination beider Finanzierungsinstrumente wird regelmäßig bevorzugt, da sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und kostengünstigem Kapital schafft.

Leverage-Effekt – Erklärung der Einflussfaktoren

Der Leverage-Effekt beschreibt die Situation, wenn ein Unternehmen oder ein Investor seinen Anteil an Fremdkapital erhöht und nur durch diese Maßnahme seine Eigenkapitalrendite erhöht wird. Alle übrigen Parameter bleiben dabei konstant. Die tatsächliche Wirkung des Leverage-Effektes ist abhängig von dem Zusammenspiel aus Gesamtkapitalrendite und Fremdkapitalzins.

Zu diesem Zweck sind die Begriffe Eigenkapitalrendite, Fremdkapitalrendite und Gesamtkapitalrendite zu unterscheiden.

Exkurs: Die Gesamtkapitalrendite stellt den Gewinn eines Unternehmens in ein Verhältnis zu dessen gesamten finanziellen Ressourcen – der Bilanzsumme. Eigen- und Fremdkapitalrendite sind zwei Unterkategorien dieser Gesamtkapitalrendite. Wird das bilanzielle Eigenkapital mit dem Unternehmensgewinn verglichen, ergibt sich eine Renditekennzahl (Eigenkapitalrendite), genauso, wie wenn der Gewinn mit dem Fremdkapital (Fremdkapitalrendite) verglichen wird. Außerdem ergeben diese beiden Kennzahlen wiederum die Gesamtkapitalrendite.

Finanziert sich ein Unternehmen beispielsweise zu 50 % aus Eigenkapital und zu 50 % aus Fremdkapital, machen die Renditen jeweils die Hälfte der gesamten Rendite aus. Bei je 4 % Rendite, ergibt sich somit eine Gesamtkapitalrendite von 8 %.

Leverage-Effekt und der Verschuldungsgrad

  • Liegt die Gesamtkapitalrendite ÜBER dem Fremdkapitalzins, steigt die Eigenkapitalrendite bei zunehmender Verschuldung.
  • Liegt die Gesamtkapitalrendite UNTER dem Fremdkapitalzins, sinkt die Eigenkapitalrendite bei zunehmender Verschuldung.
  • Sind Gesamtkapitalrendite und Fremdkapitalzins IDENTISCH, ist der Effekt zusätzlicher Schulden auf die Eigenkapitalrendite neutral.

Diese Auflistung verdeutlicht, dass der Leverage-Effekt sowohl positive als auch negative Entwicklungen verstärken kann. Die Aufnahme von (weiteren) Schulden ist nur dann sinnvoll, wenn die Investition eine höhere Rendite verspricht, als die Schulden kosten. Andernfalls ergibt sich ein negativer Hebel.

Positiver Leverage Effekt - Beispieldiagramm
Negativer Leverage Effekt - Beispieldiagramm

Hinweis: Mit einer steigenden Verschuldung kann die Eigenkapitalrendite theoretisch unbegrenzt erhöht werden. Kreditinstitute verlangen in der Praxis jedoch Sicherheiten für die Vergabe von Fremdkapital. Daher sind dem Verschuldungsgrad und damit auch dem Leverage-Effekt Grenzen gesetzt. Darüber hinaus wird bei der Ermittlung des Leverage-Effektes ein konstanter Fremdkapitalzins angenommen. In der Praxis steigt jedoch der zu zahlende Zins mit steigender Verschuldung.

Leverage-Effekt – Berechnung

Die Ermittlung des Leverage-Effektes basiert auf der Gesamtkapitalrendite eines Investments. Diese wird um den Leverage-Faktor (Verschuldungsgrad * Renditedifferenz) erweitert. Je höher der Anteil an Fremdkapital, desto stärker wird die Eigenkapitalrendite „gehebelt“. Die individuelle Eigenkapitalrendite eines Unternehmens, oder genauer gesagt deren Veränderung abhängig vom Fremdkapital, spiegelt den Leverage-Effekt wider. Mathematisch abgebildet werden die oben erläuterten Zusammenhänge in der folgenden Formel:

Rendite_{EK}=Rendite_{GK}+Verschuldungsgrad*(Rendite_{GK}-Zins_{FK})

EK = Eigenkapital

FK = Fremdkapital

GK = Gesamtkapital

Für den Verschuldungsgrad gilt folgende Formel:

Verschuldungsgrad=\frac{Fremdkapital}{Eigenkapital}

Einfluss der Gesamtkapitalrendite auf die Eigenkapitalrendite

Anhand der folgenden Tabelle wird deutlich, dass die Eigenkapitalrendite stark von der Gesamtkapitalrendite abhängig ist. Die Auswirkungen verschiedener Renditen auf verschiedene Verschuldungsgrade werden hierdurch sichtbar. Dass der Leverage-Effekt sowohl Gewinne als auch Verluste verstärken kann, wird bei einem Blick auf die Eigenkapitalrendite bei negativer Gesamtkapitalrendite deutlich.

Eigenkapital Fremdkapital GK-rendite Fremdkapitalzins EK-Rendite
100 % 0 % 3 % 1 % 3 %
75 % 25 % 3 % 1 % 3,67 %
50 % 50 % 3 % 1 % 5 %
25 % 75 % 3 % 1 % 9 %
5 % 95 % 3 % 1 % 41 %
100 % 0 % – 3 % 1 % – 3 %
75 % 25 % – 3 % 1 % – 3,67 %
50 % 50 % – 3 % 1 % – 5 %
25 % 75 % – 3 % 1 % – 9 %
5 % 95 % – 3 % 1 % – 41 %

Leverage-Effekt – Interpretation & Bedeutung

Unternehmen verwenden für gewöhnlich eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital für Ihre Finanzierung. Als Investitionsobjekt sind Unternehmen besonders beliebt, die Ihr Eigenkapital am Kapitalmarkt beziehen. Dabei handelt es sich für gewöhnlich um Aktiengesellschaften, von denen Investoren mit geringem Aufwand Anteile erwerben können. Umgekehrt können sich auch Investoren mit geringem Kapital einfacher an einer Aktiengesellschaft beteiligen, als beispielsweise an einer GmbH.

Investoren haben die Möglichkeit, die Daten der verfügbaren Unternehmen zu vergleichen, um eine möglichst erfolgversprechende Investition zu tätigen. Die Eigenkapitalrendite ist eine der Kennzahlen, die bei diesem Vorgang eine Rolle spielen. Nach dem Konzept des Shareholder Value haben Unternehmen ein Interesse daran, dass ihr Aktienkurs steigt, und sie dem Aktionär damit einen Mehrwert bieten können.

Bei der Rendite des Aktionärs handelt es sich letztendlich um die Eigenkapitalrendite des Unternehmens, da der Aktionär einen Teil zum Eigenkapital des Unternehmens beigesteuert hat. Für die Aktionäre wirkt sich folglich eine steigende Eigenkapitalrendite positiv aus. Kann ein Unternehmen günstig Fremdkapital aufnehmen, um den Leverage-Effekt zu nutzen, steigt somit die Rendite der Eigenkapitalgeber.

Hinweis: Wie in den folgenden Kapiteln beschrieben, stellen hohe Fremdkapitalanteile auch ein Risiko dar. Ab einer gewissen Fremdkapitalquote werden Investoren diese daher überwiegend negativ bewerten. Wann genau dies geschieht, ist unter anderem abhängig von dem Unternehmen, dem Geschäftsmodell, der Branche und den Investoren.

Was dir der Fremdkapitalanteil bei Unternehmen zeigen kann

Das Fremdkapital eines Unternehmens, das entscheidend für die Wirkung des Leverage-Effektes ist, lässt auch weitere Schlüsse über ein Unternehmen zu. Bekannt ist die entsprechende Kennzahl unter Begriffen wie „Leverage-Ratio“, „Fremdkapitalquote“ oder „Debt to Equity Ratio“.

Je höher der Fremdkapitalanteil eines Unternehmens, desto mehr Wachstum ist möglich. Dem Unternehmen steht neben eigenen Mitteln mehr Kapital zur Verfügung, das für Forschung, Entwicklung oder Akquisitionen verwendet werden kann. Ein starkes Wachstum ist bei ausreichender Innovationskraft sehr wahrscheinlich.

Im Gegenzug erhöht Fremdkapital die Anfälligkeit von Unternehmen und deren finanzielle Risiko. Insbesondere das Zinsänderungsrisiko spielt dabei eine entscheidende Rolle. Steigen die Zinsen für Fremdkapital, wird die Liquidität stärker belastet. Dieser Umstand bremst weiteres Wachstum und kann ein Unternehmen darüber hinaus in wirtschaftliche Schieflage bringen. Besonders riskant sind Zinserhöhungen vor einer Refinanzierung (beispielsweise bei der Fälligkeit von Anleihen).

Hinweis: Sowohl bei privaten Investitionen als auch im Unternehmensumfeld können zu hohe Schulden negative Folgen haben. Nicht nur die Bonität und Liquidität leiden – es werden auch Wachstumschancen begrenzt und die Rückzahlung der bestehenden Kredite gefährdet. Daher wird generell eine moderate Verschuldungsquote von weniger als 100 % als gesund betrachtet.

Der Unterschied zwischen Operating und Financial Leverage

Die Begriffe Operating und Financial Leverage tauchen beide im Umfeld von Unternehmensfinanzierungen auf. Sie werden angewendet, um die finanzielle Gesundheit und Stabilität eines Unternehmens zu beurteilen. Die Fremdkapitalquote, die auch vorstehend für die Ermittlung des Leverage-Effektes genutzt wurde, gilt im weiteren Sinne als financial Leverage. Dem gegenüber steht jedoch ergänzend der operating Leverage.

Was ist Operating Leverage?

Mit dem operating Leverage, auch operativer Hebel genannt, ist eine Aussage über die Kostenstruktur eines Unternehmens möglich. Kostenfaktoren innerhalb eines Unternehmens können grundsätzlich in fixe und variable Kosten unterteilt werden. Der operating Leverage misst, wie hoch der Anteil an fixen Kosten von den Gesamtkosten ist. Fixe kosten fallen unabhängig der Produktionsmenge an. Variable Kosten steigen dagegen mit jeder zusätzlich produzierten Einheit an. Aus diesem Grund verlieren die Fixkosten mit steigenden Produktionsmengen immer mehr an Bedeutung. Dieser Effekt wird als Fixkostendegression beschrieben.

Ein hoher operating Leverage spricht folglich für hohe laufende Kosten, wie Mieten, Gehälter und Ähnliches, oder für eine zu geringe Produktionsmenge. Je niedriger der operative Hebel ausfällt, desto besser ist dies aus Unternehmenssicht zu bewerten. Der operating Leverage ist aber nicht nur vom Unternehmen, sondern auch von der Branche abhängig. Produktionsunternehmen müssen beispielsweise deutlich mehr Fixkosten akzeptieren als ein Dienstleistungsunternehmen.

Kurz: Unter financial Leverage wird der Fremdkapitalhebel verstanden, der auch für den Leverage-Effekt maßgeblich ist. Als operating Level wird dagegen die Fixkostenquote bezeichnet. Obwohl sich die Begriffe sehr ähneln, ist für den Leverage-Effekt nur der financial Leverage entscheidend.   

Leverage-Effekt bei Derivate

Den Leverage-Effekt können nicht nur Unternehmen, sondern auch Investoren am Kapitalmarkt für sich nutzen. Sobald ein Investor auf Kredit handelt, wirkt sich der Leverage-Effekt aus. Dieses Fremdkapital bei Investitionen wird auch als Margin bezeichnet. Der Marginhandel kommt häufig bei Derivaten, wie Optionen und Futures zum Tragen.

Diese Finanzprodukte werden häufig zu einem geringen Anteil ihres eigentlichen Transaktionsvolumens gehandelt. Der Grund für diesen Umstand ist das sogenannte Bezugsverhältnis. Ein Optionskontrakt verbrieft beispielsweise das Recht zum Kauf oder Verkauf von 100 Anteilen des Basiswertes. Er wird jedoch zu einem geringeren Kurs gehandelt als dem hundertfachen Kurs des Basiswertes.

Dadurch, dass Investoren mit Derivaten eine höhere Investitionssumme abbilden können und nicht den gesamten Kontraktwert als Eigenkapital hinterlegen müssen, investieren sie faktisch mithilfe eines Kredites. Renditen ober- oder unterhalb der Fremdkapitalkosten lösen ebenfalls den Leverage-Effekt aus. Dieser wird bei Investoren auch als Financial Leverage bezeichnet.

Nachteile des Leverage-Effektes

Der Leverage-Effekt wurde unter Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes entwickelt. Aus diesem Grund gibt es in der Praxis Grenzen, an denen der Effekt teilweise oder vollständig seine Aussagekraft verliert.

Exkurs: Als vollkommener Kapitalmarkt gilt eine idealtheoretische Vorstellung des Kapitalmarktes, die für diverse Theorien auf dem Feld der Betriebswirtschaftslehre Anwendung findet. Ein vollkommener Kapitalmarkt existiert jedoch nur theoretisch. In der Praxis können verschiedene Voraussetzungen nicht erfüllt werden.

Beispielsweise wird von vollkommener Markttransparenz ausgegangen. Jeder Marktteilnehmer kann folglich ohne Zeitverzug kostenlos alle relevanten Marktdaten erhalten, verarbeiten und interpretieren. Weiterhin gibt es einen einheitlichen Zins für Investitionen und Schulden. Dieser ist für jeden Marktteilnehmer identisch. Die Höhe von Investitionen oder Schulden ist nicht begrenzt. Marktteilnehmer können folglich unbegrenzt Kredite erhalten. Dabei wird angenommen, dass alle Marktteilnehmer streng rational handeln, also zum eigenen wirtschaftlichen Nutzen.

Das Zinsenrisiko

Entgegen der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes gibt es in der wirtschaftlichen Realität verschiedene Soll- und Habenzinssätze. Diese werden bereits bei der Kalkulation des Leverage-Effektes berücksichtigt. Der Fremdkapitalzins wird jedoch als fix angenommen. In der Praxis existieren dagegen zwei Formen von variabler Verzinsung.

Zum einen können Zinssätze von Darlehen variieren, wenn sie nicht festgeschrieben wurden. Grund für Zinsänderungen können gesamtwirtschaftliche Prozesse oder Bonitätsänderungen des Darlehensnehmers sein. Entscheidender ist jedoch ein steigender Zins bei steigender Verschuldung. Eine unbegrenzte Fremdkapitalaufnahme ist nicht möglich, weil Banken die steigende Verschuldung und das erhöhte Risiko mit einem erhöhten Zinssatz berücksichtigen. Möglicherweise verweigern sie auch die Gewährung von weiteren Krediten.

Keine unbegrenzten Investitionen möglich

Der Leverage-Effekt kann zusätzlich aus der Investitionssicht begrenzt werden. In einem vollkommenen Kapitalmarkt sind unbegrenzte Investitionen zu einer garantierten Rendite möglich. Tatsächlich können Unternehmen und Investoren in der Praxis jedoch eine kritische Größe erreichen, ab der nicht alle verfügbaren Mittel investiert werden können. Eine Fremdkapitalaufnahme wird demnach unattraktiv, weil bereits das Eigenkapital kaum noch investiert werden kann.

Beispiel: Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Value Investor Warren Buffett konnte vor einigen Jahren deutlich besser Investitionen tätigen und Chancen nutzen, als sie es derzeit kann. Durch das stark gestiegene Vermögen und hohe Barreserven, müssen erhebliche Summen investiert werden. Die Beteiligungsgesellschaft kauft also tendenziell einen höheren Anteil an einem Unternehmen. Bei kleinen Aktiengesellschaften kann dies dazu führen, dass theoretisch das gesamte Unternehmen gekauft werden müsste, damit eine Investition sinnvoll ist. Der Preis und der Aufwand dafür stehen jedoch häufig nicht ein einem sinnvollen Verhältnis zum möglichen Ertrag. Das Anlageuniversum verringert sich folglich mit steigendem Investitionsvolumen.

Beispiel für den Leverage-Einsatz

Der Leverage-Effekt findet nicht nur in Unternehmen Anwendung, sondern auch bei privaten Situationen und Anlageentscheidungen. Aus diesem Grund wird im Folgenden sowohl ein unternehmerisches als auch ein privates Beispiel für die Verdeutlichung des Leverage-Effektes vorgestellt.

Beispiel für den Leverage-Effekt bei einer unternehmerischen Investition

Ein Unternehmen steht vor der Entscheidung, eine neue Fertigungshalle für die Herstellung eines zusätzlichen Produktes zu bauen. Diese Investition erfordert einen Kapitaleinsatz von 5.000.000 Euro. Die erwartete Rendite der Investition über ihre gesamte Laufzeit beziffert das Management auf 5 %.

Das Unternehmen kann sowohl einen Kredit über die volle Investitionssumme aufnehmen, als auch die gesamte Investition aus Eigenkapital finanzieren. Für das Eigenkapital fallen keine zusätzlichen Kosten an. Die Aufnahme eines Kredites wäre zu einem Zinssatz von 1,7 % möglich. Zu bedenken ist ebenfalls der sogenannte „Tax Shield“. Dabei handelt es sich um den Steuervorteil, den die Zinsaufwendungen für das Unternehmen bedeuten. Effektiv ergibt sich folglich ein Zins von 1,5 % pro Jahr.

Bei einer vollständigen Eigenkapitalfinanzierung beträgt die Eigenkapitalrendite der Investition 5 %.

Rendite_{EK}=5\%+0,00*(5\%-1,5\%)=5\%

Nimmt das Unternehmen dagegen einen Kredit in Höhe von 2,5 Millionen Euro, der Hälfte der Investitionssumme, auf steigt die Rendite auf 6,75 %. Durch die Aufnahme des Kredites kann die Eigenkapitalrendite folglich gesteigert werden.

Rendite_{EK}=5\%+0,5*(5\%-1,5\%)=6,75\%

Hinweis: Vorhandenes Eigenkapital sollte immer zu einem gewissen Anteil verwendet werden. Ein Unternehmen erlangt keinen Vorteil durch einen hohen Fremdkapitaleinsatz, wenn das Eigenkapital als Liquidität ungenutzt bleibt. Daher ist die Aufnahme von Fremdkapital nur förderlich für die Rendite, wenn auch das gesamte Kapital investiert werden kann.

Beispiel für den Leverage-Effekt bei einer Privatinvestition in Immobilien

Eine Privatperson entschließt sich für den Bau und die Finanzierung einer Immobilie. Zu diesem Zweck wird ein Kredit von 500.000 Euro aufgenommen. Auch anhand eines solchen Kredites kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls der Leverage-Effekt wirken. Der normale Abtrag, die sogenannte Annuität, setzt sich aus Tilgung und Zinsen zusammen. Dieser Abtrag und die daraus resultierende Rate verändern sich (während der Zinsbindung) nicht.

Jedoch hat der angenommene Immobilienkredit ein Recht zur Sondertilgung in Höhe von 5 % der Kreditsumme jährlich. Das entspricht in diesem Fall 25.000 Euro. Der Zinssatz für den Kredit beträgt 1,2 %.

Die Person in diesem Beispiel verfügt neben der Immobilie über ein Aktienportfolio. Die durchschnittliche Rendite dieses Portfolios liegt bei 6 % nach Steuern.

Der Haushaltsüberschuss, der nach laufenden Ausgaben übrig bleibt, beläuft sich für diesen Investor auf 25.000 Euro. Somit stehen der Person drei Wahlmöglichkeiten zur Verfügung:

  1. Schuldentilgung in Höhe von 25.000 Euro pro Jahr.
  2. Investition von 25.000 Euro pro Jahr.
  3. Aufteilung des Überschusses auf 1 & 2.

Sofern der Kreditnehmer sich gegen die vollständige Tilgung in Variante 1 entscheidet, wirkt der Leverage-Effekt. Es wird zwar nicht direkt ein Kredit für die Investition aufgenommen, aber die Rückzahlung eines Kredites wird bewusst nicht oder nur teilweise genutzt. Mithilfe dieses Kredites, also dem Fremdkapital, kann alternativ mit dem Aktienportfolio eine Rendite erwirtschaftet werden.

Für Wahlmöglichkeit 2 ergibt sich beispielsweise eine Eigenkapitalrendite von 7,2 %, anstelle von 6 %. Durch die geringere Sondertilgung des Immobilienkredites war in diesem Fall eine Erhöhung der Eigenkapitalrendite möglich. Für diese Berechnung wird angenommen, dass das Aktienportfolio zum Start der Kreditlaufzeit bei 100.000 Euro notiert.

Rendite_{EK}=6\%+\frac{25.000~EUR}{100.000~EUR}*(6\%-1,2\%)=7,2\%

Wie du attraktive Qualitätsaktien findest & ein monatliches Zusatzeinkommen generierst

Lerne, in herausragende Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis zu investieren. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Mit den Strategien von DeltaValue ist der Einstieg schnell, zeitsparend und profitabel möglich. Klicke hier um zu erfahren wie auch du Vermögen an der Börse aufbauen kannst.

DeltaValue GmbH hat 4,80 von 5 Sternen | 191 Bewertungen auf ProvenExpert.com
Langfristiger Vermögensaufbau plus regelmäßige Einnahmen an der Börse