WTI Öl-Futures | WTI Crude Future | Symbol: CL – Erklärung & Chart
WTI Öl-Futures (engl.: WTI Crude Oil Futures, CME Globex Symbol: „CL“) sind neben den Brent Crude Oil Futures die Leitterminkontrakte für den internationalen Rohölhandel. Die beiden Erdölsorten unterscheiden sich vor allem durch ihren Förderort und Schwefelgehalt: WTI (West Texas Intermediate) aus den USA hat 0,24 % Schwefel, während Brent aus der Nordsee 0,37 % Schwefel enthält. Je niedriger der Schwefelgehalt, desto leichter lässt sich das Rohöl verarbeiten.
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WTI Öl-Futures im Überblick
| Kontraktspezifikationen | |
|---|---|
| Kontraktbezeichnung | WTI Crude Oil Future |
| Symbol (CME Globex) | CL |
| Kontraktgröße | 1.000 Fässer à 159 Liter (engl. Barrels) |
| Kursnotierung | US-Dollar und Cents pro Fass |
| Min. Tickgröße (Tick Size) | 0,01 USD |
| Min. Tickwert (Tick Value) | 10,00 USD |
| Wert/Punkt (Multiplikator) | 1.000,00 USD |
| Kontraktwert | WTI Crude Futurekurs x Multiplikator |
| Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) | Kontrakte für jeden Monat des laufenden Jahres und der folgenden 10 Kalenderjahre sowie für 2 weitere Vertragsmonate. |
| Fälligkeiten (Monatscodes) | F, G, H, J, K, M, N, Q, U, V, X, Z |
| Letzter Handelstag | Der Handel endet am dritten Werktag vor dem 25. Kalendertag des vorhergehenden Kontraktmonats. |
| Lieferung | Physische Lieferung |
| Börsenplätze | New York Mercantile Exchange (NYMEX) |
| Optionen verfügbar? | Ja |
Was sind WTI Öl-Futures?
WTI Öl-Futuressind standardisierte Terminkontrakte, die den Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge Öl zu einem festgelegten Preis und Termin vereinbaren. Sie dienen sowohl zur Absicherung als auch zur Spekulation über die künftige Entwicklung des Ölpreises.
Verschiedene WTI Öl-Futures
Gehandelt an der New York Commodities Exchange (COMEX), die zur CME Group gehört:
- Ticker-Symbol: CL – Future mit höchster Liquidität
- Ticker-Symbol: QM – E-Mini Crude Oil Futures
- Ticker-Symbol: MCL – Micro WTI Crude Oil Futures
Kontraktunterschiede bei WTI Öl-Futures
Die drei WTI Rohöl-Future-Kontrakte unterscheiden sich vor allem in der Kontraktgröße, dem Tick Value und der Abwicklungsart.
Unterschiede von Gold-Future-Kontrakten in Detail
- Die reguläre WTI Crude Futures (CL), haben eine Kontraktgröße von 1.000 Barrels, eine Tick Size von 0,01 USD und einen Tick Value von 10,00 USD. Es findet eine physische Lieferung statt und es sind Optionen verfügbar.
- Die E-Mini Crude Futures (QM) haben eine Kontraktgröße von 500 Barrels, eine Tick Size von 0,025 USD und einen Tick Value von 12,50 USD. Die Lieferung erfolgt durch Barausgleich und es sind keine Optionen verfügbar.
- Die Micro WTI Crude Futures (MCL) haben eine Kontraktgröße von nur 100 Barrels, eine Tick Size von 0,01 USD und einen Tick Value von 1,00 USD. Auch bei diesen Kontrakten erfolgt die Lieferung durch Barausgleich (Cash Settlement), es sind jedoch Optionen verfügbar.
WTI Öl-Futures – Beispiel
An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines WTI Crude Future bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.
Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:
Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.
Benötigte Margin bestimmen
Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.
Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.
Berechnung der Margin
Angenommen der Kurs eines WTI Crude Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 75 USD und einem Multiplier von 1.000 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 75.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 75.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.
Demnach müsste der Händler derzeit bspw. eine Margin von 1.678 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel, also 1,97 % des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 75.000 USD lediglich um 1.678 USD reduzieren.
Contango und Backwardation bei Öl-Futures
Contango
Contango liegt vor, wenn der Spotpreis (aktuelle Marktpreis) eines Rohstoffs wie Öl niedriger ist als der Preis für zukünftige Lieferungen (Futures-Preis). Dies deutet auf eine ansteigende Terminstrukturkurve hin.
Contango tritt häufig auf, da zukünftige Preise Lager- und Versicherungskosten sowie erwartete Preissteigerungen berücksichtigen. Investoren zahlen dann mehr für zukünftige Lieferungen, um hohe Lagerkosten zu vermeiden. Da mit steigenden Preisen gerechnet wird, wird dies häufig als Zeichen für einen Aufwärtstrend interpretiert.
Backwardation
Backwardation bezeichnet die umgekehrte Situation, in der der Spotpreis höher ist als der Futures-Preis. Dies deutet auf eine aktuelle Angebotsknappheit oder die Erwartung sinkender Preise hin. Die Preiskurve zeigt dann nach unten. Backwardation kann durch saisonale Schwankungen, Nachfragerückgänge oder wirtschaftliche Unsicherheiten verursacht werden.
WTI Öl Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)
Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: CL1! oder Yahoo Finance: CL=F) können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Ölpreises herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis, also den Preis für den sofortigen Kauf oder Verkauf von Öl.
Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Ölpreisentwicklung am Kassamarkt.
WTI Öl-Future-Optionen
Die CME bietet neben dem WTI Crude Future auch Optionen auf WTI Öl-Futures (Ticker: LO) zum Handel an. Die Future-Optionen beziehen sich auf die jeweiligen Terminkontrakte, wobei ein Terminkontrakt 1,000 Fässer entspricht. Die kleinstmögliche Preisänderung (Tick Size) beträgt 0,01 USD und der Tickwert (Tick Value) ist auf 10 USD festgelegt. Der Multiplikator ist 1.000 USD. Die Notierung erfolgt in US-Dollar und Cents pro Fass.
Es werden monatliche Optionen für das laufende Jahr und für 10 aufeinander folgende Jahre sowie zwei weitere Monatskontrakte angeboten. Die Optionskontrakte sind sowohl in amerikanischer als auch in europäischer Ausübungsart erhältlich und werden durch die physische Lieferung von Öl-Terminkontrakten erfüllt.
Einflussfaktoren auf den Ölpreis
OPEC
Öl-Futures sind äußerst schwankungsfreudige Terminkontrakte. Den größten Einfluss auf den Future-Kurs haben Nachrichten aus den OPEC-Staaten (engl.: Organization of the Petroleum Exporting Countries; dt.: Organisation erdölexportierender Länder). Die OPEC-Mitglieder Saudi-Arabien, Iraq, Iran, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den Top 10.
Weitere Mitgliedstaaten sind derzeit Algerien, Äquatorialguinea, Gabun, Irak, Republik Kongo, Libyen und Nigeria, und bis vor kurzem auch Angola. Zusammen produzieren die 12 Mitgliedstaaten ca. 40 % der Weltproduktion und kontrollieren ca. 79 % der Weltölreserven (Stand: 2025).
Russland ist bisher kein OPEC-Staat, allerdings hat sich die Zusammenarbeit in den letzten Jahren deutlich intensiviert. In den Medien wird daher zunehmend von OPEC+ gesprochen.
USA – Rohöllagerbestände
Neben den OPEC-Nachrichten haben auch die wöchentlichen Lagerbestandsberichte Einfluss auf die Ölpreisentwicklung. Das private American Petroleum Institute (API) veröffentlicht jeden Dienstag und die staatliche U.S. Energy Information Administration (EIA) jeden Mittwoch die wöchentlichen Veränderungen der US-Rohölbestände, US-Benzinbestände und US-Destillatbestände.
Die Daten zeigen, wie viel Öl, Benzin und Destillate auf Lager liegen. Auf dieser Basis können Aussagen über Angebot und Nachfrage auf dem US-Ölmarkt getroffen werden. So führen steigende Rohölbestände in der Regel zu sinkenden, sinkende Bestände zu steigenden Ölpreisen.
Geopolitische Faktoren
Die weltweiten Rohölpreise und Lieferunterbrechungen werden auch von geopolitischen Ereignissen, extremen Wetterbedingungen und kurzfristigen Angebots- und Nachfrageschwankungen beeinflusst. Politische Unruhen wie die Ölkrise von 1973-74, die iranische Revolution oder die Konflikte im Nahen Osten und in Venezuela haben häufig zu Preisschocks aufgrund von Angebotsausfällen geführt.
Wetterereignisse wie Hurrikane im Golf von Mexiko oder extreme Kälte können die Produktion und den Raffineriebetrieb stören und die Preise in die Höhe treiben. Auch technische Probleme wie Raffinerieausfälle oder Pipelinestörungen können zu kurzfristigen Preissteigerungen führen.
Solche Preisanstiege sind meist vorübergehend: Sobald sich die Lieferketten angepasst haben oder die Störung behoben ist, normalisieren sich die Preise in der Regel wieder.
Ausgewählte Fakten zu Rohöl
Rohöl ist das unverarbeitete Erdöl, das direkt aus der oberen Erdkruste gewonnen wird. Es ist der wichtigste fossile Energieträger und Energierohstoff. Die Verarbeitung des geförderten Rohöls führt zu einer Vielzahl von Zwischenprodukten, deren Einsatzgebiete breit gefächert sind.
Neben der Basis für die Herstellung von Kraftstoffen bilden sie die Grundlage für eine Vielzahl von Industrieprodukten, insbesondere in der chemischen Industrie. Aufgrund der immensen wirtschaftlichen Bedeutung wird Erdöl häufig als „schwarzes Gold“ bezeichnet.
Geschichte der WTI Öl-Futures
Erdöl ist der Menschheit im Vorderen Orient seit mehr als 12.000 Jahren bekannt, wenn auch damals in anderer Form und unter anderem Namen. Das natürlich aus den Sedimentschichten austretende Erdöl verwandelte sich durch Reaktion mit Sauerstoff in eine teerartige Substanz, die heute als Asphalt bekannt ist. Der damalige Name war Erdpech. Im babylonischen Reich wurde diese Substanz als Bindemittel und Füllstoff im Schiffs-, Straßen- und Hausbau verwendet.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Erdöls stieg im Zuge der industriellen Revolution, da die Nachfrage nach Brenn-, Leucht- und Schmierstoffen stetig zunahm. Die Entdeckung und Herstellung von Petroleum als Leuchtmittel gilt dabei als wichtigster Meilenstein für die moderne chemische Industrie.
Bis zum Aufkommen der Automobilindustrie war die Herstellung von Petroleum der Hauptzweck der Erdölförderung. Der Handel mit WTI Öl-Futures begann schließlich 1983 an der NYMEX. Bis heute sind WTI Öl-Futures die am aktivsten gehandelten Energie-Terminkontrakte.
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