Unterbewertete Aktien finden – Definition & Erklärung

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Unterbewertete Aktien, auch bekannt als „Value-Aktien“, je nach Hinzunahme weiterer Strategien aber auch “günstige Qualitätsaktien” oder “Quality at a reasonable Price”, notieren unter ihrem tatsächlichen, inneren (“fairen”) Wert. Das bedeutet, dass diese Aktien für einen geringeren Preis gekauft werden können als dem inneren Wert. Unterbewerteten Aktien werden teilweise erhöhte Renditechancen gegenüber dem Marktdurchschnitt unterstellt.

Eine Herausforderung kann hierbei die Bewertung der Aktie sein. Verschiedene Bewertungsverfahren können dem Investor jedoch dabei helfen, einen guten Eindruck über den inneren bzw. fairen Wert zu gewinnen. Ist dies gelungen, lässt sich die Aktienauswahl deutlich vereinfachen bei gleichzeitiger Verbesserung der Renditeaussichten. Wie ein Investor unterbewertete Aktien erkennen kann und wie es überhaupt zu Unterbewertungen kommen kann, wird im Folgenden erläutert.

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Unterbewertete Aktien – Definition

Eine Aktie gilt grundsätzlich als unterbewertet, wenn der Kurs unterhalb des inneren Wertes am Markt gehandelt wird.

Wie funktioniert Value Investing? - Eine Erklärung

Für Investoren können unterbewertete Aktien erhöhte Chancen bieten. Da der Käufer einer unterbewerteten Aktie diese praktisch im „Sonderangebot“ erwirbt, ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Kurssteigerungen die Folge. Wann der Kurs sich dem tatsächlichen Wert einer Aktie anpasst und ob er dies überhaupt tut, kann dagegen nicht verlässlich bestimmt werden. Daher befinden sich unterbewertete Aktien häufig im Fokus von Anlegern mit langem Anlagehorizont (ca. ab 5 – 10 Jahren).

Hinweis: Eine der bekanntesten Investmentstrategien, die auf unterbewerteten Aktien aufbaut, ist das Value Investing. Aktien sollen hier möglichst günstig gekauft werden. Bei Überbewertungen sind Verkäufe und Gewinnmitnahmen denkbar. Bekannt geworden ist das Value Investing unter anderem durch Warren Buffett.

Innerer Wert einer Aktie

Der innere oder auch „faire“ Wert einer Aktie ist neben dem Aktienkurs ausschlaggebend dafür, ob eine Aktie unterbewertet ist oder nicht. Einleitend ist anzumerken, dass der innere Wert eine Aktie nicht exakt bestimmt werden kann. Abhängig von den Annahmen des jeweiligen Investors, der Auswahl der Aktie selbst sowie den Bewertungsverfahren kann der innere Wert variieren. Konzepte wie beispielsweise das Value Investing berücksichtigen zusätzlich zum inneren Wert eine Sicherheitsmarge. Diese berücksichtigt Variationen des inneren Wertes und kann das Risiko einer Investition senken.

Grundsätzlich handelt es sich bei dem inneren Wert einer Aktie um die Menge an Geld, die während der Lebensdauer eines Unternehmens an die Investoren zurückfließen kann. Geldströme in der Zukunft werden bestmöglich geschätzt und abgezinst. Je weiter ein Geldstrom in der Zukunft liegt, desto höher ist der sogenannte „Abzinsungsfaktor“.

Beispiel: Aufgrund der Inflation sind 1.000 Euro heute mehr wert, als 1.000 Euro in 10 Jahren. Verdient ein Unternehmen also gegenwärtig 1.000 Euro, kann dieser Betrag ohne Änderung für die Ermittlung des inneren Wertes übernommen werden. 1.000 Euro Gewinn in 10 Jahren würden jedoch beispielsweise nur 800 Euro Gewinn zum heutigen Zeitpunkt entsprechen.

Hinweis: Der innere Wert einer Aktie muss für gewöhnlich nicht exakt bestimmt werden. Das Konzept der Margin of Safety setzt beispielsweise an dieser Stelle an. Eine Aktie mit einem Wert von 50 Euro muss also nicht zwingend bei 49,99 Euro gekauft werden. Abzüglich der Margin of Safety entscheidet sich ein Investor möglicherweise erst bei 46 Euro zum Kauf.

Wie können unterbewertete Aktien gefunden werden?

Die folgenden Ereignisse und Indikatoren können Hinweise auf unterbewertete Aktien liefern. Das Vorliegen eines Indikators führt jedoch nicht zwingend zu sinkenden Kursen und einer Unterbewertung.

Beispielsweise kann es sinnvoll sein, die Finanznachrichten zu verfolgen. Besonders negative Nachrichten bieten für gewöhnlich das meiste Potenzial einer Unterbewertung. Unternehmen mit unterdurchschnittlichen Quartals- oder Jahresergebnissen können beispielsweise nach einem Kurseinbruch unterbewertet sein. Grundvoraussetzung für eine Unterbewertung ist dabei immer, dass die Anleger überreagieren. Sinkt der Kurs einer Aktie stärker, als es durch die Nachrichtenlage angemessen wäre, können sich Chancen für Unterbewertungen bieten.

Gleiches gilt für zyklische Unternehmen. Diese tendieren zu überdurchschnittlich starken Kursreaktionen in konjunkturell schwachen Phasen. Als Beispiel dienen hierfür Automobilhersteller und Zulieferbetriebe. Chancen auf unterbewertete Aktien können sich auch dann ergeben, wenn der gesamte Markt fällt. In Korrekturphasen oder Krisen sinken häufig auch die Kurse von Aktien, die wenig oder gar nicht von dem wirtschaftlichen Abschwung betroffen sind oder sogar profitieren. Zu diesen Zeitpunkten können sich Unterbewertungen ergeben.


Unterbewertete Aktien können vermehrt gefunden werden nach:

  • Unerwartet schlechten Geschäftsergebnissen
  • Korrekturphasen und Krisen
  • Zyklischen Einflüssen

Warum gibt es unterbewertete Aktien?

Die Preise am Aktienmarkt bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Ist eine Aktie sehr begehrt, steigt ihr Kurs. Fehlen dagegen potenzielle Käufer, sinkt der Kurs so lange, bis Händler wieder bereit sind, die Aktie zu kaufen. Diese Form der Preisbildung muss sich nicht mit dem tatsächlichen Wert der Aktien beziehungsweise Unternehmen decken. Für solche Abweichungen, also Über- oder Unterbewertungen, gibt es verschiedene Gründe.

Herdentrieb

Teilnehmer am Aktienmarkt gehen nicht immer rational vor. Statt sich selbst ein Bild von der Situation zu machen, tendieren Menschen dazu, sich anderen Menschen anzuschließen. Eine Aktie wird also beispielsweise nicht verkauft, weil der Investor diese für überbewertet hält, sondern weil viele Mitglieder in einem Forum zum Verkauf geraten haben  und sich der Investor ihnen anschließt. Dieser psychologische Effekt verstärkt sich selbst und kann den Kurs einer Aktie unter ihren inneren Wert fallen lassen.

Emotionen als Grund für unterbewertete Aktien

Emotionen als Einflussfaktor im Börsenhandel
Emotionen-Kreislauf beim Börsenhandel, der häufig bei unerfahrenen Anlegern beobachtet wird.

Schlechte Nachrichten

Ähnlich wie der Herdentrieb können sich negative Nachrichten auswirken. Beispielsweise verkaufen viele Anleger eine Aktie, weil eine Naturschutzorganisation wegen angeblichen Umweltverschmutzungen eine Klage angekündigt hat. Zwar kann dieses Rechtsrisiko sich auf das Unternehmen auswirken, fraglich ist jedoch wie stark. Anhand der geänderten Aussichten kann die Aktie neu bewertet werden. Viele Marktteilnehmer verkaufen die Aktie jedoch ausschließlich aufgrund der schlechten Nachrichten und senken damit den Kurs. Es kann folglich eine Unterbewertung entstehen, weil die Investoren “überreagieren”.

Geringes Interesse

Dass ein Geschäftsmodell nicht “spannend” oder revolutionär ist, muss nicht bedeuten, dass das Unternehmen kein gutes Investment sein kann. Besteht an einem Unternehmen nur wenig Interesse, egal aus welchem Grund, gibt es grundsätzlich wenige Käufer. Dies kann ebenfalls zu einer Unterbewertung führen. Die Chance für Investoren bei solchen Aktien besteht darin, dass die breite Masse das Potenzial des Unternehmens noch / wieder erkennt und das Interesse und die Kurse steigen.

Anforderungen an unterbewertete Aktien im Überblick

Ein zentraler Punkt bei der ersten Aktienanalyse ist eine unterbewertete Aktie von einer sogenannten „Value Trap“ zu unterscheiden. Eine Value Trap ist eine Aktie, die unterbewertet erscheint, es aber nicht ist. Beispielsweise ist ein stark gesunkener Aktienkurs nicht vorteilhaft, wenn das Unternehmen später Insolvenz anmelden muss. Solange der Kurs nicht bei null angelangt ist, kann er theoretisch weiter fallen.

Daher gibt es einige Punkte, die ein Investor überprüfen kann, um hochwertige und unterbewertete Aktien zu finden.

  • Stabile Gewinnhistorie
  • Geringes Risiko gegenüber disruptiven Technologien
  • Keine bekannten (Finanz-)Skandale
  • Bewertung unterhalb des Anlagevermögens
  • Gewinnsteigerungen in den letzten Jahren
  • Hohes Unternehmensrating (z. B. Standard & Poors oder Moody´s)
  • Niedrige PEG-Ratio (Price-Earning-Growth)
  • Alleinstellungsmerkmal (wirtschaftlicher “Burggraben”)

Davon müssen nicht alle Aspekte zutreffen, aber diese Faktoren schaffen mehr Verständnis für die Situation eines Unternehmens. Eine genaue Analyse der Kennzahlen soll zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgen.

Erklärung: Bei einer disruptiven Technologie handelt es sich um eine Erfindung oder Entwicklung, die bestehende Produkte oder Dienstleistungen in kurzer Zeit verdrängt. Die Einführung von WhatsApp führte beispielsweise innerhalb von zwei Jahren zu einem 50-prozentigen Umsatzrückgang von SMS. Auch das MP3-Format hat CDs weitgehend verdrängt. Diverse Unternehmen wurden aufgrund disruptiver Technologien innerhalb kürzester Zeit überflüssig und verschwanden vom Markt.

Unterbewertete Aktien erkennen mithilfe von Kennzahlen

Für die Prüfung, ob eine Aktie unterbewertet ist, gibt es nicht „die eine“ Kennzahl. Vielmehr muss ein Investor mit einer Kombination aus verschiedenen Kennzahlen arbeiten, um die Bewertung einer Aktie zu überprüfen. Dennoch ist das Ergebnis eine grobe Schätzung. Eine detailliertere Form der Aktienbewertung können nur umfangreichere Verfahren, wie beispielsweise das Discounted-Cashflow-Verfahren liefern.

Die folgenden sechs Kennzahlen können erste Hinweise auf eine Unterbewertung liefern.

Kurs-Gewinn-Verhältnis („KGV“, „Price to Earnings Ratio“ oder „PE Ratio“)

Wird der Kurs einer Aktie zu ihrem Gewinn ins Verhältnis gesetzt, ergibt sich das KGV. Dieses kann beispielsweise bei Vergleichen zwischen mehreren Unternehmen einer Branche hilfreich sein. Tendenziell stehen bei einem niedrigen KGV höhere Erträge einem geringen Aktienkurs gegenüber. Besonders einmalige Bilanzeffekte oder zukünftige Entwicklungen betrachtet diese Kennzahl jedoch nicht ausreichend.

Kurs-Buchwert-Verhältnis („KBV“, „Price to Bookvalue“ oder „PB Ratio“)

Der Buchwert eines Unternehmens ist die Summe aller Vermögensgegenstände. Es handelt sich um eine andere Bezeichnung für die Bilanzsumme. Als unterbewertet gelten Aktien vielfach dann, wenn ihr Kurs den Buchwert des Unternehmens unterschreitet. Dies ist bei einem KBV von unter 1 der Fall.

Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis („Price to Earnings Growth Ratio“ oder „PEG Ratio“)

Mit der PEG Ratio können die Ergebnisse des KGV überprüft werden. Indiziert das KGV beispielsweise eine sehr hohe Bewertung, kann das Unternehmen beispielsweise stark wachsen und die hohe Bewertung rechtfertigen. Verdoppelt das Unternehmen beispielsweise seinen Gewinn bei sonst gleichbleibenden Parametern, würde sich das KGV in einem Jahr halbieren. Um solche Entwicklungen zu berücksichtigen, wird das KGV durch das erwartete Gewinnwachstum geteilt. Werte für das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis unter 1 deuten dabei auf eine Unterbewertung hin.

Eigenkapitalrendite („Return on Equity“ oder „ROE“)

Anhand der Eigenkapitalrendite kann ein Investor erkennen, wie viel Gewinn ein Unternehmen im Vergleich zu seinem Eigenkapital erwirtschaftet. Dieser Wert ist vergleichbar mit der Rendite des Investors, da das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft von den Investoren stammt. Hohe Eigenkapitalrenditen bei vergleichsweise geringem Aktienkurs können auf unterbewertete Aktien hindeuten.

Verschuldungsgrad („Debt Ratio“)

Der Verschuldungsgrad zeigt, wie hoch die Schulden eines Unternehmens gemessen an seinem Eigenkapital sind. Dieser Wert sollte weder zu hoch noch zu niedrig ausfallen. Zu niedrige Verschuldungsgrade bremsen möglicherweise die Rendite, während zu hohe Werte ein Risiko bei Zinsänderungen bedeuten können.

Liquidität 3. Grades („Current Ratio“)

Die Liquidität 3. Grades ist ein Indikator für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Ermittelt wird diese Kennzahl, indem das Umlaufvermögen durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten geteilt wird. Ein Wert von 1 beziehungsweise 100 % ist die Minimalanforderung für ein Unternehmen. Gleichzeitig deuten Werte von mehr als 1,7 darauf hin, dass das Umlaufvermögen nicht optimal genutzt wird. Zu viel gebundenes Kapital kann die Rendite eines Unternehmens senken und damit auch dessen Bewertung.

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