Bid-Ask Spread – Erklärung & Berechnung
Der Bid-Ask-Spread (deutsch: Geld-Brief-Spanne) bezeichnet die Differenz zwischen dem Briefkurs (Ask), zu dem ein Finanzinstrument gekauft werden kann, und dem Geldkurs (Bid), zu dem es verkauft werden kann. Diese Kennzahl wird von Anlegern häufig unterschätzt, ist jedoch von zentraler Bedeutung, da sie implizite Handelskosten widerspiegelt, die beim Handel mit Finanzinstrumenten wie Futures, Devisen oder Optionen anfallen können.
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Bid-Ask Spread – Definition
Der Bid-Ask Spread ist die Differenz zwischen dem höchsten Preis, den ein Käufer zu zahlen bereit ist (Geldkurs/Bid), und dem niedrigsten Preis, zu dem ein Verkäufer verkaufen will (Briefkurs/Ask).
Aus Sicht eines Anlegers bedeutet dies: Wer sofort kaufen möchte, zahlt in der Regel den Ask. Wer sofort verkaufen möchte, erhält den Bid. Eine Transaktion findet demnach statt, wenn eine der beiden Seiten den Preis der anderen akzeptiert.
Berechnung des Bid-Ask-Spreads
Der Bid-Ask Spread kann sowohl in absoluten als auch in relativen Werten berechnet werden. Der absolute Spread gibt einen direkten Einblick in die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, während der relative Spread diese Differenz im Kontext des Preisniveaus des Wertpapiers betrachtet.
Absolut
Der absolute Bid-Ask Spread wird einfach durch Subtraktion des Bid-Preises (Geldkurs) vom Ask-Preis (Briefkurs) berechnet.
Relativ
Der relative Bid-Ask Spread setzt den absoluten Spread ins Verhältnis zum Mittelwert zwischen Bid und Ask. Dieser Mittelwert wird auch als Midpoint oder Midquote bezeichnet. Der relative Spread wird häufig als Prozentsatz ausgedrückt, um die Kosten des Spreads im Verhältnis zum Preisniveau des Wertpapiers darzustellen.
Bid-Ask Spread – Beispiel & Berechnung
Beispiel mit Aktien
Angenommen, eine Aktie notiert zu einem Bid-Preis von 9,95 EUR und einem Ask-Preis von 10 EUR.
Die absolute Geld-Brief-Spanne wird somit wie folgt ermittelt:
Berechnung des Bid-Ask Spreads in Prozent:
Der Bid-Ask Spread liegt in diesem Fall bei 5 Cent oder rund 0,50 %. Ein Anleger könnte demnach die Aktie zu 10 EUR beziehen und für 9,95 EUR wieder veräußern. Ein Anleger, der die Aktie zu 10 EUR kauft und sofort wieder für 9,95 EUR verkauft, würde aufgrund dieses Spreads einen Verlust von 0,50 % des eingesetzten Kapitals verbuchen.
Konkret würde dieses Vorgehen bei 100 Aktien (1.000 EUR) einen Verlust von 5 EUR bedeuten. Bei 10.000 Aktien (100.000 EUR) würde sich der Verlust bereits auf 500 EUR summieren. Der aus dem Spread resultierende prozentuale Verlust ist in beiden Fällen gleich.
Beispiel mit Optionen
Im zweiten Beispiel wird eine kurzlaufende Call Option auf eine Aktie betrachtet. Dabei notiert die Aktie zu 34,39 EUR im Bid und 34,40 EUR im Ask, während die kurzlaufende Call Option mit einem Strike von 35 EUR zu 0,69 EUR im Bid und 0,70 EUR im Ask gehandelt wird.
- Bei beiden Finanzinstrumenten beläuft sich der absolute Bid-Ask Spread auf 1 Cent.
- Prozentual beläuft sich der Spread bei der Aktie jedoch auf lediglich rund 0,03 %, während bei der Call Option rund 1,4 % zu Buche schlagen (Stichwort: Basiseffekt).
Bei standardisierten Aktienoptionen bezieht sich ein Optionskontrakt häufig auf 100 Aktien. In diesem Fall würde ein Spread von 0,01 EUR pro Option einem Spread von 1 EUR pro Kontrakt entsprechen.
Hinweise & Tipps zum Bid-Ask Spread
Limit Orders einsetzen
Händler sind im Allgemeinen gut beraten, Limit Orders für ihre Aufträge zu verwenden, da es insbesondere in volatilen und illiquiden Märkten beim Verwenden von Market Orders zu unvorteilhaften Ausführungen kommen kann.
Eine Limit Order begrenzt den maximalen Kaufpreis bzw. den Mindestverkaufspreis und kann eine Ausführung zu einem ungünstigeren Preis verhindern.
Angenommen, der aktuelle Bid einer Aktie beträgt 9,95 EUR und der Ask liegt bei 10,00 EUR. Somit würde sich der Spread auf 5 Cent belaufen. Ein Händler könnte in diesem Fall eine Limit Order bei 9,97 EUR setzen. Wird diese Order ausgeführt, zahlt er 3 Cent weniger als bei einem sofortigen Kauf zum aktuellen Ask von 10,00 EUR. Dies entspricht einer Preisverbesserung gegenüber dem Ask.
In der Praxis ist dieses Vorgehen bei aktiven Händlern sehr verbreitet, da bei dieser Händlergruppe die Kosten für den Spread eine wesentliche Rolle spielen. Diese Herangehensweise geht allerdings mit der Möglichkeit einer Nichtausführung einher.
Ausführungsqualität vergleichen
Neben dem sichtbaren Spread spielen unter anderem Gebühren, verfügbare Liquidität, Ausführungsgeschwindigkeit und mögliche Preisverbesserungen eine Rolle. Der nominell engste Spread ist daher nicht in jedem Fall die günstigste Gesamtausführung.
Für Anleger ist somit nicht nur der angezeigte Kurs, sondern die gesamte Ausführungsqualität relevant. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Ausführungsbedingungen verschiedener Handelsplätze zu vergleichen.
Auf prozentualen Spread achten
Wie in den oben dargestellten Beispielen verdeutlicht, können die gleichen absoluten Bid-Ask Spreads bei unterschiedlichen Finanzinstrumenten deutlich abweichende prozentuale Spreads bedeuten (Basiseffekt).
Der Spread selbst ändert sich durch Margin oder Hebel nicht. Seine Wirkung kann sich jedoch relativ zum eingesetzten Eigenkapital beziehungsweise zur hinterlegten Sicherheitsleistung verstärken, wenn Händler auf Margin handeln oder mit Hebel agieren (siehe Beispiel 2 – Aktienkauf vs. Optionskauf).
Je niedriger der Preis des Instruments und je höher der Hebel, desto stärker sollte man auf den prozentualen Spread achten.
Bid-Ask Spread – Interpretation
Nachfolgende Aspekte sind bei der Betrachtung der Bid-Ask Spreads zu berücksichtigen.
Liquidität
Bid-Ask Spreads hängen wesentlich von der Liquidität, der Markttiefe und dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage eines bestimmten Finanzinstruments ab. Darüber hinaus spiegeln sie Kosten und Risiken der Liquiditätsbereitstellung wider, etwa Volatilität und die Tick Size.
Besonders liquide bzw. stark gehandelte Instrumente weisen in der Regel die engsten Spreads auf – vorausgesetzt, es besteht kein erhebliches Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern.
Bei geringer Liquidität und einem deutlichen Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage kann sich der Spread deutlich ausweiten. So weisen beispielsweise große und stark gehandelte Indexwerte wie DAX-Aktien in der Regel engere Bid-Ask Spreads auf als weniger gehandelte Nebenwerte, etwa einzelne SDAX-Aktien.
Spreads als implizite Kosten
Bid-Ask Spreads stellen implizite Handelskosten dar, die vor allem für unerfahrene Anleger nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Es handelt sich dabei nicht um eine separate Gebühr, sondern um einen Kostenbestandteil, der über den Kauf- und Verkaufspreis entsteht.
Für Investoren mit einer langfristigen Strategie und geringer Handelsfrequenz sind diese Kosten meist weniger relevant. Bei aktiven oder gar hochfrequenten Tradern hingegen können sie erheblich zu Buche schlagen und müssen entsprechend in die Kalkulation einbezogen werden – insbesondere dann, wenn der Spread ungewöhnlich groß ist.
Ausweitung der Spreads bei Marktturbulenzen
In Phasen signifikanter Marktbewegungen kommt es häufig zu einer Spreadausweitung. Diese wird unter anderem durch ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verursacht. In stark fallenden Märkten versuchen viele Verkäufer, ihre Positionen schnellstmöglich abzustoßen, während potenzielle Käufer aus Sorge vor weiteren Kursverlusten zögern. Entsprechend entsteht ein Angebotsüberhang, der Preisdruck zur Folge hat.
In solchen Situationen reagieren Market Maker und andere Liquiditätsanbieter häufig mit einer Verbreiterung der Spreads. Der Hauptgrund ist die höhere Risikokompensation. Durch die Ausweitung der Spreads wird Liquidität für Marktteilnehmer teurer. Zugleich kann die handelbare Tiefe im Orderbuch sinken.
Häufige Fragen
Wie merkt man sich Bid / Ask bzw. Geldkurs und Briefkurs?
Eine Eselsbrücke wäre: Bid = Käufer bietet und Ask = Verkäufer fragt. Alternativ: „Bid“ wie „Biete Geld“, „Ask“ wie „Akzeptiere Briefkurs“.
Welche Rolle spielen Bid-Ask Spreads bei der Kursentwicklung?
Der Kurs eines Finanzinstruments tendiert nach oben tendiert, wenn kaufseitiger Orderdruck entsteht, also aggressive Kauforders auf begrenzte Verkaufsliquidität treffen.
Umgekehrt sinkt der Kurs eines Finanzinstruments tendenziell, wenn Verkaufsdruck entsteht und Verkaufsorders auf begrenzte Kaufliquidität treffen. Ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage kann die Geld-Brief-Spanne beeinflussen. Weite Spreads schmälern entsprechend potenzielle Handelsgewinne und vergrößern Verluste – insbesondere bei hoher Handelsfrequenz oder kurzem Anlagehorizont.
Was ist der Unterschied zwischen Bid, Ask und Last Price?
Der Bid ist der aktuell beste Verkaufspreis aus Anlegersicht, der Ask der aktuell beste Kaufpreis, während der Last Price nur den Preis der zuletzt ausgeführten Transaktion zeigt.
Warum haben Optionen oft höhere prozentuale Spreads als Aktien?
Optionen haben häufig niedrigere absolute Preise und geringere Liquidität, wodurch schon kleine absolute Spreads prozentual stark ins Gewicht fallen können.
Kann eine Order innerhalb des Spreads ausgeführt werden?
Ja, insbesondere Limit Orders können innerhalb des aktuellen Spreads platziert und bei passender Gegenseite zu einem besseren Preis ausgeführt werden.
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