Slippage – Bedeutung an der Börse

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Im Handel mit Optionen oder Aktien können der erwartete Preis einer Transaktion und der tatsächliche Preis voneinander abweichen. Diese Differenz wird als Slippage (deutsch: Schlupf) bezeichnet. Slippage kann jederzeit auftreten, ist aber besonders bei Marktorders in Phasen erhöhter Volatilität zu beobachten. Slippage ist auch dann möglich, wenn eine Order das verfügbare Handelsvolumen zu dem gewünschten Preis übersteigt.

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Was ist Slippage?

Der Begriff Slippage trifft grundsätzlich keine Aussage darüber, ob eine Kursabweichung positiv oder negativ ausfällt. Sowohl wenn eine Order 5 % unter dem erwarteten Preis ausgeführt, als, auch wenn dies 5 % darüber geschieht, ist der Schlupf identisch. Für gewöhnlich wird eine Wertpapierorder zum günstigsten Preis ausgeführt, der von der gewählten Börse oder dem Market Maker angeboten wird. Der vorab vom Broker des Händlers kalkulierte Preis muss nicht zwingend mit diesem Ausführungspreis übereinstimmen. Die Differenz zwischen dem beabsichtigten und dem tatsächlichen Ausführungspreis kann wie folgt eingeordnet werden.

  • Positive Slippage
    • tatsächlicher Ausführungspreis > erwarteter Ausführungspreis
  • Neutrale Slippage
    • tatsächlicher Ausführungspreis = erwarteter Ausführungspreis
  • Negative Slippage
    • tatsächlicher Ausführungspreis < erwarteter Ausführungspreis

In der Handelspraxis ändern sich Marktpreise für Wertpapiere und Derivate so schnell, dass selbst die geringe zeitliche Differenz zwischen Order und Ausführung Spielraum für einen Schlupf lässt.

Hinweis: Für gewöhnlich ist die Slippage gering. Sie bewegt sich, sofern vorhanden, bei wenigen Cent pro Wertpapier. Der Einfluss der Slippage sollte immer in Relation zum Kurs des Wertpapiers betrachtet werden.

Slippage vermeiden

Eine wirkungsvolle Möglichkeit zur Vermeidung von negativer Slippage sind Limit Orders. Bei diesen Kaufaufträgen definiert der Anleger einen festen Kaufkurs. Erst wenn dieser erreicht beziehungsweise unterschritten wird, findet die Ausführung der Order statt. Aufgrund des fixen Kurses hat der Broker keinen Spielraum bei der Orderausführung. Es gibt keine Slippage.

Das Risiko bei dieser Strategie besteht darin, dass die Order möglicherweise nicht ausgeführt wird, weil der Kurs des Wertpapiers das Limit nicht (mehr) erreicht. Sofern Preisschwankungen sehr kurzfristig auftreten und die Zeitspanne für die Abwicklung eines Geschäftes sinkt, steigt zudem die Gefahr, dass das Limit zwar kurzfristig unterschritten wird, aber die Order trotzdem nicht ausgeführt wird.

Stop Orders beugen Schlupf beim Verkauf vor. Der Anleger bestimmt hier einen festen Verkaufskurs für ein Wertpapier. Bei Stop Orders besteht dagegen das Risiko, dass der Verkauf eines Wertpapiers unterhalb des Stopkurses ausgeführt wird, weil es zu diesem Kurs keine Käufer am Markt gab. Einige Broker bieten jedoch garantierte Stopkurse an und übernehmen damit gegebenenfalls das Risiko der Slippage.

In jedem Fall können Händler das Risiko der Slippage minimieren, wenn sie zu Zeiten handeln, an denen die Aktivität und das Volumen an den Märkten entsprechend hoch sind. Zudem kann die Slippage dadurch gesenkt werden, dass Positionen (wenn möglich) nicht kurz vor oder nach wichtigen Bekanntmachungen gehandelt werden. Dabei kann es sich um unternehmensspezifische Veröffentlichungen (z. B. Quartalsergebnisse) aber auch Berichte der gesamten Marktsituation (z. B. Wirtschaftsklimaindex) handeln.

Schlupf im Forex Handel

Im Handel mit Fremdwährungen (Forex) tritt Slippage auf, wenn Marktorders oder Stop-Loss-Orders zu einem anderen Kurs ausgeführt werden, als ursprünglich in der Order angegeben. Auch am Forex Markt tritt ein Schlupf primär während Volatilitätsspitzen im Trading oder in Phasen geringen Handelsvolumens auf. In beiden Situationen führen Forex Broker die Transaktion üblicherweise zum nächsten verfügbaren Kurs aus.

Beispiel für einen Slippage-Effekt

Angenommen ein Händler platziert eine Marktorder (bestens) für 100 Aktien des Unternehmens Apple. Die Bid (Geldkurs / höchster Kaufkurs) und Ask (Briefkurs / niedrigster Verkaufskurs) Kurse lauten zum Zeitpunkt der Ordererteilung wie folgt.

BidAsk
183,50 USD183,53 USD

Die Order wird folglich zu einem Stückkurs von 183,53 USD vom Broker entgegengenommen. Noch bevor die Order ausgezeichnet wurde, kommt es innerhalb von Sekundenbruchteilen zu einer Veränderung des Bid-Ask-Spreads. Ausgezeichnet wurde die Order letztendlich zu folgenden Kursen.

BidAsk
183,54 USD183,57 USD

Pro Aktie entsteht eine negative Slippage von 0,04 USD. Für die gesamte Order entsteht somit ein um 4 Dollar höherer Preis. In diesem Beispiel wird jedoch auch deutlich, wie gering die prozentuale Slippage ist. Hier handelt es sich ungefähr um 0,02 %.

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