Slippage – Erklärung & Bedeutung beim Trading
Slippage im Trading beschreibt die Differenz zwischen einem erwarteten Referenzpreis und dem tatsächlich ausgeführten Preis einer Order. Dieser Unterschied kann sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf von Wertpapieren auftreten. Gründe dafür sind häufig Marktvolatilität, geringe Liquidität oder Verzögerungen bei der Orderübermittlung und -verarbeitung. Eine Kursabweichung kann positiv wie negativ ausfallen, ist aber vor allem bei Market Orders und ausgelösten Stop Orders relevant.
🔴Live-Webinar am 24.08.2026 um 18:30 Uhr
Optionshandel mit Stillhaltergeschäften: Zusätzliches Einkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust.
Zusatzeinkommen durch Optionshandel - so funktioniert's
Stillhaltergeschäfte: Rendite auch in Seitwärtsmärkten
Gute von schlechten Aktien unterscheiden können
Mit nur wenig Zeitaufwand möglich
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 24.08.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Slippage – Definition
Slippage an der Börse bezeichnet die Ausführung von Kauf- oder Verkaufsorders zu einem anderen Preis als ursprünglich erwartet. Als Referenz kann beispielsweise der angezeigte Bid-/Ask-Kurs, eine Quote, ein Stop-Niveau oder der Kurs zum Zeitpunkt der Orderaufgabe dienen.
Dabei sagt der Begriff nichts darüber aus, ob die Kursabweichung positiv oder negativ ist – er beschreibt lediglich die Differenz. Kritisch wird dieser Effekt vor allem dann, wenn er zu finanziellen Nachteilen führt.
Slippage berechnen
Slippage kann absolut oder prozentual gemessen werden. Die absolute Slippage zeigt die Differenz in Währungseinheiten, Punkten, Pips oder Ticks. Die prozentuale Slippage setzt diese Differenz ins Verhältnis zum erwarteten Preis.
- Bei Kauforders ist ein höherer Ausführungspreis negativ, ein niedrigerer Ausführungspreis positiv.
- Bei Verkaufsorders ist es umgekehrt: Ein höherer Verkaufspreis bedeutet positive Slippage, ein niedrigerer Verkaufspreis negative Slippage.
| Kennzahl | Formel |
|---|---|
| Absolute Slippage | Tatsächlicher Ausführungspreis – erwarteter Preis |
| Slippage in % | (Tatsächlicher Ausführungspreis – erwarteter Preis) / erwarteter Preis × 100 |
Wie entsteht eine Slippage?
Slippage entsteht, wenn eine Order nicht zum angenommenen, sondern zu einem abweichenden Preis ausgeführt wird. Dies gilt insbesondere für Market Orders, also Aufträge, die auf eine möglichst schnelle Ausführung abzielen. In solchen Fällen kann der tatsächliche Ausführungspreis vom angezeigten Bid-/Ask-Kurs oder dem zuletzt gesehenen Preis abweichen.
Eine Market Order garantiert in der Regel die Ausführung, nicht aber einen bestimmten Preis. Größere Orders können zudem in mehreren Teilausführungen zu unterschiedlichen Preisen ausgeführt werden.
Typische Ursachen sind:
- Hohe Volatilität: Bei schnellen Kursbewegungen, etwa nach wichtigen Nachrichten oder in besonders schwankungsanfälligen Märkten, kann sich der Preis während der Orderausführung stark verändern.
- Geringe Liquidität: Wenn nur wenige Käufer oder Verkäufer im Markt aktiv sind, reichen die vorhandenen Orders möglicherweise nicht aus, um die Marktorder zum gewünschten Preis zu bedienen.
- Auftragsverzögerung: Technische Verzögerungen bei der Übermittlung oder Verarbeitung einer Order, etwa durch langsame Internetverbindung oder Serverlatenz, können dazu führen, dass sich der Preis zwischen Auftragserteilung und Ausführung verändert.
Arten von Slippage
Der Unterschied zwischen dem erwarteten Referenzpreis und dem tatsächlichen Ausführungspreis kann wie folgt eingeordnet werden.
- Positive Slippage: Der tatsächliche Ausführungspreis ist besser als erwartet (z. B. niedriger beim Kauf oder höher beim Verkauf).
- Neutrale Slippage: Der Ausführungspreis entspricht genau dem erwarteten Preis.
- Negative Slippage: Der tatsächliche Preis ist ungünstiger als erwartet.
Bei hochliquiden Wertpapieren unter normalen Marktbedingungen sind die Abweichungen häufig gering. In illiquiden Märkten, bei großen Orders, rund um Markteröffnung und Handelsschluss oder nach wichtigen Nachrichten können sie deutlich größer ausfallen.
Kursabweichungen im Forex
Auch im Devisenhandel (Forex) tritt Slippage auf, wenn eine Market Order oder eine Stop-Loss Order zu einem anderen Kurs ausgeführt wird als ursprünglich erwartet. Dies geschieht typischerweise bei hoher Volatilität, Kurslücken oder dünner Liquidität. Im außerbörslichen Forex- und CFD-Handel können zusätzlich Anbieterpreise, Spreads, Produktbedingungen und Hebelwirkung eine Rolle spielen.
Beispiele:
- Kurssturz: Ein Händler platziert eine Stop-Loss Order für EUR/USD bei 1,0800. Bei einem starken Markteinbruch fällt der Kurs jedoch blitzartig auf 1,0770, ohne zwischenzeitlich bei 1,0800 handelbar gewesen zu sein. Die Order wird daher zum nächsten verfügbaren Kurs (1,0770) mit einer negativen Slippage von 30 Pips ausgeführt.
- Zinsentscheid: Nach einem überraschenden Fed-Zinsentscheid springt der EUR/USD-Kurs innerhalb von Sekunden von 1,0920 auf 1,0985. Eine Marktorder zum Verkauf bei 1,0920 wird stattdessen zum neuen Kurs von 1,0985 ausgeführt – was für den Verkäufer eine positive Slippage bedeutet.
In beiden Fällen wird der Auftrag zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Ein normaler Stop-Loss garantiert den Stop-Kurs nicht. Er löst bei Erreichen des Stop-Niveaus in der Regel eine Market Order aus.
Wie eine Slippage reduziert werden kann
Um Slippage zu minimieren, nutzen Händler verschiedene Ordertypen. Jeder bringt eigene Chancen und Risiken mit sich.
Limit Orders
Händler setzen häufig Limit Orders ein, um sich gezielt vor Ausführungen zu schlechteren Preisen zu schützen. Bei diesem Ordertyp gibt der Händler einen festen Preis an, zu dem ein Kauf oder Verkauf stattfinden soll. Eine Kauforder wird nicht über dem Limit ausgeführt, eine Verkaufsorder nicht unter dem Limit. Ist der Preis erreicht oder besser, kann die Order ausgeführt werden.
Eine Limit Order verhindert damit eine Ausführung zu einem schlechteren Preis als dem gesetzten Limit. Die Order kann allerdings unerfüllt bleiben, wenn der Marktpreis das gesetzte Limit nicht erreicht. Bei kurzfristigen Preisspitzen kann es zudem passieren, dass der Kurs das Limit nur kurz berührt und trotzdem keine Ausführung erfolgt, z. B. weil nicht genügend Liquidität vorhanden ist.
Stop Orders
Stop Orders – häufig als Stop-Loss bezeichnet – sind ein weiteres Instrument zur Risikobegrenzung. Hierbei legt der Händler einen Auslösekurs (Stop) fest. Wird dieser erreicht, wird automatisch eine Marktorder ausgelöst.
In volatilen Märkten kann die Order zu einem schlechteren Kurs als dem Stoppkurs ausgeführt werden, da die Marktorder dann zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt wird. Beispiel: Wenn eine Stop-Loss Order bei 50 EUR gesetzt wird, der nächste verfügbare Kurs aber nur bei 48 EUR liegt, erfolgt der Verkauf zu 48 EUR – mit einer negativen Slippage von 2 EUR.
Stop-Limit Orders
Die Stop-Limit Order kombiniert Stop- und Limitfunktionen: Der Händler legt einen Stoppkurs fest, der die Order aktiviert, und zusätzlich einen Limit-Kurs, der die schlechteste akzeptierte Preisgrenze für die Ausführung definiert. Wird der Stop erreicht, wandelt sich die Order in eine Limit Order. Sie wird nur zum Limitpreis oder besser ausgeführt.
Vergleich: Verschiedene Ordertypen und Slippage
| Ordertyp | Preisrisiko | Ausführungswahrscheinlichkeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Market Order | Hoch | Sehr hoch | Ausführung steht im Vordergrund, Preis ist nicht garantiert |
| Limit Order | Kein schlechterer Preis als das Limit | Mittel bis niedrig | Teilausführung oder Nichtausführung möglich |
| Stop Order | Hoch nach Auslösung | Hoch | Nach Erreichen des Stops meist Market Order |
| Stop-Limit Order | Kein schlechterer Preis als das Limit | Niedrig bis mittel | Stop löst Limit Order aus |
| Garantierter Stop-Loss | Keine Slippage am garantierten Stop | Hoch | Bedingungen und Gebühr beachten |
Bedeutung von Slippage-Toleranz
Die Slippage-Toleranz (auch Slippage-Tolerance genannt) ist ein vom Händler oder Investor festgelegter Maximalwert, um wie viel der tatsächliche Ausführungskurs eines Trades vom gewünschten Kurs abweichen darf. Sie wird meist in Prozent angegeben, je nach Plattform aber auch in Punkten, Pips oder Ticks.
Die Slippage-Toleranz ist keine allgemein verfügbare Funktion, sondern wird von der jeweiligen Handelsplattform oder dem Broker als Schutzfunktion angeboten. Technisch kann sie etwa als Preisband, Preisgrenze oder marktfähige Limit Order umgesetzt werden.
Slippage-Warnung
Eine Slippage-Warnung ist ein Hinweis, den manche Handelsplattformen anzeigen, wenn sich der tatsächliche Ausführungspreis eines Trades deutlich vom angezeigten Preis unterscheidet – also wenn Slippage auftritt, die die eingestellte Toleranz überschreitet oder außerhalb eines Preisbands liegt.
Typischer Ablauf im Trading:
- Ein Händler gibt eine Order ein (z. B. zum aktuellen Kurs oder mit limitierter Slippage-Toleranz).
- In der Zwischenzeit ändert sich der Kurs stark.
- Die Plattform erkennt, dass der neue Preis außerhalb der akzeptierten Spanne liegt.
- Der Händler bekommt eine Slippage-Warnung: z. B. „Preis hat sich verändert – willst du trotzdem ausführen?“
Beispiel für einen Slippage-Effekt
Angenommen ein Händler platziert eine Marktorder (bestens) für 100 Aktien des Unternehmens Apple. Die Bid (Geldkurs / höchster Kaufkurs) und Ask (Briefkurs / niedrigster Verkaufskurs) Kurse lauten zum Zeitpunkt der Ordererteilung wie folgt.
| Bid | Ask |
|---|---|
| 183,50 USD | 183,53 USD |
Die Order wird folglich mit einem erwarteten Stückkurs von 183,53 USD eingegeben. Noch bevor die Order endgültig ausgeführt wurde, kommt es innerhalb von Sekundenbruchteilen zu einer Veränderung der Kurse im Orderbuch. Ausgeführt wurde die Order letztendlich zu folgenden Kursen.
| Bid | Ask |
|---|---|
| 183,54 USD | 183,57 USD |
Pro Aktie entsteht eine negative Slippage von 0,04 USD. Für die gesamte Order entsteht somit ein um 4 Dollar höherer Preis. In diesem Beispiel ist der prozentuale Slippage-Effekt gering. Es handelt sich ungefähr um 0,02 %. Abhängig von den Rahmenbedingungen sind auch höhere Abweichungen möglich.
Weiterführende Informationen
Unterschied zwischen Slippage, Spread und Gebühren
Slippage, Spread und Gebühren beeinflussen alle die Handelskosten, beschreiben aber unterschiedliche Effekte.
- Spread: Der Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Bid) und Briefkurs (Ask). Er entsteht bereits vor der Orderausführung.
- Slippage: Slippage entsteht, wenn der tatsächliche Ausführungspreis vom erwarteten Preis abweicht.
- Gebühren: Gebühren sind separate Kosten des Brokers, der Börse oder der Handelsplattform, zum Beispiel Orderprovisionen oder Transaktionsentgelte.
Für die tatsächlichen Handelskosten sind alle drei Faktoren relevant. Ein Trade kann beispielsweise einen engen Spread haben, aber durch hohe Volatilität trotzdem mit Slippage ausgeführt werden.
Slippage bei Kryptowährungen
Bei Kryptowährungen tritt Slippage besonders häufig auf, weil viele Märkte stark schwanken und die Liquidität je nach Coin, Börse und Handelszeit deutlich variiert. Bei großen Orders oder wenig gehandelten Kryptowährungen kann der Ausführungspreis schnell vom angezeigten Kurs abweichen.
Auf zentralen Kryptobörsen entsteht Slippage ähnlich wie bei Aktien oder Forex: Eine Market Order wird gegen die verfügbaren Kauf- oder Verkaufsangebote im Orderbuch ausgeführt. Reicht das Volumen auf dem besten Preisniveau nicht aus, werden weitere Preisstufen genutzt. Dadurch verschlechtert sich der Durchschnittspreis der gesamten Order.
Bei dezentralen Börsen (DEX) kommen weitere Faktoren hinzu. Dort werden Trades häufig über Liquidity Pools und automatisierte Market Maker abgewickelt. Große Swaps können den Pool-Preis selbst verschieben. Zusätzlich kann sich der Kurs verändern, während eine Transaktion auf der Blockchain bestätigt wird.
Viele Krypto-Plattformen bieten deshalb eine Slippage-Toleranz an. Wird diese überschritten, wird die Transaktion nicht oder nur zu den festgelegten Bedingungen ausgeführt.
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 24.08.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

