Abwärtstrend (Aktien) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Abwärtstrend - Definition
Abwärtstrend - Definition

Ein Abwärtstrend (auch „Abwärtsphase“, engl. „Downtrend“) beschreibt eine Kursbewegung, die über einen definierten Betrachtungszeitraum insgesamt nach unten gerichtet ist.

Innerhalb dieser Phase können kurzfristige Gegenbewegungen, Erholungen und Konsolidierungen auftreten – die übergeordnete Struktur bleibt jedoch abwärtsgerichtet.

Merkmale

Gängige Merkmale eines Abwärtstrends sind:

  • Tiefere Tiefs: Der Kurs markiert im Verlauf wiederholt neue, niedrigere Tiefpunkte.
  • Tiefere Hochs: Zwischenzeitliche Erholungen enden unterhalb vorheriger Hochpunkte.
  • Fallende gleitende Durchschnitte: Gleitende Durchschnitte (z. B. SMA/EMA/WMA) sinken und deuten auf einen fallenden Durchschnittspreis hin.

Wann endet ein Abwärtstrend?

Ein Abwärtstrend kann an Dynamik verlieren, wenn der Kurs im Unterstützungsbereich nicht mehr deutlich weiter fällt (z. B. keine neuen Tiefs ausbildet) oder wenn die Sequenz aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs bricht (z. B. durch ein erstes höheres Tief und/oder das Überwinden eines vorherigen tieferen Hochs).

Häufig ist eine Bestätigung durch weitere Kriterien (z. B. mehrere Zeitebenen, Volumen, Preisstruktur) sinnvoll. Je nach Verlauf kann daraus eine Seitwärtsphase entstehen oder ein neuer Aufwärtstrend beginnen.

Bedeutung eines Abwärtstrends für das Trading

Ein Abwärtstrend steht häufig für ein „bearishes“ Umfeld (fallende Erwartungen, höherer Verkaufsdruck). Er wird oft mit einem Bärenmarkt in Verbindung gebracht – ist aber nicht gleichzusetzen: Ein Abwärtstrend kann auf einzelne Werte und beliebige Zeiteinheiten bezogen sein, während der Begriff Bärenmarkt meist eine breitere Marktphase (z. B. Index) beschreibt.

Trader nutzen Abwärtstrends häufig, um Short-Positionen zu eröffnen oder bestehende Positionen abzusichern (z. B. Positionsgröße reduzieren, Stops nachziehen).

Abwärtstrend und Optionen

Für den Handel mit Optionen gilt in der Regel: Unter sonst gleichen Bedingungen steigt der Wert von Put-Optionen bei fallenden Kursen des Basiswerts (negatives Delta). Die Prämie wird jedoch nicht nur vom Kurs beeinflusst, sondern u. a. auch von impliziter Volatilität und Restlaufzeit.

Typische bearish ausgerichtete Strategien sind beispielsweise:

  • Long Put – direktional bearish, begrenztes Risiko durch gezahlte Prämie
  • Bear Put Spread – bearish mit begrenztem Gewinn-/Verlustprofil
  • Bear Call Spread – bearish mit vereinnahmter Prämie und begrenztem Risiko

Risikomanagement bei möglichem Trendbruch

Wenn sich die Marktstruktur verbessert, kann für Short Trader aktives Risikomanagement sinnvoll sein – etwa durch Trailing Stop-Loss Orders oder durch den Kauf von Call-Optionen (Absicherung gegen steigende Kurse).

Zu beachten ist: Stop Orders können bei hoher Volatilität oder Kurslücken (Gaps) zu Ausführungspreisen führen, die vom erwarteten Stop-Niveau abweichen.

Entstehung einer Abwärtsphase

Abwärtsphasen können in jedem börsengehandelten Produkt (ob Aktien, Optionen oder Futures) und in jeder Zeiteinheit auftreten, vom Minutenchart bis zum Wochenchart.

Ein Abwärtstrend entsteht typischerweise durch überwiegenden Verkaufsdruck bzw. eine sinkende Zahlungsbereitschaft auf der Käuferseite. Preise bilden sich fortlaufend durch Angebot und Nachfrage (Bid/Ask).

Auslöser können unter anderem eine schwächere Unternehmensentwicklung, eine negative Branchen- oder Gesamtmarktstimmung oder makroökonomische Faktoren sein. Die Kurse fallen, bis sich vorübergehend ein neues Gleichgewicht zwischen Kauf- und Verkaufsinteresse etabliert.

Beispiel

Folgendes Beispiel zeigt einen Abwärtstrend am Beispiel des S&P-500-Index (Kürzel: SPX) über mehrere Wochen, dargestellt auf einem Stundenchart. Anschließend wurde der Trend durchbrochen und der Kurs begann sich vom Trend zu entfernen.

Eingezeichnet sind verschiedene Methoden, einen Abwärtstrend zu beurteilen. Dazu zählen:

  • eine Trendlinie (orange),
  • die Markierung tieferer Hochs und tieferer Tiefs (hellblaue Kreise),
  • ein erstes höheres Tief als mögliches Frühzeichen nachlassender Abwärtsdynamik (roter Kreis),
  • sowie ein gewichteter gleitender Durchschnitt über 50 Perioden (z. B. 50-Stunden-WMA im Stundenchart).

Alle Methoden haben Vor- und Nachteile. In der Praxis ist besonders verbreitet, die Trendstruktur über tiefere Hochs und tiefere Tiefs zu verfolgen und einen möglichen Trendwechsel über den Bruch dieser Sequenz (z. B. höhere Tiefs und/oder das Überwinden eines vorherigen tieferen Hochs) zu identifizieren.

Beispiel: Abwärtstrend im S&P-500-Index (SPX)
Beispiel eines mehrwöchigen Abwärtstrends, dargestellt auf einem Stundenchart, hier im SPX Index

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