EUREX Exchange für Optionen und Futures

Der Begriff Eurex fällt unter Händlern von Optionen und Futures immer wieder. Es handelt sich um die Abkürzung für „European Exchange“. Die Eurex ist eine der größten Terminbörsen für Futures und Optionen. Die rein elektronische Handels- und Clearingplattform wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet und bietet den Handel mit einer großen Vielfalt von Derivaten und anderen Finanzprodukten an.

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Was ist die EUREX?

Die Eurex hat ihren Sitz in Eschborn und ist eine Marke der Eurex Frankfurt AG. Nach ihrer Gründung wurden im ersten Jahr an der Eurex 248 Millionen Kontrakte durch 313 registrierte Mitglieder gehandelt. Dieses Volumen hat sich in der Zwischenzeit fast verzehnfacht.

Inzwischen ist der Handel an der Eurex auch für Privatanleger möglich. Dafür ist lediglich ein Broker notwendig, der den Terminhandel über die Eurex anbietet. Darauf aufbauend können Anleger primär Optionen und Futures kaufen und verkaufen.

Produkte

Zu den Produkten der Eurex gehört ein breites Angebot verschiedener Derivate auf diverse Basiswerte. Unter anderem sind die folgenden Produkte handelbar.

  • Aktienderivate
    • An der Eurex sind sowohl Optionen als auch Futures auf Aktien handelbar. Kunden haben Zugriff auf mehr als 700 Aktienoptionen und über 1.000 Single Stock Futures.
  • Aktienindexderivate
    • Indexderivate können an der Eurex auf globale, europäische oder nationale Indizes gehandelt werden. Dazu zählen beispielsweise der Euro Stoxx 50, der DAX oder gängige MSCI-Indizes. Für gewöhnlich ist die verfügbare Anzahl an Futures und Optionen auf die verschiedenen Indizes sehr ähnlich.
  • FX-Derivate
    • Im FX-Handel ermöglicht die Eurex den Handel mit Futures und FX-Optionen zu festen Fälligkeitstagen. Futures stehen für 24 Währungspaare zur Verfügung, FX-Optionen für 11 Währungspaare. Eine Besonderheit im FX-Angebot der Eurex sind sogenannte Rolling Spot Futures. Sie haben keine feste Laufzeit und werden stattdessen täglich gerollt.
  • Rohstoffderivate
    • Rohstoffe werden an der Eurex durch Indizes oder Exchange Traded Commodities (ETCs) abgebildet. Rohstoffe als Basiswert werden häufig zur Diversifikation und zur Verringerung der Volatilität eines Portfolios verwendet.
  • Zinsderivate
    • Derivate, die sich auf nationale und internationale Zinssätze und Zinsindizes beziehen, nehmen einen wesentlichen Teil des gesamten Derivatmarktes ein. An der Eurex können mehr als 70 % der börsennotierten Euro-Zinsderivate gehandelt werden.

Handelszeiten

Entscheidend für eine Terminbörse sind ihre Handelszeiten. Innerhalb dieser Zeiten können Kauf- und Verkaufsaufträge, sogenannte Orders, platziert und ausgeführt werden. Die Handelszeiten an der Eurex hängen stark davon ab, welches Derivat gehandelt werden soll. Dax-Optionen können beispielsweise von 08:50 Uhr bis 19:00 Uhr gehandelt werden.

Für die meisten Produkte ist der Handelsbeginn an der Eurex um 07:50 Uhr oder 08:50 Uhr und der Handelsschluss um 19:00 Uhr oder 22:00 Uhr.

Geschichte und Bedeutung der EUREX

Die Eurex Exchange ging aus der Deutschen Börse AG und der Swiss Exchange hervor. Diese beiden Unternehmen unterzeichneten 1996 eine Absichtserklärung, um eine Plattform für den Handel und das Clearing von Derivaten zu schaffen. 1998 wurde die Zusammenführung der Deutschen Terminbörse mit der Swiss Options and Financial Futures Exchange offiziell umgesetzt.

Ab 1999 stand den Marktteilnehmern zusätzlich eine grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung. Aufgrund einer Kooperation mit der Helsinki Exchange Group konnte danach das Produktangebot deutlich erweitert werden. Das Jahr 2002 markiert einen Meilenstein, da erstmalig Optionen und Futures auf ETFs gehandelt wurden. Im Jahr 2006 wurden zudem wöchentliche Optionen eingeführt. Vor der Finanzkrise 2008 erreichte die Anzahl der gehandelten Kontrakte mit 3,2 Milliarden Stück seinen bisherigen Höhepunkt.

Mit der Gründung der Eurex wurde gleichzeitig eine der ersten elektronischen Handelsplattformen geschaffen. Bis 2012 hielten die Deutsche Börse AG und die Swiss Exchange indirekt eine jeweils 50-prozentige Beteiligung. Seit 2012 ist die Eurex eine reine Tochtergesellschaft der Deutschen Börse Group.

Börsenphasen während eines Handelstages

An der Eurex ist ein Handelstag in fünf verschiedene Phasen eingeteilt. Dies sind:

  • Pre-Trading
  • Opening
  • Trading
  • Closing Auction
  • Post-Trading

Pre-Trading

Während der Pre-Trading-Phase, der Vorhandelsphase, können die Marktteilnehmer Eingaben und Anfragen in der Handelssoftware vornehmen. Darüber hinaus können Sie Orders ändern oder löschen. Tatsächliche Abschlüsse erfolgen in dieser Phase nicht. Für gewöhnlich beginnt diese Phase an der Eurex um 07:30 Uhr.

Opening

Das Opening an der Eurex besteht aus mehreren Schritten. Am Beginn steht die Eröffnung der Handelsbücher. Dafür findet eine Eröffnungsauktion statt. Während dieser Auktion werden übereinstimmende Orders ausgeführt und auf diesem Weg Kurse für die jeweiligen Wertpapiere gebildet. Es muss jedoch nicht zwingend für jedes Wertpapier eine Auktion stattfinden, um einen Kurs zu bestimmen. Alternativ wird dieser aus den Daten der Pre-Trading-Phase abgeleitet. Für einzelne Wertpapiere kann die Eurex den Handel während des Openings aussetzen. Die „Market Supervision“ führt dann eine gesonderte Prüfung des Startkurses durch.

Die Opening-Phase wird mit dem Netting beendet. Bei dem Netting handelt es sich um ein Verrechnungsverfahren, das der endgültigen Preiskalkulation dient. Das Netting wird für jedes Produkt separat vorgenommen. Je höher beispielsweise die Nachfrage nach einem Wertpapier ausfällt, desto höher notiert dessen Kurs. Aufgrund des individuellen Nettings treten die einzelnen Produkte an der Eurex nicht zwangsläufig zum selben Zeitpunkt in die Handelsphase ein.

Hinweis: Genau wie in der Pre-Trading-Phase können auch während des Openings Orders eingestellt geändert oder gelöscht werden. Dies ist jedoch nur einzeln möglich.

Trading

Die Trading-Phase nimmt den Großteil des Handelstages ein. Während dieses Zeitraums werden Kauf- und Verkaufsaufträge kontinuierlich miteinander verglichen. Alle Aufträge, für die ein Handelspartner ermittelt werden kann, werden direkt ausgeführt. Ist kein Käufer oder Verkäufer zu dem eingetragenen Kurs zu finden, wird die Order in das Auftragsbuch eingetragen. Eine Ausführung kann dann stattfinden, wenn sich eine geeignete Gegenpartei findet, oder die Gültigkeit der Order erlischt.

Closing Auction

Für einige Terminkontrakte wird eine Schlussauktion zur Ermittlung des Schlusskurses durchgeführt. Alle Orders, die bisher nicht ausgeführt wurden, werden automatisch in die Closing Auction übernommen. Eingaben und Änderungen von Aufträgen sind weiterhin möglich. Als Schlusskurs wird der Wert bestimmt, zu dem das größtmögliche Handelsvolumen für ein Derivat realisiert werden kann.

Weicht der potenzielle Schlusskurs stark vom Referenzkurs des Handelstages ab, kann die Auktion abgebrochen werden. Vergleichbar zu der Eröffnungsauktion endet die Schlussauktion, wenn das Netting von allen Orders abgeschlossen ist.

Hinweis: Gibt es für Terminkontrakte keine Aufträge oder nur solche, die nicht ausführbar sind, endet die Schlussauktion ohne Festlegung eines Schlusskurses.

Post-Trading

Vergleichbar mit der Opening-Phase findet das Post-Trading in verschiedenen Abschnitten statt. Während der Full Post-Trading-Phase können Orders für den nächsten Handelstag erteilt und bestehende Aufträge mit Gültigkeit bis mindestens zum nächsten Handelstag geändert oder gelöscht werden. Auch Preisanfragen und die Ausübung von Optionen ist in diesem ersten Zeitabschnitt noch möglich.

Im folgenden Zeitabschnitt wird der Direkthandel geschlossen. Geschäfte „Over the Counter“ sind dann nicht mehr möglich. Eine spezielle Phase des Post-Tradings gilt für Optionen. Betroffen sind nur amerikanische Optionen, die an jedem Handelstag ausgeübt werden können, und europäische Optionen am letzten Handelstag. Eine Ausübung ist dann weiterhin möglich. Veränderungen der Positionen selbst sind jedoch nicht mehr möglich. Abgeschlossen wird das Post-Trading durch die „Resticted“ Phase. Auch Ausübungen sind nicht mehr möglich und es können lediglich Datenabfragen gestellt werden. Nach dieser letzten Phase sind auch Datenabfragen nicht mehr möglich und das System wird für den nächsten Handelstag vorbereitet.

Eurex Bonds und Eurex Repo

Die Aktivitäten der Eurex begrenzen sich nicht nur auf Termingeschäfte, sondern umfassen auch Kassamarktgeschäfte außerhalb der Börse. Zu diesem Zweck wurden zwei Tochtergesellschaften der Eurex gegründet.

  • Eurex Bonds GmbH, Gründung im Jahr 2000
  • Eurex Repo GmbH, Gründung im Jahr 2000

Die Eurex Bonds GmbH wurde zum außerbörslichen Handel und Clearing von Finanzinstrumenten gegründet. Handelbar sind beispielsweise alle festverzinslichen Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland, europäische Staatsanleihen und ausgewählte Unternehmensanleihen. Insgesamt zeichnet sich der geschaffene Handelsplatz durch vergleichsweise risikoarme Produkte aus. Anleihen aus Schwellenländern mit hohem Risiko, sogenannte High Yield Bonds, werden hier beispielsweise nicht gehandelt.

Eurex Bonds vs. Eurex Repo

Thematisch eng an die Eurex Bonds GmbH angelehnt ist durch die Eurex Repo GmbH der Handel mit Rückkaufvereinbarungen (Repos) möglich. Erneut liegt der Fokus auf europäischen Produkten mit hoher Sicherheit. Gehandelt werden Repos an der Eurex Repo in Euro und Schweizer Franken. Die Leistung der Eurex Repo GmbH ist ausgerichtet auf Finanzdienstleister und Banken. Diese können sich unter anderem mit Repogeschäften refinanzieren oder überschüssige Finanzmittel anlegen.

Hinweis: Privatanleger können die Dienstleistungen von Eurex Bonds und Eurex Repo nicht in Anspruch nehmen. Nur regulierte Kreditinstitute und Finanzdienstleister können diese Handelsplattformen nutzen. Aufgrund der Kontraktgrößen in diesen Handelssegmenten ist der Handel dieser Instrumente durch Privatanleger zudem unwahrscheinlich.

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