Risk Reversal – Definition & Erklärung

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Ein Risk Reversal kombiniert den Kauf und Verkauf von Call- und Put-Optionen, um mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz bullische oder bärische Positionen auf Aktien, ETFs oder Futures aufzubauen. Je nach Ausgestaltung kann die Strategie auch zur gezielten Absicherung bestehender Positionen eingesetzt werden. Zudem lassen sich aktienähnliche Long- oder Short-Positionen mit Optionen aufbauen, ohne den Basiswert direkt zu besitzen.

🔴 Live-Webinar am 25.05.2026 um 18:30 Uhr

Ausbildung für Vermögensaufbau mit zusätzlichen monatlichen Einnahmen

Generiere ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen an der Börse, indem du ein klares Handelssystem mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen erlernst. Lerne Strategien kennen, die dir einen statistisch und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschaffen.

Einführung: Optionsstrategien für alle Marktlagen Gute von schlechten Aktien unterscheiden
Profitable Aktien- und Optionsstrategien 
In jeder Marktlage Geld verdienen
Plus Gratis-PDF im Webinar: Dein Start in den erfolgreichen Optionshandel

Was ist ein Risk Reversal? – Definition

Risk Reversal ist eine Optionsstrategie, die mit einer Mischung aus Calls und Puts umgesetzt wird und sowohl zur Absicherung als auch zur Spekulation eingesetzt werden kann. Dabei wird eine Option verkauft und mit der Prämie eine andere Option auf denselben Basiswert gekauft.

Beispiel für einen Risk Reversal: Auswahl von OTM Calls und Puts aus der Optionskette
Auswahl von OTM Calls und Puts für einen kostengünstigen Risk Reversal am Beispiel der Trader Workstation (TWS)

Anwendung der Strategie

Risk Reversals können gezielt eingesetzt werden, um mit Optionen eine bullische oder bärische Position aufzubauen. In Kombination mit einer bestehenden Position im Basiswert kann daraus auch eine Absicherungsstrategie werden.

  • Short Risk Reversal: Eine bestehende Long-Position wird abgesichert, indem eine Call-Option verkauft und mit der Prämie eine Put-Option gekauft wird.
  • Long Risk Reversal: Umgekehrt kann eine bestehende Short-Position durch den Verkauf einer Put-Option und den Kauf einer Call-Option gegen stark steigende Kurse abgesichert werden.

Hinweis: Kostenneutral ist ein Risk Reversal dann, wenn die vereinnahmte Prämie der verkauften Option die gezahlte Prämie der gekauften Option vollständig oder nahezu vollständig ausgleicht. 

Aufbau eines Risk Reversal

Ein Risk Reversal wird aus einer gekauften und einer verkauften Option auf denselben Basiswert mit gleicher Laufzeit aufgebaut.

  • Beim Long Risk Reversal wird typischerweise ein OTM Put verkauft und ein OTM Call gekauft.
  • Beim Short Risk Reversal wird dagegen ein OTM Call verkauft und ein OTM Put gekauft.
Beispiel Short Risk Reversal

Hält ein Investor beispielsweise bereits 100 Aktien zu je 50 EUR und kombiniert diese Position mit dem Kauf eines Puts mit Strike 45 EUR sowie dem Verkauf eines Calls mit Strike 55 EUR, wird diese Ausführung auch als Collar bezeichnet. Kostet der Put 1,20 EUR je Aktie und bringt der verkaufte Call ebenfalls 1,20 EUR ein, entsteht ein Zero Cost Collar.

  • Damit ist die Aktienposition bis 45 EUR gegen weitere Kursverluste abgesichert.
  • Steigt der Kurs dagegen über 55 EUR, sind zusätzliche Gewinne oberhalb dieser Marke nicht mehr möglich, weil der verkaufte Call die weitere Aufwärtsbewegung begrenzt.

Long Risk Reversal

Ein Long Risk Reversal besteht aus dem Verkauf einer OTM Put-Option (Short Put) und dem Kauf einer OTM Call-Option (Long Call). Diese Strategie wird genutzt, um auf steigende Kurse zu spekulieren oder eine long-nahe Position aufzubauen, ohne den Basiswert direkt zu kaufen.

  • Bei steigenden Kursen: Überschreitet der Kurs des Basiswerts den Strike der gekauften Call-Option, gewinnt diese an Wert und bietet theoretisch unbegrenzte Gewinnmöglichkeiten. Der Short Put verfällt wertlos, und die vereinnahmte Prämie trägt zur Finanzierung der Call-Option bei.
  • Bei fallenden Kursen: Sinkt der Kurs unter den Strike des Short Puts, entstehen Verluste, da der Händler verpflichtet ist, den Basiswert zum vereinbarten Preis zu kaufen. Bei Aktien oder ETFs ist das Verlustpotenzial erheblich und reicht im Extremfall bis zu einem Kursrückgang des Basiswerts auf null. Bei Futures können Verluste aufgrund des Hebels die hinterlegte Margin übersteigen.
Long Risk Reversal - Payoff-Diagramm der Optionsstrategie
Auszahlungsprofil der Long Risk Reversal Optionsstrategie

Short Risk Reversal

Ein Short Risk Reversal besteht aus dem Verkauf einer OTM Call-Option (Short Call) und Kauf einer OTM Put-Option (Long Put). Diese Strategie wird eingesetzt, um von fallenden Kursen zu profitieren oder eine short-nahe Position mit Optionen aufzubauen.

  • Bei fallenden Kursen: Der Long Put gewinnt an Wert, was den Gesamtgewinn erhöht. Die verkaufte Call-Option verfällt im Idealfall wertlos, und die vereinnahmte Prämie trägt zur Finanzierung des Long Puts bei.
  • Bei steigenden Kursen: Der Long Put verliert an Wert, wodurch die Prämie aus dem Short Call teilweise oder vollständig aufgebraucht werden kann. Überschreitet der Kurs den Strike der Call-Option, entstehen aus dem Short Call Verluste, die bei Aktien und ETFs theoretisch unbegrenzt sein können. Bei amerikanischen Optionen besteht zudem das Risiko einer vorzeitigen Ausübung.
Short Risk Reversal - Payoff-Diagramm der Optionsstrategie
Auszahlungsprofil der Short Risk Reversal Optionsstrategie

Ungedeckte Risk Reversals

Wird ein Risk Reversal ohne bestehende Position im Basiswert aufgebaut, enthält die Strategie zugleich eine verkaufte Option, deren Risiko nicht vollständig durch die jeweils gekaufte Gegenoption ausgeglichen wird.

Beim Einsatz von nackten Optionen steht weniger die Absicherung im Vordergrund als vielmehr das spekulative Interesse des Optionshändlers, mit wenig Kapital eine Position aufzubauen. Dabei kann die Positionsgröße der verkauften Optionen auch größer als 1:1 sein. Auf diese Weise wird eine zusätzliche Hebelwirkung eingebaut, allerdings auch ein deutlich höheres Risiko.

Abgrenzung: Synthetische Positionen mit Optionen

Werden Put und Call mit identischem Strike-Preis und gleicher Laufzeit kombiniert, kann daraus eine synthetische Long- oder Short-Position entstehen. In diesem Fall bildet die Optionskombination die Kursstruktur des Basiswerts besonders genau nach.

Beim klassischen Risk Reversal liegen die Strikes dagegen häufig auseinander. Dadurch entsteht kein perfekter synthetischer Basiswert, sondern eine richtungsabhängige Position mit asymmetrischem Chance-Risiko-Profil.

Anwendung bei FX-Optionen

Beim Handel mit FX-Optionen bezeichnet Risk Reversal typischerweise die Differenz zwischen der impliziten Volatilität eines OTM-Calls und eines OTM-Puts mit gleichem Delta, häufig 25-Delta. Je höher die Nachfrage nach einem Optionskontrakt, desto höher sind dessen Volatilität und Preis.

  • Ein positives Risk Reversal beschreibt die Situation, in der die implizite Volatilität (IV) von Call-Optionen höher ist als die IV vergleichbarer Put-Optionen. Dies deutet auf eine stärkere Nachfrage nach Aufwärtsschutz oder Aufwärtspartizipation hin und zeigt eine asymmetrische Markteinschätzung an.
  • Umgekehrt weist eine höhere Nachfrage nach Put-Optionen auf ein stärkeres Interesse an Abwärtsschutz hin. Das Risk Reversal sollte dabei nicht automatisch als sichere Erwartung steigender oder fallender Wechselkurse interpretiert werden.

Kurz: Das Risk Reversal kann am Devisenmarkt verwendet werden, um die relative Nachfrage nach Aufwärts- und Abwärtsschutz zu beurteilen und diese Informationen in Handelsentscheidungen einfließen zu lassen.

Beispiel für ein Risk Reversal

Ein Investor hält 100 Aktien eines deutschen Energiekonzernes. Der aktuelle Kurs beträgt 9 Euro. Der Investor möchte diese Long-Position gegen sinkende Kurse absichern und nutzt dafür einen Collar. Dazu kauft der Investor einen Put (Long Put) und verkauft einen Call (Short Call) mit identischen Restlaufzeiten.

Trade Anlage Strike-Preis Menge Optionspreis
Bestand Aktien E.ON 100 9,00 EUR
Kauf Put-Option 8,00 EUR 1 1,35 EUR
Verkauf Call-Option 11,50 EUR 1 1,27 EUR
Nettoprämie (exkl. Ordergebühren) – 0,08 EUR (- 8 EUR)

Hinweise

In diesem Beispiel fällt die erhaltene Prämie für den Call geringer aus, als die gezahlte Prämie für den Put. Somit muss der Investor insgesamt Geld bezahlen, um die Optionsstrategie aufzusetzen (ein sogennanter Debit Spread).

  • In dieser Konstellation ist der Investor gegen fallende Kurse unter die Marke von 8 Euro abgesichert, weil ab diesem Zeitpunkt der Wert der Put-Option die Kursverluste der Aktienposition kompensiert.
  • Steigt der Kurs, ist eine Gewinnrealisation nur bis zu einem Kurs von 11,50 Euro möglich. Ab dieser Marke wird der Short Call weitere Kursgewinne weitgehend ausgleichen.

Kostenloses Webinar + PDF: So handelst du profitabel mit Optionen und generierst ein Zusatzeinkommen

Einführung: Optionsstrategien für alle MarktlagenLerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 25.05.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

DeltaValue GmbH hat 4,89 von 5 Sternen | 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com