Optionen auf Euro-Schatz-Futures (OGBS) – Spezifikationen, Handel & Strategie
Optionen auf Euro-Schatz-Futures (Symbol: „OGBS“) sind an der Eurex gehandelte Optionen, die dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht geben, bei Ausübung eine Long- oder Short-Position im zugrunde liegenden Euro-Schatz-Future (FGBS) zum Strike-Preis zu eröffnen. Damit dienen sie Händlern zur gezielten Positionierung im kurzen Laufzeitsegment der deutschen Zinskurve und werden zur Portfolioabsicherung, Prämiengenerierung und zum Volatilitätshandel eingesetzt.
Optionen auf Euro-Schatz-Futures im Überblick
| Produkt-Steckbrief: Optionen auf Euro-Schatz-Futures | |
|---|---|
| Produkttyp | Option auf einen Fixed-Income-Future (Zinsoption) |
| Basiswert (Underlying) | Euro-Schatz-Future (FGBS) |
| Börse | Eurex |
| Produktkürzel / Produkt-ID | OGBS |
| Produkt-ISIN | DE0009652701 |
| Kontraktgröße | Ein Euro-Schatz-Future (Nominalwert 100.000 EUR) |
| Punktwert | 1.000 EUR je vollem Punkt (Notierung in Prozent des Nennwerts) |
| Tick Size / Tick Value | 0,005 Punkte = 5,00 EUR |
| Ausübungspreis-Abstufung | 0,10 Punkte |
| Währung | EUR |
| Handelszeiten | ca. 08:00 – 17:15 Uhr MEZ (fortlaufender Handel) |
| Laufzeiten / Verfalltermine |
|
| Ausübungsart | Amerikanische Ausübung |
| Erfüllung | Eröffnung einer Euro-Schatz-Futures-Position zum Ausübungspreis (kein Barausgleich) |
| Prämienabrechnung | Futures-Style-Verfahren |
| Letzter Handelstag | Letzter Freitag vor dem ersten Kalendertag des Verfallmonats, dem noch mindestens zwei Börsentage vor dem ersten Kalendertag des Verfallmonats folgen |
| Block Trade Size (Minimum) | 500 Kontrakte |
| Weitere Informationen | Optionen auf Euro-Schatz-Futures (OGBS) |
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Wer über die neuesten Entwicklungen bei Eurex Trading Europe informiert bleiben möchte, kann den Eurex-Newsletter abonnieren (kostenlos, nützliche Infos für Händler und Investoren).Optionen auf Euro-Schatz-Futures: Funktionsweise und Einordnung
Optionen auf Euro-Schatz-Futures verbriefen das Recht (nicht die Pflicht), bei Ausübung eine Position im Euro-Schatz-Future zu erhalten: Ein Call führt beim Käufer zu einer Long-Position im Future, ein Put zu einer Short-Position – jeweils eröffnet zum festgelegten Ausübungspreis (Strike).
Weil sich der Schatz-Future invers zu den Renditen kurzlaufender Bundesanleihen bewegt, lassen sich mit OGBS Zinsmeinungen und Absicherungen mit klar begrenztem Risiko auf der Käuferseite umsetzen. Innerhalb der Fixed-Income-Produktfamilie der Eurex ergänzen sie den Schatz-Future um asymmetrische Auszahlungsprofile und den direkten Handel von Volatilität am kurzen Ende der Zinskurve.
Wie das Produkt funktioniert
Der Basiswert – der Euro-Schatz-Future (FGBS) – bezieht sich auf eine fiktive Schuldverschreibung der Bundesrepublik Deutschland mit einer Restlaufzeit von 1,75 bis 2,25 Jahren und einem Nominalzins von 6 %. Ein Future-Kontrakt lautet über einen Nennwert von 100.000 EUR und notiert in Prozent des Nennwerts. Ein voller Punkt entspricht damit 1.000 EUR. Der Tick der Option beträgt 0,005 Punkte und somit 5 EUR – identisch mit dem Tick des Futures selbst, der ebenfalls in Schritten von 0,005 Punkten quotiert wird.
Der Käufer erwirbt die Option zu einer Optionsprämie, der Verkäufer (Stillhalter) übernimmt im Gegenzug die entsprechende Verpflichtung. Positionen werden im laufenden Handel eröffnet und durch ein Gegengeschäft wieder glattgestellt oder gerollt.
Abrechnungsverfahren
Anders als bei vielen Aktienindexoptionen wird die Prämie im Futures-Style-Verfahren abgerechnet: Es erfolgt keine einmalige Prämienzahlung unmittelbar nach dem Kauf. Stattdessen wird die Optionsposition an jedem Börsentag Mark-To-Market bewertet.
Die daraus resultierenden Wertänderungen werden über die Variation Margin verrechnet. Bei Ausübung und Zuteilung sowie bei Verfall erfolgt zusätzlich eine abschließende Prämienzahlung in Höhe des täglichen Abrechnungspreises der Option am Ausübungs- bzw. Verfalltag.
Einordnung in die Eurex-Produktfamilie
Optionen auf Euro-Schatz-Futures (OGBS) beziehen sich auf denselben Basiswert wie der Schatz-Future, bilden aber ein Options- statt eines unbedingten Termingeschäfts ab. Innerhalb der deutschen Staatsanleihe-Optionen markieren sie das kurze Ende der Kurve. Es folgen OGBM (Bobl, 4,5 bis 5,5 Jahre) und OGBL (Bund, 8,5 bis 10,5 Jahre), am sehr langen Ende OGBX (Buxl®, 24 bis 35 Jahre).
Die kurze Duration des Basiswerts prägt das Produkt stärker als bei jedem anderen Kontrakt der Familie: Ein Renditesprung von einem Basispunkt bewegt den Schatz-Future näherungsweise um 0,02 Punkte (rund 20 EUR) und damit nur um einen Bruchteil dessen, was derselbe Impuls beim Bund-Future auslöst. Entsprechend gering fallen Prämien und absolute Kursausschläge der OGBS-Serien aus – was sich in der feinsten Strike-Abstufung der gesamten Produktfamilie (0,10 Punkte) widerspiegelt.
Mögliche Einsatzzwecke
Händler nutzen Optionen auf Euro-Schatz-Futures unter anderem für gerichtete Zinspositionen mit definiertem Risiko (Long Call / Long Put), zur Absicherung kurzlaufender Anleiheportfolios gegen steigende Renditen (Protective Put), zur Vereinnahmung von Prämien in Seitwärtsphasen (Stillhaltergeschäfte) sowie für den gezielten Handel von Volatilität über Kombinationen wie Straddles, Strangles oder Kalenderpositionen. Weil das 2-Jahres-Segment am unmittelbarsten auf den erwarteten Zinspfad der EZB reagiert, sind OGBS-Optionen der direkteste börsengehandelte Ausdruck geldpolitischer Erwartungen innerhalb der deutschen Staatsanleihe-Optionen.
Kontraktspezifikationen der Optionen auf Euro-Schatz-Futures im Detail
Für den praktischen Handel mit OGBS-Optionen sind vor allem die folgenden Werte relevant:
- Kontraktgröße & Punktwert: Ein OGBS-Kontrakt bezieht sich auf einen Euro-Schatz-Future (Nennwert 100.000 EUR). Notiert wird in Prozent des Nennwerts. Ein voller Punkt entspricht 1.000 EUR. Eine Optionsprämie von beispielsweise 0,10 Punkten kostet somit 100 EUR je Kontrakt (0,10 × 1.000 EUR).
- Tick Size & Tick Value: Die Mindestpreisänderung beträgt 0,005 Punkte, entsprechend 5,00 EUR je Kontrakt.
- Ausübungspreise: Die Strikes werden in Abstufungen von 0,10 Punkten geführt – die feinste Staffelung innerhalb der Eurex-Optionen auf Staatsanleihe-Futures. Bei Einführung stehen je Call und Put und je Fälligkeit mindestens neun Ausübungspreise zur Verfügung (vier im Geld, einer am Geld, vier aus dem Geld).
- Laufzeiten & zugrunde liegender Future: Angeboten werden Laufzeiten von bis zu sechs Monaten – die drei nächsten aufeinanderfolgenden Kalendermonate sowie der darauf folgende Quartalsmonat.
- Bei Verfall in einem Kalendermonat ist der Basiswert der auf den Verfallmonat folgende Quartals-Future.
- Bei Verfall in einem Quartalsmonat stimmen Verfallmonat der Option und Fälligkeitsmonat des Futures überein.
- Prämienabrechnung (Futures-Style): Die Optionsposition wird börsentäglich Mark-To-Market bewertet und über die Variation Margin abgerechnet. Bei Ausübung und Zuteilung sowie bei Verfall erfolgt zusätzlich eine abschließende Prämienzahlung in Höhe des täglichen Abrechnungspreises der Option am Ausübungs- bzw. Verfalltag. Käufer und Verkäufer unterliegen dabei den jeweils geltenden Margin-Anforderungen.
- Erfüllung: Die Ausübung führt für Käufer und zugeteilten Verkäufer zu einer entsprechenden Euro-Schatz-Futures-Position zum Strike-Preis. Die Position wird im Anschluss an die Post-Trading-Full-Periode des Ausübungstages eröffnet. Es findet kein Barausgleich und keine direkte Anleihelieferung statt.
- Risiko: Für die Optionsposition selbst ist der maximale Verlust des Käufers wirtschaftlich auf die Optionsprämie begrenzt und der maximale Gewinn des Stillhalters auf die Optionsprämie. Nach Ausübung bzw. Zuteilung entsteht jedoch eine eigenständige Futures-Position, deren weitere Gewinne, Verluste und Margin-Anforderungen nicht durch die Optionsprämie begrenzt sind.
- Verfall: Letzter Handelstag ist der letzte Freitag vor dem ersten Kalendertag des Verfallmonats, dem noch mindestens zwei Börsentage vor dem ersten Kalendertag des Verfallmonats folgen. Ist dieser Freitag kein Börsentag, gilt der unmittelbar vorhergehende Börsentag. Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es grundsätzlich keine Verfalltermine.
- Keine Wochenserien: Wöchentliche Verfalltermine bietet die Eurex bei den deutschen Staatsanleihe-Optionen ausschließlich für OGBL an.
- Ausübung: amerikanisch – eine Ausübung ist an jedem Börsentag während der Laufzeit möglich (bis zum Ende der Post-Trading-Full-Periode um 18:30 Uhr MEZ, am letzten Handelstag bis 18:00 Uhr MEZ).
- Täglicher Abrechnungspreis: Die Ermittlung durch Eurex erfolgt anhand des Binomialmodells nach Cox/Ross/Rubinstein.
- Handelszeiten: Der fortlaufende Handel läuft an Werktagen etwa von 08:00 bis 17:15 Uhr MEZ; die Pre-Trading-Periode beginnt um 07:30 Uhr MEZ.
- Block Trades: OGBS ist für den Eurex Block Trade Service zugelassen; die Mindestgröße beträgt 500 Kontrakte – der höchste Wert innerhalb der deutschen Staatsanleihe-Optionen, da ein einzelner Kontrakt das geringste Zinsrisiko der Familie trägt.
- Liquidität: Die Umsätze konzentrieren sich auf die nächstfälligen Optionsserien rund um das Geld. Dort sind die Bid-Ask Spreads in der Regel eng.
Zwei Beispielstrategien mit Optionen auf Euro-Schatz-Futures
Mit OGBS-Optionen lassen sich unterschiedliche Zinsmeinungen und Anlageziele abbilden. Sie können beispielsweise dazu eingesetzt werden, ein bestehendes Portfolio kurzer Laufzeiten gegen steigende Renditen abzusichern oder durch den Verkauf von Optionen Prämieneinnahmen zu erzielen.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen eine Absicherungsstrategie sowie eine Stillhalterstrategie.
Absicherungsstrategie mit Optionen auf Euro-Schatz-Futures
OGBS-Optionen können eingesetzt werden, um ein Anleiheportfolio kurzer Laufzeit gegen Kursverluste infolge steigender Renditen abzusichern. Dazu erwirbt der Anleger eine Verkaufsoption auf den Schatz-Future und erhält damit das Recht, von einem Rückgang des Future-Kurses zu profitieren bzw. Verluste im Portfolio teilweise auszugleichen.
Ziel ist es, das Zinsänderungsrisiko für einen festgelegten Zeitraum zu begrenzen, ohne die Bestände verkaufen zu müssen.
Ausgangslage
Ein Anleger hält ein Portfolio aus Bundesschatzanweisungen und kurzlaufenden Bundesanleihen im Gegenwert von rund 1.000.000 EUR mit einer Duration nahe dem Schatz-Future. Er rechnet mittelfristig mit stabilen Märkten, möchte sich aber gegen einen kurzfristigen Renditeanstieg (und damit fallende Anleihekurse) über die kommenden Wochen absichern – etwa im Vorfeld einer möglichen Neubewertung des EZB-Zinspfads.
Umsetzung
Der Anleger kauft OGBS-Puts (Protective Put) mit einem Strike leicht unterhalb des aktuellen Future-Kurses und passender Restlaufzeit. Notiert der Schatz-Future bei etwa 107,00 Punkten, wählt er beispielsweise Puts mit Strike 106,90 und rund zwei Monaten Laufzeit. Für eine Prämie von etwa 0,10 Punkten zahlt er nach dem Futures-Style-Verfahren 100 EUR je Kontrakt (0,10 × 1.000 EUR).
Die Kontraktzahl orientiert sich am abzusichernden Nominalvolumen: Bei einem Future-Nennwert von 100.000 EUR deckt ein Portfolio von rund 1.000.000 EUR näherungsweise etwa zehn Kontrakte ab. Die exakte Kontraktzahl hängt von Duration bzw. Basispunktwert des Portfolios und dem Konversionsfaktor der günstigsten lieferbaren Anleihe ab.
Ergebnis & Szenarien
- Steigen die Renditen deutlich, fällt der Schatz-Future und der Put gewinnt an Wert – die Verluste im Anleihedepot werden weitgehend ausgeglichen. Das maximale Risiko der Absicherung ist auf die gezahlte Prämie begrenzt.
- Fallen die Renditen (steigende Kurse), verfällt der Put wertlos. Der Anleger nimmt die Aufwärtsbewegung im Depot weiter mit, gemindert um die Prämie, die als „Versicherungskosten“ wirkt.
- In einem Seitwärtsmarkt zehrt vor allem der Zeitwertverfall an der Option (Theta).
Zu beachten ist die Laufzeitabweichung: Weil der Schatz-Future die kürzeste Duration der Produktfamilie aufweist, ist er als Absicherungsinstrument für länger laufende Bestände nur eingeschränkt geeignet. Wer ein Portfolio mit deutlich höherer Duration über OGBS absichert, benötigt ein Vielfaches an Kontrakten und bleibt einem erheblichen Restrisiko aus Veränderungen der Kurvenform ausgesetzt. Passende Kennzahlen wie Delta und Vega stellen dar, wie stark die Position auf Kurs- und Volatilitätsänderungen reagiert.
Stillhalterstrategie mit Optionen auf Euro-Schatz-Futures
Statt Optionen zu kaufen, lassen sich OGBS-Optionen auch verkaufen (schreiben). Der Verkäufer bzw. der Stillhalter vereinnahmt dabei die Optionsprämie und übernimmt im Gegenzug die Verpflichtung, bei einer Ausübung die entsprechende Schatz-Futures-Position zum Ausübungspreis zu übernehmen.
Ziel ist es, bei ansonsten günstiger Marktentwicklung vom Zeitwertverfall und von einer stabilen bzw. rückläufigen Volatilität zu profitieren.
Grundidee
Der Stillhalter setzt häufig darauf, dass die verkaufte Option am Verfallstag wertlos ausläuft. Zwei Effekte können dabei für ihn arbeiten: Bei ansonsten unveränderten preisbestimmenden Faktoren nimmt der Zeitwert der Option mit näher rückendem Verfall ab. Eine sinkende implizite Volatilität kann den Optionspreis ebenfalls reduzieren. Der Gesamtwert der Option kann dennoch steigen, insbesondere wenn sich der Schatz-Future deutlich gegen die Short-Position bewegt.
Umsetzung
Ein Anleger erwartet einen seitwärts bis leicht steigenden Schatz-Future (stabile bis fallende Renditen am kurzen Ende) und verkauft bei einem Future-Kurs von rund 107,00 Punkten einen Short Put mit Strike 106,80 und etwa einem Monat Laufzeit. Für eine Prämie von beispielsweise 0,06 Punkten entspricht das 60 EUR je Kontrakt (0,06 × 1.000 EUR).
Analog lässt sich ein Short Call oberhalb des Marktes (z. B. Strike 107,20) einsetzen, wenn kein deutlicher Anstieg erwartet wird. Beide Positionen können zu einem Short Strangle kombiniert werden, um in seitwärtsverlaufenden Märkten auf beiden Seiten Prämie zu vereinnahmen. Weil die Strikes in Schritten von nur 0,10 Punkten geführt werden, lässt sich der Abstand zum Markt feiner wählen als bei allen anderen deutschen Staatsanleihe-Optionen. Gleichzeitig fällt die absolute Prämie je Kontrakt deutlich geringer aus als bei OGBM oder OGBL – Transaktionskosten wiegen entsprechend schwerer.
Ergebnis & Szenarien
- Bleibt der Schatz-Future im Beispiel über 106,80 Punkten, verfällt der Put wertlos und der Stillhalter erzielt aus der Option einen Gewinn von insgesamt 60 EUR je Kontrakt. Der rechnerische Break-even liegt bei 106,74 Punkten (Strike abzüglich Prämie).
- Fällt der Future darunter, entsteht ein Verlust, der mit sinkendem Kurs zunimmt – im theoretischen Extremfall eines Future-Kurses bei null bis zu rund 106.740 EUR je Kontrakt. Beim Short Call wächst der Verlust mit steigendem Future-Kurs entsprechend an.
- Weil die amerikanische Ausübungsart gilt, kann eine im Geld liegende Short-Option bereits vor dem Verfall zugeteilt werden. Der Stillhalter hält dann eine Schatz-Futures-Position zum Strike.
Optionsgriechen bei Optionen auf Euro-Schatz-Futures (mit Simulation)
Wie jede Option reagiert auch eine OGBS-Option nicht nur auf den Kurs des Basiswerts, sondern auch auf Faktoren wie die Restlaufzeit und Volatilität. Optionsgriechen stellen diese Sensitivitäten dar – bei OGBS-Kontrakten nach denselben Prinzipien wie bei jeder anderen Option. Die vier wichtigsten Griechen sind hierbei Delta, Theta, Vega und Gamma.
Weil sie für Call- und Put-Optionen (zudem jeweils Long und Short) unterschiedlich verlaufen, veranschaulicht die folgende Simulation das Zusammenspiel. Wähle Optionstyp (Call oder Put) und Position (Long oder Short), anschließend verschiebe den Regler „Restlaufzeit“, um die Reaktion des Gewinn- & Verlust-Diagramms und der Optionsgriechen zu verstehen.
Risiko (Gewinn & Verlust)
Theta
Delta
Vega
Gamma
Beispiel: Euro-Schatz-Optionen im Chart
Der folgende Chart zeigt den Euro-Schatz-Future (FGBS) als Basiswert der OGBS-Optionen und veranschaulicht die Kursbewegung, an der Call- und Put-Positionen partizipieren.
Optionen auf Euro-Schatz-Futures – Chancen und Risiken
Chancen
- Direkter Zugang zum 2-Jahres-Segment, das am unmittelbarsten auf geldpolitische Erwartungen der EZB reagiert
- Feinste Strike-Abstufung der Produktfamilie (0,10 Punkte) für präzise Positionierung
- Geringe absolute Kontraktgröße im Risiko – das Zinsrisiko je Kontrakt ist das kleinste aller deutschen Staatsanleihe-Optionen
- Definiertes Verlustrisiko auf der Käuferseite – maximal die gezahlte Prämie
- Flexible Strategien für steigende, fallende, seitwärts laufende und volatile Zinsmärkte
- Kapitaleffiziente Absicherung kurzlaufender Anleihebestände ohne Verkauf der Positionen
Risiken
- Deutlich geringere Liquidität als bei den Bund-Optionen (OGBL) – vor allem in weit entfernten Strikes und längeren Laufzeiten
- Niedrige Prämien in absoluten Beträgen: Transaktionskosten fallen relativ stärker ins Gewicht
- Begrenzte Absicherungswirkung für Portfolios mit längerer Duration – hoher Kontraktbedarf und Kurvenrestrisiko
- Keine Wochenserien: für ereignisgetriebene Strategien stehen keine sehr kurzen Laufzeiten zur Verfügung
- Zeitwertverfall: Bei ansonsten unveränderten Einflussfaktoren nimmt der Zeitwert einer Option mit näher rückendem Verfall ab
- Volatilitätsrisiko: sinkende Volatilität belastet Long-Optionen
- Totalverlust der Prämie, wenn die Option wertlos verfällt
- Für Stillhalter hohes Verlustrisiko sowie Margin- und Nachschusspflicht
Verwandte Produkte und Kombinationsmöglichkeiten
Optionen auf Euro-Schatz-Futures lassen sich sinnvoll mit weiteren Kontrakten der Eurex kombinieren:
- Euro-Schatz-Future (FGBS): Zum Delta-Hedging von Optionspositionen oder zur gerichteten Umsetzung derselben Zinserwartung als unbedingtes Termingeschäft.
- Optionen auf Euro-Bobl-, Euro-Bund- und Euro-Buxl®-Futures (OGBM, OGBL, OGBX): Analoge Optionen auf längere Laufzeitsegmente – geeignet, um Erwartungen zur Form der Zinskurve abzubilden, etwa über eine Kombination aus OGBS und OGBL zur Abbildung einer Versteilerung oder Verflachung.
- Optionen auf Dreimonats-Euribor-Futures und €STR-Derivate: Für Positionen am ganz kurzen Ende, die näher an der Geldmarktsteuerung der EZB liegen als der 2-Jahres-Bereich.
- Optionen auf Euro-OAT- und Euro-BTP-Futures (OOAT, OBTP): Für Positionen auf Renditeaufschläge anderer Euro-Staatsanleihemärkte gegenüber Deutschland.
- Wöchentliche OGBL-Optionen (Weekly Options): Da OGBS keine Wochenserien kennt, bieten die Bund-Weeklies die kurzfristigere Alternative für ereignisgetriebenes Handeln rund um EZB-Termine oder Konjunkturdaten.
- Absicherung (Hedging): Kombination aus Anleihekassaposition und Long Put zur Reduktion des Zinsänderungsrisikos bei erhaltenem Aufwärtspotenzial.
Hintergrund zu den Optionen auf Euro-Schatz-Futures
- Einführung: Die deutschen Zins-Futures und die zugehörigen Optionen entstanden an der Deutschen Terminbörse (DTB), der Vorgängerin der heutigen Eurex. Das kurze Laufzeitsegment kam als letzter der drei Benchmark-Kontrakte hinzu, nachdem sich Bund- und Bobl-Kontrakte bereits etabliert hatten.
- Marktbedeutung: Der Schatz-Future ist der Referenzkontrakt für das kurze Segment der Euro-Zinskurve und gehört zu den meistgehandelten Zins-Futures weltweit. Die Optionen darauf bleiben im Volumen jedoch deutlich hinter den Bund-Optionen zurück.
- Produktfamilie: Gemeinsam mit OGBM, OGBL und OGBX markiert OGBS das kurze Ende einer Produktfamilie, die die deutsche Zinskurve von rund zwei bis über 30 Jahren abdeckt und die Umsetzung von Kurvenstrategien innerhalb eines einheitlichen Kontraktdesigns erlaubt.
Fazit zu Optionen auf Euro-Schatz-Futures
Optionen auf Euro-Schatz-Futures (OGBS) sind amerikanisch ausübbare Zinsoptionen auf den Euro-Schatz-Future, die an der Eurex gehandelt werden und bei Ausübung in eine Futures-Position zum Strike-Preis münden. Ein voller Punkt entspricht 1.000 EUR, die Mindestpreisänderung 0,005 Punkten bzw. 5 EUR, die Strikes werden in Schritten von 0,10 Punkten geführt, und die Prämie wird im Futures-Style-Verfahren abgerechnet.
OGBS-Optionen eignen sich für Händler und Anleger, die Zinsmeinungen zum kurzen Laufzeitsegment mit definiertem Risiko umsetzen, kurzlaufende Anleiheportfolios absichern oder Volatilität im 2-Jahres-Bereich handeln möchten – und die mit dem Zeitwertverfall, der Volatilitätsabhängigkeit sowie der im Vergleich zu OGBL deutlich geringeren Liquidität vertraut sind.
Häufige Fragen zu Optionen auf Euro-Schatz-Futures
Was ist die Euro-Schatz-Option (OGBS)?
Die Euro-Schatz-Option (OGBS) ist eine an der Eurex gehandelte, amerikanisch ausübbare Option auf den Euro-Schatz-Future (FGBS). Sie gibt dem Käufer das Recht, bei Ausübung eine entsprechende Long- oder Short-Position im zugrunde liegenden Schatz-Future zum vereinbarten Ausübungspreis zu erhalten. Bei Ausübung entsteht eine Futures-Position.
An welcher Börse werden Optionen auf Euro-Schatz-Futures gehandelt?
An der Eurex. An einem regulären Handelstag läuft der fortlaufende Handel in OGBS von 08:00 bis 17:15 Uhr CET (MEZ). Für Feiertage und besondere Handelstage gelten die jeweiligen Vorgaben des Eurex-Handelskalenders.
Was ist der Basiswert der OGBS-Option bzw. wie groß ist ein Kontrakt?
Basiswert ist der Euro-Schatz-Future (FGBS) auf eine fiktive Bundesanleihe mit 1,75 bis 2,25 Jahren Restlaufzeit und 6 % Nominalzins. Ein Optionskontrakt bezieht sich auf genau einen dieser Futures mit einem Nennwert von 100.000 EUR. Jeder Euro-Schatz-Punkt wird mit 1.000 EUR bewertet. Die kleinste Preisänderung beträgt 0,005 Punkte und damit 5 EUR je Kontrakt.
Wofür werden Optionen auf Euro-Schatz-Futures eingesetzt?
Für gerichtete Zinspositionen mit begrenztem Risiko auf der Käuferseite, die Absicherung kurzlaufender Anleihe- und Fixed-Income-Portfolios gegen Zins- und Kursänderungsrisiken, Stillhalterstrategien zur Prämienvereinnahmung sowie den gezielten Handel von Volatilität im 2-Jahres-Segment der Zinskurve, das besonders eng am erwarteten Zinspfad der EZB hängt.



