Variation Margin – Erklärung & Berechnung
Variation Margin, auch Mark-to-Market-Margin genannt, ist ein in der Regel börsentäglicher Ausgleich von Gewinnen und Verlusten, die insbesondere – aber nicht ausschließlich – im Rahmen des Handels an Terminbörsen und bei zentral geclearten Derivaten entstehen. Dieser Ausgleich erfolgt in bar über die zuständige Clearingstelle bzw. das Clearinghaus.
🔴Live-Webinar am 20.07.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 20.07.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Variation Margin – Definition
Die Variation Margin dient zum Ausgleich von Gewinnen und Verlusten der offenen Positionen im Handelskonto, die durch Kursschwankungen entstehen. Der Gewinn- und Verlustausgleich findet bei Futures sowie bei Produkten mit futures-style Margining, etwa bestimmten Optionen auf Futures (FOPs), regelmäßig im Mark-to-Market-Verfahren durch die zuständige Clearingstelle statt.
Diese regelmäßige Neubewertung ist möglich, weil die zuständige Clearingstelle als zentrale Gegenpartei (Central Counterparty) agiert. Sie steht zwischen Käufer und Verkäufer und garantiert die Vertragserfüllung. Dadurch entspricht die Anzahl der Long-Kontrakte immer exakt der Anzahl der Short-Kontrakte, was eine symmetrische Abwicklung der Variation Margins ermöglicht.
Grundlagen der Variation Margin
Die Variation Margin unterscheidet sich maßgeblich von anderen Margin-Arten, wie der Initial Margin und Maintenance Margin, da es sich im börslichen Terminhandel nicht um eine dauerhaft zu hinterlegende Sicherheitsleistung handelt, sondern um einen regelmäßigen Gewinn- und Verlustausgleich in bar.
Allgemein ergibt sich durch das Mark-to-Market-Verfahren folgendes Schema für den Ausgleich:
- Tagesaktueller Abrechnungskurs höher als am Vortag: Der Inhaber einer Long-Position bekommt die Preisdifferenz gutgeschrieben, während der Inhaber der entsprechenden Short-Position die Preisdifferenz zahlen muss.
- Tagesaktueller Abrechnungskurs niedriger als am Vortag: Der Inhaber einer Short-Position bekommt die Preisdifferenz gutgeschrieben, während der Inhaber der entsprechenden Long-Position die Preisdifferenz zahlen muss.
Das Ziel dieser Vorgehensweise ist es, potenzielle Gewinne oder Verluste zeitnah zu realisieren, anstatt sie erst bei Glattstellung oder Fälligkeit der Position zu bilanzieren. Dadurch wird das Kreditrisiko für die Clearingstelle deutlich reduziert.
Bedeutung der Variation Margin für das Margin-Konto
Sinkt das Guthaben bzw. die Kontoequity durch Belastungen aus der Variation Margin unter die Maintenance Margin, erfolgt ein Margin Call. Der Händler muss in diesem Fall genug Mittel einzahlen, um das Konto wieder mindestens auf das Niveau der ursprünglichen Initial Margin anzuheben.
Initial Margin vs. Variation Margin
Die Initial Margin ist eine Sicherheitsleistung, die vor dem Eingehen einer Position hinterlegt wird. Sie schützt vor möglichen Verlusten bis zur nächsten Bewertung und wird im Voraus festgelegt. Ihre Höhe kann sich je nach Produkt, Risiko und Marktvolatilität ändern. Die Variation Margin wird dagegen regelmäßig angepasst und gleicht realisierte Gewinne und Verluste aus, die durch Kursschwankungen entstehen.
Beispiel: Unterschied der Initial und Variation Margin in der Praxis
Ein Händler eröffnet eine Long-Position in einem Future-Kontrakt mit einem Marktwert von 100.000 USD. Die Initial Margin beträgt 10 %, also 10.000 USD, die als Sicherheit auf dem Konto blockiert werden.
Am nächsten Tag sinkt der Marktwert um 2 %, was einem Verlust von 2.000 USD entspricht. Dieser Betrag wird als Variation Margin vom Konto des Long-Händlers abgezogen und dem Short-Händler gutgeschrieben, unabhängig von der ursprünglichen Marginhöhe.
Beispiel: E-mini S&P 500 Future
Ein Händler möchte einen E-mini S&P 500 Future-Kontrakt kaufen. Bei einem Indexstand von 4.400 Punkten und einem Multiplikator von 50 USD entspricht der Kontrakt einem Gesamtwert von 220.000 USD. Für die Eröffnung der Position muss der Händler die jeweils von Broker und Clearingstelle aktuell geforderte Initial Margin auf seinem Handelskonto hinterlegen.
Tag 1 – Mark-to-Market-Gewinn
Am Ende des ersten Handelstages schließt der S&P 500 bei 4.420 Punkten. Die Differenz von +20 Punkten zum Einstiegskurs entspricht einem Buchgewinn. Multipliziert mit dem Kontrakt-Multiplikator ergibt sich: 20 Punkte × 50 USD = 1.000 USD.
Dieser Betrag wird dem Inhaber der Long-Position im Rahmen der täglichen Variation Margin gutgeschrieben und dem Inhaber der Short-Position entsprechend belastet. Die Position wird marktbewertet (Mark-to-Market) und ausgeglichen.
Tag 2 – Variation Margin bei Verlust
Am Folgetag schließt der Index bei 4.380 Punkten, also 40 Punkte niedriger als am Vortag (nicht als Einstiegskurs). Die tägliche Bewertung erfolgt im Vergleich zum Vortagesschlusskurs von 4.420 Punkten.
Die Abweichung beträgt −40 Punkte, was einem Verlust von 40 Punkte × 50 USD = 2.000 USD entspricht.
Dieser Betrag wird dem Inhaber der Short-Position als Variation Margin gutgeschrieben und dem Inhaber der Long-Position belastet.
Häufige Fragen
Wie wird die Variation Margin berechnet?
Die Variation Margin ergibt sich vereinfacht aus der Differenz zwischen aktuellem und vorherigem Abrechnungskurs, multipliziert mit Kontraktanzahl und Multiplikator.
Welche Auswirkungen hat die Variation Margin auf Long- und Short-Positionen?
Bei einer Long-Position führt ein steigender Abrechnungskurs zu einer Gutschrift, bei einer Short-Position entsprechend zu einer Belastung. Sinkt der Abrechnungskurs, gilt der umgekehrte Effekt.
Was passiert mit der Variation Margin am Verfallstag?
Am Verfallstag erfolgt üblicherweise noch eine letzte Bewertung offener Positionen zum Schlussabrechnungskurs.
Wird die Variation Margin immer nur börsentäglich berechnet?
Je nach Marktvolatilität können neben der täglichen Abrechnung am Handelsschluss auch untertägige Nachschüsse erforderlich sein. Diese Kapitalanforderung wird ebenfalls über das Margin-System der Clearingstelle kontrolliert und regelmäßig angepasst.
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 20.07.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.
