Bundesanleihen – Definition & Erklärung

Autorin:

🔴 Live-Webinar am 04.07.2022 um 18:30 Uhr

Vermögensaufbau plus monatliches Einkommen an der Börse

Generiere ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen an der Börse, indem du ein klares Handelssystem mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen erlernst. Lerne Strategien kennen, die dir einen statistisch und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschaffen.

Siegel ZFU Langfristig orientierter Vermögensaufbau - auch in unsicheren Zeiten
Profitable Aktien- und Optionsstrategien für ein regelmäßiges Einkommen
In jeder Marktlage Geld verdienen

Was sind Bundesanleihen? – Eine Definition

Bundesanleihen sind Wertpapiere, die von der Bundesrepublik Deutschland emittiert werden, um sich (langfristig) Geld über den Kapitalmarkt zu leihen. Die Laufzeit von Bundesanleihen liegt zwischen 7 und 30 Jahren und der Zinssatz (Kupon) ist in der Regel fest vorgegeben. Aktuell sind etwa 43 Anleihen-Tranchen der Bundesrepublik Deutschland mit einem Gesamtvolumen von über einer Billion Euro im Umlauf (Stand: 2021). 

Erklärung der Funktionsweise einer Bundesanleihe

Heutzutage sind Nachfrager von Bundesanleihen (Kreditgeber) in erster Linie große institutionelle Investoren weltweit (z.B. Geschäftsbanken, Versicherungen und Kapitalgesellschaften). Auch die Europäische Zentralbank kauft im Rahmen ihres Ankaufprogramms für Vermögenswerte (APP) seit 2015 Bundesanleihen (Stand: April 2022). Demgegenüber agiert Deutschland als Kreditnehmer bzw. Schuldner, wenn Anleihen auf dem Kapitalmarkt emittiert werden.

Warum gibt der Staat Bundesanleihen aus?

Grundsätzlich nutzt Deutschland Bundesanleihen als Finanzierungsquelle. Indem Deutschland Bundesanleihen ausgibt, kann es sich Fremdkapital (Kredit) am Kapitalmarkt von interessierten Anlegern für eine festgelegte Zeit und meistens zu einem festgelegten Zinssatz ausleihen.

In manchen Fällen reichen die Steuereinnahmen für die staattlichen Ausgaben nicht aus, um sie gänzlich zu finanzieren. Dann gibt der Staat Bundesanleihen aus. Finanziert werden beispielsweise die Gehälter im Öffentlichen Dienst, Investitionen in die Infrastruktur, Sanierungen von öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Universitäten, Finanzierung der Bundeswehr und auch Notfallmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie 2020/21.   

Kann der deutsche Staat beliebig viele Anleihen ausgeben?

Bundesanleihen dürfen grundsätzlich nicht beliebig viel ausgegeben werden. Denn je mehr Anleihen Deutschland emittiert, desto höher dürfte seine Nettoneuverschuldung ausfallen. Diese ist jedoch (vertraglich) begrenzt.

Seit dem 1.1.1999 ist Deutschland Teil der Europäischen Währungsunion (EWU). Seither ist die Europäischen Zentralbank (EZB) für die einhetliche Geldpolitik im Euroraum zuständig. Daher verfügt Deutschland nicht mehr über eine eigene nationale Währung. Zudem gelten gemeinsame Regeln für alle Euroländer, u.a. festgelegt im Stabilitäts- und Wachstumstumspakt (SWP). Dieser umfasst die beiden zentralen Regeln bezüglich der Verschuldung von Euro-Mitgliedsländern (siehe Maastricht-Vertrag von 1992):

  • Nettoneuverschuldung von maximal 3% des BIP im Jahr
  • Obergrenze des Gesamtschuldenstands von 60% des BIP

Allerdings zeigte sich in der Vergangenheit, dass sich mehrere Mitgliedsländer der EWU nicht an die Regeln des SWP hielten. So hat auch Deutschland als Gründungsmitlied bereits im Jahr 1997  mit 61% seines BIP die Obergrenze erreicht. Angesichts der Corona-Pandemie entschied der Europäische Rat Anfang 2020, die Regeln vorübergehend, außer Kraft zu lassen. Gemäß Statistiken der Eurostat wies Deutschland im Jahr 2020 eine Schuldenquote von etwa 69% aus, während beispielsweise Griechenland (206%), Italien (156%), Portugal (135%) und Frankreich (115%) bereits vor der Corona-Pandemie die Obergrenze bedeutend überschritten hatten.       

Darüber hinaus hat Deutschland für sich im Jahr 2009 eine sogenannte Schuldenbremse beschlossen, die im Grundgesetz verankert ist. So lautet Artikel 109 (3): “Die Haushalte von Bund und Ländern sind grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen.” Ebenfalls wurde diese Schuldenbremse angesichts der Corona-Pandemie vorübergehend ausgesetzt.

Sind Bundesanleihen sicher?

Grundsätzlich gelten Bundesanleihen als sehr sicher (d.h. die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls der Rückzahlung sei sehr gering), da der Schuldner (hier: Bundesrepublik Deutschland) von großen Ratingagenturen ein Rating der höchsten Stufe erhielt (Stand: 2021). Dennoch ist die Investition in Bundesanleihen mit anderen verschiedenen Risiken verbunden. Diese werden weiter unten im Artikel beschrieben. 

Welche Arten von deutschen Staatsanleihen gibt es?

Es gibt verschiedene Typen von Bundeswertpapieren, dazu gehören u.a.:

  • Bundesanleihen (Bund)
  • Bundesobligationen (Bobl)
  • Bundesschatzanweisungen (Schatz) – nicht mehr verfügbar, letzte Tilgung fand 2019 statt.
  • Inflationsindexierte Bundesobligationen (Bund/€i)
  • Inflationsindexierte Bundeswertpapiere (Bund/€i)
  • Grüne Bundesanleihen (Bund/g)

Die folgende Tabelle stellt die zentralen Merkmale einer “normalen” Bundesanleihe, einer inflationsindexierten Bundesobligation sowie eines inflationsindexierten Bundeswertpapiers dar. (Quelle: Deutsche Finanzagentur)

Bundesanleihen Inflationsindexierte Bundesobligation Inflationsindexierte Bundeswertpapiere
Anleihetyp nominale Anleihe inflationsgeschützte Anleihe inflationsgeschützte Anleihe
Laufzeit 7, 10, 15 oder 30 Jahre 5 Jahre 10 bis 30 Jahre
Ertrag fixe jährliche Zinszahlungen fixe jährliche Zinszahlung + Inflationsausgleich fixe jährliche Zinszahlung + Inflationsausgleich
Rückzahlung zum Nennwert mindestens zum Nennwert + Inflationsausgleich mindestens zum Nennwert + Inflationsausgleich
Kursrisiko mittel bei einer Laufzeit von 7, 10, 15 Jahren und hoch bei einer Laufzeit von 30 Jahren mittel hoch
Liquiditätsrisiko  sehr gering sehr gering sehr gering
Emittentenrisiko  sehr gering sehr gering sehr gering

Was sind grüne Bundesanleihen?

Grüne Bundesanleihen sind Wertpapiere, die der deutsche Staat zur Finanzierung seiner “grünen Ausgaben” nutzt. Grundlegend soll der Sustainable Finance Market gestärkt werden. Zudem möchte Deutschland seine Investitionen in eine umweltfreundliche Wirtschaft antreiben. In der Summe gehören zu den grünen Ausgaben alle Staatsausgaben, die einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.  

Hinweis: Der deutsche Staat hat im Jahr 2020 seine erste grüne Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren ausgegeben.

Gibt es inflationsgeschützte Anleihen?

Im Jahr 2006 hat der deutsche Staat erstmals inflationsindexierte Staatsanleihen emittiert. Die zentralen Merkmale dieses Anleihentyps sind in der Tabelle oben zusammengefasst. Sogenannte inflationsgeschützte Bundesanleihen können einen Schutz vor dem Kaufkraftverlust des angelegten Geldes bieten. Der Grund: Ihre Tilgungs- und jährlichen Zinszahlungen sind an den Verbraucherpreisindex gebunden.  

Wie hoch sind die Zinsen von Bundesanleihen aktuell?

Der Kupon einer Bundesanleihe, die im Jahr 2021 begeben wurde, liegt bei 0%. Dies gilt für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von sowohl 10 als auch 30 Jahren. Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis stellt die Zinsentwicklung einer Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren dar.


Diese Grafik zeigt, dass seit dem Jahr 2008 die Effektivrendite für Bundesstaatsanleihen immer weiter gefallen ist. Dies verdeutlicht das aktuelle Niedrigzinsumfeld in Deutschland. Der zentrale Grund liegt in der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). So hält die EZB seit März 2016 den Leitzins bei 0%. Dies bedeutet, dass sich Banken bei der EZB kostenlos refinanzieren können. Außerdem kauft die EZB seit 2015 im Rahmen ihrer Sonderprogramme Asset Purchase Programme (APP) sowie Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) immer wieder Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten. Dies dürfte die Zinssätze von Staatspapieren nach unten drücken.

Aktuelle Kurse von Bundesanleihen

Grundsätzlich ergeben sich die Kurse von Bundesanleihen aus dem Angebot und der Nachfrage nach Anleihen. Diese können wiederum abhängig von den Merkmalen der Bundesanleihe (z.B. Kupon, Typ der Anleihe, Laufzeit) sowie dem aktuellen Marktzinssatz sein.  

Beispielhaft werden Kurse vom 30.11.2021 von drei verschiedenen Bundesanleihen präsentiert (Quelle: Deutsche Finanzagentur):

  • 2021 (2052) Bund, Fälligkeit 15.08.2052, letzte Emission 17.11.2021, Kupon 0%, Umlauf 7.500 Mio. Euro: 100,96 (aktueller Kurs)
  • 2011 (2022) Bund, Fälligkeit 04.01.2022, letzte Emission 16.04.2020, Kupon 2%, Umlauf 22.500 Mio. Euro: 100,30 (aktueller Kurs)
  • 2000 (2030) Bund, Fälligkeit 04.01.2030, letzte Emission 16.04.2020, Kupon 6,25%, Umlauf 11.750 Mio. Euro: 156,66 (aktueller Kurs)

Wie funktionieren Bundesanleihen?

Zunächst muss die Emission von Bundesanleihen durch den Bundeshaushalt genehmigt werden. Für den Entwurf des Bundeshaushaltsplans ist grundsätzlich das Bundesfinanzministerium zuständig, während die Bundesregierung diesen beschießt. Danach muss er noch vom Bundesrat sowie vom Bundestag genehmigt werden, bevor er Anfang des Jahres verbindlich ist.     

Darauf aufbauend werden Bundesanleihen am Kapitalmarkt angeboten. Der Käufer der Bundesanleihe leiht Deutschland Fremdkapital und agiert somit als Gläubiger. Im Gegenzug erhält er für sein geliehenes Geld in der Regel jährliche, feste Zinszahlungen (Kupon). Zudem hat der Käufer die Möglichkeit, seine Wertpapiere an der Börse zum aktuellen Kurs zu verkaufen. Zum Ende der Laufzeit muss die Bundesrepublik Deutschland den Nennbetrag der Anleihe an den Anleiheinhaber zurückzahlen.

Was ist ein Stripping?

Ein Stripping bedeutet grundsätzlich die Separierung von Kapital- und Zinsansprüchen und deren getrennter Handel von bestimmten Bundesanleihen. Das hat den Vorteil, dass sowohl Institutionen als auch Privatanleger ihre Zahlungsströme genau bestimmen können. Die Option eines Strippings gibt es seit Mitte 1997. Gemäß der Deutschen Bundesbank erfordert ein Stripping allerdings ein Mindestbetrag von 50.000 Euro.

Wo kann man Bundesanleihen kaufen?

Grundsätzlich können Anleihen der Bundesrepublik Deutschland über ein Wertpapierdepot einer Bank oder eines Brokers gekauft werden. Die Abwicklung erfolgt elektronisch. Die entsprechende ISIN mit den Merkmalen (z.B. Kupon und Laufzeit) der einzelnen Bundesanleihen stehen beispielsweise auf der Homepage der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland.   

Der eigentliche Handel findet auf dem Anleihenmarkt statt, auf dem sich die Kurse für die verschiedenen Staatspapiere bilden. Diese beeinflussen die Kaufentscheidung eines Anlegers. Ferner besteht weder eine minimale noch eine maximale Anlagegrenze. Für die Neuemissionen von Bundesanleihen steht ein Emissionskalender zum Ende des Vorjahrs öffentlich zur Verfügung.  

Berechnung der Rendite einer Bundesanleihe

Die Rendite einer Bundesanleihe beinhaltet den Ertrag einer Kapitalanlage. Die Anleiherendite wird in Prozent ausgedrückt und auf Jahresbasis umgerechnet. Sie ergibt sich aus den Zinszahlungen des Emittenten sowie der Wertsteigerung der Anleihe während der Laufzeit.

Formal kann die tatsächliche Rendite einer Bundesanleihe wie folgt beschrieben werden.

Anleiherendite=\frac{Kupon+\frac{Verkaufkurs-Kaufkurs}{Laufzeit}}{Kaufkurs}*100

Zahlenbeispiel: Der Kupon liegt bei 2%, der Anleger kauft die Anleihe zum Kurs von 95% und verkauft diese nach 5 Jahren zum Kurs von 105%. Daraus ergibt sich eine Rendite von 4,21%. 

Hinweis zu den tendenziellen Zusammenhängen verschiedener Faktoren: Im Normalfall steigt die Rendite einer Bundesanleihe mit der Laufzeit, dem eingeschätzten Ausfallrisiko des Staates, dem Rückgang des Marktzinssatzes während der Laufzeit sowie dem Rückgang des Anleihekurses.

Kann man mit Bundesanleihen handeln?

Anleger können Anleihen der Bundesrepublik Deutschland an der Börse zu jedem Börsentag kaufen und verkaufen. Beim Handeln sollte der Kurs der Bundesanleihe berücksichtigt werden, der während der Laufzeit schwanken kann. Hingegen liegt der Kurs bei Ausgabe nahe 100% und am Fälligkeitsdatum wird sie zu 100% zurückgezahlt. 

Unter anderem ist der Kurs einer Bundesanleihe vom aktuellen Marktzinssatz abhängig. Dieser umfasst einen Referenzsatz, zu dem sich Banken kurzfristig Geld leihen können. Zu den wichtigsten Geldmarktzinsen gehören der Euribor und der LIBOR. Im Allgemeinen gilt folgender Zusammenhang zwischen Marktzins und Anleihekurs (angesichts der Diskontierung des Barwertes): 

  • Sinkt der Marktzins, steigt der Anleihekurs.
  • Steigt der Marktzins, sinkt der Anleihekurs.

Vorteile von Bundesanleihen

Das Investieren in Bundesanleihen kann mit einigen Vorteilen verbunden sein, dazu gehören:

  • Hohe Liquidität
    Bundesanleihen gehören zu den meistgehandelten Staatspapieren des Euroraums. Derzeit stehen etwa 43 verschiedene Bundesanleihen mit einem Gesamtvolumen von über eine Billion Euro zur Verfügung (Stand: 2021).
  • Sicherheit
    Grundsätzlich gelten Bundesanleihen als sehr sicher. Der Grund: Die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik Deutschland, als Emittent der Anleihe, wird als sehr hoch eingestuft. Beispielsweise stufte die Ratingagentur S&P im Jahr 2021 die Kreditwürdigkeit von Deutschland (AAA) als höher ein als für die USA (AA). Ein Grund könnte darin liegen, dass die USA mit einer Verschuldungsquote von etwa 133% am BIP im Jahr 2020 deutlich höher verschuldet war als Deutschland. Insofern sind Bundesanleihen auch als Hedging-Instrument interessant.
  • Geringes Risiko
    In der Summe sind Bundesanleihen, im Vergleich zu anderen Investitionsanlagen, mit geringen Risiken gekennzeichnet. Welche Risiken genau mit der Investition einer Anleihe verbunden sein können, wird weiter unten im Artikel beschrieben.
  • Planbarkeit
    Aufgrund der festen Konditionen (Kupon, lange Laufzeiten) einer Bundesanleihe erhält der Anleiheinhaber eine gewisse Planbarkeit bezüglich seines Vermögensaufbaus. Zusätzlich können Auszahlungen generell einfacher kalkuliert werden.
  • Sehr gutes Credit Rating
    Im Jahr 2021 erhielt die Bundesrepublik Deutschland von großen Ratingagenturen (Moody’s-, S&P, und Fitch) ein Credit Rating der höchsten Stufe (Aaa, AAA, AAA). Demnach sei ein Ausfallrisiko kaum vorhanden. Zum Vergleich wird in der folgenden Abbildung (Quelle) beispielhaft das langfristige Credit Rating für Staatsanleihen weltweit von Standard & Poor´s für Oktober 2021 dargestellt.

Ländereinteilung nach Credit Rating (S&P)

Nachteile und Risiken von deutschen Staatsanleihen

Außerdem können Bundesanleihen mit verschiedenen Risiken verbunden sein, dazu gehören: 

  • Emittentenrisiko 
    Bundesanleihe gelten als mündelsichere Finanzprodukte. Zudem sollte gemäß den Einschätzungen großer Ratingagenturen das Emittentenrisiko aus einer Bundesanleihe begrenzt sein. Grundsätzlich kann eine Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit zu einem sinkenden Kurs der Bundesanleihe führen. Die Bundesrepublik Deutschland haftet für die (vorher fest vereinbarten) Rückzahlungen mithilfe ihrer Vermögenswerte und Steuereinnahmen. Dennoch sollten Anleger grundsätzlich nicht allein auf Credit Ratings vertrauen, sondern sich eine eigene Meinung bezüglich der Bonität von Emittenten bilden.
  • Geringe und sogar negative Rendite möglich
    Es besteht die Möglichkeit, dass die Rendite (siehe zur Berechnung der Rendite den Abschnitt oben) einer Bundesanleihe negativ ausfällt. Für bestimmte Bundesanleihen ist dies bereits der Fall. Vor diesem Hintergrund dürfte die Bedeutung von Bundesanleihen, insbesondere für Kleinanlegern, grundsätzlich gesunken sein.

Im Jahr 2016 hat die Bundesrepublik Deutschland erstmals eine Anleihe (Laufzeit von 10 Jahre) mit einem Kupon von 0% ausgegeben.

  • Kursrisiko
    Während der Laufzeit können die Kurse der Bundesanleihen schwanken. Das Kursrisiko umfasst das Risiko einer Kursveränderung einer Bundesanleihe. Dabei kann der Marktzinssatz einen Einfluss auf die Entwicklung der Anleihekurse nehmen. Beispielsweise führt ein Anstieg des allgemeinen Marktzinssatzes tendenziell zu einer Abnahme des Anleihekurses. Der Marktzinssatz wird wiederum von verschiedenen Faktoren beeinflusst (z.B. Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank, konjunkturelle Entwicklung, Inflation). Falls ein Anleger jedoch bis zum Ende der Laufzeit die Anleihe halten möchte, dürfte das Kursrisiko ziemlich egal sein.
  • Liquiditätsrisiko
    Das Risiko, eine Bundesanleihe am Anleihemarkt nicht verkaufen zu können, ist sehr gering. Anleihen der Bundesrepublik Deutschland gehören zu den meistgehandelten Staatspapieren der Eurozone.
  • Inflationsrisiko 
    Da sich das Preisniveau in Deutschland während der Laufzeit verändern kann, existiert ein Inflationsrisiko bei nicht inflationsgeschützten Bundesanleihen. Angesichts der längeren Laufzeiten entsteht eine spezielle Unsicherheit über die realen Auszahlungen. So kann ein Anstieg in der Inflationsrate einen Kursrückgang einer bereits emittierten Bundesanleihe bewirken.
  • Wechselkursrisiko
    Ein Wechselkursrisiko besteht primär für ausländische Investoren, deren Heimwährung nicht der Euro ist. Bundesanleihen sind in Euro notiert, daher wird der Handel grundsätzlich auch in Euro abgewickelt. Für beispielsweise US-amerikanische Investoren spielt daher der Dollarkurs eine wichtige Rolle. Würde der Dollarkurs (in Mengennotierung, d.h. Preis der inländischen Währung ausgedrückt in ausländischen Währungseinheiten (x$/1€)) während der Laufzeit sinken, müsste der US-amerikanische Anleger beim Verkauf seiner Bundesanleihe und dem direkten Währungs-Umtausch einen Verlust machen. Ferner dürfte im hypothetischen Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone ein Wechselkursrisiko bestehen.

Bundesanleihen vs. Aktien – Was ist besser?

Da sowohl Bundesanleihen als auch Aktien mit unterschiedlichen Risiken (z.B. länderspezifische vs. unternehmensspezifische Risiken), Renditemöglichkeiten (z.B. Kupon vs. Dividenden) und Merkmalen (z.B. Fremdkapital vs. Eigenkapital) verbunden sind, kann keine pauschale Aussage getroffen werden, ob Bundesanleihen oder Aktien besser sind. Schließlich sollten Investitionsentscheidungen von den individuellen Rahmenbedingungen (z.B. Alter, Vermögen, Ausgaben, Familienstand) sowie Präferenzen (insbesondere Risikoneigung) des Anlegers abhängig sein.

Für wen eignen sich Bundesanleihen?

Bundesanleihen eignen sich speziell für risikoscheue Anleger, die ihr Geld langfristig anlegen möchten. Der Grund: Das Ausfallrisiko wird von großen Ratingagenturen als äußerst gering eingeschätzt und die festen Bedingungen (Kupon, Laufzeit) machen eine Investition planbarer.  

Früher (z.B. in den 90er Jahren) wurden Bundesanleihen von Privatanlegern mit einem langen Anlagehorizont noch häufiger als sicheres Mittel zur Altersvorsorge genutzt. So hatte beispielsweise eine Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren, herausgegeben im Jahr 1994, einen Kuponsatz von 6,25% (ISIN: DE0001134922, gehandelter Kurs am 01.12.2021: 115). Im Gegensatz dazu liegen die Zinssätze von Bundesanleihen im Jahr 2021 bei 0%. Daher setzen Privatanleger vermehrt auf eine Aktienrente.

Zudem werden Bundesanleihen von erfahrenen Finanzmarktakteuren gehandelt. Indem sie die Marktzinsentwicklung richtig prognostizieren, können sie von Kursanstiegen profitieren und schließlich Gewinne realisieren. 

Lohnen sich Bundesanleihen überhaupt bei einer Nullzinspolitik?

Für viele Privatanleger ist der Kauf einer Bundesanleihe nicht mehr interessant, da der feste Kupon einer Bundesanleihe (Emissionsjahr ab 2016) bei 0% liegt. Dennoch können Bundesanleihen eine Daseinsberechtigung im Portfolio haben – da diese generell im Preis steigen, wenn Aktien fallen. Dies erlaubt eine gewisse Diversifikation bzw. Portfolioabsicherung. Zudem sind Gewinne angesichts steigender Kurse von Bundesanleihen möglich. 

Zusätzlich können gute Renditemöglichkeiten beim Handel mit Euro-Bund-Futures bzw. Optionen auf Euro-Bund-Futures oder deutsche Staatsanleihen-ETF generiert werden. Das alles kann in der Schulung der Delta Value GmbH erlernt werden.

Bundesanleihen: Sichere Anlage – geringe Rendite

Die Investition in Bundesanleihen gilt als sehr sicher – gemäß großer Ratingagenturen wird das Ausfallrisiko der Bundesanleihe als äußerst gering eingestuft (Stand: 2021). Das Problem allerdings: Seit 2016 liegt der Kupon einer neu emittierten Bundesanleihe bei 0%, sodass jährliche Zinszahlungen komplett entfallen. Daher setzen einige Anleger vermehrt auf Aktien.

Letztlich müssen sich Aktien und Anleihen nicht gegenseitig ausschließen. So kann eine richtige Mischung aus beiden Geldanlagen eine Bereicherung für das Portfolio sein.

Kostenloses Webinar: Wie du attraktive Qualitätsaktien findest & ein monatliches Zusatzeinkommen generierst

Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 04.07.2022 um 18:30 Uhr, wie du in herausragende Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis investierst. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Mit dem staatlich geprüften Ausbildungsprogramm von DeltaValue ist der Einstieg schnell, zeitsparend und profitabel möglich. Klicke hier um zu erfahren wie auch du Vermögen an der Börse aufbauen kannst.

DeltaValue GmbH hat 4,83 von 5 Sternen | 223 Bewertungen auf ProvenExpert.com
Langfristiger Vermögensaufbau plus regelmäßige Einnahmen an der Börse Anonym