Wöchentliche Optionen – Definition & Erklärung
Wöchentliche Optionen (engl. „Weekly Options“ oder „Weeklys“) sind börsengehandelte Finanzderivate, die typischerweise eine Laufzeit von etwa einer bis fünf Wochen haben. Sie werden ähnlich wie monatliche Optionen gehandelt, erlauben aufgrund ihrer kurzen Laufzeit jedoch eine besonders präzise Umsetzung kurzfristiger Strategien – etwa im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Unternehmenszahlen, Konjunkturdaten oder Zinsentscheidungen.
🔴 Live-Webinar am 08.06.2026 um 18:30 Uhr
Ausbildung für Vermögensaufbau mit zusätzlichen monatlichen Einnahmen
Generiere ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen an der Börse, indem du ein klares Handelssystem mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen erlernst. Lerne Strategien kennen, die dir einen statistisch und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschaffen.
Wöchentliche Optionen – Definition
Wöchentliche Optionen werden in der Regel mit mindestens einer Woche Restlaufzeit gelistet. Je nach Basiswert und Terminbörse sind häufig mehrere aufeinanderfolgende Wochenserien handelbar.
Der konkrete Verfallstermin hängt vom jeweiligen Produkt ab: Freitagstermine sind weit verbreitet. Bei besonders liquiden Basiswerten gibt es teilweise auch Fälligkeiten an einem Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Für einige Produkte werden sogar tägliche Verfallstermine (0DTE) angeboten.
Monatliche vs. wöchentliche Optionen
Der wichtigste Unterschied zwischen monatlichen Optionen und Wochenoptionen liegt in der Laufzeit und in der Zahl der verfügbaren Verfallstermine.
- Bei einer klassischen Monatsoption steht in der Regel ein standardisierter Fälligkeitstermin pro Monat zur Verfügung.
- Bei wöchentlichen Optionen gibt es theoretisch bis zu 52 Verfallsmöglichkeiten pro Jahr – bei manchen Produkten inzwischen sogar noch mehr.
Höhe der Optionsprämie
Die Optionsprämie (Preis der Option) fällt bei Weeklys in absoluten Zahlen häufig geringer aus als bei länger laufenden Optionen, weil weniger Zeitwert enthalten ist. Die Prämie hängt jedoch nicht nur von der Restlaufzeit ab, sondern auch vom Kurs des Basiswerts, dem Strike, der impliziten Volatilität, Zinsen und gegebenenfalls Dividenden.
Ein Stillhalter kann beispielsweise mehrere Wochenoptionen nacheinander schreiben und dabei wiederholt Optionsprämien vereinnahmen. In manchen Marktphasen kann die Summe dieser Einzelerlöse über einen Monat hinweg höher ausfallen als die Prämie einer einzelnen Monatsoption. Dies ist jedoch nicht garantiert.
Theta und Gamma
Hinzu kommt, dass der Zeitwertverfall (Theta) gegen Ende der Laufzeit typischerweise nicht linear verläuft, sondern sich deutlich beschleunigt. Davon können Verkäufer kurzlaufender Optionen profitieren, sofern Kursbewegungen des Basiswerts und Veränderungen der impliziten Volatilität nicht gegen sie laufen.
Gleichzeitig steigt bei Optionen mit kurzer Restlaufzeit – insbesondere in der Nähe des Strikes – häufig auch das Gamma. Gamma misst, wie stark sich das Delta der Option bei kleinen Kursänderungen des Basiswerts verändert. Dadurch können sich kurz vor dem Verfall nicht nur die Deltas, sondern auch die Optionspreise besonders schnell bewegen.
Optionsstrategien für wöchentliche Optionen
Mit Weeklys lassen sich grundsätzlich dieselben Optionsstrategien umsetzen wie mit herkömmlichen Monatsoptionen. Optionsverkäufer (Stillhalter) können beispielsweise durch den Verkauf kurzlaufender Optionen Prämien vereinnahmen.
Gängige Strategien, die auch auf Wochenoptionen angewendet werden, sind zum Beispiel:
Bedeutung der Wochenoptionen für den Käufer
Optionskäufer können mit wöchentlichen Optionen auf kurzfristige Kursbewegungen, erhöhte Volatilität oder bestimmte Marktereignisse spekulieren.
Besonders im Vorfeld wichtiger Nachrichten oder Ereignisse greifen Händler gerne zu Weeklys. Vor Quartalszahlen, Zinsentscheidungen der Fed oder anderen Events ist die erwartete Schwankungsintensität häufig erhöht. Mit einer Wochenoption kann gezielt und häufig auch günstiger auf diesen kurzfristigen Impuls spekuliert werden.
Gleichzeitig sollten Käufer beachten, dass kurzlaufende Optionen sehr schnell an Wert verlieren können. Bleibt die erwartete Bewegung aus, ist ein rascher bis vollständiger Verlust der gezahlten Prämie möglich. Nach Ereignissen wie der Veröffentlichung von Quartalszahlen kommt es häufig zu einem Rückgang der impliziten Volatilität. Das belastet den Optionspreis zusätzlich. Dieses Phänomen ist auch als IV Crush bekannt.
Zusammengefasst: Merkmale der wöchentlichen Optionen
- Gezieltes Event-Trading: Positionen lassen sich auf wenige Tage rund um ein konkretes Ereignis zuschneiden.
- Schnellere Klärung des Setups: Ob die Markterwartung aufgeht, zeigt sich oft innerhalb kurzer Zeit.
- Begrenzter Maximalverlust: Der maximale Verlust ist auf die gezahlte Prämie beschränkt.
- Hohes Verfallsrisiko: Bleibt die erhoffte Bewegung aus, kann die Option sehr schnell stark an Wert verlieren oder wertlos verfallen.
Beispiel: Spekulation auf Quartalszahlen
Angenommen, das Technologieunternehmen TechGigant AG veröffentlicht am Mittwoch nächster Woche seine Quartalszahlen. Ein Händler erwartet starke Ergebnisse und rechnet mit einem deutlichen Kursanstieg der Aktie.
Am Freitag davor kauft er eine wöchentliche Call-Option auf die TechGigant-Aktie mit einem Strike-Preis von 100 EUR, die am darauffolgenden Freitag verfällt. Der Optionspreis beträgt 2 EUR pro Aktie, was bei einem Kontraktvolumen von 100 Aktien einem Einsatz von 200 EUR entspricht.
Am Mittwoch, dem Tag der Veröffentlichung, überrascht TechGigant mit guten Ergebnissen. Der Aktienkurs springt von 98 EUR auf 108 EUR. Der innere Wert der Option beträgt nun 8 EUR (108 EUR – 100 EUR), und der Kontrakt ist deutlich im Geld (ITM).
Bei noch verbleibender Restlaufzeit kann die Option zusätzlich zum inneren Wert noch Zeitwert enthalten. Nimmt man an, der Marktpreis der Option liegt nach der Veröffentlichung bei 8,50 EUR je Aktie, könnte der Händler den Kontrakt für 850 EUR verkaufen. Nach Abzug des ursprünglichen Einsatzes von 200 EUR entspräche das einem Gewinn von 650 EUR.
| Zeitpunkt | Ereignis | Auswirkung |
|---|---|---|
| Freitag vor den Zahlen | Kauf eines Weekly Calls auf TechGigant AG, Strike 100 EUR | – 200,00 EUR |
| Mittwoch nach den Zahlen | Aktienkurs steigt von 98 EUR auf 108 EUR | Innerer Wert: 8,00 EUR |
| Verkauf der Option | Angenommener Optionspreis 8,50 EUR je Aktie | + 850,00 EUR |
| Gewinn nach Abzug des Einsatzes | + 650,00 EUR | |
Nachteile von wöchentlichen Optionen
Weeklys erscheinen zwar günstiger, doch die relativen Transaktionskosten pro vereinnahmter oder eingesetzter Prämie sind oft höher – insbesondere bei kleinen Kontrakten oder häufiger Rotation. Viele Broker verlangen pro Trade eine Grundgebühr, die unabhängig von der Laufzeit anfällt. Wer häufiger handelt, zahlt diese Gebühren entsprechend öfter.
Bei bestimmten Basiswerten und Strikes ist außerdem die Liquidität der Wochenoptionen niedriger als die der Standard-Optionen. Dies kann sich in größeren Bid-Ask Spreads und geringerem Open Interest äußern.
Ein weiterer Nachteil der kurzen Laufzeit ist die eingeschränkte Möglichkeit, verlustreiche Positionen zu rollen oder anzupassen. Läuft ein Wochengeschäft gegen den Händler, bleibt oft nur wenig Zeit für Korrekturen. Für Käufer ist das Risiko eines schnellen Totalverlusts der Prämie erhöht. Für Stillhalter wiederum können abrupte Kurslücken oder starke Bewegungen rund um Ereignisse problematisch sein.
Geschichte und Entwicklung der wöchentlichen Optionen
Die Ursprünge moderner Börsenoptionen liegen mehrere Jahrzehnte zurück: Bereits 1973 wurden an der Chicago Board Options Exchange (CBOE) die ersten börsengehandelten Call-Optionen eingeführt, 1977 folgten Put-Optionen.
Kurzlaufende, wöchentlich verfallende Serien kamen in den USA deutlich später auf. Ab 2005 wurden im Rahmen eines Short-Term-Options-Programms erste entsprechende Produkte eingeführt. In den folgenden Jahren wurde das Angebot schrittweise ausgebaut – zunächst bei Indizes und später auch bei ETFs und ausgewählten Einzelaktien.
Auch auf Futures wurden wöchentliche Optionen nach und nach eingeführt. Insbesondere auf große Aktienindex-Futures haben sich Weekly-Optionen als Instrument für kurzfristiges Hedging und taktische Positionierungen etabliert.
Ankunft wöchentlicher Optionen in Europa
In Europa vollzog sich die Entwicklung etwas zeitversetzt: Die Terminbörse EUREX führte im April 2006 erste Weekly-Optionen auf die Indizes DAX, Dow Jones, EURO STOXX 50 und SMI ein.
Im Januar 2011 lancierte EUREX auch wöchentliche Optionen auf einzelne große Aktien. Zu den ersten Underlyings gehörten Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom und Nokia. Die Akzeptanz dieser kurzen Laufzeiten stieg rasch: Bereits im Jahr 2010 wurden an der Eurex mehr als 2,6 Millionen Weekly-Kontrakte gehandelt.
0DTEs (Zero-Day-to-Expiration Optionen)
Ein besonders dynamisches Segment im Handel mit kurzlaufenden Optionen sind die sogenannten 0DTEs – Optionen, die am selben Tag verfallen.
Zusätzliche tägliche Verfallstermine haben dieses Segment zuletzt stark befördert. Bei SPX-Weeklys sind seit 2022 Verfallstermine an jedem Handelstag verfügbar.
Entsprechend stark stieg das Handelsvolumen: Für das Gesamtjahr 2025 meldete Cboe für SPX-0DTE-Optionen ein durchschnittliches Tagesvolumen von 2,3 Millionen Kontrakten. Das entsprach 59 % des gesamten SPX-Optionsvolumens.
Häufige Fragen
Wie funktionieren wöchentliche Optionen?
Wöchentliche Optionen funktionieren grundsätzlich wie monatliche Optionen: Sie verleihen dem Inhaber das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert zu einem festgelegten Basispreis (Strike) zu kaufen oder zu verkaufen.
Die zwei Grundformen sind:
- Call-Option: Gibt das Recht, den zugrunde liegenden Basiswert (z.B. eine Aktie oder einen Index) zu einem bestimmten Strike zu kaufen.
- Put-Option: Gibt das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Strike zu verkaufen.
Die Ausübung der Option kann, abhängig vom Basiswert, durch physische Lieferung des Wertpapiers oder als Barausgleich (Cash Settlement) erfolgen. Indexoptionen werden häufig bar abgerechnet.
Hinweis: Ob eine Ausübung bereits vor dem Verfall möglich ist, hängt vom Ausübungsstil des jeweiligen Produkts ab: Amerikanische Optionen können in der Regel bis zum Verfall jederzeit ausgeübt werden, europäische Optionen meist nur am Verfallstag selbst.
Wann sind wöchentliche Optionen sinnvoll?
Wöchentliche Optionen können mit geringerem Kapitalaufwand gehandelt werden, da die Optionsprämien aufgrund der kurzen Laufzeit oft niedriger sind als bei länger laufenden Serien. Dadurch lassen sich Strategien feiner timen und gezielt auf kurze Marktphasen, einzelne Handelstage oder konkrete Ereignisse ausrichten.
Zudem erhöht die größere Zahl an Verfallsterminen die Flexibilität für Optionshändler: Sie sind nicht mehr allein auf den monatlichen Zyklus beschränkt, sondern können Positionen deutlich genauer strukturieren. Inzwischen werden Weeklys auf zahlreiche liquide Basiswerte angeboten – von großen Indizes über ETFs bis hin zu ausgewählten Einzelaktien.
Kostenloses Webinar + PDF: So handelst du profitabel mit Optionen und generierst ein Zusatzeinkommen
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 08.06.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.