IV Crush (Implied Volatility Crush) – Erklärung

Autor: Maik Engelkamp

Der Implied Volatility Crush (IV Crush) ist ein von Händlern verwendeter Begriff, der ein Szenario beschreibt, in dem die implizite Volatilität erst ansteigt, und anschließend sehr schnell abnimmt. Dies geschieht in der Regel wegen eines Ereignisses, wie z.B. der Veröffentlichung eines Quartalsberichts oder einem FDA-Zulassungsdatum.

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IV Crush – Definition

Als Implied Volatility Crush wird typischerweise eine Situation bezeichnet, in welcher die implizite Volatilität mit überdurchschnittlich hoher Geschwindigkeit abnimmt, nachdem sie sich zunächst aufgebaut hatte.

Bedeutung von Implied Volatility Crush

In der Regel kommt es zu einem IV Crush, wenn der Markt von einem Zeitraum oder einem Ereignis mit unbekannten Informationen zu einem Zeitraum oder einem Ereignis mit bekannten Informationen übergeht.

Einfacher ausgedrückt: Die implizite Volatilität steigt in Erwartung eines Ereignisses an und fällt nach dem Ereignis wieder ab. Ein solches Ereignis kann beispielsweise die bevorstehende Veröffentlichung von Quartalszahlen sein.

Warum steigt die implizite Volatilität vor wichtigen Ereignissen an?

Die implizite Volatilität an sich drückt zunächst die Erwartung der zukünftigen Schwankung eines Basiswertes aus. Ist der Basiswert eine Aktie, ist es wichtig zu verstehen, dass es somit um ein reales Unternehmen geht.

Wichtige Unternehmensereignisse haben in der Regel direkt oder indirekt mit den Gewinnerwartungen für das jeweilige Unternehmen zu tun. Modelle zur Unternehmensbewertung beziehen sich direkt oder indirekt nahezu immer auf die Ertragskraft eines Unternehmens.

Vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen herrscht in vielen Fällen eine große Verunsicherung am Markt, da mit Sicherheit eines von drei möglichen Szenarien eintreten wird:

  1. Die Gewinnerwartungen werden übertroffen
  2. Die Gewinnerwartungen werden getroffen
  3. Die Gewinnerwartungen werden verfehlt

Da bspw. eine Verfehlung der Gewinnerwartungen oder ein überraschend negativer Ausblick der Geschäftsführung zu einem (starken) Fall der Aktien bedeuten können, sichern sich einige Anleger im Vorfeld eines solchen Ereignisses vermehrt ab. Dies geschieht typischerweise durch den Kauf von Put-Optionen, auch als Long Puts bekannt.

Eine vermehrte Nachfrage nach solchen Absicherungsgeschäften führt wiederum dazu, dass die implizite Volatilität ansteigt, und die Preise der Put-Optionen in die Höhe schnellen. Grundsätzlich ist dies am Optionsmarkt nicht anders, als in der Realwirtschaft auch.

Angenommen, im Wetterbericht einer sonst sehr warmen Region wird plötzlich die Möglichkeit von Schneefall zu einem bestimmten Datum berichtet. Die Einwohner der Region sind nun verunsichert und möchten sich auf den Schneefall vorbereiten. Durch die Unsicherheit steigt die Nachfrage nach Schneeschaufel an, was dazu führt, dass die Preise erhöht werden.

Warum fällt die implizite Volatilität nach wichtigen Ereignissen?

Sobald das Ereignis eingetreten ist, das Unternehmen also beispielsweise seine Quartalszahlen veröffentlicht hat, wurde am Markt für Klarheit gesorgt. Ob die Nachrichten positiv oder negativ ausfallen spielt hierbei zunächst keine Rolle, da zumindest keine Unsicherheit mehr bezüglich des Ereignisses herrscht. Es wurde quasi von einem Stadium des Unbekannten in ein Stadium des Bekannten gewechselt.

In der Regel werden nach dem Eintreten des Ereignisses die Absicherungspositionen wieder geschlossen. Im oben genannten Beispiel würden nun die Schneeschaufel wieder zum Verkauf angeboten, sobald Klarheit darüber herrscht, ob es nun geschneit hat oder nicht. Durch dieses Überangebot sinken anschließend die Preise wieder, und der Effekt des bevorstehenden Ereignisses ist vorüber.

Beispiel für einen IV Crush

Angenommen, das Unternehmen “VBM” veröffentlicht in einem Monat die Quartalszahlen. Stand heute gibt es eventuell noch einige andere Themen, welche im Laufe des Monats wichtiger erscheinen, als die bevorstehenden Quartalszahlen. Der Aktienkurs kann sich innerhalb des Monats unabhängig von der bevorstehenden Veröffentlichung der Zahlen nach oben oder unten entwickeln oder gar stagnieren.

Deswegen ist die Nachfrage nach Absicherungsgeschäften zu diesem Zeitpunkt noch gering. Zum einen ist noch unklar, welches Niveau der Absicherung das richtige ist, da dies vom zukünftigen Aktienkurs abhängen kann. Zum Anderen ist der Zeitwert der Option einen Monat vor der Fälligkeit noch sehr hoch, was zu einem zusätzlichen Kostenfaktor führt.

Sind beispielsweise drei Wochen verstrichen, fangen einige Investoren bereits an, sich mehr mit dem bevorstehenden Ereignis zu befassen. Langsam erhöht sich die Nachfrage nach Put-Optionen, und die implizite Volatilität beginnt zu steigen. Im Laufe der letzten Woche vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen steigt die Nachfrage nach Absicherungsgeschäften typischerweise immer stärker an, was im Umkehrschluss zu einem Anstieg der impliziten Volatilität führt.

Sobald das Unternehmen die Quartalszahlen veröffentlicht hat, hat das Absicherungsgeschäft entweder seinen Zweck erfüllt, und ein Kursrückgang in der Aktie wurde durch den Preisanstieg des Puts kompensiert oder die Aktie ist gestiegen (oder stagniert), und das Absicherungsgeschäft ist überflüssig geworden.

In beiden Fällen werden die Positionen, welche ausschließlich zur Absicherung eines Preisfalls in der Aktie aufgebaut wurden, nach dem Ereignis wieder geschlossen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der neu gekauften Put-Optionen, was dazu führt, dass die implizite Volatilität wieder stark fällt –  es kommt also zu einem IV Crush.

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