Index-Option – Erklärung & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Indexoptionen (englisch: „Index Options“) sind ein Finanzderivat, das den Inhaber berechtigt (aber nicht verpflichtet), den Wert eines zugrundeliegenden Index, z. B. des S&P 500 Index, zum angegebenen Strike-Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Es werden allerdings keine tatsächlichen Aktien gekauft oder verkauft. Häufig wird bei einer Index-Option ein Index-Future als Basiswert verwendet.

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Index-Option – Definition

Als Index-Option wird typischerweise eine Option mit einem Index als Basiswert bezeichnet, bei welcher es keine physische Lieferung gibt, sondern ausschließlich einen Barausgleich. Während sich Aktienoptionen auf die Aktien eines einzelnen Unternehmens beziehen, basieren Indexoptionen auf einem Korb von Aktien, die entweder verschiedene oder nur einen Sektor des Gesamtmarktes repräsentieren.

Indexoptionen sind in der Regel europäische Optionen, d. h. sie werden erst am Fälligkeitstag abgerechnet und haben keine Möglichkeit der vorzeitigen Ausübung, wie amerikanische Optionen.

Index-Option – Bedeutung

Call- und Put-Optionen sind beliebte Instrumente, um die allgemeine Richtung eines zugrunde liegenden Index zu handeln und dabei ein sehr geringes Kapitalrisiko einzugehen.

  • Das Gewinnpotenzial für Käufer von Call-Optionen ist unbegrenzt, während das Risiko auf die für die Option gezahlte Prämie begrenzt ist.
  • Bei Put-Optionen ist das Risiko ebenfalls auf die gezahlte Prämie begrenzt, während der potenzielle Gewinn auf den Indexstand, abzüglich der gezahlten Prämie, begrenzt ist, da der Index nie unter null fallen kann.

Neben der Möglichkeit, von allgemeinen Indexbewegungen zu profitieren, können Indexoptionen zur Diversifizierung eines Portfolios eingesetzt werden, wenn ein Anleger nicht bereit ist, direkt in die dem Index zugrunde liegenden Aktien zu investieren. Indexoptionen können auch zur Absicherung bestimmter Risiken in einem Portfolio verwendet werden.

Typische Merkmale von Indexoptionen

Vanilla Optionen nach amerikanischem Vorbild können jederzeit vor dem Verfallstag ausgeübt werden, während Indexoptionen in der Regel nach europäischem Vorbild gestaltet sind und nur am Verfallstag ausgeübt werden können.

Anstatt einen Index direkt abzubilden, nutzen die meisten Indexoptionen einen Index-Futures-Kontrakt als Basiswert. Eine Option auf einen S&P 500-Futures-Kontrakt kann daher als ein zweites Derivat des S&P 500-Index betrachtet werden, da die Futures selbst Derivate des Index sind.

Es gibt also mehr Variablen zu berücksichtigen, da sowohl die Option als auch der Future eigene Verfallstermine und Risiko-Ertrags-Profile haben. Bei solchen Indexoptionen verfügt der Kontrakt über einen Multiplikator, der die Gesamtprämie bzw. den gezahlten Preis bestimmt. Normalerweise beträgt der Multiplikator 100, der S&P 500 hat jedoch bspw. einen Multiplikator von 250. Bei Micro-Optionen ist dieser deutlich geringer.

Beispiel für den Handel mit einer Index-Option (Call)

Ein hypothetischer Index X steht derzeit bei 500. Angenommen, ein Trader beschließt, eine Call-Option auf den Index X mit einem Strike-Preis von 505 zu kaufen. Wenn diese Call-Option zu einem Preis von 11,00 $ gehandelt wird, kostet der gesamte Kontrakt 1.100,00 $ – oder 11,00 $ x Multiplikator 100.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Basiswert dieses Kontrakts nicht eine einzelne Aktie oder eine Reihe von Aktien ist, sondern der um den Multiplikator bereinigte Barwert des Index. In diesem Beispiel sind es 50.000,00 $, also 500 x 100,00 $. Anstatt 50.000,00 $ in die Aktien des Index zu investieren, kann ein Anleger die Option zu 1.100,00 $ kaufen und die verbleibenden 48.900,00 $ anderweitig verwenden.

Das mit diesem Long Call verbundene Risiko ist auf 1.100,00 $ begrenzt. Der Break-even-Punkt eines Calls ist der Ausübungspreis zuzüglich der gezahlten Prämie. In diesem Beispiel wäre dieser Punkt bei 516, oder 505 zuzüglich 11. D.h. bei einem Stand über 516 wird dieser Handel profitabel.

Wenn der Index bei Fälligkeit 530 beträgt, würde der Besitzer dieser Call-Option sie ausüben und 2.500,00 $ in bar erhalten, oder (530 – 505) x 100,00 $. Abzüglich der ursprünglich gezahlten Prämie ergibt dieser Trade einen Gewinn von 1.400,00 $.

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