Fed-Zinsentscheid – Termine und Bedeutung

Autorin: Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Der Fed-Zinsentscheid umschreibt die Entscheidung über die Leitzinssätze der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve System (Fed), die die Geldpolitik im größten Wirtschafts- und Währungsraum der Welt durchführt.

Eine Leitzinsentscheidung wird in der Wirtschaft, Politik und auch auf den Finanzmärkten mit Spannung erwartet, da sie eine Reihe von wirtschaftlichen Variablen (z.B. kurzfristige Zinssätze, Wechselkurse, Aktienkurse, Beschäftigung und Güterpreise) beeinflussen kann. Die nächste Zinsentscheidung der Fed ist für den 31. Juli 2024 geplant.

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Fed-Zinsentscheid Termine 2024

Die Fed-Sitzungen (FOMC Meetings) sind häufig mit einer höheren Volatilität auf den Finanzmärkten verbunden. Das Federal Open Market Committee (FOMC) ist ein wichtiges Beschlussorgan der Fed und trifft sich in der Regel achtmal im Jahr, also etwa alle sechs Wochen.

Im Anschluss an eine Fed-Sitzung wird jeweils an einem Mittwoch um 14:00 Uhr Eastern Time (20:00 Uhr MEZ) ein geldpolitisches Statement veröffentlicht, das über mögliche Zinsentscheidungen informiert. Unmittelbar danach, um 14:30 Uhr Eastern Time (20:30 Uhr MEZ), gibt der Fed-Präsident und Vorsitzende des FOMC eine Pressekonferenz, um die Inhalte der Sitzung zu erläutern.

Fed-Zinsentscheid Termine 2024
31. Januar 2024 20:00 Uhr
20. März 2024 19:00 Uhr *
01. Mai 2024 20:00 Uhr
12. Juni 2024 20:00 Uhr
31. Juli 2024 20:00 Uhr
18. September 2024 20:00 Uhr
06. November 2024 20:00 Uhr
18. Dezember 2024 20:00 Uhr

* Vorverlegt wegen Zeitumstellung.

Hinweis: Jeder Sitzungstermin ist vorläufig, bis er in der unmittelbar vorhergehenden Sitzung bestätigt wird. Außerplanmäßige Sitzungen (engl. unscheduled Meetings) des FOMC sind möglich, wenn es zu außergewöhnlichen Weltereignissen (z.B. Finanzkrise 2008/09, Corona Pandemie 2020/21) kommt und die Fed denkt, dass sie handeln muss.

FOMC-Sitzungsprotokoll

Etwa drei Wochen später werden am gleichen Tag und zur gleichen Uhrzeit die jeweiligen FOMC-Sitzungsprotokolle (FOMC Minutes) veröffentlicht, die unter Umständen ebenfalls für Wirbel an den Märkten sorgen können. Diese beinhalten eine Zusammenfassung der geldpolitischen Diskussion zwischen den Teilnehmern der FOMC-Sitzung.

Leitzinsen der Fed und Inflation in den USA

Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis stellt den Leitzinssatz der Fed, auch bekannt als „Federal Funds Rate“, im Zeitverlauf dar:

Zur vergleichenden Analyse wird in der nächsten Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis die durchschnittliche Inflationsrate (prozentualer Anstieg des Preisniveaus zwischen zwei Zeitpunkten) der USA im Zeitverlauf (jährlich) dargestellt. Es zeigt sich, dass die Fed tendenziell einen höheren Leitzinssatz wählt, wenn die Inflationsrate steigt.

Im Krisenjahr 1980 (Beginn des ersten Golfkriegs sowie zweite Ölkrise 1979/1980) hatte die USA eine durchschnittliche Inflationsrate von etwa 13 %. Als Reaktion hob die Fed ihren Leitzinssatz zwischenzeitlich auf 13 % an.

Fed-Zinsentscheid – Erklärung

Der Fed-Zinseinscheid kann einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklungen der globalen Finanzmärkte und der Volkswirtschaften haben. Der Leitzinssatz der Fed, auch bekannt als “Federal Funds Rate”, stellt den Zinssatz dar, zu dem sich Banken von der US-amerikanischen Zentralbank Fed Geld leihen oder ihr Geld bei der Fed parken können.

Grundsätzlich kann eine Senkung des Leitzinssatzes die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auf den Gütermärkten ankurbeln, wodurch Preise steigen. Umgekehrt führt eine Erhöhung des Leitzinssatzes tendenziell zu einer Reduktion von Investitionen, sodass Preise sinken.

Insbesondere in den Medien existieren kontroverse Debatten über den Fed-Zinsentscheid und damit zusammenhängende Themen (z.B. Erwartungen über Leitzinsentscheidungen, Auswirkungen und Angemessenheit des Entscheids). Da der US-Dollar das zentrale Zahlungs- und Tauschmittel (Leitwährung) weltweit darstellt, wird der Zinsentscheid der Fed von allen Zentralbanken am häufigsten diskutiert.

Bedeutung der Fed-Zinsentscheidung

Aktien

Oft halten sich Anleger mit ihren Investitionen zurück, bis das FOMC getagt hat. So hat beispielsweise die Entscheidung, den Leitzinssatz niedrig zu lassen, einen tendenziell stabilisierenden Effekt auf die Finanzmärkte. Denn dies würde für Banken bedeuten, dass sie sich weiterhin günstig über Repogeschäfte refinanzieren können. Dagegen kann eine unerwartete Leitzinserhöhung der Fed ansteigende Aktienkurse vorerst stoppen.

Für Trader können die FOMC-Sitzungstermine ebenalls von Bedeutung sein. Zu diesen Terminen entwickeln sich mehrere Wertpapierkurse möglicherweise entsprechend den geldpolitischen Entscheidungen der Fed und unabhängig von den Unternehmensnachrichten. Daher werden die FOMC-Sitzungstermine mit volatileren Kursen an den Finanzmärkten in Verbindung gebracht.

Fed-Zinsentscheid und Volatilität an der Börse

Börse

Leitzinssätze der Fed können den US-Dollarkurs mittelbar beeinflussen. Viele Finanzprodukte (z.B. Aktien von großen Unternehmen wie Apple und Amazon, Anleihen sowie Optionsgeschäfte) sind in US-Dollar notiert, sodass der Wechselkurs und Währungsrisiken für Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen können.

Tendenziell wird folgender Zusammenhang zwischen Leitzinsänderung und Wechselkurs beobachtet (gemäß dem Zinsparitätentheorem):

  • Anstieg des Leitzinssatzes der Fed: Verzinste Anlagen in den USA werden lukrativer, die Nachfrage nach US-Dollar steigt auf den Devisenmärkten, der Dollarkurs steigt (gleichzeitige Abwertung des Euro, Warenimporte aus den USA nach Deutschland werden teurer)
  • Senkung des Leitzinssatzes der Fed: Verzinste Anlagen in den USA werden weniger rentabel, die Nachfrage nach US-Dollar sinkt auf den Devisenmärkten, der Dollarkurs sinkt (gleichzeitige Aufwertung des Euro, Warenimporte aus den USA nach Deutschland werden günstiger)

Der Dollarkurs, der sich aus der Devisennachfrage und dem Devisenangebot auf den Devisenmärkten ergibt, ist allerdings von zahlreichen Einflussfaktoren (z.B. temporäre Schocks, Außenhandel, Devisenmarktspekulationen) abhängig, sodass grundsätzlich keine eindeutige Richtung angegeben werden kann.

Fed-Zinsentscheid und Wirtschaftsindikatoren

Der Fed-Zinsentscheid basiert u.a. auf der Analyse wichtiger Konjunkturindikatoren, wie z.B.

Darüber hinaus basiert der Fed-Zinsentscheid auf sogenannte Projektionen, in denen die Fed Prognosen zu Arbeitsmarkt, Preisen, Zinsen und Wachstum darstellt. Dazu werden häufig Frühindikatoren hinzugezogen, wie z.B. der Producer Price Index (PPI) oder der Purchasing Managers Index (PMI).

Im Zuge der Finanzkrise 2008/09 hat die Fed zur Bewertung der globalen Wirtschaftslage auch Frühindikatoren des Auslands verwendet, zu diesen gehören unter anderem der ZEW-Index und der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland.

Wenn beispielsweise die Mehrheit der Wirtschaftsindikatoren auf eine konjunkturelle Überhitzung in den USA hinweist (z.B. durch eine merkliche Zunahme des BIP, des PPI und der Beschäftigung), kann dies ein Grund für die Fed sein, ihren Leitzinssatz zu erhöhen.

Insgesamt nutzt die Fed ein breites Spektrum von Wirtschaftsindikatoren sowie Konjunkturfrühindikatoren, um ihre beiden geldpolitischen Ziele (maximale Beschäftigung und stabile Preise) mittels einer fundierten Entscheidung erreichen zu können.

Auswirkungen des Fed-Zinsentscheids

Allgemeine mögliche Auswirkungen

Der Fed-Zinsentscheid beeinflusst nahezu alle privaten Haushalte, Unternehmen und Staaten weltweit. Auswirkungen aus einer Fed-Leitzinsentscheidung sind vielfältig und können nicht eindeutig bestimmt werden. Zudem können sie je nach Perspektive (z.B. USA, Deutschland, Sparer, Kreditnehmer, langfristig oder kurzfristig) unterschiedlich bewertet werden. In der Regel profitieren Kreditnehmer in den USA von einer Senkung des Leitzinssatzes der Fed, während Sparer benachteiligt werden.

Beispielsweise kann eine Senkung des Leitzinssatzes der Fed die Investitionen im Land ankurbeln, womit das Wirtschaftswachstum kurzfristig ansteigt. Aus langer Sicht allerdings kann damit eine erhöhte Gesamtverschuldung in den USA einhergehen, was die wirtschaftliche Stabilität des Landes gefährden könnte. Demzufolge sollten Vor- und Nachteile einer Änderung des Leitzinses der Fed abgewogen werden.

Infolge einer Änderung des Leitzinssatzes der Fed gilt tendenziell:

  • eine Erhöhung des Leitzinssatzes stoppt die ansteigende Nachfrage, Investitionen und Beschäftigung in den USA
  • eine Senkung des Leitzinssatzes steigert Nachfrage, Investitionen und Beschäftigung in den USA

Zitat zur Verdeutlichung der hohen Bedeutung der Fed-Zinsentscheidung:
„Der Wert jedes Unternehmens, der Wert eines Bauernhofes, der Wert einer Wohnung, der Wert jedes Wirtschaftsgutes hängt zu 100 % von den Zinssätzen ab. Je höher die Zinsen sind, desto niedriger ist der aktuelle Wert. Jedes Unternehmen, ob Coca-Cola, Gillette oder Wells Fargo, ist in seiner Bewertung zu 100 % von den Zinssätzen abhängig.“ – Warren Buffet (1994)

Auswirkungen auf dem Transmissionsmechanismus

Die Auswirkungen des Fed-Zinsentscheids (Erhöhung oder Senkung des Leitzinses) können anhand des geldpolitischen Transmissionsmechanismus erklärt werden. Er beginnt mit einer Leitzinsänderung und endet für gewöhnlich mit einem veränderten Preisniveau. Dieser wird in der folgenden Abbildung vereinfacht dargestellt.

Geldpolitischer Transmissionsmechanismus der Zentralbanken

Beispiel: Mögliche Auswirkungen einer Leitzinssenkung

Es gibt drei geldpolitische Wirkungsketten (Zinskanal, Vermögenskanal und Wechselkurskanal), die die möglichen Auswirkungen einer Leitzinssatzsenkung auf gesamtwirtschaftliche Größen, wie das Preisniveau, untersuchen. Der von der Fed festgelegte Leitzins gibt den Preis an, zu dem sich Banken Geld von der Fed leihen können.

  • Zinskanal: Leitzins sinkt, womit der (kreditfinanzierte) Konsum sowie Investitionen steigen. Dadurch erhöht sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in der Volkswirtschaft, sodass Preise ansteigen.
  • Vermögenskanal: Leitzins sinkt, wodurch der Wert von Aktien und Immobilien steigt und damit das Vermögen. Durch das gestiegene Vermögen werden mehr Güter und Dienstleistungen nachgefragt, sodass Preise ansteigen.
  • Wechselkurskanal: Leitzins sinkt und damit auch die allgemeinen Zinsen in den USA. Eine Geldanlage in den USA wird sowohl für US-amerikanische als auch für ausländischer Anleger weniger profitabel. Die Nachfrage nach US-Dollar sinkt, wodurch der Preis des US-Dollars relativ zur ausländischen Währung sinkt. Dies impliziert eine Abwertung des US-Dollars. Diese Wechselkursänderung hat wiederum eine positive Auswirkung auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, sodass Preise in den USA steigen.

In der Summe gilt jedoch, dass der Transmissionsmechanismus der Geldpolitik sehr komplex und unsicher ist und darüber hinaus nur langsam voranschreiten kann. Die Wirkung der Geldpolitik hängt von vielen Faktoren ab und Reaktionsprozesse verlaufen zeitlich unterschiedlich. Daher ist die Wirkung der Geldpolitik der Fed nicht klar vorhersehbar.

Fazit

Der Leitzinsentscheid der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve System hat einen wichtigen Einfluss auf nahezu alle Marktteilnehmer (private Haushalte, Unternehmen und Staaten) weltweit. Je geringer der Leitzinssatz der Fed ausfällt, desto günstiger ist die Refinanzierung für Banken. In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Der Fed-Zinsentscheid bewegt Finanzmärkte.

Häufige Fragen

Was ist die Fed?

Das Federal Reserve System, auch bekannt als “die Fed”, ist die Zentralbank der USA und betreibt die Geldpolitik in dem größten Wirtschaftsraum (mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 28 Billionen US-Dollar im Jahr 2023) der Welt.

Die Fed hat ihren Hauptsitz in Washington und wurde 1913 gegründet. Die übergeordnete Aufgabe des Federal Reserve Systems besteht darin, unter Berücksichtigung ihrer zwei gleichrangigen Ziele (Vollbeschäftigung und Preisniveaustabilität) die Geldpolitik in den USA festzulegen und durchzuführen.

Was ist das Federal Open Market Committee (FOMC)?

Das Federal Open Market Committee (FOMC) ist ein Offenmarktausschuss der Fed, der nach US-Recht mit der Überwachung der Open Market Operations des Landes betraut ist (z. B. dem An- und Verkauf von US-Staatsanleihen durch die Fed). Dieser Ausschuss der Federal Reserve stimmt über den Fed-Zinsentscheid ab.

Das FOMC setzt sich aus zwölf Mitgliedern zusammen: den sieben Mitgliedern des Board of Governors der Fed, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der übrigen elf Zentralbankpräsidenten, deren Amtszeit jeweils ein Jahr beträgt. Der Präsident der New York Fed ist immer stimmberechtigtes Mitglied. Die Zusammensetzung des FOMC ändert sich in der ersten ordentlichen Sitzung des Jahres.

Was ist ein FOMC-Meeting?

Eine FOMC-Sitzung ist ein regelmäßiges Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC), eines Ausschusses der Fed, der über die Geldpolitik der Vereinigten Staaten entscheidet. Nach zweitägigen Beratungen über die kurzfristige Geldpolitik, die etwa alle sechs Wochen stattfinden, beschließt der FOMC einen Zielsatz für die Federal Funds Rate. Dieser wird jeweils an einem Mittwoch um 14:00 Uhr Eastern Time (20:00 Uhr MEZ) in einem FOMC-Statement veröffentlicht.

Welche Aufgaben hat die Fed?

Die Fed folgende spezifische Aufgaben:

  • Aufrechterhaltung der Stabilität des Finanzsystems
  • Förderung der Sicherheit und Solidität einzelner Finanzinstitute
  • Förderung der Sicherheit und Effizienz des Zahlungs- und Abwicklungssystems
  • Förderung des Verbraucherschutzes und der gemeinschaftlichen Entwicklung

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