Fed-Zinsentscheid – Bedeutung und Termine

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Der Fed-Zinsentscheid umschreibt die Entscheidung über die Leitzinssätze der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve System (Fed), die die Geldpolitik im größten Wirtschafts- und Währungsraum der Welt durchführt. Ein Fed-Zinsentscheid wird in der Wirtschaft, Politik und auch auf den Finanzmärkten mit Spannung erwartet, da er eine Reihe von wirtschaftlichen Variablen (z.B. kurzfristige Zinssätze, Wechselkurse, Aktienkurse, Beschäftigung und Güterpreise) beeinflussen kann.

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Fed-Zinsentscheid – Erklärung

Der Fed-Zinseinscheid kann einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklungen der globalen Finanzmärkte und der Volkswirtschaften haben. Der Leitzinssatz der Fed, auch bekannt als “Federal Funds Rate”, stellt den Zinssatz dar, zu dem sich Banken von der US-amerikanischen Zentralbank Fed Geld leihen oder ihr Geld bei der Fed parken können.

Grundsätzlich kann eine Senkung des Leitzinssatzes die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auf den Gütermärkten ankurbeln, wodurch Preise steigen. Umgekehrt führt eine Erhöhung des Leitzinssatzes tendenziell zu einer Reduktion von Investitionen, sodass Preise sinken.

Insbesondere in den Medien existieren kontroverse Debatten über den Fed-Zinsentscheid und damit zusammenhängende Themen (z.B. Erwartungen über Leitzinsentscheidungen, Auswirkungen und Angemessenheit des Entscheids). Da der US-Dollar das zentrale Zahlungs- und Tauschmittel (Leitwährung) weltweit darstellt, wird der Zinsentscheid der Fed von allen Zentralbanken am häufigsten diskutiert.

Fed – Definition und Aufgaben

Das Federal Reserve System, auch bekannt als “die Fed”, ist die Zentralbank der USA und betreibt die Geldpolitik in dem größten Wirtschaftsraum (mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 21 Billionen US-Dollar im Jahr 2020) der Welt.

Die Fed hat ihren Hauptsitz in Washington und wurde 1913 gegründet. Die übergeordnete Aufgabe des Federal Reserve Systems besteht darin, unter Berücksichtigung ihrer zwei gleichrangigen Ziele (Vollbeschäftigung und Preisniveaustabilität) die Geldpolitik in den USA festzulegen und durchzuführen.

Vor diesem Hintergrund hat die Fed folgende spezifische Aufgaben:

  • Aufrechterhaltung der Stabilität des Finanzsystems
  • Förderung der Sicherheit und Solidität einzelner Finanzinstitute
  • Förderung der Sicherheit und Effizienz des Zahlungs- und Abwicklungssystems
  • Förderung des Verbraucherschutzes und der gemeinschaftlichen Entwicklung

Die folgende Abbildung fasst die Beschlussorgane sowie die zentralen Aufgaben der Fed zusammen:

Struktur und Aufgaben der Fed

Fed-Zinsentscheid – Veröffentlichung &Termine

Die Sitzungstermine des FOMC sind häufig mit einer höheren Volatilität auf den Finanzmärkten verbunden. Das FOMC ist ein wichtiges Beschlussorgan der Fed und trifft sich in der Regel achtmal im Jahr, also etwa alle sechs Wochen. Nach einer Sitzung des FOMC wird u.a. ein möglicher Leitzinsentscheid bekannt gegeben. Etwa drei Wochen später werden die jeweiligen FOMC-Sitzungsprotokolle (FOMC Minutes) bekannt gegeben, die unter Umständen ebenfalls für Wirbel in den Märkten sorgen können.

Die nächsten Termine der FOMC-Sitzungen lauten wie folgt:

Fed-Zinsentscheid Datum und Uhrzeit der Bekanntgabe
21.-22. September 2021 22.09.2021, 20:00 MEZ
2.-3. November 2021 03.11.2021, 20:00 MEZ
14.-15. Dezember 2021 15.12.2021, 20:00 MEZ

Außerplanmäßige Sitzungen (engl. unscheduled Meetings) des FOMC sind möglich, wenn es zu außergewöhnlichen Weltereignissen (z.B. Finanzkrise 2008/09, Corona Pandemie 2020/21) kommt und die Fed denkt, dass sie handeln muss.

Fed-Entscheidung und Wirtschaftsindikatoren

Der Fed-Zinsentscheid basiert u.a. auf der Analyse wichtiger Wirtschaftsindikatoren, wie z.B.

Darüber hinaus basiert der Fed-Zinsentscheid auf sogenannte Projektionen, in denen die Fed Prognosen zu Arbeitsmarkt, Preisen, Zinsen und Wachstum darstellt. Dazu werden häufig Frühindikatoren hinzugezogen, wie z.B. der Producer Price Index (PPI) oder der Purchasing Managers Index (PMI).

Im Zuge der Finanzkrise 2008/09 hat die Fed zur Bewertung der globalen Wirtschaftslage auch Frühindikatoren des Auslands verwendet, zu diesen gehören unter anderem der ZEW-Index und der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland.

Wenn beispielsweise die Mehrheit der Wirtschaftsindikatoren auf eine konjunkturelle Überhitzung in den USA hinweist (z.B. durch eine merkliche Zunahme des BIP, des PPI und der Beschäftigung), kann dies ein Grund für die Fed sein, ihren Leitzinssatz zu erhöhen.

Insgesamt nutzt die Fed ein breites Spektrum von Wirtschaftsindikatoren sowie Konjunkturfrühindikatoren, um ihre beiden geldpolitischen Ziele (maximale Beschäftigung und stabile Preise) mittels einer fundierten Entscheidung erreichen zu können.

Leitzinsen der Fed und Inflation in den USA

Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis stellt den Leitzinssatz der Fed, auch bekannt als „Federal Funds Rate“, im Zeitverlauf dar:

Leitzinssatz der Fed im Zeitverlauf
Leitzinssatz der Fed im Zeitverlauf

Zur vergleichenden Analyse wird in der nächsten Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis die durchschnittliche Inflationsrate (prozentualer Anstieg des Preisniveaus zwischen zwei Zeitpunkten) der USA im Zeitverlauf dargestellt. Es zeigt sich, dass die Fed tendenziell einen höheren Leitzinssatz wählt, wenn die Inflationsrate steigt.

Durchschnittliche Inflationsraten in den USA
Durchschnittliche Inflationsraten in den USA im Zeitverlauf

Im Krisenjahr 1980 (Beginn des ersten Golfkriegs sowie zweite Ölkrise 1979/1980) hatte die USA eine durchschnittliche Inflationsrate von etwa 13 %. Als Reaktion hob die Fed ihren Leitzinssatz zwischenzeitlich auf 13 % an.

Auswirkungen des Fed-Zinsentscheids

Allgemeine mögliche Auswirkungen

Der Fed-Zinsentscheid beeinflusst nahezu alle privaten Haushalte, Unternehmen und Staaten weltweit. Auswirkungen aus einer Fed-Leitzinsentscheidung sind vielfältig und können nicht eindeutig bestimmt werden. Zudem können sie je nach Perspektive (z.B. USA, Deutschland, Sparer, Kreditnehmer, langfristig oder kurzfristig) unterschiedlich bewertet werden.

Hinweis: In der Regel profitieren Kreditnehmer in den USA von einer Senkung des Leitzinssatzes der Fed, während Sparer benachteiligt werden.

Beispielsweise kann eine Senkung des Leitzinssatzes der Fed die Investitionen im Land ankurbeln, womit das Wirtschaftswachstum kurzfristig ansteigt. Aus langer Sicht allerdings kann damit eine erhöhte Gesamtverschuldung in den USA einhergehen, was die wirtschaftliche Stabilität des Landes gefährden könnte. Demzufolge sollten Vor- und Nachteile einer Änderung des Leitzinses der Fed abgewogen werden.

Infolge einer Änderung des Leitzinssatzes der Fed gilt tendenziell:

  • eine Erhöhung des Leitzinssatzes stoppt die ansteigende Nachfrage, Investitionen und Beschäftigung in den USA
  • eine Senkung des Leitzinssatzes steigert Nachfrage, Investitionen und Beschäftigung in den USA

Auswirkungen auf dem Transmissionsmechanismus

Die Auswirkungen des Fed-Zinsentscheids (Erhöhung oder Senkung des Leitzinses) können anhand des geldpolitischen Transmissionsmechanismus erklärt werden. Er beginnt mit einer Leitzinsänderung und endet für gewöhnlich mit einem veränderten Preisniveau. Dieser wird in der folgenden Abbildung vereinfacht dargestellt.

Geldpolitischer Transmissionsmechanismus der Zentralbanken

Es gibt drei geldpolitische Wirkungsketten (Zinskanal, Vermögenskanal und Wechselkurskanal), die die möglichen Auswirkungen einer Leitzinssatzsenkung auf gesamtwirtschaftliche Größen, wie das Preisniveau, untersuchen. Der von der Fed festgelegte Leitzins gibt den Preis an, zu dem sich Banken Geld von der Fed leihen können.

  • Zinskanal: Leitzins sinkt, womit der (kreditfinanzierte) Konsum sowie Investitionen steigen. Dadurch erhöht sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in der Volkswirtschaft, sodass Preise ansteigen.
  • Vermögenskanal: Leitzins sinkt, wodurch der Wert von Aktien und Immobilien steigt und damit das Vermögen. Durch das gestiegene Vermögen werden mehr Güter und Dienstleistungen nachgefragt, sodass Preise ansteigen.
  • Wechselkurskanal: Leitzins sinkt und damit auch die allgemeinen Zinsen in den USA. Eine Geldanlage in den USA wird sowohl für US-amerikanische als auch für ausländischer Anleger weniger profitabel. Die Nachfrage nach US-Dollar sinkt, wodurch der Preis des US-Dollars relativ zur ausländischen Währung sinkt. Dies impliziert eine Abwertung des US-Dollars. Diese Wechselkursänderung hat wiederum eine positive Auswirkung auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, sodass Preise in den USA steigen.

In der Summe gilt jedoch, dass der Transmissionsmechanismus der Geldpolitik sehr komplex und unsicher ist und darüber hinaus nur langsam voranschreiten kann. Die Wirkung der Geldpolitik hängt von vielen Faktoren ab und Reaktionsprozesse verlaufen zeitlich unterschiedlich. Daher ist die Wirkung der Geldpolitik der Fed nicht klar vorhersehbar.

Bedeutung der Fed-Entscheidung

Einfluss auf die Finanzmärkte

Oft halten sich Anleger mit ihren Investitionen zurück, bis der FOMC getagt hat. So hat beispielsweise die Entscheidung, den Leitzinssatz niedrig zu lassen, einen tendenziell stabilisierenden Effekt auf die Finanzmärkte. Denn dies würde für Banken bedeuten, dass sie sich weiterhin günstig über Repogeschäfte refinanzieren können. Dagegen kann eine unerwartete Leitzinserhöhung der Fed ansteigende Aktienkurse vorerst stoppen.

Für Anleger können die FOMC-Sitzungstermine von Bedeutung sein. Zu diesen Terminen entwickeln sich mehrere Wertpapierkurse möglicherweise entsprechend den geldpolitischen Entscheidungen der Fed und unabhängig von den Unternehmensnachrichten. Daher werden die FOMC-Sitzungstermine mit volatileren Kursen an den Finanzmärkten in Verbindung gebracht.

Fed-Zinsentscheid und Volatilität an der Börse

Einfluss auf den Dollarkurs

Leitzinssätze der Fed können den US-Dollarkurs mittelbar beeinflussen. Viele Finanzprodukte (z.B. Aktien von großen Unternehmen wie Apple und Amazon, Anleihen sowie Optionsgeschäfte) sind in US-Dollar notiert, sodass der Wechselkurs und Währungsrisiken für Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen können.

Tendenziell wird folgender Zusammenhang zwischen Leitzinsänderung und Wechselkurs beobachtet (gemäß des Zinsparitätentheorems):

  • Anstieg des Leitzinssatzes der Fed: Verzinste Anlagen in den USA werden lukrativer, die Nachfrage nach US-Dollar steigt auf den Devisenmärkten, der Dollarkurs steigt (gleichzeitige Abwertung des Euro, Warenimporte aus den USA nach Deutschland werden teurer)
  • Senkung des Leitzinssatzes der Fed: Verzinste Anlagen in den USA werden weniger rentabel, die Nachfrage nach US-Dollar sinkt auf den Devisenmärkten, der Dollarkurs sinkt (gleichzeitige Aufwertung des Euro, Warenimporte aus den USA nach Deutschland werden günstiger)

Der Dollarkurs, der sich aus der Devisennachfrage und dem Devisenangebot auf den Devisenmärkten ergibt, ist allerdings von zahlreichen Einflussfaktoren (z.B. temporäre Schocks, Außenhandel, Devisenmarktspekulationen) abhängig, sodass grundsätzlich keine eindeutige Richtung angegeben werden kann.

Fazit: Der Leitzinsentscheid der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve System hat einen wichtigen Einfluss auf nahezu alle Marktteilnehmer (private Haushalte, Unternehmen und Staaten) weltweit. Je geringer der Leitzinssatz der Fed ausfällt, desto günstiger ist die Refinanzierung für Banken. In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Der Fed-Leitzinsentscheid bewegt Finanzmärkte.

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