Futures-Optionen (FOP) – Erklärung & Beispiel

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Futures-Optionen (engl. Options on Futures oder Optionen auf Futures), auch bekannt als FOP, ähneln in ihrer Struktur den herkömmlichen Optionen auf Aktien. Der wesentliche Unterschied besteht im zugrundeliegenden Underlying. Futures Optionen beziehen sich auf Futures, während Aktienoptionen auf der entsprechenden Aktie basieren.

Futures-Optionen – Definition

Eine Option auf Futures gibt dem Inhaber das Recht einen definierten Basiswert (Underlying) (hier: ein Future) zu einem vorab festgelegten Preis (Strike) und innerhalb einer vorgegebenen Laufzeit zu kaufen oder zu verkaufen. Wichtig ist dabei, dass der Inhaber das Recht, aber nicht die Pflicht, zum Kauf oder Verkauf des Underlying besitzt. In der Fachsprache wird hier auch vom sog. Optionsrecht gesprochen. Die Futures-Option selbst kann der Inhaber allerdings jederzeit vor Ende der Laufzeit veräußern.

Von der strukturellen Gestaltung unterscheiden sich Futures-Optionen also nicht von den herkömmlichen Aktienoptionen. Der essenzielle Unterschied zwischen den beiden Terminprodukten besteht in dem zugrundeliegenden Basiswert. Wie der Name vermuten lässt, liegen Futures Optionen entsprechende Futures zugrunde, während sich Aktienoptionen auf entsprechende Aktien beziehen.

Futures-Optionen – Funktionsweise

Eine Futures-Option ist als Derivat eines Derivats zu verstehen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich auch die Hebelwirkungen der Derivate gegenseitig aufaddieren. Futures Optionen haben entsprechend eigene Kontraktspezifikationen, die vom zugrundeliegenden Futures-Kontrakt abweichen.

Eine Option auf einen S&P 500 Futures-Kontrakt kann daher als sekundäres Derivat des S&P 500 Index angesehen werden. Der Futures-Kontrakt selbst ist dabei das primäre Derivat des Index. Daher sind bei Futures-Optionen mehr Variablen zu berücksichtigen, da sowohl die Option als auch der Futures-Kontrakt eigene Fälligkeiten besitzen und eigene Produktprofile haben. Außerdem unterliegen Futures-Optionen wie Aktienoptionen dem Zeitwertverfall (sog. Theta). Händler, die bisher bspw. ausschließlich Futures gehandelt haben, müssen sich mit diesem Sachverhalt auseinandersetzen.

Beispiel – E-Mini S&P 500 Futures-Optionen

Nachfolgend soll die Funktionsweise anhand einer E-Mini S&P 500 Futures Option erläutert werden. Der E-Mini Futures-Kontrakt entspricht nur einem Fünftel des Full Size S&P 500 Futures-Kontrakt und ist der Kontrakt mit der höchsten Liquidität. Demnach weist der E-Mini S&P 500 Futures eine Kontraktgröße von 50 USD mal dem Kursstand des S&P 500 Index auf, während die Full Size S&P 500 Futures eine Kontraktgröße von 250 USD mal dem Kursstand des S&P 500 Index besitzen.

Angenommen der S&P 500 Index notiert bei 4.000 Punkten, dann beträgt der Kontraktwert des E-Mini Terminkontrakts 200.000 USD (50 USD x 4.000 Punkte). Selbiges hätte bei Full Size S&P 500 Futures einen Kontraktwert von 1.000.000 USD (250 USD x 4.000 Punkte) zur Folge. Entsprechend ist die Marginanforderung bei E-Mini Futures wesentlich geringer.

Weiter sei angenommen, dass der Wert des S&P 500 Index um 1 % steigt, also von 4.000 Punkte auf 4.040 Punkte. Demnach würde der Kontraktwert des E-Mini Futures-Kontrakt auf 202.000 USD ansteigen, was einer absoluten Steigerung von 2.000 USD entspricht. Da die erforderliche Margin, um den E-Mini zu handeln, aktuell bspw. nur 10.000 USD beträgt, würden diese 2.000 USD Steigerung einen relativen Zuwachs von 20 % auf die Margin gerechnet bedeuten.

Kapitalbindung –  E-Mini S&P 500 Futures-Optionen vs. E-Mini S&P 500 Futures

Betrachtet man nun den gleichen Fall für eine Option auf Futures, dann würde sich folgendes Ergebnis darstellen lassen. Zunächst sei erwähnt, dass der Kauf einer Futures-Option deutlich günstiger ist. Angenommen der S&P 500 Index notiert bei 4.000 Punkte und eine Futures-Option besitzt einen Strike von 4.010 Punkte mit einer Laufzeit von zwei Wochen. Der Preis der Futures-Option soll 15 USD betragen.

In diesem Fall müsste ein Käufer dieser Futures-Option keine 10.000 USD an Margin auf seinem Konto hinterlegt haben, sondern müsste nur den Preis der Futures-Option zahlen. Wie bereits dargestellt, besitzt ein E-Mini S&P 500 Futures-Kontrakt einen Multiplier von 50 USD. Entsprechend beläuft sich der Gesamtpreis der Futures-Option, den der Käufer zahlen müsste, auf 750 USD (15 USD x 50 USD). Die Kapitalbindung bei einer Option auf den E-Mini S&P 500 Futures fällt demnach knapp 93 % geringer aus als bei einem direkten Kauf des E-Mini S&P 500 Futures.

Renditevergleich –  E-Mini S&P 500 Futures-Optionen vs. E-Mini S&P 500 Futures

Obwohl der Option auf Futures der gleiche Multiplier wie dem Futures-Kontrakt zugrunde liegt (50 USD pro Indexpunkt), ist die Hebelwirkung in Bezug auf den Kapitaleinsatz erheblich höher. Ausgehend von dem zuvor dargestellten Fall, in dem der Index um 1 % von 4.000 Punkte auf 4.040 Punkte steigt, würde der Preis der Futures-Option bei Fälligkeit von 15 USD auf 30 USD ansteigen (Strike liegt bei 4.010 USD). Das entspricht einer absoluten Rendite von 750 USD. Diese Wertsteigerung würde absolut betrachtet um 1.250 USD geringer ausfallen als beim direkten Kauf des Futures-Kontrakt.

Im Vergleich zum eingegangenen Risiko (750 USD vs. 10.000 USD), würde die prozentuale Rendite der Futures-Option 100 % betragen, während sich die Rendite beim Futures-Kontrakt auf lediglich 20 % beläuft. Zur Erinnerung: In beiden Betrachtungen ist der Index lediglich um 1 % gestiegen.

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