Silber-Future-Optionen | Symbol: SO – Überblick & Beispiel

Autor: Philipp Berger

Silber-Future-Optionen (Symbol: SO) geben dem Inhaber das Recht, einen Silber-Future (SI) innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Sie bieten eine kosteneffiziente Möglichkeit zur Spekulation auf den Silberpreis, zur Absicherung gegen Preisrisiken oder zur Prämienerzielung durch Stillhaltergeschäfte.

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Silber-Future-Optionen im Überblick

Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Silver Option
Symbol (CME Globex) SO
Basiswert Silver Futures (SI)
Kontraktgröße 5.000 Feinunzen
Kursnotierung US-Dollar und Cents pro Feinunze
Min. Tickgröße (Tick Size) 0,001 USD
Min. Tickwert (Tick Value) 5 USD
Wert/Punkt (Multiplikator) 5.000,00 USD (1,00 USD je Unze = 5.000 USD je Kontrakt)
Fälligkeiten Monatsoptionen für 22 aufeinanderfolgende Monate sowie zusätzliche Juli- und Dezember-Kontrakte bis in die nächsten 60 Monate (Änderungen vorbehalten).
Letzter Handelstag Der Handel endet um 1:25 Eastern Time (ET) vier Geschäftstage vor Monatsende des dem Optionsmonat vorangehenden Monats. Fällt der Tag auf einen Freitag oder direkt vor einen Börsenfeiertag, endet der Handel am vorhergehenden Geschäftstag.
Ausübungsart Amerikanisch (Ausübung grundsätzlich bis zum Verfall möglich)
Erfüllung Bei Ausübung/Zuteilung entsteht eine Long- bzw. Short-Position im zugrunde liegenden SI-Future.
Börsenplätze COMEX, CME Group

Verschiedene Optionen auf Silber-Futures

Monatliche Silber-Future-Optionen

Gehandelt werden an der COMEX (Teil der CME Group), typischerweise elektronisch über CME Globex:

  • Ticker-Symbol: SO – Silver-Future-Option auf den Silver Future (SI)

Angeboten werden Monatsoptionen für 22 aufeinanderfolgende Monate sowie zusätzliche Juli- und Dezember-Kontrakte bis in die nächsten 60 Monate.

Wöchentliche Silber-Future-Optionen

Darüber hinaus werden wöchentliche Optionen angeboten. Für Silver Futures existieren wöchentliche Verfallstage an allen Wochentagen (Mo–Fr). Häufig verwendete CME-Globex-Codes sind u. a.:

  • Silver Weekly Options: M1S–M5S (Montag), S1T–S5T (Dienstag), W1S–W5S (Mittwoch), R1S–R5S (Donnerstag), SO1–SO5 (Freitag)

Weekly-Kontrakte werden in der Regel für vier Wochen gelistet. Es gibt keinen Weekly-Kontrakt mit identischem Verfallstag wie die Monatsoption und keinen Weekly-Kontrakt, wenn der Verfallstag auf einen Börsenfeiertag fällt.

Silber-Future-Optionen – Erklärung

An der CME können Optionen auf den Silver Future (SI) gehandelt werden. Die Future-Optionen (Ticker: SO) beziehen sich auf den jeweiligen Terminkontrakt SI, wobei ein Kontrakt 5.000 Feinunzen entspricht. Die kleinstmögliche Preisänderung (Tick Size) beträgt 0,001 USD pro Feinunze und der Tickwert (Tick Value) beträgt 5,00 USD pro Kontrakt.

Die Optionskontrakte haben eine amerikanische Ausübungsart. Bei Ausübung entsteht eine Position im zugrunde liegenden Silber-Future (SI). Eine physische Lieferung von Silber ergibt sich erst dann, wenn der daraus resultierende Future bis in die Lieferabwicklung gehalten wird.

Hinweis: Die Option verfällt grundsätzlich vier Geschäftstage vor dem Monatsende des Vormonats der Optionsfälligkeit. Für die konkreten Verfalltermine eignet sich der CME-Options Expiration Calendar.

Handelsbeispiel: Long Call

Ein Anleger rechnet mit steigenden Silberpreisen und erwirbt einen Call (Long Call) auf den Silber-Future (Strike 100 USD) zum Strike-Preis von 0,50 USD pro Unze. Bei einer Kontraktgröße von 5.000 Unzen beläuft sich die Prämie auf 2.500 USD.

  • Steigt der Futurekurs bis zum Verfall auf 101,50 USD, übt der Anleger die Option aus (es entsteht eine Long-Position zum Strike) und erzielt nach Abzug der Prämie einen Gewinn von 1 USD je Unze, insgesamt also 5.000 USD.
  • Bleibt der Kurs unter 100 USD, verfällt die Option wertlos, und es fällt lediglich der Prämienverlust von 2.500 USD an.

Beispiel: Short Put

Ein Anleger, der von stabilen oder leicht steigenden Silberpreisen ausgeht, verkauft einen Put (Short Put) mit einem Strike von 99,75 USD, während der Silber-Future bei 100,00 USD notiert. Für den Verkauf erhält er eine Prämie von 0,50 USD pro Unze (2.500 USD insgesamt) und hinterlegt die erforderliche Initial Margin / Performance Bond (z. B. 5.500 USD, abhängig von Broker/Clearing und Marktlage).

  • Steigt der Silberpreis oder bleibt über 99,75 USD, verfällt der Put wertlos und der Anleger behält die Prämie als Gewinn.
  • Sinkt der Kurs bis zum Verfall auf 99,50 USD, wird der Put ausgeübt/zugeteilt und der Anleger erhält eine Long-Futures-Position zum Strike (99,75 USD). Der unmittelbare Buchverlust beträgt 0,25 USD je Unze (0,25 USD × 5.000 Unzen = 1.250 USD). Da die Prämie von 2.500 USD bereits vereinnahmt wurde, verbleibt ein Nettogewinn von 1.250 USD.

Silber-Future-Optionen vs. Silber-Futures

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Silber-Futures-Optionen und Silber-Futures besteht darin, dass Optionen bedingte Termingeschäfte, während Futures unbedingte Termingeschäfte sind.

  • Silber-Futures sind unbedingte Termingeschäfte. Beide Parteien (Käufer und Verkäufer) sind vertraglich verpflichtet, den Kontrakt zu erfüllen. Der Käufer muss das Silber zum festgelegten Preis abnehmen und der Verkäufer muss es liefern, unabhängig davon, wie sich der Marktpreis des Silbers bis zum Verfalltag des Kontraktes entwickelt hat (sofern der Kontrakt bis in die Lieferphase gehalten wird).
  • Silber-Future-Optionen sind dagegen bedingte Termingeschäfte. Der Optionskäufer kann sich je nach Marktlage für oder gegen die Ausübung des Optionsrechts entscheiden. Der Optionsverkäufer (Stillhalter) kann zugeteilt werden und muss dann die entsprechende Futures-Position übernehmen. Das Risiko des Optionskäufers ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Der Stillhalter trägt dagegen ein hohes (bei Short Calls grundsätzlich unbegrenztes) Risiko und unterliegt Marginanforderungen.

Ein weiterer Unterschied zwischen Silber-Futures und Future-Optionen (FOP) besteht darin, dass Futures einen direktionalen Handel durch Spekulation auf steigende oder fallende Silberpreise ermöglichen. Silber-FOP bieten dagegen die Flexibilität, auch in Seitwärtsphasen zu profitieren. Zudem besteht die Möglichkeit, durch Stillhaltergeschäfte Prämien zu generieren.

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