Swaption – Erklärung mit Beispiel

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Als Swaptions werden Optionen bezeichnet, die das Recht verbriefen, in einen Swap einzutreten. Hierbei werden beispielsweise Zins- oder Währungszahlungen zu einem fixen Nennbetrag am Ausübungszeitpunkt zwischen Käufer und Verkäufer des Swaps getauscht. Eine Swaption kann in europäischem, amerikanischen oder Bermuda-Stil aufgelegt werden. Primär werden Swaptions von Banken oder Unternehmen verwendet.

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Was ist ein Swap?

Als Grundlage einer Swaption gilt es zunächst das Konzept eines Swaps zu verstehen. Es handelt sich dabei um ein Tauschgeschäft in Form eines Derivatenkontrakts zwischen zwei Parteien, bei denen Forderungen oder Verbindlichkeiten aus zwei verschiedenen Finanzinstrumenten getauscht werden. Ein Swap wird individuell vereinbart und OTC, also außerhalb einer Börse, gehandelt.

Bei den meisten Swaps handelt es sich um Cashflows (Zahlungsströme), die auf einem fiktiven Kapitalbetrag basieren, wie z.B. ein Darlehen oder eine Anleihe. In der Regel wechselt das Kapital nicht den Besitzer.

Verwendung von Swaps

Grund für einen Swap kann eine Absicherungsstrategie sein. Auch die Spekulation auf steigende oder fallende Zinsen beziehungsweise Währungskurse ist möglich. Zur Absicherung verwenden Unternehmen Swaps beispielsweise, wenn sie variable Darlehen zahlen oder erhalten. Gleiches gilt für Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen. Händler am Kapitalmarkt können zwar ebenfalls Kredit- und Währungsrisiken absichern, verwenden Swaps aber auch als Instrument, um eine Rendite zu erzielen.

Beispiel: Unternehmen A hat einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro zu einem variablen Zinssatz von derzeit 1 % p. a. angenommen. Aufgrund der niedrigen Zinsen fürchtet das Unternehmen, das die Zinsen und damit auch die Zahllast steigen. Unternehmen B hat dagegen einem Kunden Ware im Wert von 100.000 Euro geliefert und erhält für eine verzögerte Zahlung einen variablen Zinssatz von derzeit 1 % p. a. Folglich sorgt sich Unternehmen B um fallende Zinsen, weil dann die Zinserträge einbrechen. Beiden Zinssätzen liegt der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) zugrunde. Bei einem Swap können beide Unternehmen den Zinssatz von 1 % p. a. festlegen und sich somit gegenseitig absichern. Unternehmen A zahlt dann 1 % Zinsen an Unternehmen B. Bei fallenden Zinsen würde Unternehmen B weiterhin 1 % erhalten, wohingegen bei steigenden Zinsen Unternehmen A weiterhin 1 % bezahlen muss.

Grundlagen der Swaption

Swaptions können grundsätzlich in zwei Typen eingeteilt werden. Es handelt sich dabei um die Payer oder Receiver Swaption.

Eine Payer Swaption (manchmal auch Call-Swaption genannt) gewährt dem Käufer das Recht, jedoch nicht die Pflicht, in einen Swap-Kontrakt einzutreten. Der Käufer zahlt daraufhin einen festgelegten Zins beziehungsweise Kurs (fixed Rate) und erhält den variablen Zinssatz (floating Rate).

Die Receiver Swaption (auch Put-Swaption) funktioniert genau umgekehrt. Somit hat der Käufer die Wahl, in einen Swap-Kontrakt einzutreten, bei dem er die fixed Rate erhält und die floating Rate bezahlt. In beiden Konstellationen hat der Käufer der Swaption eine Prämie für das Optionsrecht an den Verkäufer zu zahlen.

Hinweis: Genau wie bei anderen Optionen handelt es sich auch bei Swaptions nach wie vor um bedingte Termingeschäft, auch wenn es sich bei dem Basiswert um ein unbedingtes Termingeschäft handelt.

Genau wie der Swap selbst, sind auch Swaptions OTC-gehandelt, weil es sich im Vergleich zu Aktienoptionen oder Futures nicht um standardisierte Finanzprodukte handelt. Daher müssen sich Verkäufer und Käufer ein Swaption auf einen Preis, die Laufzeit, den Nominalbetrag und die Zins- / Kursraten einigen. Neben diesen Faktoren muss auch der Style der Option festgelegt werden. Möglich sind:

Amerikanische Swaption (selten)

Der Käufer der Option kann diese zu jedem Zeitpunkt innerhalb der Laufzeit ausüben. Gegebenenfalls wird eine kurze Sperrfrist nach dem Kauf des Kontraktes vereinbart.

Europäische Swaption

Die Ausübung der Option ist erst am Fälligkeitstag möglich. Notiert diese in the Money, wird der Käufer das Optionsrecht mit hoher Wahrscheinlichkeit wahrnehmen. Europäische Swaptions kommen in der Praxis am häufigsten vor.

Bermuda Swaption

Bei einer Bermuda Swaption sind mehrere feste Ausübungszeitpunkte definiert. Es handelt sich somit um eine Mischform zwischen dem europäischen und amerikanischen Style.

Auch bei Swaptions ist eine Unterscheidung zwischen der physischen Lieferung und einem Barausgleich möglich. Im Fall der physischen Lieferung tritt der Käufer tatsächlich in den zugrunde liegenden Swap ein. Dagegen erfolgt beim Barausgleich nur eine Zahlung in Höhe des aktuellen Swap-Barwertes vom Verkäufer an den Käufer.

Hinweis: Weil es sich bei Swaptions um individuell gestaltete Verträge handelt, gibt es erhebliche Freiheiten bezüglich des Basiswertes und der vereinbarten Konditionen. In diesem Artikel werden lediglich die gängigsten Konstellationen aufgezeigt.

Wie funktioniert der Swaption-Markt?

Aufgrund der Struktur des Marktes für Swap-Optionen, werden diese häufig von Finanzinstitutionen, wie Banken oder Hedgefonds gehandelt. Außerdem befinden sich internationale Unternehmen unter den Händlern von Swaptions.

Swap-Kontrakte werden in den gängigen Weltwährungen gehandelt. So gibt es beispielsweise Kontrakte, die auf USD, EUR, GBP oder CAD lauten. Als Market Maker treten primär Geschäftsbanken auf. Market Maker handeln auf eigenes Risiko, sorgen für Liquidität im Markt und stellen die Kurse für Derivate. Für andere Marktteilnehmer außer Geschäftsbanken ist es kaum möglich, als Market Maker zu agieren, weil die finanziellen und personellen Anforderungen an die Bank sehr hoch sind. Anders wäre die Pflege und Überwachung eines Swaption-Portfolios kaum möglich.

Vorteile einer Swaption

Die Gründe für die Nutzung von Swaptions sind vielfältig. Die größten Vorteile aus der Nutzung ergeben sich üblicherweise für Banken und Großunternehmen. Entweder sollen bestehende Positionen (Forderungen oder Verbindlichkeiten) abgesichert werden oder Zins- und Währungskonditionen im Vorfeld fixiert werden. Im Gegensatz zu einem reinen Swap ist das Risiko für den Käufer der Swaption deutlich verringert. Für den Verkäufer (Stillhalter) ist es nach wie vor theoretisch unbegrenzt.

Plant ein Unternehmen beispielsweise in vier Monaten einen Kredit aufzunehmen, kann es die Zinsen mit einer Swaption bereits im Vorfeld fixieren. Es handelt sich in diesem Fall um einen Zinsswap. Für gewöhnlich wird bei der Fälligkeit des Kontraktes (die Ausübung vorausgesetzt) nur der Differenzbetrag der Zinsen zwischen Käufer und Verkäufer transferiert.

Weiterhin können Swaptions verwendet werden, um Devisenkurse abzusichern. Die Funktion eines solchen Währungsswaps unterscheidet sich in der Praxis kaum von der eines Zinsswaps. Im Fall der Ausübung werden jedoch Währungen zu vorab festgelegten Kursen zwischen Käufer und Verkäufer ausgetauscht.

Hinweis: Von einem reinen Swap unterscheiden sich Swaptions dadurch, dass der Käufer des Optionsrechtes den Swap zum Fälligkeitszeitpunkt annehmen kann, aber nicht muss. Zudem liegt der Ausübungszeitpunkt in der Zukunft – üblicherweise dann, wenn der Swap möglicherweise benötigt wird. Bei einem klassischen Swap wird der Vertrag dagegen sofort und für beiden Parteien verbindlich geschlossen.

Beispiel für die Verwendung einer Swaption

Ein produzierendes Unternehmen plant in 6 Monaten eine neue Fertigungshalle für 1 Million Euro zu bauen. Die Finanzierung erfolgt vollständig mit einem Bankdarlehen. Der Zinssatz wird aufgrund des Euribor zuzüglich einer Risikoprämie von 1,5 % kalkuliert. Zum Zeitpunkt der Investitionsplanung notiert der 12-Monats Euribor bei -0,1 %. Daraus ergibt sich ein Zinssatz in Höhe von 1,4 % für das Darlehen. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit wurde dieser Zinssatz ebenfalls mit einbezogen, um die Zinsaufwendungen kalkulieren zu können. Der Einfachheit halber wird für die Berechnungen in diesem Beispiel davon ausgegangen, dass es sich um ein endfälliges Darlehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einem fixen Zinssatz handelt.

Das Risiko des Unternehmens liegt nun darin, dass der Euribor sich bis zur Inanspruchnahme des Kredites in 6 Monaten verändern kann. Ein sinkender Euribor stellt für das Unternehmen keine Gefahr dar, da der Kredit dann günstiger als geplant ausfallen würde. Steigende Zinsen können dagegen die Kreditkosten erhöhen und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Investition infrage stellen.

Folglich entscheidet sich das Unternehmen, eine Swaption mit einer Laufzeit von 6 Monaten zu erwerben. Es handelt sich dabei um eine Payer Swaption als Absicherung gegen steigende Zinsen. Der Strike der Swaption von -0,1 % bezieht sich auf den Euribor, da dieser direkt die Zinskonditionen beeinflusst. Die Swaption wird folglich at the Money geschrieben. Als Kontraktgröße wird der Kreditbetrag von 1 Million Euro vereinbart. Das Unternehmen hat an den Verkäufer des Derivates eine Prämie in Höhe von 4.000 Euro zu zahlen.

Der Verkäufer der Swaption trägt somit das Risiko einer ungewollte Zinsänderung.

Bewertung des Zinsänderungsrisikos

Eine Zinserhöhung von 0,4 % würde den Kreditzins beispielsweise auf 1,8 % erhöhen. Auf die genannte Laufzeit ergibt sich ein finanzieller Mehraufwand von 40.000 Euro.

Zinsänderungsrisiko~X=((Zinssatz~ zum~ Vertragsschluss*zahlbare~ Raten)-(aktueller~Zinssatz*zahlbare~Raten))*Kreditbetrag
Zinsänderungsrisiko~0,4\%=((1,8 \%*10~Raten)-(1,4\%*10~Raten))*1.000.000~EUR=40.000~EUR

Das Risiko des Unternehmens in Höhe von 4 % des gesamten Investitionsvolumens kann in diesem Beispiel durch eine Prämie in Höhe von 0,4 % des Investitionsvolumens abgesichert und auf den Verkäufer der Swaption verlagert werden.

Hinweis: Kauft ein Marktteilnehmer eine Swaption zur Absicherung, spielt nicht nur die „Schadenshöhe“ sondern auch die Eintrittswahrscheinlichkeit eine Rolle. Im aktuellen Marktumfeld sind steigende Zinsen beispielsweise sehr unwahrscheinlich. Übersteigt das Produkt aus Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit die zu zahlende Prämie, ist die Nutzung der Swaption nach Gesichtspunkten des Risikomanagements sinnvoll.

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