Bermuda-Option – Erklärung & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Eine Bermuda-Option ist eine Art exotischer Optionskontrakt, der nur zu vorher festgelegten Terminen ausgeübt werden kann – häufig an einem bestimmten Tag im Monat. Als Abwandlung amerikanischer Optionen, die jederzeit vorzeitig ausgeübt werden können, ermöglichen Bermuda-Optionen Anlegern den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers oder Basiswerts zu einem im Voraus festgelegten Preis an einer Reihe von bestimmten Daten sowie dem Verfallsdatum der Option.

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Bermuda-Option – Definition

Als Bermuda-Option wird typischerweise eine Option bezeichnet, welche während der Laufzeit ausschließlich an vorab definierten Tagen, sowie am Verfallstag ausgeübt werden kann. Bermuda-Optionen sind somit eine eingeschränkte Form der amerikanischen Option, weil sie zwar ebenfalls eine frühzeitige Ausübung zulassen, allerdings nur zu bestimmten Terminen.

Bermuda-Optionen kommen sowohl als Put- oder Call-Optionen vor. Sie können sich auf eine Vielzahl von Basiswerten beziehen, doch wird diese Optionsart am häufigsten als Devisen– oder Zinsoption (z. B. Bermuda-Swaption) eingesetzt.

Das Merkmal der frühzeitigen Ausübung von Bermuda-Optionen ermöglicht es einem Anleger, die Option zu nutzen und sie zu bestimmten Terminen vor dem Verfall in Aktien umzuwandeln. Die Termine – die in den Vertragsbedingungen festgelegt sind – sind beim Kauf der Option im Voraus bekannt.

Die Bermuda-Option verdankt ihren Namen der Tatsache, dass Bermuda geografisch zwischen den Vereinigten Staaten und Europa liegt. Sie ist weniger verbreitet als ihre amerikanischen und europäischen Verwandten. Außerdem werden Bermuda-Optionen im Allgemeinen außerbörslich (OTC) gehandelt.

Was sind Optionen?

Optionskontrakte sind Finanzderivate, die dem Käufer das Recht – aber nicht die Pflicht – einräumen, zu einem bestimmten Preis, dem Ausübungspreis (Strike-Preis), an oder vor einem bestimmten Datum in der Zukunft in einen Basiswert, z.B. Aktien, zu investieren.

  • Eine Option zum Kauf eines Basiswerts ist eine Call-Option.
  • Eine Option auf den Verkauf eines Basiswerts ist eine Put-Option.

Bei Ablauf der Option können die Kontrakte zu dem im Voraus festgelegten Preis in Anteile des Vermögenswerts umgewandelt werden, was als Ausübung bezeichnet wird.

Es gibt zwei Haupttypen oder Arten von Optionen: Amerikanische und europäische Optionen.

Mögliche Ausübungsbeschränkungen bei Bermuda-Optionen

Einige Bermuda-Optionen haben Beschränkungen hinsichtlich des vorzeitigen Verfallsdatums. So kann eine Bermuda-Option beispielsweise die Merkmale einer europäischen Option aufweisen, bei der sie bis zum vorzeitigen Ausübungsdatum nicht ausgeübt werden kann.

Nach dem vorzeitigen Ausübungsdatum wird die Option in eine Option nach amerikanischem Muster umgewandelt und kann jederzeit ausgeübt werden. Die Möglichkeit, eine Option vorzeitig auszuüben, ist ein Vorteil für den Inhaber, und dieses Merkmal erhöht den Wert des Kontrakts.

Die Prämie (der Preis) einer Bermuda-Option ist oft höher als bei einer europäischen Option mit denselben Bedingungen und niedriger als bei einer amerikanischen Option, da die frühzeitige Ausübung eingeschränkt ist.

Wann wird eine Bermuda-Option typischerweise ausgeübt?

Einige Bermuda-Optionen erlauben es dem Anleger, die Option am ersten Geschäftstag des Monats auszuüben. Wenn also der Ausübungspreis der Call-Option eines Anlegers am Ersten des Monats unter dem Marktpreis der zugrunde liegenden Aktie liegt, kann der Anleger die Option ausüben und Aktien zum niedrigeren Ausübungspreis kaufen.

Umgekehrt kann der Anleger, wenn der Ausübungspreis der Verkaufsoption höher ist als der Marktpreis der Aktie, zum Ausübungspreis verkaufen und die Aktien zum niedrigeren Marktpreis erwerben. In den meisten Fällen wird die Nettodifferenz in bar abgegolten.

Vorteile und Nachteile von Bermuda-Optionen

Die Bermuda-Optionen haben mehrere Vor- und Nachteile. Ein wesentlicher Vorteil: Im Gegensatz zu amerikanischen und europäischen Optionen haben Anleger bei Bermuda-Optionen die Möglichkeit, einen hybriden Vertrag zu erstellen und zu kaufen.

Mit anderen Worten: Der Anleger hat mehr Kontrolle darüber, wann die Optionen ausgeübt werden können.

Vorteile von Bermuda-Optionen (aus Sicht des Käufers)

  • Bermuda-Optionen sind in der Regel günstiger als amerikanische Optionen. Das bedeutet, dass der Anleger einen geringeren Preis für das Recht bezahlen muss, als er bei einer amerikanischen Option bezahlt hätte.
  • Bermuda-Optionen erlauben dem Anleger die Ausübung der Option bereits vor Fälligkeit der Option.

Nachteile von Bermuda-Optionen (aus Sicht des Käufers)

  • Bermuda-Optionen sind in der Regel teurer als europäische Optionen. Das bedeutet, dass der Anleger einen höheren Preis für das Recht bezahlen muss, als er bei einer europäischen Option bezahlt hätte.
  • Die Einschränkung durch die vorab definierten Ausübungszeiträume können darin resultieren, dass die Ausübung der Option an einem anderen Tag profitabler gewesen wäre.

Beispiel für eine Bermuda-Option

Angenommen, ein Anleger besitzt Aktien von ABC Inc. Der Anleger hat die Aktie zu einem Preis von 250 € pro Aktie erworben und möchte sich gegen einen Kursrückgang der Aktie absichern. Der Anleger kauft eine Bermuda Put-Option, die in sechs Monaten ausläuft, mit einem Ausübungspreis von 245 €.

Die Option kostet 3 € – oder 300 €, da jeder Optionskontrakt 100 Aktien entspricht. Die Option schützt die Position vor einem Kursrückgang unter 245 € in den nächsten sechs Monaten. Das Bermuda-Merkmal ermöglicht es dem Anleger jedoch, die Option ab dem vierten Monat jeweils am Ersten eines Monats vorzeitig auszuüben.

Der Aktienkurs fällt auf 200 €, und am ersten Tag des vierten Monats der Option übt der Anleger die Verkaufsoption aus. Die Aktienposition ist gesunken und wird zu 200 € verkauft, während der Ausübungspreis von 245 € einen Gewinn von 45 € aus der Verkaufsoption ergibt. Der Anleger ist effektiv mit 245 € aus der Position ausgestiegen, abzüglich der Kosten von 300 € für die Prämie und etwaiger zusätzlicher Brokerprovisionen.

Steigt der Aktienkurs nach der Ausübung der Option jedoch beträchtlich, z. B. bis zum Ablauf der Option auf 300 €, würde der Anleger keinen dieser Gewinne erzielen. Obwohl Bermuda-Optionen die Flexibilität bieten, die Option vorzeitig auszuüben, bedeutet dies nicht unbedingt, dass die Entscheidung des Anlegers, die Option auszuüben, die richtige oder gewinnbringende Entscheidung ist.

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