Kupon (Anleihe) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Kupon - Definition
Kupon - Definition

Der Kupon (engl. „Coupon”) bezeichnet sowohl den Kuponzinssatz (auch Nominalzins genannt) als auch die daraus resultierende Kuponzahlung bei Anleihen.

Der Kuponzinssatz ist der vertraglich festgelegte Zinssatz auf den Nennwert, die Kuponzahlung ist der je Zinstermin ausgezahlte Betrag.

Zinszahlungen erfolgen häufig jährlich oder halbjährlich, je nach Emissionsbedingungen aber teils auch quartalsweise oder in anderen Intervallen.

Hinweis: Ursprünglich stammt der Name „Kupon“ aus der Zeit, als Anleiheinhaber diese physisch abtrennen mussten, um ihre Zinszahlungen einzulösen.

Berechnung der Kuponzahlung

Bei regulären, gleich langen Zinsperioden lässt sich die Kuponzahlung vereinfacht wie folgt berechnen:

Kuponzahlung = Kuponzinssatz \times \frac{Nennwert}{Anzahl~der~Zinszahlungen~pro~Jahr}

Beispiel: Eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 EUR, einem Kuponzinssatz von 5 % und halbjährlicher Zinszahlung schüttet zweimal jährlich jeweils 25 EUR aus (0,05 × 1.000 EUR ÷ 2).

Hinweis: Die tatsächliche Zinszahlung richtet sich nach den Emissionsbedingungen. Insbesondere bei verkürzten oder verlängerten Zinsperioden sowie unterschiedlichen Zinstagekonventionen (Day-Count Conventions) kann sie von dieser vereinfachten Berechnung abweichen.

Kupon vs. Anleihenrendite und Total Return

Der Kuponzinssatz (Nominalzins) gibt die vertraglich festgelegte jährliche Verzinsung in Prozent des Nennwerts an. Er sagt jedoch nicht aus, welche Rendite ein Anleger beim Kauf der Anleihe zu einem bestimmten Marktpreis erzielt.

Die Yield to Maturity (YTM, Rendite bis zur Fälligkeit) ist der einheitliche Diskontsatz, bei dem der Barwert der vertraglich vorgesehenen zukünftigen Zahlungen (Kupons und Rückzahlung) dem Preis der Anleihe entspricht. Sie berücksichtigt damit neben dem Kupon unter anderem den Kaufpreis, den Rückzahlungsbetrag und die verbleibende Laufzeit.

Die Gesamtrendite (Total Return) hängt unter anderem davon ab, zu welchen Zinssätzen die Kuponzahlungen tatsächlich wiederangelegt werden und welcher Verkaufspreis bei einem Verkauf vor Fälligkeit erzielt wird.

Hinweis: Die Yield to Maturity ist eine rechnerische Rendite. Bei einem Verkauf vor Fälligkeit, einem Zahlungsausfall oder anderen Abweichungen von den vorgesehenen Cashflows kann die realisierte Rendite entsprechend abweichen.

Kupon und Marktwert

Der Kuponzinssatz einer Anleihe hat einen direkten Einfluss auf ihren Marktwert – vor allem im Verhältnis zum aktuellen Zins- und Renditeniveau.

Vereinfacht gilt: Der Kurs einer Anleihe entspricht dem Barwert ihrer zukünftigen Cashflows (Kupons und Rückzahlung), abgezinst mit einem Marktzins, der neben dem allgemeinen Zinsniveau auch Risiko- und Liquiditätsprämien enthalten kann.

Typische Zusammenhänge:

  • Steigt die am Markt geforderte Rendite für vergleichbare Anleihen, sinkt bei unveränderten Cashflows grundsätzlich der Barwert einer bestehenden Fixkupon-Anleihe. Ihr Kurs fällt daher ceteris paribus.
  • Fällt die am Markt geforderte Rendite, steigt umgekehrt der Barwert der bestehenden Kupon- und Rückzahlungszahlungen. Der Kurs der Anleihe steigt daher ceteris paribus.
  • Auch ohne Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus können Kurse schwanken, z. B. wenn sich die Bonitätseinschätzung (Credit Spread) oder die Handelbarkeit (

Dieses Verhältnis zwischen Kupon, Renditeniveau und Kurs ist das Fundament der sogenannten Zins-Kurs-Beziehung.

Duration

Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist auch die Duration.

  • Die Macaulay Duration beschreibt die barwertgewichtete durchschnittliche Zeit bis zum Erhalt der Zahlungsströme einer Anleihe.
  • Die Modified Duration leitet sich daraus ab und approximiert, um wie viel Prozent sich der Kurs bei einer kleinen Veränderung der Rendite verändert.

Für ansonsten vergleichbare, optionsfreie Anleihen gilt als Faustregel: Eine längere Laufzeit und ein niedrigerer Kupon gehen tendenziell mit einer höheren Zinssensitivität einher. Auch das aktuelle Renditeniveau beeinflusst die Duration.

Kuponarten

Es gibt verschiedene Arten von Kupons, je nachdem, wie die Zinszahlungen einer Anleihe ausgestaltet sind.

Die wichtigsten Kuponarten im Überblick:

  • Fester Kupon: Die Anleihe zahlt über die gesamte Laufzeit einen gleichbleibenden Kuponzinssatz, der bei der Emission festgelegt wird. Diese Variante findet sich häufig bei Unternehmensanleihen und Staatsanleihen.
  • Nullkuponanleihen (Zero Coupon Bonds): Diese Anleihen zahlen keine laufenden Kupons. Stattdessen erfolgt die vertragliche Zahlung grundsätzlich bei Fälligkeit. Die Rendite ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Erwerbspreis, Rückzahlungsbetrag und Restlaufzeit.
    • Bei positiver Rendite liegt der Erwerbs- bzw. Emissionspreis typischerweise unter dem Rückzahlungsbetrag.
    • Bei sehr niedrigen oder negativen Renditen kann der Preis jedoch auch am oder über dem Rückzahlungsbetrag liegen.
  • Floater (Anleihen mit variablem Kupon): Hier ist der Kupon an einen Referenzzinssatz (z. B. Euribor oder SOFR) gekoppelt, häufig zuzüglich eines festen Aufschlags (Spread/Marge). Floater sind gegenüber Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus tendenziell weniger empfindlich als klassische Anleihen mit festem Kupon. Änderungen von Kredit- und Liquiditätsprämien sowie vertragliche Besonderheiten (zum Beispiel Caps/Floors) können jedoch ebenfalls den Kurs beeinflussen.
  • Inflationsindexierte Anleihen: Diese Anleihen dienen dem Inflationsschutz, weil entweder der Rückzahlungsbetrag (Nennwert), die Kuponzahlung oder beide an einen Inflationsindex gekoppelt sind. Häufig ist der Kuponzinssatz zwar fest, aber die Kuponzahlung schwankt, weil sie auf einen inflationsangepassten Nennwert angewendet wird. Ein Beispiel hierfür sind die Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) der USA.
  • Strukturierte Kupons: Bei dieser Form ist die Zinszahlung an bestimmte Bedingungen oder Marktentwicklungen gekoppelt – etwa an die Entwicklung eines Aktienindex, Rohstoffpreises oder Wechselkurses. Dabei können beispielsweise Barrieren, Caps/Floors oder andere derivative Komponenten eine Rolle spielen. Zusätzlich tragen Anleger wie bei anderen Schuldverschreibungen das Bonitätsrisiko des Emittenten. Strukturierte Anleihen sind häufig komplexer als klassische Fixkupon-Anleihen.

Beispiel für einen Kupon

Eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 1.000 EUR und einem Kuponzinssatz von 3,5 % zahlt bei regulärer jährlicher Kuponzahlung beispielsweise 35 EUR pro Jahr.

Bei einer ansonsten vergleichbaren Anleihe mit halbjährlicher Kuponzahlung würde sich der jährliche Kuponbetrag auf zwei Zahlungen von jeweils 17,50 EUR verteilen.

Zum Ende der Laufzeit ist der Nennbetrag gemäß den Emissionsbedingungen zurückzuzahlen. Vor der Fälligkeit kann eine börsennotierte Anleihe grundsätzlich zum jeweils verfügbaren Marktpreis verkauft werden.

Erklärung der Funktionsweise einer Bundesanleihe

Hinweis: Erfolgt der Handel zwischen zwei Kuponterminen, werden üblicherweise aufgelaufene Stückzinsen berücksichtigt. Man unterscheidet dann häufig zwischen Clean Price (Kurs ohne Stückzinsen) und Dirty Price (Kurs inklusive Stückzinsen).

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