Forwards vs. Futures – Unterschiede & Definition

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Futures (deutsch: „Termingeschäft“ oder „Terminkontrakt“) und Forwards gehören zur Gruppe der unbedingten Termingeschäfte. Obwohl beide Finanzprodukte strukturell identisch sind und zur Risikoabsicherung oder Spekulation eingesetzt werden können, gibt es signifikante Unterschiede in der inhaltlichen Ausgestaltung und der Handelbarkeit.

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Futures vs. Forwards

Ein Forward ist ein flexibler, außerbörslicher Terminkontrakt, der am Laufzeitende abgerechnet wird. Ein Future ist ein standardisierter, börsengehandelter Terminkontrakt, der täglich bis zur Fälligkeit abgerechnet wird.

Futures vs. Forwards - Die wichtigsten Unterschiede

Was sind Futures?

Bei einem Future handelt es sich um ein standardisiertes unbedingtes Termingeschäft, welches zwischen zwei vertragsschließenden Parteien an einer Terminbörse eingegangen und gehandelt wird. Per Definition beinhaltet das Termingeschäft daher die Verpflichtung für beide Vertragsparteien, einen bestimmten Basiswert zu einem vordefinierten Preis zu einem festgelegten Termin in einer festgelegten Qualität und Quantität zu übernehmen (Käufer) oder zu liefern (Verkäufer). 

Da es sich bei Futures um unbedingte Termingeschäfte handelt, besteht für keine der beiden Vertragsparteien, also weder für den Käufer noch für den Verkäufer, ein Wahlrecht. Das Termingeschäft ist für beide Seiten bindend und muss bei Fälligkeit erfüllt werden. Anders als bei Optionen gibt es somit bei Futures kein Wahlrecht für den Käufer.

Was sind Forwards?

Forwards sind unbedingte Termingeschäfte, die außerbörslich (OTC) und individuell transferiert werden. Sonst sind Forwards, genau wie Futures, eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, einen bestimmten Basiswert zu einem in der Zukunft liegenden Termin zu einem bei Vertragsabschluss individuell festgelegten Preis zu erwerben (Käufer) oder zu veräußern (Verkäufer).

Bei einem Forward wird der Ausübungspreis so festgelegt, dass der Wert des Terminkontrakts zu Beginn des Geschäfts null beträgt. Das bedeutet, die Vertragsparteien gehen das Geschäft ein, ohne dass es einer anfänglichen initialen Zahlung bedarf. Forwards sind daher immer individuell ausgestaltete Kontrakte, die aufgrund dieser charakteristischen Eigenschaft nicht zum Handel an Terminbörsen geeignet sind.

Forwards vs. Futures – Gemeinsamkeiten

Sowohl bei Futures als auch bei Forwards handelt es sich um unbedingte Termingeschäfte, die in ihrem strukturellen Aufbau im Wesentlich gleich sind. In beiden Fällen wird im Voraus eine Vereinbarung getroffen, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis an einem festgelegten Termin in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Entsprechend zählen beide Finanzprodukte zur Gruppe der Derivate, deren grundsätzliche Intention die Absicherung gegen Marktpreisrisiken im Zeitraum zwischen Vertragsabschluss und Liefertermin darstellt. 

Zuordnung von Futures und Optionen

Forwards vs. Futures – Unterschiede

Der wesentlichste Unterschied zwischen den beiden Finanzprodukten besteht in der Handelbarkeit. Futures werden im Gegensatz zu Forwards an Terminbörsen wie der New York Mercantile Exchange (NYMEX), Chicago Board of Trade (CBOT), Chicago Mercantile Exchange (CME) und European Exchange (EUREX) gehandelt.

Um einen möglichst reibungslosen Handel zwischen den Marktteilnehmern zu gewährleisten, sind Futures-Kontrakte hinsichtlich ihrer qualitativen und quantitativen Spezifikationen des Basiswerts, ihrer Größe, ihres Liefertermins und ihres Lieferorts standardisiert. Anders als Forwards, können Futures also nicht individuell ausgestaltet werden.

Dadurch, dass Futures an Terminbörsen einem kontinuierlichen Handel unterliegen und es somit zu einer stetigen Preisbildung kommt, stellen Futures wesentlich liquidere Finanzprodukte dar als Forwards. An den Terminbörsen werden nicht nur Angebot und Nachfrage der Marktteilnehmer zusammengeführt, sondern es wird auch die ordnungsmäßige Geschäftsabwicklung gewährleistet. Eine derartige Regulierung gibt es bei Forwards nicht.

Außerdem besteht bei Futures kein Kontrahentenrisiko, da sie durch verschiedene Anforderungen hinsichtlich Sicherheitsleistungen durch die Terminbörsen sowie der Clearingstellen abgesichert sind. Forwards sind diesem Risiko ausgesetzt, da es sich um individuell ausgehandelte Geschäfte zwischen zwei Vertragspartnern handelt. Fällt eine Seite aus und kann den Vereinbarungen nicht nachkommen, dann scheitert das Geschäft, ohne eine Gegenleistung zu erhalten.

Fazit

Die folgende Tabelle fasst die wichtigste Unterschiede zwischen Futures und Forwards zusammen.

Futures Forwards
  • Handel über Terminbörsen
  • nicht über Terminbörsen handelbar
    (außerbörslicher OTC-Handel)
  • standardisiert
  • nicht standardisiert (individueller Vertrag)
  • handelbar
  • nicht handelbar bzw. übertragbar
  • reguliert
  • nicht reguliert
  • kontinuierliche Preisbildung
  • keine kontinuierliche Preisbildung
  • kein Kontrahentenrisiko
  • Kontrahentenrisiko besteht
  • hochliquide
  • nicht liquide
  • Settlement findet erst am Laufzeitende durch die Schlussabrechnung statt
  • Werden überwiegend vor Ausübung glattgestellt
  • Es fallen lediglich Brokergebühren an
  • Es fallen Anwaltskosten, Bankgebühren usw. an

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