Debit Spread Option – Definition & Beispiel
Ein Debit Spread bei Optionen ist eine Strategie, bei der der Trader gleichzeitig eine Option kauft und eine andere Option verkauft, wobei die gekaufte Option mehr kostet als die verkaufte. Dadurch wird zu Beginn der Strategie eine Nettoausgabe („debit“) verursacht. Der Gewinnpotenzial dieser Strategie ist begrenzt, aber auch das Verlustrisiko.
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Debit Spread – Definition
Ein Debit Spread besteht aus dem gleichzeitigen Kauf und Verkauf von mindestens zwei Optionen (Puts oder Calls) auf den gleichen Basiswert. Häufig haben diese Optionen den gleichen Verfallstag und unterscheiden sich in ihren Ausübungspreisen (Strike-Preise). Je nach Ausgestaltung können sich jedoch auch Verfallstage und/oder Strikes unterscheiden.
Charakteristisch für einen Debit Spread ist, dass der Trader eine Nettoprämie zahlen muss, um die Strategie zu realisieren. Dabei übersteigen die Prämienkosten der Long-Position die Prämieneinnahmen der Short-Position.
Debit vs. Credit Spread
Im Gegensatz zu einem Debit Spread steht der Credit Spread. Hier wird zum Anfang der Strategie ein Prämienüberschuss vereinnahmt. Beim Debit Spread setzt der Trader in der Regel auf eine Kursbewegung in die erwartete Richtung, um Gewinne zu erzielen, während beim Credit Spread meist von stabilen bis moderat richtungskonformen Marktbewegungen profitiert wird, um die Prämie zu behalten.
Ob eine Strategie bullisch, bärisch oder neutral ausgerichtet ist, hängt jedoch von der konkreten Ausgestaltung der Optionsposition ab.
Grundlagen
In der Praxis existieren Debit Spreads mit mehreren Legs. Bei einer Optionsstrategie wird jeder einzelne Optionskontrakt als Leg der gesamten Strategie verstanden. Als Spread können folglich auch Strategien mit drei, vier oder mehr Legs gelten.
Bei Debit Spreads mit Short-Leg ist zudem zu beachten, dass insbesondere bei amerikanischen Optionen eine vorzeitige Ausübung beziehungsweise Zuteilung möglich ist.
Beispiel für einen Debit Spread
Ein Optionshändler eröffnet einen Spread, indem er zwei Call-Optionen verkauft und zwei Put-Optionen kauft.
- Für die beiden Short-Positionen erhält der Händler eine Optionsprämie von insgesamt 390 Euro.
- Für die Long-Positionen zur Absicherung der Strategie ist eine Prämie in Höhe von 450 Euro erforderlich.
Der Optionshändler muss also zunächst die Differenz investieren. Es entsteht ein „Net Debit“ (Deutsch: Nettobelastung) von 60 Euro.
Debit Spread Strategien
Zwei gängige Debit-Spread-Strategien sind der Bear Put Spread und der Bull Call Spread. Diese werden im Folgenden kurz vorgestellt.
Bear Put Spread
Beim Bear Put Spread wird eine Put-Option mit höherem Strike gekauft und gleichzeitig eine Put-Option mit niedrigerem Strike verkauft. Die gezahlte Prämie für den Long Put übersteigt in der Regel die vereinnahmte Prämie des Short Puts. Daraus ergibt sich ein Net Debit, auf dem die Strategie basiert.
Der maximale Gewinn entspricht der Differenz zwischen den beiden Strikes abzüglich der gezahlten Nettoprämie. Das maximale Verlustrisiko ist auf den anfänglichen Kapitaleinsatz begrenzt.
Für gewöhnlich wird der Long Put am Geld (At the Money, ATM) oder leicht im Geld (In the Money, ITM) eröffnet. Der Strike des Short Puts liegt dagegen tiefer und damit häufig aus dem Geld (Out of the Money, OTM).
Bear Put Spread im Überblick
- Strike A (Short Put): OTM
- Strike B (Long Put): ATM oder leicht ITM
- Marktmeinung: Bärisch
- Break-even beim Bear Put Spread = Strike des Long Put − Netto-Debit
Bull Call Spread
Beim Bull Call Spread wird eine Call-Option mit niedrigerem Strike gekauft und gleichzeitig eine Call-Option mit höherem Strike verkauft. Da die gekaufte Option eine höhere Moneyness besitzt, ist ihre Prämie in der Regel höher als die der verkauften Option. Die Differenz ergibt den Net Debit, auf dem die Strategie basiert.
Der maximale Gewinn entspricht der Differenz zwischen den beiden Strikes abzüglich der gezahlten Nettoprämie. Das maximale Verlustrisiko ist auf die gezahlte Prämie begrenzt.
In vielen Fällen wird der Long Call am Geld (At the Money, ATM) oder leicht im Geld (In the Money, ITM) eröffnet. Der Strike des Short Calls liegt dagegen höher und damit häufig aus dem Geld (Out of the Money, OTM).
Bull Call Spread im Überblick
- Strike A (Long Call): ATM oder leicht ITM
- Strike B (Short Call): OTM
- Marktmeinung: Bullisch
- Break-even beim Bull Call Spread = Strike des Long Call + Netto-Debit
Wann ist ein Debit Spread sinnvoll?
Sowohl Debit als auch Credit Spreads setzen sich aus mindestens zwei Legs zusammen. Dabei wird in der Regel eine Option verkauft und eine andere gekauft. Der Basiswert (Underlying) ist in allen Legs identisch. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Spread-Typen zeigt sich zunächst beim Cashflow zu Beginn der Strategie.
Credit Spread
Ein Credit Spread wird mit einem Prämienüberschuss eröffnet. Der Optionshändler hat also bereits bei Eröffnung der Position mehr Prämien erhalten, als er bezahlt hat.
Durch den Zeitwertverfall verringert sich der Wert der Optionen und bei wertlosem Verfall kann die erhaltene Nettoprämie als Gewinn vereinnahmt werden. Bei einem klassischen Credit Spread entspricht dies dem maximalen Gewinn. Bei einer negativen Kursentwicklung kann die Strategie jedoch auch zu einem Verlust führen.
Debit Spread
Debit Spreads hingegen erfordern ebenfalls eine passende Kursbewegung, damit die zu Beginn gezahlte Prämie wieder aufgeholt werden kann. Je nach gewählter Strategie muss der Kurs des Basiswertes also steigen oder fallen.
Der Einfluss der impliziten Volatilität hängt dabei von der konkreten Ausgestaltung ab. Bei vertikalen Debit Spreads (Optionen haben den gleichen Verfallstag) können sich die Volatilitätseffekte der einzelnen Legs teilweise ausgleichen. Im Gegenzug zum anfänglichen Kapitaleinsatz ist das Verlustrisiko auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Beispiel für einen Debit Spread
Ein Optionshändler, der eine positive Prognose für eine Aktie hat und erwartet, dass deren Preis steigt, könnte sich für einen Debit Spread entscheiden. Dieser Spread ermöglicht es ihm, von einem moderaten Kursanstieg zu profitieren, während das Verlustrisiko von Anfang an auf die gezahlte Nettoprämie begrenzt ist.
Aufbau
- Um diesen Spread zu realisieren, kauft er eine Call-Option (Long Call) mit einem Strike von 100 Euro für 2,65 Euro je Aktie. Für einen Optionskontrakt, der 100 Aktien des Basiswerts repräsentiert, zahlt er eine Prämie von insgesamt 265 Euro.
- Gleichzeitig verkauft er eine Call-Option (Short Call) mit einem höheren Ausübungspreis von 105 Euro, für die er eine Prämie von 2,50 Euro je Aktie bzw. 250 Euro erhält. Diese Kombination wird als Bull Call Spread bezeichnet.
Nach Abzug der erhaltenen Prämie bleibt ein Nettoaufwand von 0,15 Euro je Aktie, insgesamt 15 Euro pro Optionskontrakt. Der Spread wird also mit einem Net Debit eröffnet.
Mögliche Szenarien
Angesichts dieser Ausgangslage setzt der Händler auf steigende Kurse. Wenn der Kurs der Aktie steigt, erhöht sich auch der Wert seiner gekauften Call-Option und damit der Wert des gesamten Spreads.
- Den maximalen Gewinn erzielt der Optionshändler, sobald der Kurs der Aktie am Verfallstag den Ausübungspreis (Strike) der verkauften Call-Option von 105 Euro erreicht oder übersteigt. In diesem Fall beträgt der Wertunterschied zwischen den beiden Optionen 5,00 Euro je Aktie. Nach Abzug des Net Debit von 0,15 Euro ergibt sich ein maximaler Gewinn von 4,85 Euro je Aktie bzw. 485 Euro pro Optionskontrakt.
- Der Break-even dieser Strategie liegt bei 100,15 Euro. Dieser ergibt sich aus dem Strike der gekauften Call-Option von 100 Euro zuzüglich der gezahlten Nettoprämie von 0,15 Euro je Aktie.
- Das Risiko des Händlers ist auf die gezahlte Nettoprämie begrenzt. Der maximale Verlust beträgt somit 0,15 Euro je Aktie bzw. 15 Euro pro Optionskontrakt. Dieser Fall tritt ein, wenn die Aktie am Verfallstag auf oder unter 100 Euro notiert und beide Optionen wertlos verfallen.
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