LEAP-Optionen – Definition & Beispiel

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LEAP-Optionen – Definition

LEAPS sind Optionen mit einer Restlaufzeit von üblicherweise mehr als 9 Monaten bis rund 2–3 Jahren. Abgesehen von der längeren Laufzeit sind die Eigenschaften einer LEAP-Option identisch mit denen einer normalen Option. Sie verbrieft das Recht, einen Basiswert (z. B. eine Aktie) zu einem bestimmten Preis und Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Funktionsweise

LEAPS können wie normale Optionen entweder Call-Optionen (Recht zum Kauf der Aktie) oder Put-Optionen (Recht zum Verkauf der Aktie) sein. Der Inhaber einer europäischen Option hat die Wahl, sein Recht erst am Ende der Laufzeit auszuüben. Bei amerikanischen Optionen ist die Ausübung auch vor dem Verfallstag möglich.

Unabhängig von der Art der Option ist der Verkäufer, auch Stillhalter genannt, verpflichtet, die Vertragsbedingungen zu erfüllen, wenn der Inhaber der Option diese ausübt. Für diese Verpflichtung erhält der Stillhalter eine Prämie. Dabei muss es keinesfalls zur Ausübung der Option kommen.

Hinweis: Bei gleicher Moneyness (Geldnähe) und gleichem Basiswert ist die Prämie einer LEAP-Option wegen der längeren Laufzeit in der Regel höher als bei kurzfristigen Optionen.

LEAP Calls

LEAP Calls sind langlaufende Call-Optionen, deren Preis sich, abhängig vom Delta, grundsätzlich in dieselbe Richtung wie die Aktie entwickelt. Wie Standard-Calls verleihen LEAP Calls das Recht, den Basiswert bis zum Verfall zum vereinbarten Strike-Preis zu kaufen. Bei Ausübung werden die entsprechenden Stücke ins Depot eingebucht.

Statt ihre Positionen auszuüben, realisieren viele Trader Gewinne, indem sie den gekauften LEAP Call vor Fälligkeit glattstellen. Der Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen erhaltener und gezahlter Prämie abzüglich Transaktionskosten und Steuern.

LEAP Puts

LEAP Puts sind langlaufende Put-Optionen, mit denen Trader gezielt auf fallende Kurse eines Basiswertes über einen längeren Zeitraum spekulieren können. Fällt der Kurs zum Verfall unter den Strike, steigt der innere Wert des Puts.

Im Gegensatz zum klassischen Leerverkauf (Short Selling) müssen beim Long-LEAP Put keine Aktien geliehen und zurückgekauft werden. Das maximale Risiko ist auf die bezahlte Prämie (zuzüglich Kosten) begrenzt, während das Gewinnpotenzial bei stark fallenden Kursen erheblich sein kann. 

LEAPS und Moneyness (Geldnähe)

Ob eine LEAP-Option im Geld (In The Money, ITM), am Geld (At The Money, ATM) oder aus dem Geld (Out of The Money, OTM) gekauft wird, hängt wesentlich von der verfolgten Strategie ab. Zum Beispiel:

  • LEAPS aus dem Geld (OTM) haben zwar niedrigere Prämien, erfordern aber eine deutlich stärkere Kursbewegung des Basiswerts, damit insgesamt ein Gewinn entsteht. Sie werden daher eher für spekulative Szenarien genutzt.
  • LEAP-Optionen im Geld (ITM) weisen üblicherweise höhere Deltas auf und eignen sich daher besser zur langfristigen Abbildung des Basiswerts („Aktienersatz“). Zwar sind sie aufgrund ihres inneren Werts teurer als Optionen aus dem Geld (OTM), jedoch immer noch weniger kapitalintensiv als der direkte Kauf des Basiswerts.

Kapitaleffizienz von LEAPS-Optionen

Viele Marktteilnehmer schätzen an LEAPS, dass sie mit deutlich weniger gebundenem Kapital eine ähnliche Marktexponierung wie durch den direkten Aktienkauf erreichen können. Eine Long-LEAP-Option bezieht sich in der Regel auf 100 Aktien, kostet jedoch nur einen Bruchteil des Gegenwerts von 100 Aktien und bietet dennoch die Chance, über einen längeren Zeitraum an Kursanstiegen (Calls) bzw. Kursrückgängen (Puts) zu partizipieren.

Dadurch steigt die Kapitaleffizienz: Das frei werdende Kapital kann für Diversifikation, zusätzliche Optionsstrategien oder Liquiditätsreserven genutzt werden, während das maximale Verlustrisiko auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt ist.

Der Preis dieser höheren Effizienz ist ein aktiveres Management, insbesondere, da der Zeitwertverlust (Theta) im Zeitablauf zunimmt und LEAP-Positionen beispielsweise gerollt werden sollten, wenn die Investmentthese weiterhin gültig ist, die Option aber in Richtung Verfall läuft.

Beispiel – Handel mit einem Long-LEAP-Call

Angenommen, ein Anleger erwartet starke Kurssteigerungen für Aktie X, möchte jedoch nicht sein gesamtes Kapital für den Kauf von 100 Aktien binden. Statt direkt die Aktien zu kaufen, erwirbt er einen LEAP-Call (Long  Call) auf Aktie X.

Die Aktie notiert aktuell bei 80 EUR. Der Strike des Calls liegt bei 85 EUR. Damit ist die Option derzeit aus dem Geld (OTM). Erst ab 85 EUR zuzüglich der gezahlten Prämie erzielt der Anleger einen Gewinn. Die Gewinnschwelle (Break-even) liegt also bei 90,60 EUR.

Die Prämie pro Aktie beträgt 5,60 EUR. Auf den gesamten Kontrakt mit 100 Aktien ergibt sich damit eine zu zahlende Prämie von 560 EUR.

Aktie Kurs Strike Laufzeit Prämie
X 80 € 85 € 1 Jahr 560 €

Szenario 1: Der Aktienkurs steigt

Trifft die Prognose des Anlegers ein, liegt der Kurs des Basiswertes zum Verfallstag beispielsweise bei 120 EUR. Der Gewinn der Position berechnet sich wie folgt:

Gewinn = (Tageskurs \cdot Kontraktgröße) - (Strike \cdot Kontraktgröße) - gezahlte~Prämie
Gewinn = (120~EUR \cdot 100~Stück) - (85~EUR \cdot 100~Stück) - 560~EUR
Gewinn = 2.940~EUR

Die Aktie ist in diesem Beispiel um 50 % gestiegen (von 80 EUR auf 120 EUR). Ein Anleger, der die Aktie direkt gekauft hätte, hätte damit bei einem Kapitaleinsatz von 8.000 EUR einen Gewinn von 4.000 EUR bzw. eine Rendite von 50 % erzielt.

Mit der LEAP-Option ergibt sich hingegen ein Gewinn von 2.940 EUR bei einem Kapitaleinsatz von 560 EUR, was einer Rendite von 525 % entspricht.

Szenario 2: Der Aktienkurs fällt oder stagniert

Bleibt der Kurs der Aktie bis zum Verfall unterhalb des Strikes von 85 EUR, verfällt der Call wertlos. Der Anleger verliert in diesem Fall die gezahlte Prämie von 560 EUR. Steigt der Kurs zwar, erreicht aber nicht die Gewinnschwelle von 90,60 EUR, besitzt die Option zwar einen inneren Wert, insgesamt bleibt das Ergebnis jedoch negativ, da die Prämie nicht vollständig verdient wird.

Der tatsächliche Inhaber der Aktien würde seine Position im Gegensatz zum Optionshändler weiterhin halten und könnte auf zukünftige Kurssteigerungen hoffen, hat dafür aber von Anfang an deutlich mehr Kapital gebunden.

Handel mit einem Long-LEAP-Put

Angenommen, ein Anleger erwartet mittelfristig fallende Kurse bei Aktie Y. Er möchte direkt auf diese Abwärtsbewegung spekulieren, ohne die Aktie selbst zu besitzen. Zu diesem Zweck kauft er einen LEAP Put (Long Put) mit einem Strike von 80 EUR. Der Strike liegt damit auf dem gleichen Niveau wie der aktuelle Kurs. Die Option ist also am Geld (ATM).

Pro Aktie wird eine Prämie von 4,70 EUR fällig, was auf die gesamte Kontraktgröße von 100 Stück 470 EUR ergibt.

Aktie Kurs Strike Laufzeit Prämie
Y 80 € 80 € 1 Jahr 470 €

Mögliche Szenarien

  • Steigt der Kurs der Aktie oder bleibt über die gesamte Laufzeit seitwärts, verliert die Put-Option nach und nach an Wert und kann am Verfallstag wertlos verfallen. In diesem Fall entspricht der maximale Verlust der gezahlten Prämie.
  • Fällt der Kurs unter den Strike von 80 EUR, gewinnt die Put-Option an innerem Wert. Ab einem Kurs unterhalb der Gewinnschwelle von 75,30 EUR (Strike 80 EUR minus 4,70 EUR Prämie) erzielt der Anleger insgesamt einen Gewinn.

Szenario: Der Aktienkurs fällt

Angenommen, die Aktie notiert zum Verfallstag bei 76 EUR, ergibt sich das unten stehende Bild.

Gewinn = (Strike \cdot Kontraktgröße)(Tageskurs \cdot Kontraktgröße) - gezahlte~Prämie
Gewinn = (80~EUR \cdot 100~Stück) - (76~EUR \cdot 100~Stück) - 470~EUR
Gewinn = -70~EUR

Auch wenn die Option aufgrund des Kursrückgangs an innerem Wert gewonnen hat, reicht dieser Rückgang im Beispiel noch nicht aus, um die gezahlte Prämie vollständig auszugleichen. Es verbleibt ein Verlust von 70 EUR.

Sinkt der Kurs jedoch stärker und liegt zum Verfall deutlich unterhalb von 75,30 EUR, erzielt der Anleger mit dem Long-LEAP-Put einen Gewinn.

Vorteile von LEAP-Optionen

  • Geringer Verwaltungsaufwand: Durch die lange Laufzeit entfallen häufige Rolltransaktionen und damit verbundene Transaktionskosten. Dies reduziert den Verwaltungsaufwand gegenüber kurzfristigen Optionsstrategien erheblich.
  • Niedriges Theta zu Beginn („Geringer Zeitwertverlust“): Der tägliche Zeitwertverlust (Theta) ist bei LEAPs in den ersten Monaten deutlich geringer als bei kurzlaufenden Optionen. Allerdings beschleunigt sich der Verfall mit abnehmender Restlaufzeit. Die Position könnte dann geschlossen oder gerollt werden.
  • Aktienersatzstrategie mit geringerem Kapitaleinsatz: Verwendet man zusätzlich zur längeren Laufzeit auch Deep-ITM-Optionen, also hohe Deltas, bspw. im Bereich 80-90, verhält sich die Option nahezu gleich wie der Kursverlauf des Basiswertes (bspw. eine Aktie) selbst. Die hierfür zu bezahlende Prämie ist jedoch geringer im Vergleich zu einem Direktinvestment in die Aktie. Allerdings: Kein Dividendenanspruch, Totalverlustrisiko bei starken Kursrückgängen, Vega-Sensitivität.
  • Gut zur Risikoreduktion geeignet: Long-LEAP-Puts können als längerfristige Absicherung gegen Kursrückgänge dienen, während Long-LEAP-Calls eine begrenzte Verlustseite bei gleichzeitig hoher Partizipation an Kurssteigerungen ermöglichen.

Nachteile von LEAP-Optionen

  • Höherer Kapitaleinsatz im Vergleich zu kurzlaufenden Optionen: Im Vergleich zu kurzlaufenden Optionen sind LEAPs in der Regel teurer, da sie deutlich mehr Zeitwert enthalten. Für Käufer bedeutet das einen höheren Kapitaleinsatz je Kontrakt.
  • Vega-Risiko: LEAPs reagieren sensitiv auf Änderungen der impliziten Volatilität (IV). Ein starker Rückgang der IV kann selbst bei steigendem Underlying zu Verlusten führen (negative Vega-Exposition bei Long-Positionen). Die IV sollte also bereits bei Eröffnen der Position berücksichtigt werden.
  • Kein Dividendenrecht: Call-Käufer haben keinen Anspruch auf Dividenden. Bei Hochdividendenwerten kann dies die Gesamtrendite schmälern.
  • Liquidität und Spreads: LEAPs weisen oft geringere Liquidität und breitere Bid-Ask-Spreads auf als Standardoptionen. Dies könnte die Transaktionskosten beim Ein- und Ausstieg erhöhen.
  • Totalverlustrisiko: Notiert der Basiswert am Verfallstag unter dem Strike (bei Calls) bzw. darüber (bei Puts), verfällt die Option wertlos. Die gesamte gezahlte Prämie ist verloren.
    • Bei Aktien kann ein Kursrückgang ausgesessen werden, spätere Erholungen können noch nach Jahren mitgenommen werden.
    • Bei LEAPs muss die erwartete Kursbewegung innerhalb der Laufzeit eintreten. Eine Erholung nach Verfall hilft nicht mehr, es sei denn, die LEAP-Option wird gerollt.
    • Allerdings: Durch den deutlich geringeren Kapitaleinsatz bei LEAPs ist der absolute Verlust oft niedriger als bei einem vergleichbaren Aktieninvestment. Ein Totalverlust von 1.500 EUR Prämie (100% der LEAP-Position) kann weniger schmerzhaft sein als ein 40%iger Buchverlust bei 10.000 EUR Aktieninvestment (-4.000 EUR). Das höhere relative Risiko (100% vs. z. B. 40%) wird also durch niedrigeres absolutes Risiko teilweise kompensiert. Die Risikobewertung hängt von der individuellen Positionsgröße ab.

Häufige Fragen

Wie funktionieren die Optionsgriechen bei LEAP-Optionen?

LEAP-Optionen verhalten sich hinsichtlich der Optionsgriechen wie andere Optionen. Die Berechnung und die grundsätzlichen Effekte von Delta, Theta, Vega usw. sind identisch. Besonders wichtig für LEAPS sind Delta (Preis-Sensitivität) und Theta (Zeitwertverlust).

Theta

Theta beschreibt den erwarteten täglichen Zeitwertverlust einer Option. Aufgrund der langen Restlaufzeit ist der absolute Zeitwertverlust bei LEAPS anfangs vergleichsweise gering. Je näher der Verfall rückt, desto stärker beschleunigt sich dieser Verfall. Wie bei anderen Optionen nimmt der Zeitwert in den letzten Wochen vor Fälligkeit am schnellsten ab – besonders bei am Geld (ATM) liegenden Optionen.

Delta

Das Delta misst, um wie viele Geldeinheiten sich der Preis einer Option ändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts um eine Geldeinheit ändert (Preis-Sensitivität). Ein Delta von 0,80 bedeutet beispielsweise, dass eine Kursänderung des Basiswertes um 1 Euro eine Veränderung des Optionpreises um 0,80 Euro zur Folge hat (ceteris paribus).

Da LEAP-Optionen häufig als langfristiger Aktienersatz genutzt werden, wählen viele Trader bewusst Kontrakte mit hohen Deltas (nahe 1, typischerweise tief im Geld (Deep In The Money). LEAPS mit hohem Delta reagieren in der Regel stärker auf Preisänderungen des Basiswerts als LEAPS weit aus dem Geld (Deep Out of The Money).

Warum sind Leap-Prämien höher als die von regulären Optionen?

Die Optionsprämien für LEAPS sind, wie bereits erwähnt, in der Regel höher als für Optionen mit kürzerer Laufzeit. Grund dafür ist der höhere Zeitwert langlaufender Optionen. Bei unverändertem Kurs des Basiswerts und unveränderter impliziter Volatilität nimmt dieser Zeitwert mit abnehmender Restlaufzeit ab, was die Prämie nach und nach verringert.

Die Optionsprämie besteht aus innerem Wert und Zeitwert. Optionen am Geld oder aus dem Geld haben keinen bzw. nur einen sehr geringen inneren Wert; ihre Prämie entspricht daher im Wesentlichen dem Zeitwert. Optionen im Geld hingegen weisen sowohl inneren Wert als auch Zeitwert auf. Sie sind teurer, weil sie dem Käufer bereits eine vorteilhafte Ausgangsposition bieten und der Verkäufer damit ein höheres Risiko trägt.

Zusätzlich können folgende Faktoren die Höhe der Prämie beeinflussen:

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