Besteuerung von Optionen in Deutschland 2020

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Optionen verbriefen das Recht zum Kauf oder Verkauf eines vorab bestimmten Basiswertes. Es handelt sich um bedingte Termingeschäfte. Der Handel mit Optionen kann der Gewinnerzielung oder der Absicherung dienen. Erwirtschaftet der Optionshändler einen Gewinn, ist dieser nach geltendem Recht zu versteuern. Die Besteuerung von Optionen ist für die Ermittlung des Gesamterfolges ein entscheidender Faktor.

Wichtig: Dieser Artikel ist nicht als Steuerberatung zu verstehen. In der Praxis sind verschiedene Faktoren bei der Steuerermittlung zu berücksichtigen und im Zweifel sollte ein Steuerberater konsultiert werden.

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Wann sind Optionsgeschäfte steuerrelevant?

Ein Vorgang gilt dann als (einkommens-)steuerrelevant, wenn er eine Auswirkung auf die Steuerermittlung nach sich zieht. Der Kauf einer Aktie ist beispielsweise genauso wenig steuerrelevant, wie der Kauf eines Autos. Dagegen ist der Verkauf der Aktie mit Gewinn oder der Erhalt einer Dividende steuerrelevant. Bei der Besteuerung von Optionen unterscheidet sich die Behandlung von Long- und Short-Positionen aufgrund der verschiedenen Rechte und Pflichten, die damit einhergehen.

Long-Position

Der Käufer einer Option nimmt im Optionshandel die Long-Position ein. Durch den Kauf der Option erwirbt der Käufer das Wirtschaftsgut „Optionsrecht“. Die gezahlte Optionsprämie und alle Transaktionskosten zählen zu den Anschaffungskosten für dieses Wirtschaftsgut. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Vorgang nicht steuerrelevant.

Wird diese Long-Position innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr geschlossen oder die Option ausgeübt, liegt ein privates Veräußerungsgeschäft vor. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Lieferung physisch oder als Barausgleich erfolgt. Zu besteuern ist die Differenz aus Anschaffungskosten und dem abschließend erzielten Erlös.

\text{Gewinn~/~Verlust}=\text{Veräußerungserlös}-\text{Anschaffungskosten}

Verfällt die gehaltene Option am Ende der Laufzeit wertlos, ist sie nicht steuerrelevant.

Hinweis: Steuerlich ist es mitunter sinnvoll, eine gekaufte Option vor ihrem Fälligkeitstag wieder zu verkaufen, statt sie verfallen zu lassen. Durch das Schließen der Position kann der daraus entstehende Verlust mit Gewinnen aus anderen Optionsgeschäften verrechnet werden.

Short-Position

Der Verkauf einer Option ist bereits bei Eröffnung der Position steuerrelevant. Zu diesem Zeitpunkt erhält der Optionshändler die vereinbarte Prämie. Diese wird steuerlich als Entgelt für sonstige Leistungen bewertet.

Wird die Option durch den Käufer ausgeübt, sind die erhaltene Prämie und der Veräußerungsgewinn / -verlust, der durch die Lieferung entstanden ist, steuerlich getrennt zu betrachten.

Schließt der Optionshändler dagegen seine Short-Position durch den Kauf einer Option derselben Serie, werden die Zahlungsströme steuerlich zusammen betrachtet. Steuerlich relevant ist in diesem Fall die Differenz zwischen der erhaltenen Prämie und der gezahlten Prämie zum Schließen der Position.

Rechtliche Grundlage der Besteuerung von Optionen

Die Grundlage für die Besteuerung von Optionen ergibt sich aus dem Einkommenssteuergesetz. Dabei unterliegen Kapitalerträge der Kapitalertragssteuer. Diese Steuer ist auch als Abgeltungssteuer bekannt. Sie beträgt 25 % des jeweiligen Kapitalertrages. Zudem erhöht sich die Steuer um 5,5 % Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer (8 % / 9 %). Bei Kirchensteuerpflichtigen wird ein verringerter Abgeltungssteuersatz verwendet.

SteuerSteuersatz
Kapitalertragssteuer25,00 %
Soli5,50 %
Kirchensteuer8,00 % / 9,00 %
Gesamtbelastung ohne Kirchensteuer26,375 %
Gesamtbelastung mit 8,00 % Kirchensteuer27,819 %
Gesamtbelastung mit 9,00 % Kirchensteuer27,995 %

Hinweis: Sofern bei einem Gemeinschaftskonto / -depot nur ein Inhaber Mitglied in einer Glaubensgemeinschaft ist, wird die Kirchensteuer auf Kapitalerträge nur anteilig erhoben.

Freibeträge bei der Besteuerung von Optionen

Bevor die oben genannten Steuersätze angewendet werden, steht jedem Steuerzahler ein Steuerfreibetrag von 801 Euro pro Person zu. Für Ehepartner kann dieser Betrag addiert werden und ergibt somit 1.602 Euro. Auch Minderjährige haben Anspruch auf diesen Pauschalbetrag.

Kapitalerträge bis 801 Euro / 1.602 Euro werden aufgrund dieser Regelung steuerfrei gestellt. Durch Erteilung eines Freistellungsauftrages können inländische Banken und Broker auf den Steuerabzug bereits im Vorfeld verzichten. Wird kein Freistellungsauftrag erteilt, erfolgt der Steuerabzug durch deutsche Finanzinstitute automatisch und der zu viel gezahlte Betrag kann in der Einkommenssteuererklärung zurückgefordert werden.

Hinweis: Bei dem Steuerfreibetrag handelt es sich genau genommen um eine Werbungskostenpauschale. Kosten aus dem Wertpapier- oder Derivatehandel, wie Fahrtstrecken, Büromaterialien oder Ähnliches können deshalb von Privatpersonen nicht zusätzlich steuerlich geltend gemacht werden.

Liegt der persönliche Steuersatz eines Steuerpflichtigen unterhalb der Abgeltungssteuer von 25 %, kann die sogenannte Günstigerprüfung durchgeführt werden. Statt der pauschalen Kapitalertragssteuer wird dann der persönliche Steuersatz angewendet. Beispielsweise können Minderjährige, Studenten und Privatiers von dieser Regelung profitieren.

Steuerliche Verrechnungsverbote

Die steuerliche Anrechnung von Verlusten ist nur dann möglich, wenn sie der gleichen Einkommensart zugerechnet werden, wie die Gewinne. Im Optionshandel existieren jedoch Strategien, die zur Absicherung einer Aktienposition dienen und nicht ausschließlich einer Einkommensart zuzuordnen sind.

Beispiel: Eine Long-Put-Position soll die Kursverluste einer physisch gehaltenen Aktie kompensieren. Sinkt der Kurs der zugrunde liegenden Aktie, kann die Option mit Gewinn geschlossen werden, um den Verlust der Aktienposition auszugleichen. Dieser Gewinn ist als Einkommen aus Termingeschäften zu versteuern. Wird die zuvor abgesicherte Aktie gleichzeitig mit dem Schließen der Optionsposition verkauft, kann der entstehende Verlust allerdings nicht angerechnet werden. Es handelt sich um einen Verlust aus dem Aktienhandel. Dieser Verlust kann nur mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien oder Dividendenerträgen verrechnet werden. Somit wird er in Form eines Verlustvortrages fortgeschrieben, bis eine Verrechnung möglich ist.

Steuervorauszahlungen

Sofern Erträge aus dem Optionshandel nicht automatisch der Abgeltungssteuer unterliegen (beispielsweise aufgrund eines Brokers im Ausland), kann das Finanzamt Steuervorauszahlungen festsetzen. Diese sind üblicherweise vierteljährlich zu leisten und werden aufgrund der Kapitalerträge der vergangenen Jahre ermittelt. In der Praxis muss der gestundete Steuerbetrag so erheblich sein, dass eine Vorauszahlung lohnenswert erscheint. Wie hoch dieser Betrag genau ist, entscheidet das Finanzamt im Einzelfall.

Besteuerung von Optionen – Steuerreform ab dem Jahr 2021

Im Dezember 2019 haben Bundesrat und Bundestag eine Änderung des Einkommenssteuergesetzes beschlossen. Diese Änderung soll zum 01.01.2021 in Kraft treten und hat Einfluss auf die Besteuerung von Optionen. Für Händler von Derivaten allgemein hat dieses Gesetz gravierende Nachteile zur Folge.

Ziel der Gesetzesänderung ist es unter anderem, die Verlustverrechnung im Derivatehandel auf 10.000 Euro pro Jahr zu begrenzen. Verluste, die über diese Grenze hinausgehen, können in den Folgejahren geltend gemacht werden. Auch in Folgeperioden soll die Obergrenze von 10.000 Euro pro Jahr gelten. Für Optionshändler bedeutet dieses Gesetz, dass möglicherweise Kapitalertragssteuern anfallen, obwohl die Handelsaktivitäten des Jahres einen Verlust zur Folge hatten. Insbesondere komplexere Handelsstrategien sind von dieser Änderung betroffen. Wird beispielsweise ein Long Straddle gehandelt, besteht dieser aus einer Call- und einer Put-Option auf den gleichen Basiswert. Eine der Optionen wird folglich einen Verlust verursachen, selbst wenn die andere Option tief in the Money notiert.

Je nach Kalkulation kann die Steuerschuld aufgrund dieses Gesetzes den Ertrag eines Handelsjahres sogar übersteigen. Möglicherweise fallen auch Steuern an, wenn auf Jahresbasis ein Verlust erwirtschaftet wurde. Dabei sind 10.000 Euro Verlustanrechnung ein Betrag, der auch bei kleinen Portfolios schnell überschritten wird.

Bisher erwarten viele Anleger und Interessenverbände, dass das Gesetz in dieser Form nicht in Kraft tritt. Sollte dies Anfang 2021 wider Erwarten dennoch passieren, sind Klagen gegen dieses Gesetz sehr wahrscheinlich. In der Praxis nimmt der Rechtsweg allerdings einige Zeit in Anspruch.

Beispiel für die Besteuerung von Optionen nach neuem Recht

Ein Optionshändler eröffnet einen Long Straddle auf Aktie A. Dafür kauft er jeweils eine Call- und eine Put-Option. Der Fälligkeitstag beider Optionen ist identisch. Bei einem Tageskurs von 100 Euro pro Aktie wählt der Optionshändler einen Strike von ebenfalls 100 Euro. Der Händler profitiert aufgrund dieser Optionsstrategie von steigenden oder fallenden Kursen. Konstante Kurse wirken sich negativ auf die Strategie aus.

Die Aktie A notiert zum Fälligkeitstag der Optionen bei 70 Euro. Der Call befindet sich somit deutlich out of the Money. Die Position kann glattgestellt werden oder verfällt wertlos. Der Put befindet sich dagegen in the Money und weist einen Wert von 30 Euro je Aktie auf. Ausgehend von einer Kontraktgröße von 100 Stück, ergibt sich ein Gewinn von 3.000 Euro. Die Prämien beider Optionen von jeweils 1.000 Euro gelten dagegen als Verlust.
Ergebnis~der~Position=Ertrag~aus~Verkauf~oder~Ausübung-gezahlte~Prämien

Angenommen der Optionshändler führt jeden Monat einen Straddle mit einer identischen Gewinn-Verlust-Struktur durch, ergibt sich pro Jahr ein Ertrag von 36.000 Euro. Dem gegenüber stehen gezahlte Prämien von 24.000 Euro. Bisher wäre der Gesamtgewinn von 12.000 Euro versteuert worden und hätte eine Steuerzahlung von ca. 3.200 Euro zur Folge gehabt.

Dem neuen Gesetzentwurf folgend sind jedoch maximal 10.000 Euro der Prämien anrechenbar. Dies ergibt einen steuerrelevanten Gesamtertrag von 26.000 Euro für das laufende Jahr. Daraus ergibt eine Steuerschuld von fast 7.000 Euro.

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