Margin Call – Definition & Erklärung

Autor:


Ein Margin Call, in Deutsch auch bekannt als Nachschussaufforderung, ist die Aufforderung des Brokers an einen Händler, zusätzliches Kapital auf sein Handelskonto einzuzahlen oder gegebenenfalls Positionen zu schließen, sodass der Kontostand wieder auf den als Maintenance Margin bzw. Mindesteinschuss bezeichneten Mindestwert gebracht wird.

🔴 Live-Webinar am 03.10.2022 um 18:30 Uhr

Vermögensaufbau plus monatliches Einkommen an der Börse

Generiere ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen an der Börse, indem du ein klares Handelssystem mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen erlernst. Lerne Strategien kennen, die dir einen statistisch und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschaffen.

Siegel ZFU Langfristig orientierter Vermögensaufbau - auch in unsicheren Zeiten
Profitable Aktien- und Optionsstrategien für ein regelmäßiges Einkommen
In jeder Marktlage Geld verdienen

Margin Call – Definition

Beim Margin Call handelt es sich um die Aufforderung an den Händler, seine Sicherheitsleistung zu erhöhen. Ein Margin Call tritt auf, wenn der Kontostand eines Margin-Kontos (d.h. eines Kontos, das teilweise mit Fremdkapital finanziert wird) unter den vom Broker geforderten Mindestbetrag fällt. Der Broker fordert also einen Kapitalnachschuss oder wird alternativ – sollte zu diesem Zeitpunkt kein Kapital vorhanden sein – entsprechende Positionen gezwungenermaßen schließen.

Der Grund: Verliert eine Position oder ein Portfolio so stark an Wert, dass der Kontostand unter die geforderte Maintenance Margin fällt, sinkt auch die Eignung der Position als Sicherheit. Diese nun reduzierte Sicherheit muss in Form von zusätzlichem Kapital erhöht werden – oder die Position wird vom Broker zeitnah geschlossen.

Die Maintenance Margin (engl. Maintenance: „Erhaltung, Aufrechterhaltung“) ist der Betrag, den ein Händler nach der Eröffnung einer Futures-Position zu jedem Zeitpunkt auf seinem Handelskonto hinterlegt haben muss, um die Position aufrechterhalten zu können.

Wissenswert: Der Begriff Margin Call ist dadurch entstanden, dass Broker ihre Kunden früher telefonisch (engl.: call) über die Nachschusspflicht informiert haben. Inzwischen findet dieser Vorgang mit einer E-Mail oder einer Meldung im Portal des Brokers statt.

Was ist eigentlich die Margin?

Die Margin ist nach deutschsprachiger Definition die Sicherheitsleistung, die zu hinterlegen ist, wenn ein Broker einem Börsenhändler Geld leiht. Dies geschieht über ein sogenanntes Margin-Konto. Es handelt sich somit um eine Möglichkeit, das eingesetzte Kapital zu „hebeln“.

Margin Call beim Trading - Beispiel für eine Marge
Beispiel für ein Margin-Konto

Für ein solches Darlehen verlangt der Broker – vergleichbar mit dem Eigenkapitalanteil bei einer Immobilienfinanzierung – eine Margin, weil er sonst unter Umständen das Ausfallrisiko eines Kunden übernehmen würde, der gegebenenfalls aufgrund zu hoher Verluste zahlungsunfähig wird. Für Verluste, die der Anleger selbst nicht mehr bedienen kann, ist nämlich letztendlich der Broker verantwortlich.

Unterschied zwischen Maintenance Margin und Initial Margin

  • Die Initial Margin (dt.: Ersteinschuss) ist nötig, um eine Position zu eröffnen. Sie wird vor der Orderausführung durch den Broker angezeigt. Ist im Moment der Ordererteilung kein ausreichend hoher Sicherheitsbetrag frei, wird die Order gar nicht erst ausgeführt.
  • Die Maintenance Margin (dt.: Mindesteinschuss) ist hingegen für den Margin Call entscheidend. Denn diese Margin ist nötig, um eine Position aufrechtzuerhalten. Erst wenn diese Margin unterschritten wird, tritt die Nachschusspflicht ein.

Wie es zum Margin Call kommen kann

Sobald ein Anleger die Margin nutzt und nicht nur Eigenkapital einsetzt, besteht das Risiko eines Margin Calls. Um zu ermitteln, wann dieser Fall eintritt, ist die Summe des Eigenkapitals (engl.: „Equity“) entscheidend. Hierbei gilt als Eigenkapital der Marktwert der gestellten Sicherheiten abzüglich des vom Broker geliehenen Geldes.

Eigenkapital=Wert~der~Optionsposition+Barmittel-Kredit~vom~Broker

Der Margin Call wird dann ausgelöst, wenn der Wert des Eigenkapitals einen vorab festgelegten prozentualen Wert des Kreditbetrages, nämlich die Maintenance Margin, unterschreitet. Sie ist zum Halten einer Position mindestens notwendig.

Ob es zu einem Margin Call kommt, hängt daher auch maßgeblich von der geforderten Sicherheitsleistung und dem aktuellen Wert der Sicherheiten eines Kontos ab. Daher kann berechnet werden, wann in einem konkreten Fall der Margin Call eintreten würde. Wenn der Wert der Sicherheiten eines Kontos identisch mit der benötigten Maintenance Margin ist, droht unmittelbar der Margin Call. Als Formel stellt, sich dieser Sachverhalt wie folgt dar.

Margin-Call-Schwelle=\frac{Kreditbetrag}{1-Maintenance~Margin}

Beispiel: Wenn ein Konto mit 5.000 EUR Eigenkapital und 5.000 EUR Fremdkapital eröffnet wird, können 200 Aktien zu je 50 EUR gekauft werden. Voraussetzung ist, dass für diese Wertpapiere ein Marginhandel zulässig ist. Die Maintenance Margin des Brokers beläuft sich in diesem Beispiel auf 30 %. Aktuell hat das Konto nach dem Aktienkauf einen Wert in Höhe von 10.000 EUR. Die Formel sieht jetzt also wie folgt aus.

10.000~EUR=\frac{5.000~EUR}{1-0,30}
10.000~EUR=7.142,86~EUR
Somit wird der Margin Call ausgelöst, wenn der Wert der 200 Aktien insgesamt 7.142,86 EUR unterschreitet. Bezogen auf eine Aktie müsste der Wert von 50 Euro auf 35,71 Euro fallen.

In der Praxis: Die Höhe der geforderten Sicherheiten bzw. Margin hängt maßgeblich vom Risiko (im Sinne der Volatilität) der jeweiligen Position sowie gegebenenfalls der Korrelation aller Positionen in einem Depot ab. Bei Aktien bspw. fordern Broker häufig Sicherheiten in Höhe von insgesamt 25 % des gehandelten Betrages.

Handlungsmöglichkeiten

Die Reaktionsmöglichkeiten bei einem Margin Call sind relativ begrenzt. Sobald der Kontowert unter die geforderte Schwelle fällt, hat ein Händler drei Möglichkeiten.

  1. Barmittel nachschießen, damit der Wert der Sicherheiten wieder auf das geforderte Minimum steigt.
  2. Weitere Sicherheiten in Form von Wertpapieren in das Depot / Konto einlagern. Hiermit steigt ebenfalls der Kontowert.
  3. Wertpapier, welches mithilfe des Marginkontos erworben wurden, verkaufen (oder teilverkaufen) und ebenfalls die geforderte Sicherheitsleistung senken.

Nimmt der Inhaber des Marginkontos keine dieser drei Möglichkeiten wahr, wird sein Broker nach kurzfristigem Warnhinweis selbst aktiv. Die offenen Positionen werden dann durch den Broker in einer vom Broker bestimmten Reihenfolge geschlossen oder teilverkauft, um das Konto wieder auf den geforderten Wert zu bringen. Das Einverständnis des Inhabers ist hierfür nicht nötig.

Die Form der Eingriffe wird hierbei in den Geschäftsbedingungen des Kontos im Vorfeld geklärt. Mögliche Verluste aus dieser Transaktion und mögliche ungünstige Glattstellungszeitpunkte gehen zulasten des Kontoinhabers, genau wie mögliche übliche und außerordentliche Transaktionsgebühren.

Wichtig: Üblicherweise hat der Kontoinhaber einige Stunden bis wenige Tage Zeit, um den geforderten Mindestwert des Kontos wieder sicherzustellen. Der Broker nennt für gewöhnlich die genaue Frist in seiner Mitteilung. Danach agiert der Broker selbst.

Margin Call als Präventivmaßnahme

Jeder, der eine Nachricht von seinem Broker erhält, dass ein Margin Call in Kürze gefordert wird bzw. vorliegt, sollte zuerst seine offenen Positionen z. B. in Optionen, Aktien oder Futures und seinen Cashbestand überprüfen. Unter Umständen kann es nämlich sein, dass kein weiterer Handlungsbedarf besteht.

Denn Broker senden mitunter auch dann eine Benachrichtigung an alle Kunden, die wie ein Margin Call aussieht, wenn sich die prozentualen Marginanforderungen eines Produktes geändert haben. Das kann unter anderem in Zeiten höherer Volatilität vorkommen.

Margin Call vermeiden – Tipps

Wenn die maximal mögliche Margin nicht vollständig ausgelastet wird, hat der Händler einen größeren Spielraum, bis ein Margin Call eintritt. Wären in dem oben stehenden Beispiel Aktien im Wert von 7.500 Euro gekauft worden, hätte sich der Gesamtwert der Aktienposition um ca. die Hälfte verringern dürfen, bevor es zum Margin Call gekommen wäre. Bei einem Gesamtwert von 10.000 EUR wäre es bereits nach ca. 30 % zum Margin Call gekommen. Somit bietet es sich an, die Sicherheiten in Form von Barmitteln nicht vollständig mit Depotpositionen auszulasten.

Zudem ist es sinnvoll für einen Händler, sich an eine konkrete Strategie halten. Dazu gehört nicht nur ein Plan, welche Positionen eröffnet werden sollen, sondern vielmehr eine klare Definition, wann eine Position geschlossen werden soll – im Zweifel auch mit Verlust. Dadurch lassen sich jedoch in der Praxis höhere Verluste bis hin zum Margin Call vermeiden.

Ein grundlegender Ansatz zum Verhindern von Margin Calls und Verlusten gilt im Allgemeinen: Ein Anleger sollte nie Produkte handeln, die er nicht vollständig verstanden hat. Erst mit solidem Grundwissen ist der Handel mit Margin empfehlenswert und bietet dann attraktive Chancen.

Tipps zum Schutz vor Margin Calls im Überblick:

  • Konto nicht vollständig auslasten (Sicherheitsreserve)
  • Einhalten der eigenen Regeln und Handelsstrategie
  • Verständnis für die gehandelten Finanzprodukte

Kostenloses Webinar: So handelst du profitabel mit Optionen

Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 03.10.2022 um 18:30 Uhr, wie du mit Optionen handelst und investierst. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Mit dem staatlich geprüften Ausbildungsprogramm von DeltaValue ist der Einstieg schnell, zeitsparend und profitabel möglich. Klicke hier um zu erfahren wie auch du Vermögen an der Börse aufbauen kannst.

DeltaValue GmbH hat 4,70 von 5 Sternen | 21 Bewertungen auf ProvenExpert.com
Langfristiger Vermögensaufbau plus regelmäßige Einnahmen an der Börse Anonym