Maintenance Margin – Berechnung & Beispiel

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Maintenance Margin (deutsch: Mindesteinschuss oder Erhaltungsmarge) ist der Betrag, der nach der Eröffnung einer Futures-Position zu jedem Zeitpunkt auf dem Handelskonto hinterlegt sein muss, um die Position halten zu können. Dieser Betrag entspricht nur einem kleinen Teil des tatsächlichen Marktwerts des gehandelten Instruments. Er muss in der Regel durch Barmittel oder andere vom Broker akzeptierte Sicherheiten wie beleihbare Wertpapiere gedeckt sein.

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Maintenance Margin – Definition

Die Maintenance Margin ist der Mindestbetrag auf einem Marginkonto, um eine offene Terminkontrakt-Position aufrechtzuerhalten. Fällt die Kontoequity nach der laufenden Mark-to-Market-Bewertung unter dieses Niveau, wird ein Margin Call ausgelöst. Das Konto muss dann in der Regel bis zur Initial Margin aufgefüllt werden, andernfalls droht die Zwangsliquidierung.

Initial vs. Maintenance Margin - Erklärung

Hinweis: Die Maintenance Margin ist eine zentrale Kennzahl beim Margin-Handel mit Derivaten wie Optionen oder Futures. Bei Long-Optionen ist in der Regel der volle Optionspreis zu zahlen. Für Aktien- und Anleihe-Marginkonten gelten je nach Produkt und Broker teils abweichende Margin-Regeln.

Beispiel für einen Mindesteinschuss

Ein Händler kauft einen E-Mini S&P 500 Futures-Kontrakt. Für dieses Praxisbeispiel wird angenommen, dass er auf seinem Marginkonto eine Anfangssicherheit (Initial Margin) in Höhe von 15.900 USD hinterlegen muss, was etwa 8 % des gesamten Kontraktwerts (engl. Notional Value) entspricht.

Berechnung des Kontraktwerts

Zur Berechnung des Kontraktwertes wird der aktuelle Preis des Basiswertes (Underlying) mit dem Multiplikator des Futures multipliziert. In diesem Fall bedeutet dies, dass der S&P 500 Index mit 50 USD, dem Multiplikator des E-mini S&P 500 Futures, multipliziert wird (4.300 Punkte x 50 USD = 215.000 USD).

An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass der Kontraktwert viel höher ist als der Betrag, den der Händler tatsächlich zahlen muss. Dieser Wert stellt den gesamten monetären Wert des Kontraktes am Terminmarkt dar.

Berechnung der Maintenance Margin

Wie im vorherigen Abschnitt dargestellt, wird in diesem Praxisbeispiel angenommen, dass der S&P 500 Index bei 4.300 Punkten notiert. Dies entspricht einem Kontraktwert von 215.000 USD und erfordert eine Initial Margin von 15.900 USD, um eine Position im E-mini S&P 500 Futures zu eröffnen.

Ein Händler, der diesen Futures-Kontrakt erwirbt, muss fortlaufend die Anforderungen an den Mindesteinschuss erfüllen und den erforderlichen Betrag jederzeit auf seinem Marginkonto hinterlegen.

Angenommen, die Maintenance Margin beträgt in diesem Beispiel rund 14.500 USD – etwa 7 % des Kontraktwerts. In diesem Fall würde die Aufrechterhaltung der Position die Kaufkraft des Händlers nicht um 215.000 USD, sondern lediglich um 14.500 USD reduzieren.

Zu beachten ist, dass die Marginanforderungen und somit der geforderte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind sich verändernde Markterwartungen hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Maintenance Margin vs. Initial Margin

Die Initial Margin ist der anfänglich erforderliche Betrag für die Eröffnung einer Position in Wertpapieren oder Derivaten. Im Gegensatz dazu bezeichnet die Maintenance Margin den Betrag, der kontinuierlich auf einem Marginkonto vorgehalten werden muss, um eine einmal eröffnete Position weiterführen zu können.

Die Variation Margin bezeichnet dabei die laufenden, in der Regel täglichen Ausgleichszahlungen aus Gewinnen und Verlusten, durch die das Marginkonto entsprechend belastet oder gutgeschrieben wird. 

Hinweis: Die Maintenance Margin ist häufig geringer als die Initial Margin ist, in bestimmten Fällen kann aber auch gleich hoch angesetzt werden.

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