Spot Rate – Definition & Beispiel

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Spot Rate (auch: Spot Price), in Deutsch Spotkurs, Kassapreis oder Kassakurs genannt, spiegelt den aktuellen Marktpreis wider, zu dem Marktteilnehmer einen Basiswert kaufen oder verkaufen können – mit sofortiger Lieferung. Dadurch unterscheiden sich Spot Rates bzw. Kassakurse von Forward Rates bzw. Terminkursen, bei denen eine Lieferung erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft vorgesehen ist.

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Spot Rate – Definition

Die Spot Rate (Kassakurs) ist der aktuelle Preis, zu dem ein bestimmter Basiswert auf dem Markt zur sofortigen Lieferung gekauft oder verkauft werden kann. Basiswerte können bspw. Zinssätze, Rohstoffe, Wertpapiere wie Aktien oder Währungen sein.

  • Der Kassakurs könnte also auch als aktueller Marktwert eines Basiswertes bezeichnet werden – bei sofortiger Ausführung.
  • Im Gegensatz zum Kassakurs ist der Preis eines Futures (Terminkurs oder Forward Rate) ein vereinbarter Preis für die zukünftige Lieferung des Basiswerts.

Im Allgemeinen ist die Spot Rate zeit- und ortsspezifisch, wodurch es zu Preisabweichungen bei ein und demselben Vermögenswert kommen kann, je nachdem, wo sich der Standort des Anlegers befindet. Aufgrund der Vernetzung innerhalb der globalen Marktwirtschaft, tendieren die meisten Basiswerte dazu, weltweit eine nahezu identische Spot Rate zu besitzen – immer unter Berücksichtigung der entsprechenden Wechselkurse.

Anders formuliert: Ein Basiswert kostet weltweit dasselbe auf dem Kassamarkt.

Beispiele für Basiswerte mit Spot Rate (Kassakurs)

Bei Devisentransaktionen wird die Spot Rate durch die Nachfrage von Privatpersonen und Unternehmen, die ihre Transaktionen in einer Fremdwährung abwickeln möchten, sowie von Devisenhändlern beeinflusst. Neben Währungen gehören bspw. auch Rohstoffe (z.B. Rohöl, Baumwolle, Gold, Kupfer, Kaffee, Weizen) und Anleihen zu den Vermögenswerten, bei denen ein Kassakurs gestellt wird.

Während die Spot Rates für Rohstoffe ebenfalls durch Angebot und Nachfrage für die entsprechenden Güter ermittelt werden, basieren die Spot Rates für Anleihen auf der Kursstellung der sog. Nullkuponanleihe (Sonderform der Anleihe, bei der keine laufenden Zinsen (Kupon) gezahlt werden).

Spot Rate (Kassakurs) vs. Forward Rate (Terminkurs)

Anleger werden mit der Bezeichnung Spot Rate i.d.R. dann konfrontiert, wenn es sich um Warenterminkontrakte auf Rohstoffe wie Rohöl, Weizen oder Gold handelt. Meist wird hier Bezug auf den Vergleich zwischen Spot Rate und Forward Rate genommen.

Warum man die Bezeichnung Spot Rate im Zusammenhang mit Aktien kaum hört ist, dass Aktien immer zum Kassakurs gehandelt werden – Anleger kaufen oder verkaufen eine Aktie zum notierten Preis und tauschen diese dann gegen Bargeld. Der Begriff Kassakurs dürfte einigen Anlegern geläufiger sein.

Der Forward Rate wird typischerweise anhand der Spot Rate des Basiswerts, der erwarteten Änderungen von Angebot und Nachfrage, dem risikofreien Zinssatz sowie der Lagerhaltungskosten in Abhängigkeit der Restlaufzeit ermittelt. Futures-Kontrakte mit längeren Laufzeiten haben hierbei höhere Lagerhaltungskosten als Kontrakte mit nahen Fälligkeitsterminen.

Cost of Carry als Bestandteil des Future-Preises

Spot Rates fluktuieren je nach Marktphase erheblich. Obwohl der Kassakurs für die sofortige Transaktion eines Basiswerts wichtig ist, hat sie für den Terminmarkt eine wesentlich höhere Bedeutung. Marktteilnehmer erhalten mit Optionen und Futures die Möglichkeit, einen Vermögenswert zu einem bestimmten Preis in der Zukunft zu kaufen oder verkaufen. Dadurch können Risiken, die mit der Fluktuation der Spot Rate zusammenhängen, teilweise abgemildert werden, indem die Marktteilnehmer ihre Terminpositionen anhand der Entwicklung der Spot Rate adjustieren.

Die Abwicklung eines Kassageschäfts erfolgt normalerweise ein oder zwei Geschäftstage nach dem Handelstag, an dem der Anleger die Transaktion getätigt hat. Nach diesem Zeitraum ist der Anleger auch rechtlich im Besitz des Basiswerts und ist beispielsweise berechtigt an der Hauptversammlung teilzunehmen oder Dividenden zu erhalten. Unabhängig davon, was mit dem Kurs zwischen dem Datum der Transaktion und dem Datum der Abwicklung geschieht, wird der Basiswert zum Kurs eingebucht, der bei der Transaktion gestellt wurde.

Beispiel Spot Rate vs. Forward Rate

Zur Wiederholung: Die Spot Rate und die Forward Rate können voneinander abweichen – in der Praxis ist das die Regel. Entsprechend kann der gestellte Preis am Kassamarkt vom Futures-Preis differieren.

Ein Beispiel hierfür wäre, dass der Kassakurs von Gold bei 1.000 USD notiert, während der Terminkurs 1.300 USD betragen kann. In diesem Fall würde eine signifikante Abweichung nach oben vorliegen, die Contango genannt wird.

In ähnlicher Weise kann bspw. der Kassakurs von Rohöl bei 50 USD notieren, der Terminkurs beträgt hingegen lediglich 45 USD. In diesem Fall würde die Abweichung nach unten für eine Backwardation stehen, die Händlerwahrnehmung für die zukünftige Preisentwicklung ist somit pessimistisch.

Zusammenhang zwischen Kassakurs und Terminkurs

Der Unterschied zwischen dem Kassakurs und dem Terminkurs kann erheblich sein. Diese Abweichungen werden in der Fachsprache als Contango oder Backwardation bezeichnet.

Von Contango spricht man, wenn der Futures-Preis eines Basiswerts höher ist als die zugehörige Spot Rate. Demnach tritt Contango i.d.R. dann auf, wenn erwartet wird, dass der Preis eines Basiswerts im Laufe der Zeit steigt. Die Zinsstrukturkurve ist entsprechend aufwärtsgerichtet.

Contango bei Futures am Beispiel eines Futures-Preis-Fälligkeits-Diagramms
Entstehung eines Contango veranschaulicht durch ein Diagramm der Futurepreise in Abhängigkeit von der Fälligkeit (Futurepreise auf der y-Achse, verschiedene Fälligkeiten auf der x-Achse)

Notiert der Spot Rate über dem zugehörigen Futures-Preis, spricht man von Backwardation. Die Zinsstrukturkurve ist dann abwärtsgerichtet. Während der Laufzeit können beide Zustände erreicht und laufend gewechselt werden.

Backwardation bei Futures - Beispieldiagramm
Entstehung von Backwardation, dargestellt als Preis-Fälligkeits-Diagramm (Future-Preise auf der y-Achse, verschiedene Fälligkeiten auf der x-Achse)

Aus diesem Sachverhalt lässt sich folgende Aussage treffen:

  • Backwardation begünstigt tendenziell Long-Positionen, da die Futures-Preise mit abnehmender Laufzeit in Richtung des Kassapreises steigen werden.
  • Analog dazu begünstigt Contango Short-Positionen, da sich die Futures-Preise mit abnehmender Laufzeit den Kassapreisen annähern und fallen.

In beiden Fällen gilt: Bei Fälligkeit müssen sowohl der Forward Rate als auch der Spot Rate nahezu identisch sein, ansonsten würden sich am Markt Arbitragemöglichkeiten ergeben.

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