Backwardation – Erklärung & Beispiel

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Backwardation (deutsch: „inverser Markt“ oder „Terminabschlag“) beschreibt eine Situation am Terminmarkt, in der der Terminkurs eines Vermögenswerts (bspw. Rohstoff) unter dem aktuellen Kassakurs liegt. Marktteilnehmer zahlen dabei mehr für die sofortige als für die zukünftige Lieferung eines Rohstoffs oder Finanzinstruments. Demgegenüber beschreibt Contango, dass zukünftige Lieferpreise über dem aktuellen Spotpreis liegen.

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Backwardation – Definition

Backwardation liegt vor, wenn der Terminpreis eines Basiswerts (z. B. Rohstoff oder Index) unter dem aktuellen Kassapreis liegt. Dies deutet darauf hin, dass der Markt künftig fallende Preise erwartet, etwa aufgrund kurzfristiger Angebotsengpässe oder erhöhter aktueller Nachfrage.

Der Backwardation-Effekt zeigt sich in einer fallenden Terminstrukturkurve, die den Spotpreis und die Terminkurse über verschiedene Laufzeiten hinweg abbildet.

Backwardation bei Futures - Beispieldiagramm
Entstehung von Backwardation, dargestellt als Preis-Fälligkeits-Diagramm (Future-Preise auf der y-Achse, verschiedene Fälligkeiten auf der x-Achse)

Gründe für eine Backwardation

Backwardation entsteht häufig durch eine gestiegene Nachfrage nach sofortiger Lieferung, ausgelöst durch wirtschaftliche, geopolitische oder wetterbedingte Ereignisse. Erwartet der Markt zugleich eine sinkende zukünftige Nachfrage (etwa durch eine wirtschaftliche Abschwächung), fällt der Futurepreis unter den aktuellen Spotpreis.

Ein weiterer Treiber ist die Absicherung von Produzenten gegen Preisschwankungen, besonders in der Agrar- und Rohstoffbranche. Um Planungssicherheit zu gewährleisten, verkaufen sie ihre Waren frühzeitig zu einem niedrigeren Preis. Dieses Phänomen der „normalen Backwardation“ beschrieb Keynes bereits 1930.

Auch ein steigendes zukünftiges Angebot, z. B. durch eine bevorstehende Ernte oder Produktionsausweitung, kann Futurekurse senken. Umgekehrt führen niedrige Lagerbestände kurzfristig oft zu höheren Spotpreisen.

Saisonalität spielt ebenfalls eine Rolle: Während der Erntezeit sorgen große Mengen für Preisdruck, während vor der Ernte Angebotsengpässe den Spotpreis steigen lassen.Extremwetter wie Dürre oder Frost kann zusätzlich Angebotsschocks auslösen und Backwardation verstärken.

Arbitrage und Backwardation

Eine Arbitragemöglichkeit bei Backwardation ergibt sich, wenn ein Händler den Basiswert heute zum hohen Spotpreis verkauft, gleichzeitig einen Future zum niedrigeren Preis kauft und die Ware bei Fälligkeit zurückerwirbt. Die Differenz zwischen Verkaufserlös und späterem Rückkaufpreis, zuzüglich Zinserträge aus der Zwischenzeit, kann einen risikolosen Gewinn darstellen.

Voraussetzung für diese auch als Reverse Carry Trade bezeichnete Strategie ist jedoch, dass ausreichend Bestände vorhanden sind, um sie temporär zu veräußern. Bei Verbrauchsgütern wie Öl oder Getreide ist das oft nicht der Fall, da sie im Produktionsprozess verbraucht werden. Ohne verfügbare Lagerbestände kann die Arbitrage nicht realisiert werden und die Backwardation bleibt bestehen.

Zudem birgt das Basisrisiko eine Unsicherheit: Verläuft die Preisentwicklung anders als erwartet (etwa durch kurzfristige Marktturbulenzen), kann der geplante Arbitragegewinn ausbleiben oder sich in einen Verlust verwandeln.

Futures-Fälligkeit und Rolleffekte

In einer Backwardation-Situation kann für Anleger, die eine passive Long-Strategie verfolgen, ein positiver Roll-Effekt (Roll Yield) entstehen.

Ein Investor verkauft einen kurzfristigen, teureren Kontrakt vor Fälligkeit und kauft gleichzeitig einen länger laufenden, günstigeren Kontrakt. Über die Zeit entsteht allein durch diese Rollbewegung ein Gewinn – ohne dass sich der Spotpreis verändert.

Dieser Rollgewinn ist eine zentrale Ertragsquelle bei Rohstoff-Investments mit Futures. Laut Studien tritt er insbesondere dann auf, wenn Lagerbestände knapp sind und der sogenannte Convenience Yield hoch ist. Genau in solchen Marktphasen zeigt sich häufig strukturelle Backwardation.

Allerdings ist der Rollgewinn nicht garantiert, da saisonale Schwankungen, Lageraufbau und strukturelle Veränderungen im Markt (z. B. höhere Lagerkapazitäten oder neue Exportländer) das Preisgefüge verändern und die Rollrendite reduzieren können. Besonders bei Agrarrohstoffen wie Soja ist zudem die saisonale Abhängigkeit der Backwardation zu beachten.

Backwardation vs. Contango

Ein Markt befindet sich in Contango, wenn die Terminkurse über dem aktuellen Kassapreis liegen. Dies tritt häufig in stabilen Marktphasen auf, in denen Lagerhaltung möglich und das Angebot ausreichend ist. Contango signalisiert steigende Preise oder zumindest höhere zukünftige Bewertung, etwa aufgrund von Lager- und Finanzierungskosten und gilt somit als das Gegenstück zur Backwardation,

Backwardation vs. Contango am Beispiel eines Futurepreis-Fälligkeits-Diagramms
Backwardation vs. Contango, veranschaulicht durch ein Preis-Fälligkeits-Diagramm (Futurepreise auf der y-Achse, verschiedene Fälligkeiten auf der x-Achse)

Hinweis: Backwardation ist seltener als Contango, da Futurespreise in der Regel Lager- und Finanzierungskosten berücksichtigen.

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