Brent Crude Oil Futures (ICE)| Symbol: BRN – Erklärung & Chart
Brent Crude Oil Futures (ICE-Symbol: BRN) sind Terminkontrakte, die zum Kauf oder Verkauf von Brent-Rohöl zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem im Voraus festgelegten Preis in US-Dollar verpflichten. Diese Kontrakte spielen neben den WTI Rohöl Futures eine wichtige Rolle bei der Preisbildung und dem Risikomanagement auf dem globalen Ölmarkt.
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Brent Crude Oil Futures im Überblick
| Kontraktspezifikationen | |
|---|---|
| Kontraktbezeichnung | Brent Crude Oil Futures (Brent Rohöl Futures) |
| Symbol (ICE) | BRN |
| Kontraktgröße | 1.000 Fässer (engl. Barrels) |
| Kursnotierung | US-Dollar und Cents |
| Min. Tickgröße (Tick Size) | 0,01 USD |
| Min. Tickwert (Tick Value) | 10 USD |
| Wert/Punkt (Multiplikator) | 1.000,00 USD |
| Kontraktwert | BRN-Futurekurs x Multiplikator |
| Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) | Bis zu 96 aufeinanderfolgende Monate |
| Letzter Handelstag | Der Handel endet am letzten Geschäftstag des zweiten Monats vor dem jeweiligen Kontraktmonat (z. B. der März-Kontrakt endet am letzten Geschäftstag im Januar). Fällt dieser Tag auf einen Börsenfeiertag, so endet der Handel am vorhergehenden Geschäftstag. |
| Lieferung | Cash Settlement (Barausgleich) |
| Börsenplätze | Intercontinental Exchange (ICE), Chicago Mercantile Exchange (CME) |
| Optionen verfügbar? | Ja |
Verschiedene Rohöl Futures
Brent Crude Oil Futures
- Ticker-Symbol: BRN – Brent-Rohöl-Future mit höchster Liquidität, gehandelt an der Intercontinental Currency Exchange (ICE)
- Ticker-Symbol: BB – gehandelt an der New York Mercantile Exchange (NYMEX)
WTI Crude Oil Futures
- Ticker-Symbol: CL – Regulärer WTI-Crude-Oil-Future, gehandelt an der NYMEX
- Ticker-Symbol: QM – E-Mini Crude Oil Futures, gehandelt an der NYMEX
- Ticker-Symbol: MCL – Micro WTI Crude Oil Futures, gehandelt an der Chicago Mercantile Exchange (CME)
Brent Crude Oil Futures – Beispiel
An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Brent-Futures bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.
Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:
Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.
Benötigte Margin bestimmen
Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.
Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.
Berechnung der Margin
Angenommen, der Kurs eines Brent Crude Oil Futures mit einer bestimmten Monatsfälligkeit notiert bei 85 USD und einem Multiplikator von 1.000 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 85.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 85.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.
Demnach müsste der Händler derzeit z.B. eine Margin von 5.310 USD hinterlegen, was ca. 6,24 % des Kontraktwertes entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 85.000 USD um 5.310 USD reduzieren.
Brent Öl Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)
Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: BRN1! oder Yahoo Finance: BRN=F) können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Brent Rohölpreises herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis, also den Preis für den sofortigen Kauf oder Verkauf von physischem Brent Öl.
Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Brent Ölpreisentwicklung am Kassamarkt.
Einflussfaktoren auf den Ölpreis
Öl-Futures zählen zu den äußerst schwankungsfreudigen Terminkontrakten, da ihr Preis stark von geopolitischen Entwicklungen, makroökonomischen Erwartungen, Lagerbeständen, Fördermengen sowie Wechselkurs- und Nachfragefaktoren beeinflusst wird.
OPEC
Einen wichtigen Einfluss auf die Preisbildung haben Förderentscheidungen der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) und der erweiterten Produzentengruppe OPEC+.
Zu den bedeutendsten OPEC-Mitgliedern zählen unter anderem Saudi-Arabien, Iran, Irak und Kuwait, die zu den weltweit größten Ölproduzenten gehören. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), bislang ebenfalls ein wichtiges OPEC-Mitglied und großer Ölproduzent, haben im April 2026 angekündigt, zum 1. Mai 2026 aus der OPEC und der OPEC+ auszutreten. Weitere OPEC-Mitglieder (Stand 2026) sind Algerien, Äquatorialguinea, Gabun, Libyen, Nigeria, die Republik Kongo und Venezuela. Angola ist Anfang 2024 aus der OPEC ausgetreten.
Auch nach dem angekündigten Austritt der VAE fördern die OPEC-Staaten zusammen weiterhin etwa ein Drittel der globalen Rohölproduktion und verfügen über mehr als 70 % der weltweit nachgewiesenen Ölreserven. Dadurch besitzt die Organisation erheblichen Einfluss auf das globale Ölangebot und damit indirekt auf die Preisentwicklung von Öl-Futures, insbesondere bei Angebotsanpassungen, Förderquotenentscheidungen und geopolitischen Spannungen.
USA – Rohöllagerbestände
Neben den OPEC-Nachrichten haben auch die wöchentlichen Lagerbestandsberichte Einfluss auf die Ölpreisentwicklung. Das private American Petroleum Institute (API) veröffentlicht jeden Dienstag und die staatliche U.S. Energy Information Administration (EIA) jeden Mittwoch die wöchentlichen Veränderungen der US-Rohölbestände, US-Benzinbestände und US-Destillatbestände.
Die Daten zeigen, wie viel Öl, Benzin und Destillate auf Lager liegen. Auf dieser Basis können Aussagen über Angebot und Nachfrage auf dem US-Ölmarkt getroffen werden. So führen steigende Rohölbestände in der Regel zu sinkenden, sinkende Bestände zu steigenden Ölpreisen.
Geopolitische Faktoren
Die weltweiten Rohölpreise und Lieferunterbrechungen werden auch von geopolitischen Ereignissen, extremen Wetterbedingungen und kurzfristigen Angebots- und Nachfrageschwankungen beeinflusst. Politische Unruhen wie die Ölkrise von 1973-74, die iranische Revolution oder die Konflikte im Nahen Osten und in Venezuela haben häufig zu Preisschocks aufgrund von Angebotsausfällen geführt.
Wetterereignisse wie Hurrikane im Golf von Mexiko oder extreme Kälte können die Produktion und den Raffineriebetrieb stören und die Preise in die Höhe treiben. Auch technische Probleme wie Raffinerieausfälle oder Pipelinestörungen können zu kurzfristigen Preissteigerungen führen.
Solche Preisanstiege sind meist vorübergehend: Sobald sich die Lieferketten angepasst haben oder die Störung behoben ist, normalisieren sich die Preise in der Regel wieder.
Brent Oil Future-Optionen
Die Intercontinental Exchange (ICE) bietet auch Optionen auf Brent Öl-Futures (Ticker: BRN) zum Handel an. Eine Future-Option bezieht sich einen Terminkontrakt. Die kleinstmögliche Preisänderung (Tick Size) beträgt 0,01 USD und der Tickwert (Tick Value) ist auf 10 USD festgelegt. Der Multiplikator ist 1.000 USD.
Es werden Optionen für 96 aufeinanderfolgende Monate angeboten. Die Optionskontrakte haben eine amerikanische Ausübungsart und werden durch die physische Lieferung von Brent Öl-Futures erfüllt.
Brent Crude Oil vs. Western Texas Intermediate (WTI)
Brent repräsentiert Rohöl aus der Nordsee (Brent-, Forties-, Oseberg- und Ekofisk-System) und fungiert als internationaler Referenzpreis. WTI (West Texas Intermediate) hingegen stammt überwiegend aus den USA (physische Lieferung in Cushing, Oklahoma) und dient als zentrale Benchmark für den nordamerikanischen Ölmarkt.
Qualitativ gilt WTI meist als etwas hochwertiger: Es ist leichter (höhere API-Gravity) und weist in der Regel einen geringeren Schwefelgehalt auf als Brent, wodurch es technisch einfacher und günstiger zu raffinieren ist. Dennoch ist Brent häufig teurer als WTI. Der Preisunterschied (Brent-WTI-Spread) entsteht weniger durch Qualitätsunterschiede als durch Marktstruktur und Logistik sowie die stärkere Einbindung von Brent in den globalen Seehandel.
Ein weiterer zentraler Unterschied liegt in der Preisbildung: WTI reagiert stärker auf US-spezifische Faktoren während Brent sensibler auf globale Angebotsrisiken, OPEC+-Entscheidungen, geopolitische Spannungen und weltweite Nachfrageentwicklungen reagiert. Daher wird Brent oft als globaler Risikoindikator für den Ölmarkt betrachtet.
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