Hexensabbat an der Börse – Bedeutung und Auswirkung

Der Hexensabbat, auch „großer Verfallstag“, „dreifacher Hexensabbat“ oder “triple witching day” genannt, ist ein Ereignis an den Terminbörsen, das viermal im Jahr auftritt. Dabei beeinflusst dieses Ereignis auch die Aktien- und Rohstoffmärkte. Die Folge des Hexensabbats sind häufig hochvolatile Kurse und erhebliche Risiken für Privatinvestoren. Mitunter scheinen die Bewegungen der Kurse von Wertpapieren und Derivaten am und um den Hexensabbat von den Unternehmensnachrichten und der wirtschaftlichen Lage entkoppelt. Häufig trifft dies sogar zu, weil die verfallenden Derivate eine stärkere Wirkung entfalten als die sonst üblichen Einflussfaktoren.

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Hexensabbat – Definition

Grundsätzlich tritt der Hexensabbat viermal pro Jahr auf. Am jeweils dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember verfallen an der Eurex drei Kategorien von Derivaten an einem Tag. Sowohl Futures als auch Optionen auf Einzelaktien und verschiedenen Indizes verfallen alle an diesem Tag. Dadurch ergibt sich ein stark erhöhtes Handelsvolumen an und um diesen Termin.

Der Hexensabbat tritt nur vier Mal im Jahr auf, weil Futures lediglich im Dreimonatstakt fällig werden. Im Vergleich dazu gibt es für Optionen auf Aktien und Indizes monatliche Fälligkeitstermine. Erst mit dem Erreichen des Fälligkeitstermins und dem Ausgleich des Futures oder der Option kann der Investor seinen genauen Gewinn oder Verlust beziffern. Alternativ kann eine Position auch vor Fälligkeit geschlossen (glattgestellt) werden.

Termine für 2020 und 2021

Aufgrund der Terminstruktur ist der Hexensabbat gut vorhersagbar. Die Marktteilnehmer können sich folglich auf dieses Ereignis einstellten. Institutionelle Anleger arbeiten für gewöhnlich darauf hin, dass ihre Positionen sich positiv entwickeln. Private Anleger stellen vielfach ihre Positionen vor dem Hexensabbat glatt.

Die Termine für das Jahr 2020 und 2021 lauten wie folgt:

Verfallstage 2020 und 2021
18.09.2020
18.12.2020
18.06.2021
17.09.2021
17.12.2021

Zudem sollten Investoren berücksichtigen, dass auch innerhalb der oben stehenden Verfallstage Schwankungen auftreten können. Die Verfallszeitpunkte der einzelnen Derivatkategorien liegen nämlich über den Fälligkeitstag verteilt.

Verfallszeitpunkte von Futures & Optionen an der Eurex:

  • 12:00 Uhr – STOXX-Familie
  • 13:00 Uhr – DAX und TecDAX
  • 13:05 Uhr – MDAX
  • 17:30 Uhr – Aktien

Der Hexensabbat und seine Auswirkungen

Die besondere terminliche Konstellation am Hexensabbat wirkt sich spürbar auf die Kapitalmärkte aus. Insbesondere das Handelsvolumen und die Volatilität steigen stark an. Dieser Umstand resultiert daraus, dass Inhaber großer Derivatpositionen versuchen können, gezielt Einfluss auf die Kurse der Basiswerte zu nehmen.

Banken und Hedgefonds halten zum Teil beträchtliche Derivatpositionen und profitieren, abhängig von Ihrer Positionierung, von steigenden oder sinkenden Kursen. Steigende Kurse können beispielsweise mit erheblichen Käufen am Aktienmarkt erreicht werden. Die Nachfrage wird erhöht und die Kurse steigen. Solche Kursanstiege sind für gewöhnlich nur von kurzer Dauer und lassen sich nicht mit den fundamentalen Unternehmensdaten oder der Nachrichtenlage erklären. Umgekehrt können auch Inhaber von Short-Positionen versuchen, die Kurse zum Fallen zu bewegen. Sie setzen zu diesem Zweck Leerverkäufe ein.

Beispiel: Ein Hedgefonds hat Call-Optionen auf den DAX erworben. Folglich profitiert der Fonds von steigenden Kursen. Derzeit steht der DAX bei 12400 Punkten – der Strike der Optionen liegt bei 12.500 Punkten. Daher hat der Fonds ein erhebliches Interesse daran, dass der Index zum Verfallstag bei mehr als 12.500 Punkten schließt. Mit liquidem Kapital versuchen die Fondsmanager in diesem Fall einzelne DAX-Titel in großen Mengen zu kaufen. Ist das Volumen hoch genug, steigen die Kurse der entsprechenden Unternehmen und so auch der gesamte Index.

Aus diesen Gründen stellt der Hexensabbat für Privatanleger ein hohes Risiko dar. Aufgrund der (scheinbaren) Unberechenbarkeit der Kurse können auch bewährte Handelsstrategien zu erheblichen Verlusten führen. Anstatt der sonst üblichen kursbildenden Faktoren spielt am Hexensabbat primär das Open Interest, also die Menge an offenen Future- oder Optionskontrakten, eine Rolle. Je höher die Anzahl an Kontrakten kurz vor der Fälligkeit, desto stärker sind vermutlich auch die Kursauswirkungen.

Derivate mit physischer Lieferung

Optionen und Futures mit physischer Lieferung spielen für den Hexensabbat eine zusätzliche Rolle. Beide der zuvor genannten Derivate stellen ein Versprechen dar, Wertpapiere in der Zukunft zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Somit beeinflussen nicht nur Marktteilnehmer kurz vor der Fälligkeit die Situation am Markt, sondern auch die Vertragspartner der Derivate selbst, indem die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt werden.

Wird ein Derivat ausgeübt (bei Optionen) oder erreicht seinen Fälligkeitstag (bei Futures) kann es die physische Lieferung notwendig machen, dass der Basiswert tatsächlich ge- oder verkauft wird. Das dabei entstehende Volumen kann ebenfalls kurzfristig hohe Kursschwankungen zur Folge haben.

Beispiel: Existieren viele Short-Positionen auf ein Unternehmen, gehen viele Händler von sinkenden Kursen aus. Steigen die Kurse entgegen der Erwartungen, entsteht ein Verlust für short positionierte Anleger. Um diesen Verlust zu begrenzen, kaufen die Anleger die Aktie(n) des Unternehmens im Rahmen eines sogenannten Deckungskaufes. Leerverkaufspositionen können beispielsweise mit dem Kauf der Aktie geschlossen werden. Diese Konstellation kann Kurse kurzfristig stark steigen lassen und ist als Short Squeeze bekannt.

Handlungsmöglichkeiten am Hexensabbat

Für Privatanleger bieten sich am Hexensabbat üblicherweise kaum lohnenswerte Anlagemöglichkeiten. Aufgrund der hohen Schwankungen können eigene Options- oder Futurepositionen schnell einen hohen Verlust zur Folge haben.

Für Langfristinvestoren, die beispielsweise einen Value-Investing-Ansatz verfolgen, kann der Hexensabbat jedoch auch Chancen bedeuten. Mit einer Limit-Order kann ein Investor kurzfristige Kursveränderungen für sich nutzen. Nachdem der Investor den aus seiner Sicht fairen Wert des Unternehmens bestimmt hat, kann er kurzzeitige Kurseinbrüche als Kaufchance wahrnehmen.

Hinweis: Investoren, die eine Wertpapier- oder Derivatposition halten, die nicht um den Hexensabbat herum fällig wird oder verkauft werden soll, müssen für gewöhnlich keine besonderen Maßnahmen ergreifen. Während des Hexensabbats steigen die Schwankungen zwar an, aber die Kurse gleichen sich für gewöhnlich schnell wieder an ihr Ausgangsniveau an. Dieser Umstand gilt jedoch nur dann, wenn es in der Zwischenzeit keine Veränderungen der unternehmerischen, wirtschaftlichen oder politischen Situation gab.

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