Hexensabbat (Börse) – Termine & Bedeutung

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp-Malte Lingnau

Der Hexensabbat (englisch: „triple witching day“, auch: „großer Verfallstag“) ist ein Ereignis an den Terminbörsen, das viermal im Jahr stattfindet. An diesen Tagen können sich die Wertpapierkurse unabhängig von Unternehmensnachrichten und der aktuellen Wirtschaftslage entwickeln, da auslaufende Derivate einen zusätzlichen Einflussfaktor darstellen. Der Hexensabbat ist daher häufig mit hohen Kursschwankungen verbunden, auch an den Aktien- und Rohstoffmärkten.

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Hexensabbat – Definition

Der Hexensabbat an der Börse bezeichnet den gleichzeitigen Verfall von Aktienoptionen, Aktienindexfutures und Aktienindexoptionen an einem Handelstag. Dieses Phänomen tritt jeweils am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember auf und führt typischerweise zu einem erhöhten Handelsvolumen um diese Termine herum. Es findet nur viermal im Jahr statt, da Futures in der Regel vierteljährlich verfallen.

Im Gegensatz dazu haben Aktien- und Indexoptionen auch monatliche Verfallstermine. Am Verfallstag kann ein Anleger den tatsächlichen Gewinn oder Verlust aus einer Futures- oder Optionsposition realisieren. Alternativ ist es möglich, eine Position vor dem Verfallstermin zu schließen.

Info: Früher verfielen in den USA am Hexensabbat auch Single Stock Futures, was zu dem Begriff „Quadruple Witching“ führte. Der Handel mit Single Stock Futures wurde jedoch im Jahr 2020 eingestellt, so dass aus dem Quadruple Witching ein Triple Witching wurde.

Hexensabbat Termine 2024 und 2025

Die Termine für das Jahr 2024 und 2025 lauten wie folgt:

Hexensabbat 2024
15.03.2024
21.06.2024
20.09.2024
20.12.2024
Hexensabbat 2025
21.03.2025
20.06.2025
19.09.2025
19.12.2025

Hinweis: Aufgrund der Terminstruktur der meisten Derivate ist der Hexensabbat gut vorhersagbar. Die Marktteilnehmer können sich folglich auf dieses Ereignis einstellen. Fällt der dritte Freitag auf einen Börsenfeiertag, so endet die Frist am unmittelbar vorhergehenden Donnerstag.

Handelsschluss

Investoren sollten berücksichtigen, dass der Handel der einzelnen Derivatkategorien am letzten Handelstag an verschiedenen Zeitpunkten endet.

USA

  1. Automatische Ausübung:
    • Aktienoptionen: Automatisch ausgeübt um 16:00 Uhr ET (22:00 Uhr MEZ), wenn mindestens $0,01 im Geld (In The Money, ITM).
    • Indexoptionen: Automatisch ausgeübt um 16:15 Uhr ET (22:15 Uhr MEZ), wenn mindestens $0,01 im Geld (ITM).
  2. Manuelle Ausübung:
    • Allgemeine Regelung: Optionsinhaber können ihre Optionen bis 17:30 Uhr ET (23:30 Uhr MEZ) am letzten Handelstag ausüben.

Diese Fristen werden von der Options Clearing Corporation (OCC), der zentralen Clearingstelle für den Optionsmarkt, festgelegt. Einige Broker können jedoch eine frühere Frist festgelegt haben.

Hinweis: Je näher der Handelsschluss um 16 Uhr ET rückt, desto geringer wird häufig die Liquidität und desto größer werden die Bid-Ask-Spreads. Trader, die eine Glattstellung oder sogar eine Verschiebung auf einen anderen Verfallstag erwägen, sollten möglicherweise früher handeln.

Europa

Handelsschluss für Derivate ausgewählter Anlageklassen an der Eurex am Fälligkeitstag:

  • 12:00 Uhr – STOXX-Familie
  • 13:00 Uhr – DAX und TecDAX
  • 13:05 Uhr – MDAX
  • 17:30 Uhr – Aktien

Vollständige Auflistung der letzten Handelszeitpunkte am Hexensabbat für Optionen und Futures an der Eurex

Hexensabbat und seine Auswirkungen

Die besondere terminliche Konstellation am Hexensabbat kann sich auf die Kapitalmärkte auswirken. Insbesondere das Handelsvolumen und die Volatilität können unter Umständen stark ansteigen.

Kursschwankungen

Banken und Hedgefonds halten zum Teil beträchtliche Derivatpositionen und profitieren, abhängig von Ihrer Positionierung, von steigenden oder sinkenden Kursen an diesem Termin. Steigende Preise für Aktien-Calls können beispielsweise mit Käufen am Aktienmarkt erzielt werden. Auch die Nutzung von Futures ist in diesem Zusammenhang denkbar. Die Nachfrage nach bestimmten Aktien wird somit erhöht und die Kurse steigen.

Solche Kursanstiege sind für gewöhnlich von kurzer Dauer und lassen sich nicht mit den fundamentalen Unternehmensdaten oder der Nachrichtenlage erklären. Umgekehrt können auch Inhaber von großen Put-Positionen versuchen, die Kurse zum Fallen zu bewegen. Sie können zu diesem Zweck Leerverkäufe nutzen.

Beispiel: Ein Hedgefonds hat Call-Optionen auf den DAX erworben. Folglich profitiert der Fonds von steigenden Kursen. Derzeit steht der DAX bei 12.400 Punkten – der Strike der Optionen liegt bei 12.500 Punkten. Daher hat der Fonds ein erhebliches Interesse daran, dass der Index zum Verfallstag bei mehr als 12.500 Punkten schließt. Ist das Kaufinteresse hoch genug, steigen die Kurse der entsprechenden Unternehmen und so auch der gesamte Index. Durch den gezielten Einsatz von Futures kann der Hedgefonds versuchen, die Kurse in seinem Sinne zu beeinflussen.

Aus diesen Gründen kann der Hexensabbat für kurzfristig orientierte Anleger (z.B. Daytrader) ein Risiko für ihre Handelsstrategie darstellen. Anstatt der sonst üblichen kursbildenden Aspekte spielen am Hexensabbat beispielsweise das Open Interest, also die Menge an offenen Future- oder Optionskontrakten, eine größere Rolle.

Derivate mit physischer Lieferung

Optionen und Futures mit physischer Lieferung spielen für den Hexensabbat eine zusätzliche Rolle. Beide der zuvor genannten Derivate stellen ein bedingtes bzw. unbedingtes Versprechen dar, Wertpapiere in der Zukunft zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Wird ein Derivat ausgeübt (bei Optionen) oder erreicht seinen Fälligkeitstag (bei Futures) kann es die physische Lieferung notwendig machen, dass der Basiswert tatsächlich ge- oder verkauft wird. Dieser Umstand kann sich zusätzlich in den Kursbewegungen bemerkbar machen.

Beispiel: Wenn viele Aktien eines Unternehmens leerverkauft sind, geht dieser Teil der Händler von sinkenden Kursen aus. Steigen die Kurse entgegen den Erwartungen, entsteht ein Verlust für short-positionierte Anleger. Um diesen Verlust zu begrenzen, kaufen die Anleger die Aktie(n) des Unternehmens im Rahmen eines sogenannten Deckungskaufes. Leerverkaufspositionen können beispielsweise mit dem Kauf der Aktie geschlossen werden. Diese Konstellation kann Kurse kurzfristig stark steigen lassen und ist als Short Squeeze bekannt.

Handlungsmöglichkeiten am Hexensabbat

Für kurzfristig orientierte Anleger können sich am Hexensabbat mit der passenden Optionsstrategie interessante Profitmöglichkeiten ergeben. Beispielsweise ist der Einsatz von Strategien denkbar, die von einer steigenden impliziten Volatilität profitieren. Eine solche Strategie ist unter anderem der Long Strangle. Bei dieser Strategie profitiert der Optionshändler sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen. Lediglich bei einem neutralen Kursverlauf sind Verluste möglich.

Long Strangle Strategie - Gewinn- und Verlustdiagramm
Auszahlungsprofil der Long Strangle Optionsstrategie

Für Langfristinvestoren, die beispielsweise einen Value-Investing-Ansatz verfolgen, ist der Hexensabbat häufig weniger interessant, außer es sind an dem Tag Wertpapierkäufe oder Verkäufe geplant.

Hinweis: Investoren, die Wertpapiere oder Derivate halten, die nicht um den Hexensabbat herum fällig werden oder verkauft werden sollen, müssen normalerweise keine besonderen Maßnahmen ergreifen. Während des Hexensabbats können die Kurse stark schwanken, kehren aber in der Regel schnell wieder zu ihrem Ausgangsniveau zurück. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es in der Zwischenzeit keine Unternehmens-, Wirtschafts- oder Politiknachrichten gegeben hat.

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