Optionsvolumen – Bedeutung der Liquidität
Das Optionsvolumen (englisch: „Options Volume“) gibt die Anzahl der innerhalb eines bestimmten Zeitraums gehandelten Optionskontrakte an. Es zeigt die Marktaktivität in einer Optionsserie und kann zusammen mit weiteren Kennzahlen wie Open Interest zur Einschätzung der Liquidität beitragen. In Verbindung mit anderen Indikatoren ermöglicht das Handelsvolumen einer Option eine fundiertere Einordnung der Marktdynamik.
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Optionsvolumen – Definition
Das Optionsvolumen bezeichnet die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum (z. B. an einem Handelstag) gehandelten Optionskontrakte. Es dient als Indikator für die Marktaktivität und das Interesse an einer bestimmten Option, unabhängig davon, ob Positionen eröffnet, glattgestellt oder zwischen Marktteilnehmern übertragen werden.
Optionsvolumen vs. Liquidität
Das Optionsvolumen zeigt, wie aktiv eine bestimmte Optionsserie gehandelt wird. Die Liquidität hingegen beschreibt, wie einfach sich eine Position eröffnen und schließen lässt. Je höher die Liquidität, desto effizienter lassen sich Transaktionen in der Regel abwickeln.
Eine hohes Optionsvolumen kann mit einer höheren Liquidität einhergehen. Zudem steigt bei aktiv gehandelten Optionen in vielen Fällen die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Handelspartner für den Kauf oder Verkauf einer Option zu finden. Für die tatsächliche Handelbarkeit einer Option sind jedoch unter anderem der Bid-Ask Spread und das Open Interest von Bedeutung.
Beispiel für ein Optionsvolumen
In der folgenden Optionskette fällt auf, dass das gezeigte Handelsvolumen für bestimmte Strikes höher ist als für andere. Besonders auffällig sind die erhöhten Volumina im Bereich At The Money (ATM), also in der Nähe des aktuellen Kurses bzw. um den Basispreis von 34 bis 34,5.
- Calls: Beim Strike 34,5 liegt das ausgewiesene Handelsvolumen bei 3.265 Kontrakten. Das spricht für eine erhöhte Marktaktivität in dieser Serie.
- Puts: Auch beim Strike 34,5 zeigt sich mit 3.280 Kontrakten ein hohes Handelsvolumen. Das deutet auf ein ausgeprägtes Interesse der Marktteilnehmer an diesem Preisniveau hin.
Interpretation des Volumens von Optionen
Ein plötzlicher Anstieg des Volumens kann auf neue Informationen, verstärktes Marktinteresse oder eine stärkere Positionierung rund um wichtige Ereignisse hinweisen. Besonders vor Unternehmenszahlen, makroökonomischen Veröffentlichungen oder Verfallsterminen steigt die Aktivität in einzelnen Serien häufig an. Oft geht dies mit einer höheren Volatilität einher.
Für eine aussagekräftige Interpretation sollte das Volumen im Zusammenhang mit weiteren Faktoren betrachtet werden:
- Call- und Put-Verteilung: Ein Vergleich der gehandelten Calls und Puts kann Hinweise auf die aktuelle Positionierung und Absicherungsneigung geben.
- Verhältnis zu Open Interest: Ein hohes Tagesvolumen bei gleichzeitig deutlich verändertem Open Interest kann auf neu eröffnete Positionen hinweisen. Bleibt das Open Interest unverändert, spricht dies eher für das Umschichten oder Schließen bestehender Positionen.
- Einordnung nach Ereignissen: Rund um Nachrichten, Quartalszahlen oder Notenbanksitzungen ist ein erhöhtes Volumen oft eher ereignisgetrieben als trendbestätigend.
Optionsvolumen als Analyseinstrument
Die Analyse des Optionsvolumens ist besonders aussagekräftig, wenn sie nicht isoliert erfolgt. Aussagekräftiger als das absolute Volumen eines einzelnen Kontrakts ist der Vergleich mit anderen Serien oder mit dem typischen Handelsmuster über mehrere Tage hinweg.
- Vergleich zwischen Kontrakten: Händler können durch den Vergleich der Volumina verschiedener Strikes und Laufzeiten erkennen, wo sich das Marktinteresse konzentriert. Ein hoher Umsatz bei einer bestimmten Serie spricht meist für eine erhöhte Aktivität und häufig auch für eine bessere Handelbarkeit.
- Analyse über den Zeitverlauf: Eine Betrachtung des durchschnittlichen Optionsvolumens der letzten Handelstage hilft dabei, ungewöhnliche Abweichungen zu identifizieren. Ein starker Volumenanstieg kann auf neue Marktinformationen, spekulative Positionierungen oder Absicherungsbedarf hinweisen.
- Kombination mit weiteren Kennzahlen: Besonders wertvoll wird die Analyse, wenn Volumen gemeinsam mit Open Interest, impliziter Volatilität und Bid-Ask Spreads ausgewertet wird.
Durch diese Einordnung erhalten Händler Hinweise auf Marktstimmung, Liquidität und potenzielle Handelschancen, die über die isolierte Betrachtung einzelner Optionskontrakte hinausgehen.
Volumen und Open Interest gemeinsam interpretieren
Besonders aussagekräftig wird das Optionsvolumen, wenn es zusammen mit dem Open Interest analysiert wird. Während das Volumen zeigt, wie viele Kontrakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums gehandelt wurden, gibt das Open Interest Auskunft darüber, wie viele Kontrakte am Ende des Handelstags weiterhin offen sind.
Aus der Kombination beider Kennzahlen lassen sich verschiedene Marktkonstellationen ableiten:
- Hohes Volumen und steigendes Open Interest: Dies kann darauf hindeuten, dass neue Positionen aufgebaut werden und frisches Kapital in eine Optionsserie fließt.
- Hohes Volumen bei stabilem Open Interest: In diesem Fall werden bestehende Positionen häufig zwischen Marktteilnehmern übertragen oder teilweise glattgestellt, ohne dass sich die Zahl der offenen Kontrakte wesentlich verändert.
- Hohes Volumen und sinkendes Open Interest: Dies spricht eher dafür, dass bestehende Positionen geschlossen werden und sich das Engagement in der Serie verringert.
- Niedriges Volumen bei hohem Open Interest: Eine solche Konstellation deutet oft darauf hin, dass viele Positionen noch offen sind, aktuell aber nur wenig neue Handelsaktivität stattfindet.
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