ZEW-Index – Erklärung & Berechnung

Autorin: Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Der ZEW-Index (ZEW-Konjunkturerwartungen) ist ein monatlicher Stimmungsindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), der den Saldo der Erwartungen von Finanzmarktexperten zur deutschen Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten misst. Ergänzend publiziert das ZEW einen Lageindikator zur aktuellen Konjunktursituation. Beide Werte gelten als vielbeachtete Frühindikatoren für konjunkturelle Wendepunkte.

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ZEW-Index – Definition

Der ZEW-Index spiegelt die Konjunkturerwartungen der im ZEW-Finanzmarkttest befragten Finanzexperten für die kommenden sechs Monate wider. Zusätzlich weist ZEW einen Lageindikator zur aktuellen Situation aus.

Zusammen mit dem ifo-Geschäftsklimaindex gehört der ZEW-Index zu den wichtigsten Konjunkturfrühindikatoren in Deutschland.

Logo des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit Sitz in Mannheim ist ein gemeinnütziges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut und wurde 1990 gegründet. Jeden Monat veröffentlicht das ZEW einen Finanzmarktreport, mit Einschätzungen und Erwartungen zu internationalen Finanzmarktdaten.

ZEW-Index Termine 2026

Der ZEW-Index wird jeden Monat um 11:05 Uhr deutscher Zeit (MEZ) veröffentlicht.

ZEW-Index – Termine 2026

ZEW-Konjunkturerwartungen und Chart

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland werden von Anlegern besonders beobachtet, da sie als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gelten. Der langfristige Mittelwert des ZEW-Index liegt bei rund 21,5 Punkten.

  • Ein gegenwärtiger ZEW-Index-Wert von deutlich über dem langfristigen Mittelwert kann darauf hindeuten, dass die meisten Experten von einer konjunkturellen Verbesserung ausgehen.
  • Dagegen kann ein ZEW-Index-Wert von deutlich unter dem langfristigen Mittelwert oder ein negativer Wert auf überwiegend pessimistische Erwartungen hindeuten.

Die folgende Grafik stellt die ZEW-Konjunkturerwartungen Deutschlands im Zeitverlauf dar. (Quelle: ZEW)

Zew-Index (Konjunkturerwartungen) für Deutschland im Zeitverlauf
Zew-Index (Konjunkturerwartungen) für Deutschland im Zeitverlauf

Beispiel: Ein Vergleich der ermittelten ZEW-Kojunkturerwartungen in den beiden Krisenjahren (Finanzkrise 2008/09 vs. Corona-Pandemie 2020/21) macht deutlich, dass der ZEW-Index-Wert mit -63,0 Punkten im Oktober 2008 noch tiefer ausfiel als während der Corona-Pandemie mit einem Tiefstwert von -49,5 Punkten im März 2020.

ZEW-Lageindikator und Einordnung

Der ZEW-Lageindikator für Deutschland bildet die Einschätzung der befragten Finanzmarktexperten zur aktuellen konjunkturellen Situation ab.

  • Ein Wert über 0 bedeutet, dass die aktuelle Lage überwiegend positiv eingeschätzt wird.
  • Ein Wert unter 0 deutet dagegen auf eine überwiegend negative Lageeinschätzung hin.

Die folgende Grafik stellt den ZEW-Lageindikator Deutschlands im Zeitverlauf dar. (Quelle: ZEW)

Zew-Index (Lageindikator) für Deutschland im Zeitverlauf
Zew-Index (Lageindikator) für Deutschland im Zeitverlauf

Hinweis: Besonders starke Werte des ZEW-Lageindikators lassen sich zudem historisch einordnen: Werte deutlich über +33 Punkten sprechen für eine sehr positive Lagebeurteilung, während Werte unter -69 Punkten auf eine sehr negative Einschätzung hindeuten.

Erstellung des ZEW-Indexes

Befragung

Der ZEW-Index wird seit 1991 monatlich neu berechnet und basiert auf bis zu 300 Meldungen von Experten bzw. Analysten aus Banken, Versicherungen und den Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen (z.B. aus der Fahrzeug-, Chemie/Pharma-, Metall-, Elektro-, Maschinen- oder Konsum/Handelsbranche, mehrheitlich aus Deutschland).

Erhoben werden in der Regel sechsmonatige Erwartungen zur Konjunktur, Inflation, kurz- und langfristigen Zinsen, Aktienmärkten sowie Wechselkursen. Die Befragten können in der Regel zwischen drei Antwortmöglichkeiten wählen, wie „erhöhen“, „nicht verändern“ und „reduzieren“ im Vergleich zur gegenwärtigen Situation.

Zudem wird die aktuelle konjunkturelle Lage (gut/normal/schlecht) abgefragt.

Da es sich um eine freiwillige Teilnahme handelt, kann die Anzahl der tatsächlich abgefragten Experten stark schwanken. Beispielsweise haben sich an der Januar-Umfrage 2026 172 Analysten beteiligt, während es im Februar 2026 176 Analysten waren.

Schwerpunkte der Erhebung

Gegenstand der Befragung bzw. des sogenannten Finanzmarkttests sind insbesondere Erwartungen für die kommenden sechs Monate zu folgenden Finanzkennzahlen:

  • Konjunktur – gegenwärtige Situation (Euroraum, Deutschland, USA und China)
  • Konjunktur – Erwartungen (Euroraum, Deutschland, USA und China)
  • Inflationsraten (Euroraum, Deutschland, USA und China)
  • kurzfristige Zinsen (Euroraum, USA und China)
  • langfristige Zinsen (Deutschland, USA und China)
  • Aktienindizes (STOXX 50 – Euroraum, DAX – Deutschland, Dow Jones Industrial – USA und SSE Composite – China)
  • Wechselkurse (Euro-Dollar-Kurs und Euro-Yen-Kurs)
  • ggf. Ölpreis

Sonderfragen

Darüber hinaus stellt das ZEW neben den monatlich wiederkehrenden Fragen Sonderfragen zu aktuellen Anlässen. Diese Sonderfragen beziehen sich beispielsweise auf die Einschätzung, ob die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzinssatz signifikant verändern wird oder nach welchen Branchen und Regionen die befragten Analysten für das anstehende Jahr ein Aktienportfolio aufteilen würden.

Berechnung

Der ZEW-Index kann Werte zwischen minus 100 und plus 100 annehmen. Zu jeder Frage wird ein Saldowert zwischen den Antworten der befragten Experten berechnet.

Beispielweise entspricht der Saldowert zur gegenwärtigen Konjunktursituation im Euroraum der Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“. Neutrale Antworten (d.h. Antworten mit “normal” oder “nicht verändern”) beeinflussen das Ergebnis nicht.

Die Antworten zur gegenwärtigen Situation veröffentlicht das ZEW als Lageindikator (Saldo ‚gut‘ minus ‚schlecht‘).

Rechenbeispiel ZEW-Konjunkturerwartungen

Im Finanzmarkttest von Februar 2026 erwarten 62,3 % der Experten eine Konjunkturverbesserung in Deutschland, 33,7 % keine Veränderung und 4,0 % eine Konjunkturverschlechterung in Deutschland. Damit ergibt sich ein Indikatorwert betreffend der ZEW-Konjunkturerwartungen Deutschlands von 58,3 Punkten (62,3 – 4,0).

Beispielhafte Ausgestaltung eines ZEW-Finanzmarkttests

In der folgenden Darstellung wird die Belegung der Antwortkategorien mit den Saldenergebnissen exemplarisch für den Finanzmarkttest von Februar 2026 abgebildet. Gleichzeitig wird gezeigt, wie die ZEW-Werte berechnet werden (Saldo „gut“ minus „schlecht“, neutrale Aussagen werden nicht berücksichtigt). Sämtliche ZEW-Finanzmarktreporte werden auf dieser Seite veröffentlicht.

Exemplarische Saldenergebnissen aus dem ZEW-Finanzmarkttest
Exemplarische Saldenergebnissen aus dem ZEW-Finanzmarkttest

ZEW-Index – Bedeutung für Anleger

Allgemeine Orientierung

Der ZEW-Index kann die Stimmung bzw. das Verhalten der Anleger auf den Finanzmärkten beeinflussen. Veröffentlicht das ZEW beispielsweise aufsteigende Werte des ZEW-Index, erhoffen sich Anleger steigende Kurse auf den Finanzmärkten. Grundsätzlich sind aufsteigende ZEW-Index-Werte positive Nachrichten für die erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Kurzfristige Kursreaktionen treten insbesondere dann auf, wenn der veröffentlichte ZEW-Index deutlich von den Markterwartungen abweicht. Solche Reaktionen können rasch wieder abklingen und lassen sich nicht zwingend mit den fundamentalen Unternehmensdaten erklären. Insofern sollten Anleger berücksichtigen, dass die Veröffentlichungstermine des ZEW-Index mit kurzfristig volatileren Kursen an den Finanzmärkten einhergehen können.

In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2001 stellt das ZEW den Einfluss Konjunkturfrühindikatoren auf die Finanzmärkte prägnant dar:

“Frühindikatoren für die Konjunkturlage spielen für die Finanzmärkte eine entscheidende Rolle. Sie haben sowohl auf die Aktien- und Wechselkurse, als auch auf die Zinsentwicklung einen nicht unerheblichen Einfluss, indem sie die Erwartungen der Marktteilnehmer mitbestimmen.“

Einfluss auf den Euro-Dollar-Wechselkurs

Ein höher als erwarteter ZEW-Index kann – insbesondere bei deutlicher Abweichung von den Markterwartungen – kurzfristig den Euro-Dollar-Wechselkurs beeinflussen, weil Marktteilnehmer Wachstums- und ggf. Zinserwartungen neu bewerten. Eine eindeutige, mechanische Richtung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Hinweis: Eine Aufwertung des Euro in der Zukunft bedeutet für den internationalen Anleger, dass er zukünftig mehr Wertpapiere in US-Dollar für jede Geldeinheit in Euro erhalten könnte als vor der Euro-Aufwertung.

ZEW-Index vs. Ifo-Geschäftsklimaindex

Sowohl der ZEW-Index als auch der ifo-Geschäftsklimaindex (ifo-Institut für Wirtschaftsforschung) stellen wichtige Konjunktur-Frühindikatoren dar, die monatlich veröffentlicht werden.

Grundsätzlich dürfte der ifo-Geschäftsklimaindex vonseiten der Politik und Wirtschaft noch mehr Beachtung erhalten. Dagegen hat der ZEW-Index gerade in der Finanzwelt eine besondere Bedeutung, da dieser Finanzkennzahlen (z.B. Wechselkurse, Inflation oder Zinssätze) genauer berücksichtigt und auf die Einschätzungen von Finanzanalysten setzt.

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Unterschiede zwischen dem ZEW-Index und dem ifo-Geschäftsklimaindex komprimiert zusammen.

Kriterien ZEW-Index ifo-Geschäftsklimaindex
Anzahl der Befragten bis zu 300 Analysten/Experten ca. 9.000 Unternehmen
Branchen Banken, Versicherungen und große Industrieunternehmen Verarbeitende Gewerbe, Dienstleistungssektor, Handel und Bauhauptgewerbe
Berücksichtigte Finanzkennzahlen Konjunktur, Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes, Wechselkurse, ggf. Ölpreis Fokus auf Konjunktur (Geschäftslage des Unternehmens)
Perspektive Einschätzung der Gesamtkonjunktur Zukünftige Entwicklung der Geschäftslage des Unternehmens
Betrachtete Regionen Deutschland und für Deutschland relevante weltwirtschaftliche Regionen (wie Euroraum, USA und China) Fokus auf Deutschland
Zeitraum zur Beantwortung des Fragebogens rund 1 Woche (je nach Monat) bis kurz vor Monatsende (rund 3 Wochen)
Vorlauf der Prognosegüte

(*u.a. nach einer ZEW-Studie aus dem Jahr 2001)

In Studien teils bessere Prognosegüte für mittlere Horizonte (z.B. 3–12 Monate) und teils längerer Vorlauf gegenüber anderen Stimmungsindikatoren Prognoseergebnis häufig stärker für sehr kurze Zeiträume, tendenziell kürzerer Vorlauf

Zusammenfassung: Insgesamt zeigt sich, dass zur Einschätzung der konjunkturellen Lage Deutschlands beide Frühindikatoren berücksichtigt werden sollten, da beide Indikatoren Informationen enthalten, die nicht in dem jeweils anderen enthalten sind. Der ifo-Geschäftsklimaindex berücksichtigt tendenziell spezifischer die zukünftige Geschäftslage einzelner Unternehmen, während der ZEW-Index grundsätzlich eine allgemeinere Einschätzung zur Gesamtkonjunktur liefert.

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