Purchasing Managers Index (PMI) – Definition & Bedeutung

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Der Purchasing Managers Index (PMI), im Deutschen auch bekannt als “Einkaufsmanagerindex” (EMI), gehört zu den wichtigsten Frühindikatoren zur Beurteilung der Konjunkturentwicklung in den USA. Da der PMI Ausblicke auf die wirtschaftlichen Entwicklungen der kommenden Monate geben kann, wird er von vielen Akteuren aus der Wirtschafts- und Finanzwelt genau beobachtet.

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Purchasing Managers Index – Definition

Der Purchasing Managers Index (PMI) ist ein Index zur Ermittlung wirtschaftlicher Trends, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe. Der PMI fasst Meldungen zusammen, in denen Einkaufsmanager ihre Geschäftslage einschätzen (Verbesserung, keine Änderung, Verschlechterung im Vergleich zum Vormonat). Der PMI wird für verschiedene Branchen und Regionen ermittelt und in der Regel monatlich veröffentlicht.

Insbesondere der Purchasing Managers Index für das verarbeitende Gewerbe (ISM Manufacturing PMI), erstellt vom Institute for Supply Management (ISM), wird von vielen Analysten und Investoren von Unternehmen genau verfolgt. Der ISM Manufacturing PMI basiert auf einer Umfrage unter ca. 400 Unternehmen aus ca. 18 verschiedenen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes (z.B. Nahrungsmittel, Transport oder elektronische Ausrichtung) in den USA, die nach ihrem Beitrag zum US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) gewichtet werden.

Institute for Supply Management (ISM) vs. IHS Markit

Das Institute for Supply Management (ISM) und IHS Markit erstellen und veröffentlichen unabhängig voneinander verschiedene PMI. Der ISM ist eine gemeinnützige Organisation in den USA und erstellte erstmals im Jahr 1931 einen Bericht (ISM Report On Business) für die USA. IHS Markit ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in London.

In der folgenden Tabelle werden zentrale Fakten und Unterschiede der beiden Gutachter zusammengefasst:

Zentrale Fakten und Unterschiede in der Erstellung des PMI der bekanntesten Gutachter ISM und IHS Markit

Institute for Supply Management (ISM) IHS Markit
Veröffentlichung seit 1931 1996 (PMI für Deutschland)
Betrachtete Regionen USA Mehr als 40 verschiedene Regionen weltweit, Eurozone, Europa sowie Weltwirtschaft (aggregierter bzw. globaler Index mit mehr als 40 Volkswirtschaften)
Befragte Unternehmenssektoren Privater und öffentlicher Sektor Privater Sektor
Befragte Unternehmensbranchen Verarbeitendes Gewerbe (engl. Manufacturing), Dienstleistungsbranche (engl. Non-Manufacturing) und Krankenhaus (engl. Hospital) der USA Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungsbranche, Baugewerbe oder gesamte Privatwirtschaft
Befragte Unternehmen (Panel) Größere multinationale Unternehmen (Supply-Chain-Management-Experten) Repräsentative Mischung aus Unternehmensgrößen
Anzahl der befragten Unternehmen über 400 für den Manufacturing PMI für USA ca. 800 für den Manufacturing PMI USA,

ca. 400 für den Manufacturing PMI Deutschland

Grad der Volatilität der PMI-Werte Tendenziell höher Tendenziell niedriger
Gewichtung der Variablen Unterschiedliche Gewichtung: Auftragseingang (30 %), Produktion (25 %), Beschäftigung (20 %), erhaltene Lieferungen (15 %) und Lagerbestände (10 %) In der Regel unterschiedliche Gewichtung:

Auftragseingang (30 %), Produktion (25 %), Beschäftigung (20 %), erhaltene Lieferungen (15 %) und Lagerbestände (10 %)

Bekannte PMI Manufacturing PMI, Services PMI und Hospital PMI US Manufacturing PMI, US Services PMI, Global PMI oder Eurozone Manufacturing PMI
Veröffentlichungstermine Manufacturing: 1. Werktag, Services: 3. Werktag, Hospital: 5. Werktag des Monats Industrie: 1. Werktag, Dienstleistungssektor: 3. Werktag und Gesamtwirtschaft: 3. Werktag  des Monats

In der folgenden Abbildung werden die mehr als 30 Länder dargestellt, zu denen IHS Markit einen Einkaufsmanagerindex (PMI) erstellt. Für jede Region erarbeitet IHS Markit ein Panel an Einkaufsmanagern. (Quelle)
Länder, für die IHS Markit einen PMI erstellt

Befragung

Der PMI basiert auf einer monatlichen Umfrage unter Einkaufsmanagern. Einkaufsmanager gehören oftmals zu den Ersten, die wissen, wann sich Geschäftsbedingungen und damit mittelbar die Gesamtkonjunktur in einer Region positiv oder negativ entwickeln.

Gegenstand der Befragung sind die fünf gängigsten Geschäftskennzahlen (auch bekannt als Schlüsselvariablen oder Erhebungsbereiche):

  • Auftragseingang (d.h. Neuaufträge, die sich tendenziell vor anderen Indikatoren bewegen)
  • Produktion
  • Beschäftigung
  • Erhaltene Lieferungen
  • Lagerbestände

In der Regel können die Befragten zwischen den drei Antwortmöglichkeiten (im Vergleich zum Vormonat) wählen:

  • Verbesserung
  • Keine Änderung
  • Verschlechterung

Eine Frage an die Einkaufsmanager lautet beispielhaft: „Ist die Produktion in Ihrem Unternehmen höher, gleich oder niedriger als vor einem Monat?“

Berechnung, Formel & Interpretation

Der PMI ist ein Diffusionsindex und misst die Veränderung über mehrere Indikatoren hinweg. Der PMI ist eine gewichtete Summe der Messwerte für Auftragseingänge, Produktion, Beschäftigung, erhaltene Lieferungen und Lagerbestände.

Die Formel zur Berechnung des PMI lautet:

\text{Purchasing Managers Index} = (P1*1) + (P2*0,5) + (P3*0)
\text{P1} = \text{Prozentsatz der Antworten, die eine Verbesserung melden}
\text{P2} = \text{Prozentsatz der Antworten, die keine Veränderung melden}
\text{P3} = \text{Prozentsatz der Antworten, die eine Verschlechterung melden}

Damit beeinflussen Antworten, die eine Verschlechterung der gefragten Kennzahl angeben, den PMI nicht.

Der PMI kann zwischen 100 (alle Befragten gehen von einer verbesserten Geschäftslage aus) und 0 (alle Befragten gehen von einer verschlechterten Geschäftslage aus) liegen. Ein PMI von 50 bedeutet allgemein keine Veränderung der Geschäftslage gegenüber dem Vormonat. Ein Wert über 50 deutet auf eine Verbesserung hin. Dagegen kann ein Wert unter 50 eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der entsprechenden Region signalisieren.

Je weiter der PMI von 50 entfernt ist, desto stärker ist die Veränderung gegenüber dem Vormonat. Wird beispielsweise dreimal hintereinander ein Wert unter 50 ermittelt, kann dies auf einen konjunkturellen Abschwung hindeuten.

Aussagekraft des Purchasing Managers Index

Allgemeine Bedeutung

Der PMI soll Wirtschaftsakteuren Informationen über die aktuelle und zukünftige Geschäftslage zur Verfügung stellen. Er kann eine Entscheidungshilfe für Manager sein, um ihre kommende Geschäftsplanung genauer kalkulieren zu können. Auch Zentralbanken verwenden den PMI bei der Durchführung ihrer Geldpolitik.

Beispielsweise kann ein aufsteigender PMI in der Automobilindustrie (EU Automobile & Autoteile Output Index erstellt vom IHS Markit) auch für Lieferanten eine positive Geschäftsentwicklung bedeuten: Teilelieferanten erhöhen ihren Lagerbestand und gegebenenfalls auch ihr Preise.

Mithilfe des PMI können wirtschaftliche Trendänderungen (wie ein Wendepunkt in der Konjunktur oder spezifischer in der Arbeitslosenquote) identifiziert werden. Viele Analysten verwenden den PMI, um das BIP-Wachstum vorherzusagen.

Hinweis zur allgemeinen Prognosegüte des PMI: In der Vergangenheit hat sich der PMI als insgesamt guter, jedoch kein perfekter Indikator für die aktuelle Wirtschaftslage eines Landes bewährt.

Bedeutung für den Anleger

Ein Anleger kann den PMI in seinen Investitionsentscheidungen berücksichtigen, da dieser ein Frühindikator für die wirtschaftliche Lage darstellt. Häufig wird der PMI genutzt, um Trendänderung (beispielsweise bezüglich der Unternehmensproduktion) antizipieren zu können.

Mithilfe einer vergleichenden Analyse des PMI zwischen Sektoren (z.B. verarbeitendes Gewerbe vs. Dienstleistungssektor) oder zwischen Ländern (z.B. Deutschland vs. USA) kann ein Anleger eine erste Orientierung für die Gewichtung seines Portfolios erhalten. Falls beispielsweise der PMI für Deutschland deutlich höher ausfällt als der für die USA, kann sich der Anleger überlegen, vermehrt in deutsche Aktien zu investieren. Letztlich kann ein Anleger mit diesem Wissen Aktienkaufentscheidungen profitabler umsetzen.

Hinweis: Das Interesse am PMI (insbesondere am PMI Manufacturing erstellt vom ISM) bei internationalen Anlegern ist groß: Ein rückläufiger PMI trägt tendenziell zur Zurückhaltung der Anleger bei. Dagegen kann ein aufsteigender PMI Investitionsentscheidungen positiv beeinflussen.

Nicht nur der PMI-Wert, sondern auch die Ausführungen im ISM Report On Business können einem Anleger eine Orientierung für seine Investitionsentscheidungen (betreffend US-amerikanischer Wertpapiere) bieten. Der ISM Report On Business wird auf der folgenden Seite publiziert.

  • Der ISM-Manufacturing für die USA wird am ersten Geschäftstag des Monats um 16:00 Uhr (Mitteleuropäische Standard-Zeit) veröffentlicht.
  • Der ISM-Services wird am dritten Geschäftstag des Monats um 16:00 Uhr (Mitteleuropäische Standard-Zeit) veröffentlicht.
  • Der ISM-Hospital wird am fünften Geschäftstag des Monats um 16:00 Uhr (Mitteleuropäische Standard-Zeit) veröffentlicht.

In der Summe reagieren Finanzmärkte tendenziell sensibel auf unerwartete Veränderungen des PMI. Der PMI kann als ein Instrument der Aktienprognose genutzt werden. Anleger finden einzelne PMI-Werte beispielsweise aus der Homepage von Trading Economics.

Einfluss auf den Euro-Dollar-Wechselkurs

Der PMI und die Veröffentlichung des PMI können Wechselkurse, die durch die Nachfrage und das Angebot an Fremdwährung an den Devisenmärkten bestimmt werden, beeinflussen.

Wenn beispielsweise der PMI Manufacturing ISM höher als erwartet ausfällt, kann dies zu einer höheren Nachfrage nach US-Dollar an den Devisenmärkten und damit zu einer Aufwertung des US-Dollars führen. Dagegen führt ein geringerer PMI Manufacturing ISM als erwartet tendenziell zu einer Abwertung des US-Dollars, einhergehend mit einer Aufwertung des Euro.

Ein aufsteigender PMI Manufacturing ISM könnte darauf hinweisen, dass die USA mehr Waren kurzfristig exportieren wird, wodurch die Nachfrage nach US-Dollar und dementsprechend auch der US-Dollar-Kurs ansteigen dürfte. Eine Aufwertung des US-Dollars in der Zukunft bedeutet für den internationalen Anleger, dass er zukünftig mehr Wertpapiere in Euro für jede Geldeinheit in US-Dollar erhalten könnte als vor der US-Dollar-Aufwertung.

Vergleichschart Purchasing Managers Index und S&P 500

Die folgende Grafik stellt den bekanntesten Einkaufsmanagerindex (ISM PMI des verarbeitenden Gewerbes in den USA) dar (Quelle).

Während der Corona-Pandemie 2020/21 erreichte der PMI einen historischen Tiefstwert von 42 im April 2020 und einen Höchstwert von 65 im März 2021.

Die folgende Abbildung stellt einen Vergleichschart des PMI und S&P 500 dar. Der S&P 500 ist ein Index, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst.

Entwicklung des PMI und des S&P 500 im Zeitverlauf
Entwicklung des ISM Purchasing Managers Index und des S&P 500 im Zeitverlauf

In diesem Chart wird ein ähnlicher Verlauf der beiden Grafen ISM PMI Manufacturing USA und S&P 500 (insbesondere in den Ab- und Aufschwüngen) deutlich.

Zusammenfassung

Der PMI gehört zu den zuverlässigsten Frühindikatoren zur Beurteilung der US-amerikanischen Wirtschaftsentwicklung.

Jeden Monat befragt das ISM über 400 Unternehmen, wie sie ihre aktuelle Geschäftslage (mithilfe der Kennzahlen Auftragseingang, Lagerbestände, Produktion, erhaltene Lieferungen und Beschäftigung) im Vergleich zum Vormonat bewerten.

Der PMI kann Akteure aus der Wirtschaft, der Politik sowie der Finanzwelt beeinflussen. Einige Anleger nutzen den PMI als einen Indikator zur Bewertung von Wertpapierkursen (z.B. Aktien, Unternehmensanleihen oder Optionen). Vor allem im Zuge einer konjunkturellen Trendänderung zeigt sich: Der PMI bewegt Finanzmärkte.

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