Federal Reserve System (Fed) – Definition & Aufgaben

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Das Federal Reserve System, auch bekannt als “die Fed” oder “Hüterin der Weltwährung, US-Dollar” ist die Zentralbank der USA. Mit einem gesamtwirtschaftlichen BIP von knapp 21 Billionen US-Dollar (Stand: 2020) sind die USA der größte Wirtschafts- und Währungsraum der Welt. Mit ihren geldpolitischen Entscheidungen kann die Fed einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der globalen Finanzmärkte und Volkswirtschaften haben.

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Federal Reserve System – Definition

Die Fed als US-amerikanische Zentralbank ist eine Institution, die die Verantwortung für die Durchführung der Geldpolitik in den USA trägt. Die Fed hat ihren Hauptsitz in Washington und wurde 1913 gegründet.

Seitdem kontrolliert die Fed die umlaufende Geldmenge in US-Dollar und beaufsichtigt Banken in den USA. Sie soll unabhängig von politischen Einflüssen sein, obwohl ihre Mitglieder vom US-Kongress ernannt werden. Der US-Dollar ist das gesetzliche Zahlungsmittel in den USA und gilt als weltweit dominierende Währung.

Gründung der Fed

Die Fed wurde 1913 vom US-Kongress gegründet, nachdem vorige Lösungen zur Verwaltung eines Währungssystems in den USA wiederholt zu Finanzkrisen geführt hatten. Damit übertrug der Kongress die Aufgabe der Geldpolitik, die diesem durch die Verfassung der USA verliehen worden war, auf die Fed. In diesem Zusammenhang behielt der Kongress die Verantwortung über die Struktur und die Befugnisse des Federal Reserve Systems.

Exkurs – Rolle des US-Dollars

Der US-Dollar ist das zentrale Zahlungs- und Tauschmittel für den internationalen Handel. Der historische Hintergrund für die besondere Bedeutung des US-Dollars liegt im festen Wechselkurssystem des Gold-Devisen-Standards bzw. Bretton-Woods-Systems (von 1944 bis 1973). In diesem System wurden Handelsüberschüsse in Gold und US-Dollar verrechnet. Seitdem entwickelte sich der US-Dollar als weltweit wichtigste Leitwährung. Bis heute werden viele internationale Geschäfte (z.B. Rohstoffhandel, Finanzmarkttransaktionen wie Aktien-, Anleihen- und Optionshandel) in US-Dollar abgewickelt.

Die herausragende Bedeutung des US-Dollars kann anhand der prozentualen Verteilung gehaltener Währungsreserven (international liquide Zahlungsmittel, u.a. Fremdwährung) verdeutlicht werden. Währungsreserven werden von Zentralbanken gehalten und auf der Aktivseite einer Zentralbankbilanz gelistet. Im Vergleich zeigt sich, dass 60 % der gehaltenen Währungsreserven US-Dollar umfassen. Mit deutlichem Abstand folgt der Euro mit 20 % der gehaltenen Währungsreserven.

Die folgende Abbildung fasst die prozentualen Anteile an Währungsreserven weltweit für das Jahr 2021 zusammen (in Anlehnung an IWF-Daten).

Prozentuale Verteilung von Währungsreserven der Zentralbanken (Stand: 2021)

Darüber hinaus gibt es einige Länder, die ihre Währung mit fester oder enger Wechselkursbindung zum US-Dollar halten (z.B. Vereinigte Arabische Emirate oder Oman) oder den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel im eigenen Land eingeführt haben (z.B. Panama und Ecuador). Durch diese Bindung an den US-Dollar als international starke Währung möchte die jeweilige Zentralbank die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Währung erhöhen und sich einen besseren Zugang zum internationalen Kapitalmarkt verschaffen.

Letztlich können US-amerikanische Wirtschaftsakteure von einer hohen Reputation des US-Dollars weltweit profitieren.

Federal Reserve System – Aufbau

Das Zentralbankensystem der Fed besteht aus drei Institutionen:

  • Board of Governors – das zentrale Organ des Federal Reserve Systems, das die Geldpolitik steuert,  Diskontsätze festsetzt und die Federal Reserve Banks reguliert
  • Zwölf regionale Federal Reserve Banks – das ausführende Organ der Fed, das für den Betrieb des Zahlungssystems, die Ausgabe der Banknoten und Münzen, die Überwachung der Banken und die Ermittlung wirtschaftlicher Informationen zuständig ist
  • Federal Open Market Committee (FOMC) – für die Auswertung der geldpolitischen Entscheidungen und Informationen zuständig, überwacht Offenmarktgeschäfte (geldpolitischer Kauf und Verkauf von Wertpapieren)
Die regionale Federal Reserve Banks

Unabhängigkeit der Fed

Das Federal Reserve System kann ihre geldpolitischen Entscheidungen unabhängig von den exekutiven politischen Organen der USA treffen. Sie wird als „independent within the government“ bezeichnet, da sie lediglich gegenüber der Öffentlichkeit und dem Kongress rechenschaftspflichtig ist.

Im Vergleich zur geldpolitischen Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) wird jedoch vermutet, dass die Fed bei geldpolitischen Entscheidungen eher auf die Zustimmung des Finanzministeriums angewiesen ist, wodurch die EZB einen vergleichsweise höheren Handlungsspielraum besitzt.

Ziele der Fed

Der US-Kongress hat für die Geldpolitik des Federal Reserve Systems eine maximale Beschäftigung und stabile Preise (d.h. Inflationsziel von 2 %) als die wichtigsten makroökonomischen Ziele festgelegt. Somit besitzt die Fed ein zweigleisiges Mandat. Da diese Ziele ohne Angabe einer Priorität vorgegeben werden, muss die Fed versuchen, sie in ihrer Geldpolitik gleichwertig zu berücksichtigen.

Existieren mehrere geldpolitische Ziele gleichzeitig, besteht die Gefahr eines Zielkonfliktes. Beispielsweise können infolge einer Leitzinssenkung Investitionen von Unternehmen und damit Beschäftigung angekurbelt werden, was jedoch dazu führen kann, dass Preise steigen.

Federal Reserve System – Aufgaben

Die übergeordnete Aufgabe des Federal Reserve Systems besteht darin, unter Berücksichtigung ihrer zwei gleichrangigen Ziele (Vollbeschäftigung und Preisniveaustabilität) die Geldpolitik in den USA festzulegen und durchzuführen.

Vor diesem Hintergrund hat die Fed folgende spezifische Aufgaben:

  • Aufrechterhaltung der Stabilität des Finanzsystems
  • Förderung der Sicherheit und Solidität einzelner Finanzinstitute
  • Förderung der Sicherheit und Effizienz des Zahlungs- und Abwicklungssystems
  • Förderung des Verbraucherschutzes und der gemeinschaftlichen Entwicklung

Die folgende Abbildung fasst die Beschlussorgane sowie die zentralen Aufgaben der Fed zusammen:

Struktur und Aufgaben der Fed

Leitzinsen der Fed und Inflation in den USA

Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis stellt den Leitzinssatz der Fed, auch bekannt als „Federal Funds Rate“, im Zeitverlauf dar:

Leitzinssatz der Fed im Zeitverlauf
Leitzinssatz der Fed im Zeitverlauf

Zur vergleichenden Analyse wird in der nächsten Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis die durchschnittliche Inflationsrate (prozentualer Anstieg des Preisniveaus zwischen zwei Zeitpunkten) der USA im Zeitverlauf dargestellt. Es zeigt sich, dass das Federal Reserve System tendenziell einen höheren Leitzinssatz wählt, wenn die Inflationsrate steigt.

Durchschnittliche Inflationsraten in den USA
Durchschnittliche Inflationsraten in den USA

Im Krisenjahr 1980 (Beginn des ersten Golfkriegs sowie zweite Ölkrise 1979/1980) hatte die USA eine durchschnittliche Inflationsrate von etwa 13 %. Als Reaktion hob die Fed ihren Leitzinssatz zwischenzeitlich auf 13 % an.

Geldpolitik der Fed – Bedeutung & Auswirkungen

Bedeutung für die Finanzmärkte

Die Geldpolitik des Federal Reserve Systems kann einen bedeutenden Einfluss auf das Investitionsverhalten inländischer sowie ausländischer Anleger haben. Mit ihrer Entscheidung über die Höhe der Leitzinssätze kann die Fed direkt die Geldmarktzinssätze (kurzfristiger Zinssatz für Geschäftsbanken untereinander) beeinflussen.

Darüber hinaus gelten die Leitzinssätze der Fed als Benchmark auf den Finanzmärkten, da viele Zinssätze darauf basieren. Beispielsweise können die Leitzinsen der Fed einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Renditen langfristiger Staatsanleihen haben. Zur Veranschaulichung stellt die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen der USA dar.

Rendite für 10-jährige US-amerikanische Staatsanleihen im Zeitverlauf
Rendite für 10-jährige US-amerikanische Staatsanleihen im Zeitverlauf

Für Anleger können die FOMC-Sitzungstermine interessant sein, da diese Termine häufig eine höhere Volatilität auf den Finanzmärkten ausmachen. Das FOMC ist ein wichtiges Beschlussorgan der Fed und trifft sich in der Regel achtmal im Jahr. Nach einer Sitzung des FOMC werden u.a. mögliche Leitzinsentscheidungen bekannt gegeben. Beispielsweise hat die Entscheidung, den Leitzinssatz niedrig zu lassen, einen tendenziell positiven Effekt auf die Finanzmärkte. Denn dies würde für Banken bedeuten, dass sie sich weiterhin günstig über Repogeschäfte refinanzieren können.

Zudem können Anleger zur ersten Einschätzung über zukünftige geldpolitische Entscheidungen die Protokolle der FOMC analysieren. Diese beinhalten eine Zusammenfassung der geldpolitischen Diskussionen, in der auch Hinweise auf künftige Entscheidungen der Fed gegeben werden.

Einfluss auf den Dollarkurs

Ferner kann das Federal Reserve System mit seinen geldpolitischen Entscheidungen den US-Dollarkurs mittelbar beeinflussen. Viele Finanzprodukte (z.B. Aktien von großen Unternehmen wie Apple und Amazon, Anleihen sowie Optionsgeschäfte) sind in US-Dollar notiert, sodass der Wechselkurs und Währungsrisiken für Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen können.

Von manchen internationalen Wirtschaftsakteuren wird ein Währungskrieg zwischen Zentralbanken bzw. eine kompetitive Abwertung insbesondere durch die Fed unterstellt. Eine stark expansive Geldpolitik kann zu einer Abwertung der inländischen Währung führen. Dieser Zusammenhang wird beispielsweise durch die Kaufkraftparitätentheorie erklärt. Eine Abwertung des US-Dollars würde eine Aufwertung des Euro bedeuten. Beispielsweise würden die Waren aus den USA für Deutschland günstiger, wodurch die Nachfrage nach US-amerikanischen Gütern steigen dürfte. Ein Wirtschaftswachstum in den USA könnte somit gefördert werden. Gleichzeitig besteht jedoch der Nachteil, dass es infolge der expansiven Geldpolitik der Fed zu einem steigendem Preisniveau in den USA käme.

So mag es für den Anleger aus Deutschland profitabel sein, wenn der US-Dollar im Vergleich zum Euro abwerten würde (was gleichzeitig eine Aufwertung des Euro bedeuten würde) und der Anleger danach vermehrt in US-amerikanische Wertpapiere, notiert in US-Dollar, investieren würde. Für jede Geldeinheit in Euro bekäme er dann relativ mehr Wertpapieranteile als in Zeiten, in denen der Euro weniger hoch bewertet wurde. Falls mit der nachfolgenden Zeit sowohl der Aktienkurs steigen würde als auch der US-Dollar wieder an Wert zunähme bzw. der Euro abwerten würde, könnte der Anleger einen doppelten Gewinn aus dem Verkauf seiner Aktie in der Zukunft generieren.

Zusammengefasst: Geldpolitische Entscheidungen der Fed (wie z.B. eine von der FOMC beschlossene Leitzinsänderung) können einen Einfluss auf andere Zinssätze, Wechselkurse und Anleihekurse haben, wodurch wiederum die globalen Finanzmärkte beeinflusst werden. Daher sollte der Anleger die Geldpolitik der Fed im Blick behalten.

Federal Reserve System in der Kritik

Eine zentrale Kritik betrifft die geldpolitischen Anleihekäufe der Fed, die im Zuge der Finanzkrise seit 2008 und der Corona-Krise in 2020/2021 vermehrt durchgeführt wurden. Diese geldpolitische Sondermaßnahme wird als „Quantitative Easing” (QE), auch bekannt als „quantitative Lockerung”, beschrieben, die zum Einsatz kommt, falls der Leitzins bereits nahe 0 % liegt. Es folgt eine unmittelbare Erhöhung der Zentralbankgeldmenge. Grundsätzlich zielt ein QE darauf ab, die Zinsen auf den Finanzmärkten mittelfristig zu senken.

Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis stellt die Balance Sheet (Bilanzsumme) der Fed im Zeitverlauf dar.

Bilanzsumme der Fed im Zeitverlauf
Bilanzsumme der Fed im Zeitverlauf

Eine erhöhte Geldmengenentwicklung birgt die Gefahr einer wachsenden Inflation. Häufig wird kritisiert, dass die Fed mit ihrem QE eine verdeckte monetäre Staatsfinanzierung betreibt und damit die zunehmende Staatsverschuldung der USA (135 % des Bruttoinlandsproduktes, Stand: 2021) verschärft.

Schließlich wird kritisiert, dass die Fed die US-amerikanische Wirtschaft im Rahmen ihrer expansiven Geldpolitik in Krisenzeiten (z.B. Finanzkrise ab 2007 oder Corona-Krise in 2020/2021) zu stark stützen möchte. In den Medien wird dabei immer wieder die Unabhängigkeit der Fed infrage gestellt.

Fazit

Das Federal Reserve System – als nationale Institution und Hüter des US-Dollars – ist die Zentralbank der USA und trägt damit die Verantwortung für die Geldpolitik im größten Wirtschafts- und Währungsraum der Welt. Die Fed ist grundsätzlich in der Lage, die von ihr kontrollierte Währung (US-Dollar) unbegrenzt auszugeben.

Für die US-amerikanische Wirtschaft besteht der allgemeine Vorteil darin, dass der US-Dollar die dominierende Währung weltweit darstellt. Der globale Handel findet häufig in US-Dollar statt; dies sorgt für eine anhaltende Nachfrage nach dieser Währung. Vor diesem Hintergrund wird das Federal Reserve System als mächtigstes Finanzinstitut der Welt angesehen.

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