Producer Price Index – Definition & Bedeutung

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Der Producer Price Index (PPI), im Deutschen Produzenten- oder Erzeugerpreisindex, misst die durchschnittliche Veränderung der Preise, die inländische Hersteller für ihre Produktion zahlen.

Akteure der Politik, Wirtschaft und Finanzwelt nutzen den PPI, um Inflationsentwicklungen vorhersagen zu können. Eine stabile Inflationsrate (prozentualer Anstieg des Preisniveaus innerhalb eines Jahres) von etwa 2 % stellt ein gängiges Ziel dar, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowie soziale Gerechtigkeit in einem Land zu fördern.

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Producer Price Index – Definition

Der Producer Price Index misst die Änderungsrate der Preise von Waren und Dienstleistungen, die von Herstellern gekauft und verkauft werden. Der PPI für die USA wird vom U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) und der Erzeugerpreisindex für Deutschland vom Statistischen Bundesamt ermittelt.

Oft wird der Producer Price Index mit dem Consumer Price Index (CPI), im Deutschen Verbraucherpreisindex, verglichen. Der  Consumer Price INdex ist der am häufigsten verwendete Maß für Inflation und misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen.

Producer Price Index – Formel & Berechnung

Im Allgemeinen wird für die Berechnung des Producer Price Index eine (modifizierte) Laspeyres-Formel genutzt, sodass Verbrauchsmengen aus dem Basisjahr verwendet werden:

I_{LA}^P = \frac{\sum_{i=1}^{n}=p_i^t*q_i^0}{\sum_{j=1}^{n}=p_j^0*q_j^0}

mit

p_i^t = \text{Preise bzgl. Berichtsjahr}, p_j^0 = \text {Preise bzgl. Basisjahr}, q_i^0 = \text{Verbrauch bezüglich Basisjahr}

Ein Index zeigt die Entwicklung einer Zahl (hier: Produzentenpreis) über die Zeit hinweg und wird nicht in eine Einheit (wie Dollar, Kilos) wiedergegeben. Häufig wird der Referenzwert, ein bestimmtes Jahr, mit der Zahl 100 gleichgesetzt. Ein Indexstand von 110 bedeutet beispielsweise, dass die Preise seit dem Basisjahr um 10 % gestiegen sind. Hingegen bedeutet ein Indexstand von 90 ein Preisrückgang von 10 %.

In der Regel werden die Preisindizes von einem Monat als prozentuale Änderungen und nicht als Änderung des Indexstands angegeben. Damit wird eine monatliche Vergleichsanalyse erleichtert, da das Ergebnis unabhängig vom Basisjahr ist.

Producer Price Index in den USA

U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) In den USA ermittelt und veröffentlicht das U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) (Deutsche Übersetzung: US-Büro für Arbeitsstatistik), eine Abteilung des Arbeitsministeriums der USA, jeden Monat den PPI. Dazu werden etwa 10.000 PPIs für einzelne Waren (z.B. Kraftfahrzeuge, pharmazeutische Präparate, Benzin und Stahlwerksprodukte) und Dienstleistungen (z.B. stationäre Gesundheitsdienste, Fluggastdienste, Unternehmenskredite und LKW-Transport von Fracht) veröffentlicht.

Zwischen der erstmaligen Veröffentlichung im Jahr 1902 und 1978 wurde der PPI als Wholesale Price Index (WPI), im Deutschen Großhandelspreisindex, bezeichnet. Die Daten zur Schätzung einzelner PPI basieren auf einer freiwilligen und vertraulichen Umfrage unter Produzenten, die anhand einer systematischen Stichprobe aus einer Unternehmensliste für die Erhebung ausgewählt werden. Die in der Stichprobe berücksichtigten Güter werden nach ihrer Umsatzbedeutung gewichtet.

Es gibt drei Hauptklassifizierungsbereiche des PPI: Industrie (engl. Industry classification), Rohstoffe (engl. Commodity classification) sowie rohstoffbasierte End- und Zwischennachfrage (engl. Commodity-based Final Demand-Intermediate Demand System).

Termine 2021/2022

Das U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht jeden Monat den PPI für die USA, der von einigen Anlegern genau beobachtet wird. Die Veröffentlichungstermine für das kommende Halbjahr 2021/2022 lauten wie folgt:

PPI-Daten für Veröffentlichungsdatum Veröffentlichungszeit (MEZ)
August 2021 Sep. 10, 2021 14:30
September 2021 Okt. 14, 2021 14:30
Oktober 2021 Nov. 09, 2021 14:30
November 2021 Dez. 14, 2021 14:30

Producer Price Index – Interpretation & Bedeutung

Allgemeine Bedeutung

Akteure in der Wirtschafts- und Finanzwelt nutzen den Producer Price Index (PPI), um den Consumer Price Index (CPI) und damit auch die Inflationsentwicklungen vorhersagen zu können. Da der PPI die Inputpreise (bzw. Einkaufspreise der Hersteller) untersucht, wird er häufig (im Unterschied zum CPI) als Frühindikator für Inflation verwendet.

Ein ansteigender PPI-Wert kann ein Zeichen dafür sein, dass der CPI in naher Zukunft ansteigen wird, während ein abnehmender PPI-Wert tendenziell einen Rückgang im CPI signalisiert.

Die folgende Abbildung der OECD stellt den PPI einzelner Länder und Regionen (zum Vergleich) für das Jahr 2020 dar:


PPI des verarbeitenden Gewerbes einzelner Regionen (Herstellung, Gesamtmarkt, 2015=100)

Ferner kann der Erzeugerpreisindex nützliche Zusatzinformationen insbesondere bei wichtigen Unternehmensentscheidungen liefern. Wenn ein Unternehmen mit höheren Inputpreisen konfrontiert wird, werden diese in aller Regel an den Endverbraucher weitergeben.

Zahlreiche Unternehmen, Einzelpersonen, Institutionen und Regierungen nutzen Informationen und Daten zum PPI für unterschiedliche Zwecke. Die folgenden Punkte listen einige mögliche Verwendungszwecke auf:

  • Inflationsmaßstab
  • Wirtschafts- und Konjunkturindikator
  • Schätzung von Wirtschaftstrends
  • Deflationierung nominaler wirtschaftsstatistischer Größen
  • Anpassung von Preisen in Verträgen
  • Geschäftstätigkeit sowie Produktentwicklung von Unternehmen
  • Schätzung des Bruttoinlandsproduktes (BIP)
  • Leitzinsentscheidung der Zentralbanken
  • Kompensationsmaßstab
  • Marktforschung

Darüber hinaus nutzen Regierungen den Erzeugerpreisindex grundsätzlich, um systematisch zu überwachen und zu bewerten, inwiefern Preisänderungen beim Endverbraucher mit den Preisänderungen beim Hersteller zusammenhängen.

Bedeutung für den Anleger

Der Producer Price Index kann als Frühindikator für Inflation verwendet werden. Finanzmarktakteure (Banken, Händler von Swaptions, Kreditnehmer) haben daher ein besonderes Interesse daran, die Inflationsentwicklung in der Zukunft vorherzusagen.

Auch bei Anlegern, die ihr Vermögen insbesondere in mittel- bis langfristige festverzinsliche Wertpapiere (z.B. Unternehmensanleihe mit langer Laufzeit) investieren möchten, ist das Interesse nach der zukünftigen Preisentwicklung groß. Erwartet ein Anleger zukünftig einen Anstieg des Preisniveaus (begründet durch einen steigenden PPI), sollte er grundsätzlich einen höheren Kuponsatz einer Unternehmensanleihe einfordern, um sich vor einem möglichen Kaufkraftverlust seines Vermögens zu schützen. Im Unterschied zu einer gängigen Unternehmensanleihe basieren die Erträge einer Aktie auf einer (erfolgsabhängigen) Dividendenzahlung und sind dementsprechend variabel.

Zudem kann ein Anleger die Erzeugerpreisindizes der Länder miteinander vergleichen, um eine erste Orientierung zur Ländergewichtung seines Portfolios zu erhalten. Zusammen mit dem Consumer Price Index (CPI) kann der Producer Price Index als Wirtschaftsindikator eines Landes interpretiert werden.

Producer Price Index vs. Consumer Price Index

Es bestehen konzeptionelle und definitorische Unterschiede zwischen dem PPI und dem CPI in den USA, die dazu beitragen können, dass Preisbewegungen der beiden Indizes nicht parallel verlaufen. Datennutzer des PPI und des CPI fragen sich dann häufig nach den Hintergründen. Die folgende Tabelle soll mehr Aufklärung diesbezüglich liefern, indem zentrale Unterschiede zwischen dem PPI und dem CPI für die USA zusammenfasst werden.

Unterschiede zwischen dem Producer Price Index (PPI) und dem Consumer Price Index (CPI) der USA:

Producer Price Index (PPI) Consumer Price Index (CPI)
Perspektive Preisänderungen aus Sicht des Verkäufers Preisänderungen aus Sicht des Käufers
Berücksichtigte Güter im Allgemeinen Zielmenge von Gütern ist die gesamte vermarktete Produktion von Herstellern in den USA Warenkorb beinhaltet die Menge repräsentativer Güter, die von Haushalten der USA für Konsumzwecke gekauft werden
Primärer Verwendungszweck Deflationierung von Einnahmequellen zur Messung des realen Produktionswachstums Anpassung der Einkommens- und Ausgabenströme an veränderte Lebenshaltungskosten
Berücksichtigung von Importen Nein Ja
Berücksichtigung von Exporten Ja Nein
Berücksichtigung staatlicher Käufe Ja Nein
Berücksichtigung von Umsatz- und Verbrauchersteuern Nein Ja
Abdeckung des Dienstleistungssektors Vollständige Abdeckung Unvollständige Abdeckung (etwa 72 %)
Berücksichtigung der Eigenmieteräquivalentmiete Nein Ja
Einfluss von Zinsänderung Ja Nein, da Zinskomponenten von Bankdienstleistungen nicht berücksichtigt werden
Aktualisierung der Gewichte in der Laspeyres-Formel Alle 5 Jahre Alle 2 Jahre
Preisbestimmung Preis für einen bestimmten Tag (den Dienstag der Woche mit dem 13.) Durchschnittspreis im ganzen Monat

In der Vergangenheit konnte ein starker Zusammenhang zwischen den Veränderungen des PPI und des CPI bestätigt werden. Seit dem Jahr 2000 ist dieser starke Zusammenhang allerdings zurückgegangen. Sowohl für die USA als auch für den Euroraum zeigte sich, dass der PPI leicht sank, während der CPI leicht stieg. Begründet wurde dies möglicherweise durch die zunehmende Verlängerung globaler Produktionsketten.

Zusammenfassung

Der Producer Price Index misst die Preisentwicklung aus Sicht des Verkäufers. Erzeugerpreisindizes werden in verschiedene Kategorien angegeben und stellen gewichtete Durchschnitte der Preise für inländische Hersteller auf Großhandelsebene dar.

Viele Akteure der Wirtschaft, Politik und Finanzwelt ziehen den Producer Price Index zur strategischen Entscheidungsfindung unterstützend heran, da er als Maßstab für die Inflationsentwicklung in einem Land gilt.

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