ifo-Geschäftsklimaindex – Definition & Bedeutung

Autorin: Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

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ifo-Geschäftsklimaindex – Definition

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist ein viel beachteter Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Dazu werden monatlich etwa 9.000 Unternehmen zu ihrer Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und Erwartungen für die nächsten sechs Monate befragt.

Aus den Antworten werden Salden gebildet, aus denen das Geschäftsklima berechnet wird. Dieses wird als Index mit einem festgelegten Basisjahr (= 100) veröffentlicht (in der Regel saisonbereinigt).

Das ifo Institut mit Sitz in München zählt zu den großen außeruniversitären Wirtschaftsforschungsinstituten in Deutschland. Weitere Institute sind: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) und Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.

ifo-Geschäftsklima Termine 2026

Der ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich veröffentlicht. Ab 10:00 Uhr (MEZ) sind die Werte in der Regel bereits über Nachrichtenticker verfügbar, die Veröffentlichung auf ifo.de erfolgt anschließend um 10:30 Uhr (MEZ).

ifo-Geschäftsklima – Termine 2026

Zu den Veröffentlichungsterminen entwickeln sich Wertpapierkurse möglicherweise entsprechend dem Verlauf des ifo-Geschäftsklimaindex und unabhängig von den Unternehmensnachrichten. Entsprechend werden die Veröffentlichungstermine des Index regelmäßig mit erhöhter Volatilität bei Aktienkursen und Anleihen in Verbindung gebracht.

Veröffentlichungsverfahren

Der ifo-Geschäftsklimaindex wird seit 1972 regelmäßig veröffentlicht. Da der Index erhebliche Marktrelevanz besitzt, unterliegt die Veröffentlichung einem strengen Protokoll.

  • In der Nacht (vor Veröffentlichungstag): Berechnung der Indexwerte und Speicherung der Ergebnisse auf gesichertem Laufwerk
  • 07:30 Uhr: Erstellung eines Entwurfs der Pressemitteilung
  • 08:45–09:45 Uhr: Interne Abstimmung mit ifo-Präsident, Konjunkturchef, Umfrageleiter, Übersetzer und weiteren Experten
  • 10:00 Uhr: Veröffentlichung der ifo-Werte über die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) akkreditierten Nachrichtenagenturen
  • 10:30 Uhr: Offizielle Veröffentlichung auf der ifo-Webseite sowie der Versand von Informationspaketen an Kunden und Medien

ifo-Geschäftsklimaindex – Interpretation & Charts

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist so skaliert, dass der Durchschnitt des Basisjahres (derzeit 2015) den Wert 100 hat. Werte über 100 bedeuten ein besseres Geschäftsklima als im Basisjahrdurchschnitt, Werte unter 100 ein schlechteres.

Zusammengefasst:

  • 100 = neutrales Geschäftsklima (Basisjahr-Niveau)
  • > 100 = positive Wirtschaftsstimmung
  • < 100 = negative Wirtschaftsstimmung in Deutschland

Entwicklung im Zeitverlauf

Der folgende Chart zeigt den ifo-Geschäftsklimaindex Deutschland als Indexwerte (Basis 2015=100, saisonbereinigt) im Jahresdurchschnitt für den Zeitraum 2005 bis 2026.

ifo-Geschäftsklimaindex Deutschland im Zeitablauf
ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland im Zeitablauf

Beispiel

In der früheren Leitreihe „ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft“ (Basisjahr 2005=100; ohne Dienstleistungssektor) lag ein Hochpunkt im Februar 2011 bei 115,4 Punkten. In der heutigen Leitreihe „ifo Geschäftsklima Deutschland“ (Basisjahr 2015=100; inkl. Dienstleistungen) fiel der Index in der Coronakrise im April 2020 auf 74,3 Punkte.

Der Chart zeigt das saisonbereinigte ifo-Geschäftsklima für Deutschland sowie seine Komponenten „Geschäftslage” und „Erwartungen” (Indexwerte, Basisjahr = 100) als Monatswerte im Zeitraum von ca. 2021 bis Januar 2026. (Quelle: ifo)

ifo-Geschäftsklimaindex - Exemplarische Monatswerte
ifo-Geschäftsklimaindex - Exemplarische Monatswerte

Zusammenstellung des ifo-Geschäftsklimaindex

Befragung

Der ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich neu berechnet. Er basiert auf rund 9.000 Meldungen von Unternehmen (Panel) aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Dienstleistungssektor, dem Handel und dem Bauhauptgewerbe.

Der Fragebogen enthält neben den beiden Kernfragen zur aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die nächsten sechs Monate (je nach Sektor) weitere Detailfragen. Die Antwortmöglichkeiten lauten bei der Lage „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und bei den Erwartungen „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“.

Die Saldenwerte (Balancewerte) von Geschäftslage und Erwartungen liegen zwischen –100 (alle Antworten negativ) und +100 (alle Antworten positiv).

Auswertung

Die Antworten aus der monatlichen Unternehmensumfrage werden nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Branchen/Sektoren gewichtet und aggregiert. Dabei fließen u.a. die Unternehmensgröße und die sektorale Bedeutung in die Gewichtung ein. Für den Gesamtindex Deutschland werden die Sektoren (Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen, Handel, Bau) mit festen Gewichten zusammengeführt.

  • Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“.
  • Der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“.

Neutrale Antworten (d.h. Antworten mit „befriedigend“ oder „gleichbleibend“) beeinflussen das Ergebnis nicht.

Berechnung

Das ifo-Geschäftsklima ist ein geometrisches Mittel aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen:

Geschäftsklima~(Saldo)=\sqrt{(Saldo_{Lage}+200)\cdot(Saldo_{Erwartungen}+200)}-200

Zur Berechnung des ifo-Geschäftsklimaindex und der beiden Komponenten Geschäftslage und Erwartungen werden die jeweiligen Salden anschließend um 200 erhöht und auf den Durchschnitt eines Basisjahres (derzeit 2015=100) normiert.

Die Formel lautet wie folgt:

Index=\frac{Saldo~im~Berichtsmonat+200}{Durchschnittlicher~Saldo~im~Basisjahr+200}*100

Hinweis: Die veröffentlichten Zeitreihen sind in der Regel saisonbereinigt (u.a. mit X-13ARIMA-SEATS).

Bedeutung & Auswirkungen des ifo-Geschäftsklimaindex

Allgemeine Bedeutung

Der ifo-Geschäftsklimaindex dient vielen Unternehmen als Orientierung, etwa für Investitionsentscheidungen, Absatzplanung oder auch im Recruiting. Ein steigender Index kann auf eine zunehmende gesamtwirtschaftliche Nachfrage in Deutschland hindeuten und damit ein günstigeres Umfeld für Unternehmen signalisieren.

Als Frühindikator, der auch Erwartungen der Unternehmen einbezieht, kann ein deutlich höherer oder niedrigerer Wert gegenüber dem Vormonat auf einen möglichen Wendepunkt im Konjunkturverlauf hinweisen.

Analysen zeigen zudem einen positiven Zusammenhang zwischen dem ifo-Geschäftsklimaindex und den realen Wachstumsraten des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Entsprechend gilt der Index in Wirtschaft und Politik als wichtiger qualitativer Indikator für die Wirtschaftslage in Deutschland.

Bedeutung für die Anleger

Der ifo-Geschäftsklimaindex kann die Stimmung an den Finanzmärkten beeinflussen und gilt für viele Anleger als zentraler deutscher Konjunkturindikator. Er liefert Hinweise auf die kommenden Monate, basiert jedoch auf Unternehmenseinschätzungen und nicht auf quantitative Daten wie etwa Umsatz- oder Produktionszahlen.

Fällt der Index höher aus, werden häufig bessere Konjunktur- und Gewinnerwartungen eingepreist – insbesondere bei konjunktursensitiven Aktien. Daher können die Veröffentlichungstermine des ifo-Index mit erhöhter Volatilität einhergehen: Ein rückläufiger Index begünstigt tendenziell Zurückhaltung, ein steigender Index kann die Risikobereitschaft und Investitionsneigung stützen.

Hinweis: Solche Marktreaktionen sind oft kurzfristig und nicht zwingend durch Fundamentaldaten erklärbar.

Mögliche Auswirkungen auf den Euro-Dollar-Wechselkurs

Der ifo-Geschäftsklimaindex kann den Euro-Dollar-Wechselkurs beeinflussen. Eine Beeinflussung findet insbesondere dann statt, wenn der ifo-Geschäftsklimaindex höher oder niedriger ausfällt als erwartet.

Ein deutlich besserer oder schlechterer Wert als erwartet kann die Erwartungen der Marktteilnehmer zur Konjunkturentwicklung und zur Geldpolitik beeinflussen. Dadurch kann es kurzfristig zu Bewegungen in der Nachfrage nach Euro und US-Dollar und damit zu Kursausschlägen im Euro-Dollar-Wechselkurs kommen.

Auswirkungen auf den Finanzmärkten

Letztlich stellt eine Veröffentlichung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus dem Jahr 2001 den Einfluss wirtschaftlicher Frühindikatoren auf die Finanzmärkte prägnant dar:

“Frühindikatoren für die Konjunkturlage spielen für die Finanzmärkte eine entscheidende Rolle. Sie haben sowohl auf die Aktien- und Wechselkurse, als auch auf die Zinsentwicklung einen nicht unerheblichen Einfluss, indem sie die Erwartungen der Marktteilnehmer mitbestimmen. Da die Veröffentlichung der tatsächlichen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt eines Landes nur mit einer erheblichen Verzögerung geschieht, werden Frühindikatoren auf den Kapitalmärkten viel beachtet.“

Fazit

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Jeden Monat befragt das Wirtschaftsforschungsinstitut (ifo) ca. 9.000 Unternehmen, wie sie ihre aktuelle Geschäftslage und die Perspektiven für die kommenden sechs Monate einschätzen.

Die Veröffentlichung der Daten kann Akteure aus der Wirtschaft, der Politik sowie der Finanzwelt beeinflussen. Einige Anleger nutzen den ifo-Index daher als einen Indikator zur Bewertung von Wertpapierkursen (z.B. Aktien, oder Unternehmensanleihen). Vor allem im Zuge einer konjunkturellen Trendänderung zeigt sich: Der ifo-Geschäftsklimaindex bewegt Finanzmärkte.

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