US-Arbeitsmarktdaten – Erklärung & Bedeutung
Die US-Arbeitsmartkdaten (engl. „Employment Situation“) des U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) fassen zentrale Informationen zum US-Arbeitsmarkt zusammen. Dazu gehören unter anderem die Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Arbeitsstunden und Löhne. Zahlreiche Wirtschafts- und Finanzakteure, insbesondere die US-Notenbank (Fed), beobachten ihre Veröffentlichung genau, da sie als zentraler Indikator für die Konjunkturlage in den USA gelten.
🔴Live-Webinar am 14.09.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 14.09.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
US-Arbeitsmarktdaten – Definition
Die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten basieren auf zwei unterschiedlichen Erhebungen des U.S. Bureau of Labor Statistics. Die Current Population Survey (CPS), auch Household Survey genannt, erfasst unter anderem Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Erwerbsbeteiligung von Personen.
Die Current Employment Statistics (CES), auch Establishment Survey genannt, erfasst Beschäftigungsverhältnisse auf nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten sowie Arbeitsstunden und nominale Verdienste. Die daraus abgeleitete Veränderung der Beschäftigung wird häufig als Non-Farm Payrolls bezeichnet.
US-Arbeitsmarktdaten Termine 2026
Die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten erfolgt in der Regel zu Beginn des Folgemonats um 08:30 Uhr Eastern Time, bzw. 14:30 Uhr deutscher Zeit. Der genaue Veröffentlichungstag kann aufgrund von Feiertagen oder anderen kalenderbedingten Besonderheiten abweichen.
US-Arbeitsmarktdaten – Termine 2026
Revisionen der US-Arbeitsmarktdaten
Die erstmals veröffentlichten Beschäftigungszahlen der Establishment Survey sind vorläufig. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Unternehmensmeldungen vorliegen, werden die Daten in den beiden folgenden Arbeitsmarktberichten erneut berechnet. Nachträgliche Meldungen und aktualisierte saisonale Faktoren können die Werte entsprechend verändern.
Zusätzlich führt das U.S. Bureau of Labor Statistics jährlich eine umfassendere Benchmark-Revision durch. Dabei werden die stichprobenbasierten Schätzungen mit umfangreichen Verwaltungsdaten abgeglichen, insbesondere mit Meldungen zur Arbeitslosenversicherung. Dadurch lassen sich Stichproben- und Modellabweichungen korrigieren.
Auch historische saisonbereinigte Daten können durch die regelmäßige Neuberechnung saisonaler Faktoren angepasst werden. Revisionen sind daher ein regulärer Bestandteil der statistischen Aufbereitung und kein Hinweis auf fehlerhafte frühere Veröffentlichungen.
Interpretation der US-Arbeitsmarktdaten
Investoren messen den US-Arbeitsmarktdaten große Bedeutung bei, da diese Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) liefern können. Dabei steht die Abweichung zwischen den veröffentlichten Arbeitsmarktdaten und den zuvor bestehenden Erwartungen im Mittelpunkt.
Vor dem Arbeitsmarktbericht veröffentlichen Banken und Researchhäuser Prognosen zu Kennzahlen wie Non-Farm Payrolls, Arbeitslosenquote und Stundenlöhnen. Daraus entsteht ein Marktkonsens. Weichen die tatsächlichen Daten deutlich davon ab, spricht man von einer positiven oder negativen Überraschung.
So können 150.000 neue Stellen positiv bewertet werden, wenn nur 80.000 erwartet wurden. Lag der Konsens dagegen bei 220.000 Stellen, gilt derselbe Wert als Enttäuschung.
Neben den Non-Farm Payrolls beeinflussen auch Arbeitslosenquote, Erwerbsquote, Lohnentwicklung, Arbeitszeit und Revisionen der Vormonate die Marktreaktion.
Chart & Entwicklung der US-Arbeitsmarktdaten
Weiterführend stellt die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis die aggregierte Arbeitslosenquote in den USA dar. Die historisch durchschnittliche Arbeitslosenquote (von 1948 bis 2026) beträgt etwa 5,7 %.
US-Arbeitslosendaten auf Bundesstaats-Ebene
Die folgende Karte der USA, veröffentlicht vom US-Arbeitsministerium, stellt beispielhaft die saisonbereinigten Arbeitslosenquoten in den US-Bundesstaaten für Juli 2026 dar. Die regionalen Arbeitsmarktdaten werden vom U.S. Bureau of Labor Statistics im Rahmen der Local Area Unemployment Statistics veröffentlicht.

US-Messgrößen der Arbeitslosigkeit (U-1 bis U-6)
Seit 1994 veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics sechs alternative Messgrößen zur Unterauslastung des Arbeitsmarktes, bezeichnet als U-1 bis U-6.
- U-1: Personen, die seit mindestens 15 Wochen arbeitslos sind, in Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung.
- U-2: Arbeitslose, die ihren Arbeitsplatz verloren oder eine befristete Beschäftigung beendet haben, in Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung.
- U-3: Alle Arbeitslosen in Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung (offizielle Arbeitslosenquote).
- U-4: Alle Arbeitslosen zuzüglich entmutigter Personen, geteilt durch die zivile Erwerbsbevölkerung zuzüglich der entmutigten Personen.
- U-5: Alle Arbeitslosen zuzüglich sämtlicher Personen mit marginaler Arbeitsmarktbindung (marginally attached to the labor force), geteilt durch die zivile Erwerbsbevölkerung zuzüglich dieser Personengruppe.
- U-6: Alle Arbeitslosen zuzüglich sämtlicher Personen mit marginaler Arbeitsmarktbindung und der aus wirtschaftlichen Gründen unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten, geteilt durch die zivile Erwerbsbevölkerung zuzüglich der Personen mit marginaler Arbeitsmarktbindung.
U-6 ist die umfassendste der sechs BLS-Kennzahlen. Sie berücksichtigt zusätzlich Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen Teilzeit arbeiten, obwohl sie eine Vollzeitbeschäftigung wünschen und dafür verfügbar sind.
Personen mit marginaler Arbeitsmarktbindung zählen nicht zur Erwerbsbevölkerung und werden daher auch nicht als arbeitslos erfasst. Sie möchten grundsätzlich arbeiten, stehen für eine Beschäftigung zur Verfügung und haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate nach Arbeit gesucht, jedoch nicht innerhalb der letzten vier Wochen.
Entmutigte Personen bilden eine Untergruppe dieser Personengruppe und haben die aktuelle Arbeitssuche insbesondere wegen ungünstiger Beschäftigungsaussichten eingestellt.
Bedeutung der US-Arbeitsmarktdaten
Auswirkungen auf die Fiskal- und Geldpolitik
Schwächere Arbeitsmarktdaten können neben zahlreichen weiteren Konjunktur- und Inflationsindikatoren in fiskal- und geldpolitische Entscheidungen einfließen.
- Fiskalpolitik: Regierung und Kongress können beispielsweise staatliche Ausgaben erhöhen, Transferprogramme ausweiten oder Steuern verändern.
- Geldpolitik: Das wichtigste geldpolitische Instrument der Federal Reserve ist die Festlegung der Zielspanne für die Federal Funds Rate.
Die Federal Reserve berücksichtigt US-Arbeitsmarktdaten insbesondere vor dem Hintergrund ihres Mandats, maximale Beschäftigung und stabile Preise zu fördern.
Einblick in die konjunkturelle Lage
US-Arbeitsmarktdaten werden von Akteuren aus der Wirtschaft, Politik sowie der Finanzwelt zur Einschätzung der konjunkturellen Lage in den USA verwendet. So geht eine höhere Beschäftigung grundsätzlich mit einer positiveren Stimmung unter den Akteuren einher, was sich in einer höheren Investitions- und Ausgabebereitschaft äußern kann. Im Gegensatz dazu dürfte eine geringere bzw. abnehmende Beschäftigung die wirtschaftliche Aktivität dämpfen.
Zudem spiegelt eine höhere Beschäftigung tendenziell eine niedrigere Arbeitslosigkeit in einem Land wider. In diesem Zusammenhang führt ein konjunktureller Abschwung zu einer zunehmenden Arbeitslosigkeit, während ein konjunktureller Aufschwung mit einer abnehmenden Arbeitslosigkeit verbunden ist.
Der US-Arbeitsmarktbericht als Inflationsindikator
Die Employment Situation enthält unter anderem Angaben zu den nominalen durchschnittlichen Stunden- und Wochenverdiensten von Beschäftigten auf privaten nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten. Lohn- und Arbeitskostenentwicklungen können Hinweise auf den Preisdruck in einer Volkswirtschaft geben.
Die realen Verdienste veröffentlicht das U.S. Bureau of Labor Statistics separat im Bericht Real Earnings. Dabei werden unter anderem die durchschnittlichen Stundenverdienste mit der Entwicklung des Verbraucherpreisindex (CPI-U) ins Verhältnis gesetzt, um die Veränderung der Kaufkraft abzubilden.
Wirtschaftliche Folgen der Arbeitslosigkeit
Eine konjunkturell bedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit kann mit verschiedenen gesamtwirtschaftlichen Folgen verbunden sein. Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch von der Ursache und Dauer des Abschwungs sowie von fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen ab. Mögliche Auswirkungen sind:
- sinkende Erwerbseinkommen der unmittelbar betroffenen Haushalte
- tendenziell geringere Steuer- und Abgabeneinnahmen
- höhere staatliche Transferausgaben, beispielsweise für Leistungen der Arbeitslosenversicherung
- unter sonst gleichen Bedingungen eine mögliche Erhöhung des staatlichen Budgetdefizits
- eine schwächere Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes bzw. eine größere negative Produktionslücke
- eine mögliche Abschwächung der privaten Konsumausgaben
- ein möglicher Rückgang des Inflationsdrucks bei schwächerer gesamtwirtschaftlicher Nachfrage
Fazit
Die monatliche Employment Situation wird vom U.S. Bureau of Labor Statistics veröffentlicht und basiert auf zwei unterschiedlichen stichprobenbasierten Erhebungen: der Current Population Survey (Household Survey) und der Current Employment Statistics Survey (Establishment Survey).
Zusammen liefern sie Informationen zu Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Erwerbsbeteiligung, Arbeitsstunden und Verdiensten. Die Daten sind wichtige Indikatoren zur Einschätzung des US-Arbeitsmarktes und der konjunkturellen Lage.
Insbesondere der monatliche US-Arbeitsmarktbericht wird von vielen Akteuren aus der Wirtschaft, der Politik sowie der Finanzwelt mit Spannung erwartet, da er wertvolle Informationen zu aktuellen Trends sowie Herausforderungen der Beschäftigungssituation einzelner Branchen liefert. Vor allem bei unerwarteten Ergebnissen zeigt sich: Die Veröffentlichung aktueller US-Arbeitsmarktdaten bewegt Finanzmärkte.
Häufige Fragen
Was ist das US-Arbeitsmarktbericht?
Das U.S. Bureau of Labor Statistics veröffentlicht die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten im Bericht Employment Situation. Der Bericht basiert auf der Household Survey (CPS) und der Establishment Survey (CES) und fasst zahlreiche Kennzahlen zur aktuellen Arbeitsmarktsituation zusammen.
Zu den regelmäßig enthaltenen Informationen gehören beispielsweise:
- Zu- oder Abnahmen der Beschäftigung auf nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten nach Branchen
- Arbeitslosenquote, Beschäftigung und Erwerbsbeteiligung nach demografischen Merkmalen
- durchschnittliche nominale Stunden- und Wochenverdienste sowie Arbeitszeiten
- Zahl und Anteil der Langzeitarbeitslosen, also Personen mit einer Arbeitslosigkeitsdauer von mindestens 27 Wochen
- Gründe der Arbeitslosigkeit nach den BLS-Kategorien Arbeitsplatzverlust bzw. Ende einer befristeten Beschäftigung, freiwilliges Ausscheiden, Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt und erstmaliger Eintritt in den Arbeitsmarkt
- Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen Teilzeit arbeiten
- Personen mit marginaler Arbeitsmarktbindung und entmutigte Personen
- Arbeitsmarktkennzahlen nach Geburtsstatus im Inland bzw. Ausland
Darüber hinaus erhebt das BLS im Rahmen der Current Population Survey weitere Daten, beispielsweise zur Telearbeit. Solche Zusatzdaten sind jedoch von den zentralen Kennzahlen der monatlichen Employment Situation zu unterscheiden.
Alle Arbeitsmarktberichte des U.S. Bureau of Labor Statistics (seit 1994) sind online abrufbar.
Wie werden die US-Arbeitsmarktdaten ermittelt?
Die monatliche Employment Situation basiert auf zwei voneinander getrennten Erhebungen des U.S. Bureau of Labor Statistics: der Current Population Survey (CPS) und der Current Employment Statistics Survey (CES). Beide Erhebungen beziehen sich auf einen festgelegten Zeitraum rund um den 12. Tag des jeweiligen Monats.
Stellen in der Betriebsumfrage, Personen in der Haushaltsumfrage
Die Establishment Survey (CES) erfasst Beschäftigte anhand der Lohn- und Gehaltsabrechnungen von Unternehmen und staatlichen Einrichtungen. Maßgeblich ist grundsätzlich der Abrechnungszeitraum, der den 12. Tag des Monats umfasst. Dabei werden Beschäftigungsverhältnisse und nicht einzelne Personen gezählt. Arbeitet eine Person beispielsweise gleichzeitig für zwei Arbeitgeber und erscheint auf beiden Lohnlisten, wird sie in der CES zweimal erfasst.
Die Household Survey (CPS) betrachtet dagegen Personen. Ihre Referenzperiode ist grundsätzlich die Kalenderwoche, in die der 12. Tag des Monats fällt. Eine beschäftigte Person wird hier nur einmal gezählt, selbst wenn sie mehrere Arbeitsplätze besitzt. Aus dieser Erhebung stammen unter anderem die Arbeitslosenquote, die Erwerbsquote und die Beschäftigungsquote.
Saisonbereinigung und Birth-Death-Modell
Viele Arbeitsmarktgrößen unterliegen regelmäßig wiederkehrenden saisonalen Schwankungen. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen durch Feiertage, Wetterbedingungen sowie das Öffnen und Schließen von Schulen. Das BLS bereinigt zahlreiche Zeitreihen deshalb um typische saisonale Effekte, damit konjunkturelle Veränderungen von Monat zu Monat besser eingeordnet werden können.
Eine weitere Besonderheit der Establishment Survey betrifft neu gegründete und geschlossene Unternehmen. Da Unternehmensgründungen und -schließungen nicht unmittelbar vollständig im Stichprobenrahmen erscheinen, verwendet das BLS ein statistisches Verfahren zur Schätzung ihres Nettoeffekts auf die Beschäftigung, das sogenannte Birth-Death-Modell. Dabei handelt es sich um einen Bestandteil des statistischen Schätzverfahrens.
Was ist der Unterschied zwischen US-Arbeitsmarktdaten und Initial Jobless Claims?
Die monatlich veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten bieten einen umfassenden Überblick über die Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitssituation in den USA. Eine wichtige darin enthaltene Kennzahl sind die Non-Farm Payrolls.
Die donnerstags veröffentlichten Initial Jobless Claims (dt.: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung) erfassen dagegen neu eingereichte Anträge auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung nach einer Trennung vom Arbeitgeber. Aufgrund ihrer wöchentlichen Veröffentlichung können sie dennoch frühzeitig Hinweise auf Veränderungen am US-Arbeitsmarkt liefern.
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem Live-Webinar am 14.09.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

Die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten basieren auf zwei unterschiedlichen Erhebungen des U.S. Bureau of Labor Statistics. Die Current Population Survey (CPS), auch Household Survey genannt, erfasst unter anderem Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Erwerbsbeteiligung von Personen.