S&P Ratings – Tabelle & Ratingstufen

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

S&P Global Ratings ist eine der führenden internationalen Ratingagenturen. Mit seinen Bonitätsbewertungen unterstützt das Unternehmen Investoren und Geschäftspartner dabei, die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Finanzprodukten einzuschätzen. Grundlage hierfür sind sowohl öffentliche als auch vertrauliche Informationen. Bewertet werden unter anderem Länder sowie Aktiengesellschaften.

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S&P Global Ratings – Unternehmensvorstellung

S&P Global Ratings ist eine US-amerikanische Ratingagentur, die Credit Ratings (Bonitätsbewertungen) für Unternehmen, Staaten und Finanzinstrumente vergibt. Zusammen mit Moody’s und Fitch Ratings zählt sie zu den drei weltweit führenden Agenturen („Big Three“). Das Unternehmen ist insbesondere für seine langfristigen Ratingstufen von AAA bis D bekannt.

S&P Ratings im Überblick

Hinweis: Credit Ratings sind Meinungen zur Kreditwürdigkeit (Ausfall-/Zahlungsrisiko) und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Sie bewerten nicht die Profitabilität oder die Kursentwicklung (z. B. von Aktien).

Historie

Als historischer Ursprung gilt der US-Amerikaner Henry Varnum Poor, der im Jahr 1860 eine Publikation zur finanziellen Lage von Eisenbahn- und Kanalunternehmen veröffentlichte – ein früher Vorläufer moderner Kreditbewertungen und Finanzinformationen. Im Jahr 1941 wurden Poor’s Publishing und das Standard Statistics Bureau zusammengeführt. Aus dieser Verbindung entstand Standard & Poor’s (S&P).

Gesellschaftsstruktur

S&P Global Ratings ist die Rating-Sparte innerhalb des Konzerns S&P Global. Andere Geschäftsbereiche (z. B. Marktdaten, Analysen, Indizes) sind organisatorisch getrennt. Der bekannte Aktienindex S&P 500 wird von S&P Dow Jones Indices berechnet (Indexgeschäft) und ist nicht Teil des Ratingprozesses von S&P Global Ratings.

S&P Rating Tabelle

Die Ratingskala von S&P Global Ratings reicht von der Bestnote „AAA“ (Triple A) bis zur niedrigsten Einstufung „D“. Zwischenstufen werden durch Plus- und Minuszeichen differenziert (z. B. „BBB+“ oder „BBB-“). Ein zentraler Schwellenwert liegt zwischen „BBB-“ und „BB+“. Hier verläuft die Grenze zwischen Investment Grade und Speculative Grade.

  • Investment Grade umfasst typischerweise den Bereich von AAA bis BBB- (relativ geringes Ausfallrisiko).
  • Speculative Grade (auch „Non-Investment Grade“) beginnt bei BB+ und darunter (höheres Ausfallrisiko, stärkere Anfälligkeit gegenüber negativen Rahmenbedingungen).
S&P Rating Bedeutung (vereinfacht)
Investment Grade – Hohe bis angemessene Fähigkeit, Verpflichtungen zu erfüllen
AAA Höchste Bonität / geringstes Ausfallrisiko
AA+ Sehr hohe Bonität / hohe Wahrscheinlichkeit für Erfüllung von Verpflichtungen
AA
AA-
A+  Gute bis befriedigende Bonität / geringfügig abhängig von der wirtschaftlichen Lage
A
A-
BBB+  Befriedigende Bonität / negative Bedingungen können die Fähigkeit zur Erfüllung stärker beeinträchtigen
BBB
BBB-
Speculative – Erhöhte Unsicherheit bzw. deutlich höheres Ausfallrisiko
BB+ Angespannte Bonität / Erfüllung der Verpflichtungen nur in stabilem Umfeld zu erwarten
BB
BB-
B+ Mangelhafte Bonität / nachteilige Bedingungen können die Fähigkeit oder Bereitschaft zur Zahlung beeinträchtigen
B
B-
CCC+ Ungenügende Bonität / Erfüllung stark von günstigen Bedingungen abhängig
CCC
CCC-
CC Hochgradig verwundbar / Akute Gefahr eines Zahlungsverzuges
C Sehr verwundbar / Ausfall oder sehr nahe Ausfallsituation
D Ausfall (Zahlungsverzug/Default)

Hinweis: Die obige Tabelle ist eine vereinfachte Darstellung der langfristigen Ratings. S&P verwendet je nach Kontext zusätzliche Kennzeichnungen (z. B. „SD“ für selektiven Ausfall oder „R“ unter behördlicher Aufsicht) sowie separate Kurzfristratings (z. B. A-1, A-2).

Credit Watch

Zusätzlich kann S&P sogenannte CreditWatch-Hinweise vergeben. Diese signalisieren, dass eine Ratingänderung kurzfristig geprüft wird. Übliche Einstufungen sind:

  • Positive: eine Heraufstufung ist möglich bzw. wird geprüft
  • Negative: eine Herabstufung ist möglich bzw. wird geprüft
  • Developing: Entwicklung offen – Rating könnte herauf-, herabgestuft oder bestätigt werden

Im Unterschied dazu beschreibt ein Outlook typischerweise eher eine mittel- bis längerfristige Tendenz.

Welche Sektoren werden von S&P Global Ratings am stärksten bewertet?

Die folgende Grafik zeigt schematisch die relative Größe der verschiedenen Abteilungen von S&P Global Ratings, wobei das größte Segment Unternehmen/Mittelstand/Infrastruktur darstellt, gefolgt von Staaten, Gebietskörperschaften und staatsnahen Unternehmen, Banken, Versicherungen sowie strukturierten Finanzprodukten und Covered Bonds.

Die Abteilungen von S&P Ratings

S&P-Ratingverfahren im Überblick

Der Bewertungsprozess von S&P Global Ratings beginnt häufig damit, dass ein Unternehmen einen Ratingantrag stellt (solicited rating). In der Anfangsphase werden verfügbare Unterlagen gesichtet, erste Hypothesen zum Geschäfts- und Finanzprofil gebildet und der weitere Analyseplan vorbereitet. Typischerweise folgen Managementgespräche, in denen Rückfragen geklärt und zusätzliche Informationen angefordert werden.

Das Unternehmen kann entscheiden, ob es über öffentlich verfügbare Daten hinaus weitere interne Informationen bereitstellt (z. B. Planungen, Segmentdetails). Anschließend analysiert das Analystenteam die Daten und formuliert einen Ratingvorschlag. Dieser wird einem Ratingkomitee vorgelegt, das den Vorschlag prüft und das Rating (inkl. Ausblick/CreditWatch, sofern relevant) beschließt.

Nach dem Komiteeentscheid wird der Auftraggeber informiert. Bei einem öffentlichen Mandat wird das Rating in der Regel veröffentlicht. Im Anschluss erfolgt eine laufende Überwachung (Surveillance) und bei Bedarf eine Aktualisierung, häufig mindestens jährlich oder anlassbezogen.

Bewertungsprozess aus Kundensicht

Hinweis: Das gängige Marktmodell ist das Issuer-Pay-Modell: Emittenten bezahlen für das beauftragte (solicited) Rating und die laufende Überwachung. Daneben können auch nicht beauftragte (unsolicited) Einschätzungen vorkommen.

Bewertungsfaktoren der S&P Ratings

Das Bewertungskonzept von S&P Ratings für Unternehmen basiert im Wesentlichen auf den beiden Kategorien Geschäftsrisiko (Business Risk) und Finanzrisiko (Financial Risk). In der Praxis fließen dabei sowohl qualitative Faktoren (z. B. Wettbewerbsposition, Branchenumfeld, Länder-/Rechtsrahmen) als auch quantitative Faktoren (z. B. Cashflow, Verschuldung, Zinsdeckung) ein. Je nach Sektor und Ratingtyp können zusätzlich Anpassungsfaktoren (z. B. Konzernverbund, staatliche Einflüsse, Liquidität) relevant werden.

Die folgende Darstellung des Standard & Poor’s Bewertungskonzeptes gibt nur einen groben Überblick des Verfahrens. Die detaillierten Bewertungsabläufe sind in Kriterien- und Methodikpapieren dokumentiert, die S&P Global Ratings auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht.

S&P Ratings - Bewertungsfaktoren und Verfahren im Überblick

Die langfristigen Ratings werden in die Kategorien Emittentenratings (z. B. Unternehmensrating) und Instrumenten-/Produktratings (z. B. konkrete Anleihe) unterteilt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei Instrumentenratings zusätzlich Merkmale des konkreten Finanzinstruments (z. B. Rangigkeit oder Sicherheiten) in die Bewertung einfließen.

Geschäftsrisiko (Business Risk)

Das Geschäftsrisiko eines Unternehmens setzt sich nach der Bewertungsmethode von S&P Global Ratings im Kern aus drei Bausteinen zusammen:

  • dem Länderrisiko (Country Risk),
  • dem Branchenrisiko (Industry Risk) und
  • der Wettbewerbsposition (Competitive Position).

Länderrisiko und Branchenrisiko werden dabei häufig in einer kombinierten Beurteilung zusammengeführt (Corporate Industry and Country Risk Assessment, CICRA). Diese bildet den Rahmen, innerhalb dessen sich die unternehmensspezifische Wettbewerbsposition entfaltet.

Länderrisiko (Country Risk)

Das Länderrisiko beschreibt die übergeordneten Rahmenbedingungen eines Landes, die die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Emittenten indirekt beeinflussen können. Es ist nicht mit dem Unternehmen selbst identisch, kann aber als Umfeldfaktor die Bonität stützen oder begrenzen.

Relevante Dimensionen sind unter anderem:

  • politische und institutionelle Stabilität (z. B. Verlässlichkeit staatlicher Institutionen, Qualität der Governance),
  • Rechts- und Vollstreckungsrahmen (z. B. Gläubigerrechte, Rechtsstaatlichkeit, Durchsetzbarkeit von Ansprüchen),
  • Finanzsystem- und Kapitalmarktrisiken (z. B. Stabilität des Bankensystems, Zugang zu Finanzierung),
  • Zahlungsmoral und Marktpraktiken (z. B. durchschnittliche Zahlungsziele, Insolvenzkultur).

Ein schwächeres Umfeld kann dazu führen, dass selbst grundsätzlich solide Unternehmen höhere Risiken tragen (z. B. durch Finanzierungseinschränkungen, Transfer-/Konvertierungsrisiken oder eine weniger verlässliche Rechtsdurchsetzung).

Branchenrisiko (Industry Risk)

Das Branchenrisiko bewertet die Stabilität und Planbarkeit der Ertragskraft eines Wirtschaftssektors. Dabei betrachtet S&P typischerweise Faktoren wie:

  • Zyklizität (Abhängigkeit von Konjunkturzyklen und Saisonalität),
  • Wettbewerbsintensität und Preisdruck,
  • Eintrittsbarrieren und Substitutionsrisiken,
  • Regulierung und deren Eingriffsintensität,
  • Strukturtrends (z. B. technologische Disruption, Energiewende, demografische Effekte).

Beispiel: Ein defensiver Sektor (z. B. Lebensmittelhandel) weist in Rezessionen häufig stabilere Kennzahlen auf als stark zyklische Branchen (z. B. Automobilindustrie). In stark zyklischen Branchen werden Abschwünge typischerweise in sinkenden Margen, rückläufigen Cashflows und einem erhöhten Refinanzierungsrisiko sichtbar – was das Branchenrisiko erhöht.

Wettbewerbsposition (Competitive Position)

Die Wettbewerbsposition ist der unternehmensspezifische Teil des Geschäftsrisikos und beschreibt, wie gut ein Unternehmen im Vergleich zu relevanten Wettbewerbern in der Lage ist, nachhaltig Nachfrage zu bedienen und Cashflows zu erwirtschaften.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Marktstellung (z. B. Größe, Markenstärke, Preisgestaltungsmacht),
  • Diversifikation (z. B. Produkte, Regionen, Kundengruppen),
  • Kostenposition und Effizienz (Skaleneffekte, Produktivität),
  • Profitabilität und deren Stabilität (z. B. Margen, Cash Conversion),
  • Risiko- und Ertragsvolatilität (Resilienz in Stressphasen).

Zur Einordnung werden häufig relative Kennzahlen wie Margen (z. B. EBITDA-Marge), Kapitalrenditen (z. B. ROIC) sowie qualitative Aspekte (z. B. Strategie, Innovationsfähigkeit, Kundenbindung) herangezogen. Entscheidend ist dabei der Vergleich mit Unternehmen ähnlicher Geschäftsmodelle.

Finanzrisiko (Financial Risk)

Das Finanzrisiko eines Unternehmens basiert stärker auf quantitativen Analysen und beurteilt, wie robust die Kapitalstruktur eines Unternehmens ist und inwieweit Cashflows und Liquidität die Erfüllung finanzieller Verpflichtungen absichern.

Im Zentrum stehen typischerweise:

  • Verschuldung (Leverage) und deren Tragfähigkeit,
  • Cashflow-Generierung (Stabilität, Höhe, Planbarkeit),
  • Zins- und Fixkostendeckung,
  • Liquidität und Refinanzierungsprofil.

S&P Ratings arbeitet dabei häufig mit adjustierten Kennzahlen. Das heißt: Verbindlichkeiten (Debt) können um bestimmte Positionen ergänzt oder angepasst werden (z. B. Leasingverbindlichkeiten oder weitere bilanzielle/außerbilanzielle Verpflichtungen). Auch die Verrechnung von Cash erfolgt nicht pauschal, sondern orientiert sich daran, inwieweit Barmittel tatsächlich verfügbar („accessible cash“) sind und zur Schuldenbedienung herangezogen werden können.

Finanzkennzahlen für die Bewertung des Finanzrisikos

Bei S&P Ratings werden für die Bewertung des Finanzrisikos Kennzahlen anhand von Branchenbenchmarks eingeordnet. Häufig werden dabei zwei Kernkennzahlen (Core Ratios) und mehrere ergänzende Kennzahlen (Supplementary Ratios) betrachtet.

Kernkennzahlen:

  • Debt to EBITDA: Setzt die (ggf. adjustierte) Verschuldung ins Verhältnis zur operativen Ertragskraft und ist ein verbreitetes Leverage-Maß.
  • Funds From Operations (FFO) to Debt: stellt die Fähigkeit zur Schuldentilgung über operative Mittelzuflüsse dar.

Ergänzende Kennzahlen:

  • Operating Cash Flow to Debt
  • Free Operating Cash Flow to Debt
  • Discretionary Cash Flow to Debt
  • (FFO + Interest) to Cash Interest (Barzinsen)
  • EBITDA to Interest

S&P Ratings – Bewertungsprozess im Detail

Um Geschäfts- und Finanzrisiko zu einem Rating zu verbinden, nutzt Standard & Poor’s einen mehrstufigen Prozess. Qualitative Faktoren werden häufig über interne Skalen und Raster systematisiert (z. B. von „sehr stark“ bis „sehr schwach“). Grundprinzip: Je geringer das eingeschätzte Risiko und je stabiler die Fähigkeit zur Zahlung, desto besser fällt das Rating aus.

Ermittlung der CICRA

Zu Beginn werden Länder- und Branchenrisiko zusammengeführt. Diese kombinierte Einschätzung wird als Corporate Industry and Country Risk Assessment (CICRA) bezeichnet. Sie entsteht typischerweise über eine Matrix, in der die Beurteilung des Country Risk und des Industry Risk zu einem kombinierten Ausgangswert verdichtet wird.

S&P Ratings Bewertungsverfahren - Ermittlung der CICRA

Bestimmung des Geschäftsrisikos

Für die Bestimmung des Geschäftsrisikoprofils wird die kombinierte CICRA-Einschätzung mit der Wettbewerbsposition des Unternehmens zusammengeführt. Dadurch wird sichtbar, dass ein Unternehmen trotz eines nur mittleren Umfeld-/Branchenscores bei sehr starker Wettbewerbsposition ein gutes Geschäftsrisikoprofil erreichen kann. Umgekehrt kann eine schwache Wettbewerbsposition auch in einem günstigen Branchen-/Länderumfeld zu einem schwächeren Ergebnis führen.

S&P Ratings Bewertungsverfahren - Geschäftsrisiko

Erstes Rating als „Anker“

Aus der Zusammenführung des Geschäftsrisikoprofils mit dem Finanzrisikoprofil ergibt sich ein erstes indikatives Rating („Anker“). Dieses bildet den Ausgangspunkt für weitere, gezieltere Anpassungen nach oben oder unten.

Sehr starke Gesamtratings sind in der Regel nur erreichbar, wenn sowohl Geschäfts- als auch Finanzrisiko sehr robust bewertet werden. Gleichzeitig erlaubt das Rahmenwerk Kombinationen: Ein Unternehmen kann bei sehr starker Wettbewerbsposition (Geschäftsrisiko) auch mit moderatem Finanzrisiko noch ein solides Rating erreichen – und umgekehrt kann sehr konservative Finanzierung ein schwächeres Geschäftsrisiko teilweise kompensieren.

S&P Bewertungsverfahren - Erstes Rating

Rating-Anpassungen

Auf Basis des Ankers werden weitere Faktoren geprüft, die das Ratingprofil beeinflussen können. Typische Anpassungsbereiche sind beispielsweise:

  • Diversifikation (Portfolio-/Geografie-/Kundenmix) und Konzentrationsrisiken,
  • Kapitalstruktur und Ausgestaltung wesentlicher Finanzierungsinstrumente,
  • Liquidität (kurzfristige Zahlungsfähigkeit, Puffer, Kreditlinien, Fälligkeiten),
  • Finanzpolitik und Risikobereitschaft (z. B. Ausschüttungen, Akquisitionsstrategie),
  • Management & Governance (z. B. Transparenz, Risikomanagement),
  • Vergleichsanalyse mit Peer-Gruppen und Referenzratings.
Erstes RAting als Anker für finales Rating

Ein besonders wichtiger Einzelfaktor ist häufig die Liquidität: Hohe, verlässliche Liquidität kann Risiken reduzieren, während schwache Liquidität das Refinanzierungs- und Ausfallrisiko erhöht.

Finales Rating

Das endgültige Rating entsteht nach Prüfung externer Einflussfaktoren, insbesondere aus Konzernzugehörigkeit oder staatlichen Beziehungen. Diese können je nach Struktur und Rechtsrahmen sowohl stützend (z. B. erwartete Unterstützung, „Uplift“) als auch begrenzend wirken (z. B. Abhängigkeit von staatlichen Entscheidungen, Transfer-/Konvertierungsrisiken, „Constraint“).

In der Praxis bedeutet das: Ein Unternehmen kann aufgrund einer starken Muttergesellschaft oder staatlicher Nähe ein besseres Rating erhalten, wenn Unterstützung wahrscheinlich ist. Umgekehrt kann eine enge Bindung auch Risiken erhöhen, wenn politische Eingriffe, Restriktionen oder ein schwächerer Umfeldrahmen die Kreditqualität begrenzen.

Nach der Berücksichtigung dieser Gegebenheiten wird das Rating finalisiert und veröffentlicht.

Ermittlung des finalen Ratings

Mögliche Vorteile der S&P Ratings für Investoren

Der Nutzen von Ratings hängt vom Anwendungsfall ab. Besonders relevant sind sie für Unternehmensanleihen und andere Schuldinstrumente, weil sie eine standardisierte Einschätzung des Ausfallrisikos liefern. Für Aktien sind andere Analyseinstrumente typischerweise aussagekräftiger, da Ratings nicht die Kursentwicklung oder die erwartete Rendite bewerten.

Ratings können helfen, die zu erwartende Risikoprämie von Anleihen einzuordnen: Investment-Grade-Anleihen weisen aufgrund des geringeren Ausfallrisikos häufig niedrigere Kupons auf als Speculative-Grade-Anleihen, die tendenziell höhere Renditen bei höherem Risiko bieten.

Ermittlung von Qualität und Ausfallrisiko eines Investments

Ein Rating kann Investoren dabei unterstützen, das Kreditprofil eines Emittenten zu beurteilen und die eigene Analyse zu plausibilisieren. Es bündelt dabei unter anderem Geschäfts-, Markt- und Länderrisiken in einer konsistenten Ratingskala.

Der Wert von Ratings lässt sich zudem mit historischen Ausfallstatistiken in Beziehung setzen. S&P veröffentlicht hierzu regelmäßig Default- und Übergangsstudien (z. B. „Annual Global Corporate Default and Rating Transition Study“). Solche Studien zeigen typischerweise deutlich niedrigere langfristige Ausfallraten für Investment-Grade-Emittenten als für Speculative-Grade-Emittenten.

S&P Ratings - Ausfallrate nach Bewertugnskategorie
Weltweite, durchschnittliche Ausfallrate bei Unternehmen nach S&P Ratingskategorie

Hinweis: Ausfallstatistiken sind rückblickend und beruhen auf historischen Stichproben. Sie sind keine Garantie für künftige Entwicklungen und sollten stets zusammen mit eigener Analyse, Marktindikatoren und Emittenteninformationen interpretiert werden.

S&P Ratings als Indikator für die Stabilität von Ländern

Sovereign Ratings (Länderratings) können als Signal für die wahrgenommene wirtschaftliche und finanzpolitische Stabilität eines Landes dienen und damit die Risikowahrnehmung von Marktteilnehmern beeinflussen. Ein besseres Rating geht häufig mit günstigeren Finanzierungskonditionen einher (z. B. bei Staatsanleihen), während negative Ratingereignisse (z. B. Herabstufungen) Risikoprämien erhöhen können.

Für den Devisenmarkt gilt jedoch: Wechselkurse werden von vielen Faktoren bestimmt (z. B. Inflation, Leistungsbilanz, geopolitische Ereignisse). Ratings können Teil des Gesamtbildes sein, sind aber selten der alleinige Treiber von Währungsbewegungen.

Erhöhte Transparenz am Kapitalmarkt

Ratings können Informationsasymmetrien reduzieren, indem sie eine standardisierte, vergleichbare Einschätzung des Kreditrisikos bereitstellen. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Investoren Märkte oder Emittenten vergleichen möchten, für die nur begrenzt eigene Informationskanäle bestehen.

Gleichzeitig gilt: Ratings sind nur dann nützlich, wenn sie kritisch genutzt werden, als ergänzende Perspektive neben der eigenen Analyse.

Hinweis: Ein Rating liefert keinen Hinweis auf die Profitabilität oder Über-/Unterbewertung eines Investments. Es dient primär als Risikoindikator (Kredit-/Ausfallrisiko).

Kritik an S&P Ratings

Im Zuge der globalen Finanzkrise von 2008 geriet Standard & Poor’s (wie auch andere große Ratingagenturen) stark in die Kritik. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Ratings für strukturierte Finanzprodukte (z. B. CDOs), bei denen die Risiken teils unterschätzt und die Modellannahmen als unzureichend bewertet wurden. In der Folge kam es bei vielen Strukturen zu massiven und schnellen Herabstufungen, was das Vertrauen beschädigte und die Märkte zusätzlich belastete.

Im Jahr 2013 verklagte das US-Justizministerium S&P im Zusammenhang mit Bewertungen strukturierter Produkte vor 2008. Der Rechtsstreit wurde im Jahr 2015 durch einen Vergleich beigelegt. In diesem Zusammenhang wurde eine Zahlung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar bekannt.

Cliff Effects

Ein häufig diskutierter Punkt sind „Cliff Effects“: Plötzliche Ratingverschlechterungen können Marktverwerfungen verstärken, wenn interne Richtlinien, regulatorische Vorgaben oder Mandate (z. B. Investment-Grade-Anforderungen) an Rating-Schwellen gekoppelt sind. Dadurch können Herabstufungen Verkaufsdruck, Refinanzierungsprobleme oder zusätzliche Sicherheitenanforderungen auslösen – unabhängig davon, ob sich die fundamentale Lage im selben Ausmaß verschlechtert hat.

Issuer-Pay-Modell

Kritiker monierten zudem strukturelle Interessenkonflikte des Issuer-Pay-Modells, da Emittenten die Agenturen für Ratings bezahlen. Dem stehen interne Governance- und Compliance-Prozesse der Agenturen sowie regulatorische Aufsicht gegenüber, dennoch bleibt der Interessenkonflikt ein zentraler Diskussionspunkt.

Herabstufung der USA (2011)

Auch die Herabstufung des US-Ratings im Jahr 2011 von „AAA“ auf „AA+“ löste intensive Debatten aus. Neben der Einschätzung fiskalischer Risiken wurde diskutiert, wie groß der Einfluss von Ratingentscheidungen auf Märkte und Politik sein kann – und wie robust die zugrunde liegenden Annahmen und Kommunikationsprozesse sind.

Fazit: Trotz der Kritik bleiben Credit Ratings der großen Agenturen weltweit ein häufig genutztes Instrument zur Einordnung von Kreditrisiken. In der Praxis werden sie in der Investitionsanalyse jedoch zunehmend als einer von mehreren Bausteinen verstanden.

Häufige Fragen

Wie ist die S&P Ratingskala aufgebaut?

Die Ratingskala von Standard & Poor’s reicht von AAA (höchste Bonität) bis D (Zahlungsausfall), mit Zwischenschritten wie AA, A, BBB (Investment Grade) und darunter BB bis D (Non-Investment Grade bzw. „Junk“).

Welches Rating vergibt Standard & Poor’s (S&P) für Deutschland?

Stand 2026 bewertet S&P Deutschland mit der Bestnote AAA und stabilem Ausblick.

Welches Rating vergibt Standard & Poor’s (S&P) für die USA?

Seit 2011 werden die USA von S&P mit der Note AA+ und stabilem Ausblick bewertet.

Was ist ein Credit Rating?

Ein Credit Rating ist eine Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Schuldners, basierend auf dessen Fähigkeit und Bereitschaft, finanzielle Verpflichtungen vollständig und pünktlich zu erfüllen..

Eine Bonitätsbewertung ist eine vergleichende Einschätzung, die von Investoren oder Banken für eigene Bewertungen genutzt werden kann. Gleichzeitig liefert sie keine absoluten Erkenntnisse, sondern ist rechtlich lediglich eine Meinungsäußerung. Dennoch sind Ratingagenturen bei der Bewertung von Unternehmen und Finanzprodukten zur Sorgfalt verpflichtet.

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