Margin of Safety – Erklärung & Berechnung

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Margin of Safety ist ein Begriff aus verschiedenen Investitionsstrategien, wie beispielsweise dem Value Investing. Dabei versuchen Investoren eine Aktie unterhalb ihres inneren Wertes zu erwerben. Dieser kann jedoch selten exakt bestimmt werden. Die Margin of Safety bildet ab, welcher Sicherheitspuffer preismäßig dem Investor in diesem Fall zur Verfügung steht. Der Investor kann diese Sicherheitsmarge eigenständig festlegen.

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Margin of Safety – Definition

Das Ziel vieler Investoren besteht darin, unterbewertete Aktien zu identifizieren und in diese zu investieren. Mithilfe verschiedener Analyseverfahren ermitteln sie den inneren und fairen Wert der Aktie. Dabei können sie sich nicht ausschließlich auf gegenwärtige Daten beziehen. Der Wert eines Unternehmens hängt auch maßgeblich von dessen zukünftiger Ertragslage ab. Daher trifft der Investor Annahmen zur Entwicklung von Preisen, Umsätzen und Gewinnen. Diese Annahmen sind immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Aus diesem Grund kann sich der Investor nie sicher sein, ob der von ihm kalkulierte Unternehmenswert auch dem tatsächlichen Wert entspricht. Deshalb hat bereits Benjamin Graham, der als Erfinder des Value Investings gilt, das Konzept der Margin of Safety entwickelt.

Kurz: Ein Value Investor versucht Unternehmen zu finden, deren Anteile er zu einem günstigeren Kurs erwerben kann, als sie tatsächlich Wert sind.

Die Margin of Safety stellt also eine Sicherheit für den Investor dar. Selbst, wenn er den inneren Wert eine Aktie nicht vollkommen korrekt ermittelt hat, bietet die Margin of Safety einen Spielraum. Folglich wird das Verlustrisiko der Investition gesenkt. Dabei steht es jedem Investor frei, ob er unter Zuhilfenahme der Sicherheitsmarge Aktien erwirbt und wie groß diese Marge tatsächlich sein soll.

Das Konzept der Margin of Safety zeichnet sich auch dadurch aus, dass es nicht nur quantitative (zählbare) Aspekte analysiert. Die Qualität des Managements oder die politische Stabilität eines Landes können beispielsweise für die Ermittlung der Margin of Safety verwendet werden, beziehungsweise in die Berechnung des Unternehmenswertes Einfluss finden. Andere Kennzahlen bieten diese Möglichkeit nur eingeschränkt.

Abhängigkeit der Sicherheitsmarge von der Investitionsstrategie

Aufgrund verschiedener Risikoprofile ergibt sich für jeden Investor eine individuelle Margin of Safety. Risikoaverse Anleger wählen normalerweise eine höhere Sicherheitsmarge als risikoaffine Investoren. Die gesamte Investmentstrategie und die Diversifikation des Portfolios beeinflussen die optimale Margin of Safety.

Für gewöhnlich ist die übergeordnete Strategie eine Form des Value Investings. Hier wird jedoch deutlich, dass verschiedene Lehrväter des Value Investings insbesondere über die Anzahl der Titel in einem Portfolio unterschiedliche Auffassungen vertreten. Einige Investoren sprechen sich für eine große Anzahl an Unternehmen und Sektoren in einem Portfolio aus. Investoren, wie beispielsweise Warren Buffett, konzentrieren sich dagegen nur auf wenige Branchen und Unternehmen. Ihr Ziel ist es, einen Wissensvorsprung auf diesen Bereichen zu erarbeiten und noch bessere Entscheidungen treffen zu können.

Bei breit gestreuten Depots sind generell kleinere Margins of Safety möglich. Das Risiko wurde bereits durch die Diversifikation gesenkt. Verluste einzelner Investitionen können von den anderen Werten abgefangen werden. Je konzentrierter ein Depot ist, desto höher fällt für gewöhnlich die Sicherheitsmarge aus. Denn je weniger Werte sich in einem Depot befinden, desto schwerer wiegt der Verlust eines einzelnen Unternehmens. Dieses Risiko wird durch eine höhere Sicherheitsmarge gesenkt.

Merke: Je weniger Titel sich in dem Depot eines Value Investors befinden, desto höher fällt für gewöhnlich die Margin of Safety aus. Dieses Vorgehen dient der Risikokontrolle.

Berechnung der Margin of Safety

Die Berechnung der Margin of Safety als absoluter Betrag ergibt sie sich aus dem inneren Wert einer Aktie oder eines Unternehmens minus dem aktuellen Kurs. Eine Sicherheitsmarge existiert nur dann, wenn der Kurs der Aktie unter ihrem inneren Wert notiert. Ist ein Unternehmen überbewertet, gibt es folglich keine Margin of Safety.

Margin~of~Safety~(absolut)=innerer~Wert-Marktpreis

In der Praxis wird die Sicherheitsmarge häufig in Prozent angegeben. Ein wesentlicher Vorteil dieser Darstellung liegt darin, dass Aktien mit hohen und niedrigen Kursen gleichermaßen abgebildet werden.

Beispiel: Eine Margin of Safety in Höhe von 100 Euro wäre bei einem Unternehmen wie Amazon eher konservativ angesetzt, dessen Kurs deutlich über 1.500 Euro notiert. Bei einer Aktie wie EON, die derzeitig bei um die 10 Euro notiert, ist diese Sicherheitsmarge gar nicht möglich, weil sie den Kurs um ein Vielfaches übersteigt. Eine Margin of Safety in Höhe von 10 Prozent ist dagegen aussagekräftiger. Dies wäre bei den oben stehenden Beispielkursen 1 Euro für EON und 150 Euro für Amazon.

Margin~of~Safety~(Prozent)=1-\frac{Marktpreis}{innerer~Wert}*100

Beispiel für die Ermittlung der Margin of Safety

Benjamin Graham hat eine gesamte Investmentstrategie aufgebaut und formulierte einige strategische Grundsätze. Einer seiner Grundsätze bestand daraus, dass ein Investor einen Dollar kaufen könne, dafür jedoch nur 50 Cent bezahlen dürfe. Dieser Ansatz spiegelt das Konzept der Margin of Safety wider. In der Praxis kann der Investor allerdings nicht beurteilen, ob der vermeintliche Dollar überhaupt 50 Cent wert ist. Bei diesem Umstand handelt es sich um die bereits erwähnte Unsicherheit bei der Bestimmung eines Unternehmenswertes. Deshalb wird eine Sicherheitsmarge überhaupt erst nötig.

Beispielsweise hat ein Investor den inneren Wert eines Unternehmens bestimmt. Er ermittelt einen Wert von 170 Euro pro Aktie. Der aktuelle Aktienkurs notiert bei 200 Euro und liegt damit deutlich über dem inneren Wert. Die Aktie des Unternehmens kann folglich als überbewertet betrachtet werden. Der Investor hält das Unternehmen bei 200 Euro zwar selbst für fair bewertet, ist jedoch nicht bereit mehr als den inneren Wert des Unternehmens zu bezahlen. Da sich der Investor nicht sicher ist, ob er alle Werte korrekt interpretiert und alle Wertansätze richtig bestimmt hat, entscheidet er sich, die Aktie erst ab einem Kurs von 150 Euro zu kaufen. Seine Sicherheitsmarge beträgt ungefähr 13 Prozent.

Sinkt der Kurs auf 130 Euro, kann der Investor die Aktie zu ihrem inneren Wert abzüglich des Sicherheitspuffers erwerben.

Erreicht die Aktie diesen Kurs nicht und steigt stetig weiter, findet keine Investition statt. Es handelt sich dann bei diesem Wertpapier möglicherweise weniger um eine Value, als um eine Growth-Aktie.

Margin~of~Safety~(Prozent)=1-\frac{130,00~EUR}{150,00~EUR}*100=13,33~\%

Hinweis: In der Praxis würde der Kauf der Aktie nur dann vollzogen werden, wenn der Grund für den sinkenden Kurs nicht in Ertragsproblemen des Unternehmens begründet liegt. In diesem Fall sollte erneut der innere Wert ermittelt werden, um die Ausgangslage und das Investment Case neu zu bewerten.

Die Sicherheitsmarge im Rechnungswesen

Die Margin of Safety wird nicht nur bei der Auswahl von Investitionen genutzt. Auch im Rechnungswesen und im Vertriebscontrolling existiert dieser Begriff. Es handelt sich in diesem Fall um eine Form der Erfolgskontrolle. Die Verkaufserlöse, die für den Break-even-Punkt notwendig sind, werden von den aktuellen oder prognostizierten Umsatzerlösen abgezogen. Folglich ergibt sich der Sicherheitsspielraum im Fall von sinkenden Umsätzen. Solange die Margin of Safety im Rechnungswesen positiv ist, kann das Management von Gewinnen ausgehen. Besonders in wirtschaftlichen Krisen ist eine hohe Sicherheitsmarge hilfreich für betroffene Unternehmen. Die Formel dafür lautet:

Margin~of~Safety~(Prozent)=\frac{aktuelle~Umsätze-\text{Break-even-Punkt}}{aktuelle~Umsätze}*100

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